1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis 2 2. Vorwort 3 3. Konzeptuelle Grundlagen 4
4. Überblick der theoretischen Ansätze 5 4.1 “Gewaltenteilung” 5
4.2 Instrumentalisierung der Medien 6
4.3 Dependenz des Politischen 7
4.4 Interdependenz - Symbiose - “Supersystem” 7
5. Strukturelle Rahmenbedingungen 8
5.1 Kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen 8
5.1.1 Nachrichtenwerttheorie 8
5.1.2 “gatekeeper“-Forschung 9 5.1.3 Das PR-Modell 10
5.1.4 Der “uses & gratifications”-Ansatz 11
5.2 Gemeinsame Folgen “sui generis” 12 5.2.1 Veränderte Logiken 12
5.2.2 Theaterwissenschaftliches 12
5.2.3 Politikverdrossenheit/”Videomalaise” 13 5.2.4 Andere Besonderheiten 14
6. Exkurs: (Nicht-) Demokratien oder die Rolle des Rechts 15 7. Versuch einer Bilanz 16
8. Verheißung Internet - ein Ausblick 17 9. Bibliographie 18
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2. Vorwort
Wir befinden uns teilweise an der Schwelle, haben andernteils schon “einen Fuß in der Tür” oder stehen bereits mit beiden Beinen fest darin, je nach gesellschaftlichem, persönlichem oder mit vergleichbaren ausschlaggebenden Faktoren kontingentem Entwicklungsstandgemeint ist das Informationszeitalter.
Viel beschworen und doch sehr unscharf in seiner Konsequenz, “spukt” dieser Begriff nun bald schon seit mehreren Jahrzehnten durch mancherlei Kreise, Diskussionen, Foren. Was genau aber veranlasst selbige, von einem genuin neuen Zeitalter, womöglich gar einer Epoche zu sprechen?
Zunächst einmal kommt es nicht von ungefähr, derart drastische Veränderungen zu konstatieren; das soll heißen, es findet sich durchaus reichlich Evidenz für bahnbrechenden Wandel in den fundamentalen Strukturen unserer Lebensweise. Einen dieser Bereiche bezeichnet namentlich die Politik im weitesten Sinne, welche sich, mehr oder minder freiwillig, einem “Übergriff der Informationsmacht” exponiert. Ob es sich dabei allerdings um einen der freundlichen oder feindlichen Art handelt bzw. auch und vor allem in Zukunft handeln wird, ist hingegen noch nicht vollends abzusehen.
Das Mediensystem also: Beschaffung, besser “Jagd” nach Neuigkeit, koste es was es wolle, deren Verwertung, gegebenenfalls durch massive “Aufbereitung” und anschließende, möglichst effektive Distribution, ebenso um jeden Preis. Inwiefern sich diese klischeehafte Zuspitzung bewahrheitet und mit welchen Auswirkungen für das polische System dies einhergeht, steht im Brennpunkt vieler politik- und kommunikationswissenschaftlicher Debatten, über deren aktuellen Stand einen Überblick zu gewinnen, im folgenden der Versuch unternommen wird.
Vorweg sei gesagt, dass es dabei aufgrund zwei verschiedener fachspezifischer Ausgangslagen und Perspektiven zu leichten inhaltlichen Überschneidungen und, wo zum Verständnis kontextuell nicht vermeidbar, Wiederholungen kommen könnte, da schließlich beide Disziplinen der gleichen Wahrheit auf der Spur sind und die resultierenden Theorien u. U. nur unter anderen Benennungen im Umlauf sind. Aber bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom.
Leider und das sei vorweg auch noch zu erwähnen, kann diese Thematik insgesamt hier nur sehr skizzenhaft und abrissartig dargestellt werden.
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3. Konzeptuelle Grundlagen
Einleitend wäre es von Nutzen, die beiden betroffenen Teilsysteme etwas deutlicher zu umreißen und voneinander abzugrenzen, also zu definieren. Ebenso deren Vermittlungsprozess, um den es sich hier auch ganz wesentlich handelt, die Kommunikation selbst.
Das politische System lässt sich nach Saxer sinnvoll deuten als “jener gesellschaftliche Handlungszusammenhang [...], der die allgemeinverbindlichen Entscheidungen hervorbringt”, während das publizistische System “das Insgesamt der um die publizistischen Medien ablaufenden Prozesse” ist. Kepplinger wiederum gelingt es, das Verbindungsstück ausfindig zu machen, nämlich die Willensbildung, also “alle Werturteile und Tatsachenbehauptungen, die die Beliebigkeit politischer Urteile strukturieren und somit auf faktisch mögliche Alternativen eingrenzen.” 1 Die Willensbildung stellt somit einen Spezialfall der Kommunikation dar, wie er für den Austausch der hier untersuchten Sphären charakteristisch ist.
Dabei sind vorerst zwei Sachen festzuhalten. Erstens, dass bei geringfügiger Modifikation der Vorstellung, diese Definitionen auch für individuelle Funktionen anwendbar sind, vorausgesetzt man betrachte den Einzelmensch als gesellschaftlichen Verband von Zellen und verstehe unter Medien metaphorisch die (über-)sinnlichen Modalitäten als die Quelle unserer jeweiligen Gedanken, Vorstellungen, Intuitionen etc., frei nach dem Motto: im Großen wie im Kleinen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Willensbildung, wo die Kontur zwischen Individuum und Gesellschaft sowieso verschwimmt, respektive faktisch gar nicht relevant ist. Zweitens, dass die “conditio sine qua non” im Wechselspiel des Politik- & Medienkomplexes liegt, diese also insofern aufeinander angewiesen sind, als eine Trennung praktisch gar nicht denkbar ist, was besonders deutlich vor Augen tritt, wenn man erneut die Analogie zur Person zieht und dadurch auffällt, dass Willensbildung ohne Verknüpfung mit Kommunikatoren, d. h. jeglichen Erzeugern von Kommunikation, unmöglich ist, da ansonsten keine Substanz zur Wahl zwischen Alternativen gegeben wäre, weil es zu keiner Informationsübertragung käme. Für die anschließende Aufzählung der gängigen Blickwinkel hinsichtlich der Bewertung des Verhältnisses von Politik & Medien, ist letzteres Faktum von tragender Bedeutung. Zunächst aber sei noch eine Definition von “Kommunikationspolitik”
1 zit. nach Kunczik, a. a. O., S.84 f.
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vorangestellt, was zwar begrifflich ziemlich genau den Kern dieses Aufsatzes trifft, leider aber nur in rein technischer Hinsicht. Laut Tonnemacher dient sie der “Schaffung, Durchsetzung oder Erhaltung von Normen im Bereich der Information und Kommunikation” und stellt damit einen wichtigen Bestandteil der “Medienpolitik” im Allgemeinen dar, welche außer mit der Organisation, Rechtsstellung, den Funktionen, sowie personeller und materieller Ausstattung, darüber hinaus mit konkreter Lobbyarbeit einzelner Institutionen befasst ist bzw. soeben Genanntes bezeichnet. 2 Die formalen Randbedingungen sind somit gegeben. 4. Überblick der theoretischen Ansätze
Es gibt vier Theorien, die mehr oder minder ernsthaft den Anspruch erheben, die Beziehung zwischen den gegenwärtig untersuchten Aspekten des sozialen Handelns korrekt und realistisch widerzuspiegeln. Die Haltbarkeit der jeweiligen Position in Opposition zu den restlichen drei Standpunkten scheint sich aber eventuell im Verlauf der Behandlung mindestens als fraglich zu erweisen. 4.1 “Gewaltenteilung”
Da wäre primär das Gewaltenteilungsparadigma. Die Crux dabei ist die Annahme, das Mediensystem bilde eine “vierte Gewalt” im Staat, reihe sich derart zwischen Legislative, Exekutive & Judikative ein und stehe in demselben wechselseitigen Kontrollverhältnis. 3 Diese Unabhängigkeit ist jedenfalls schwer umstritten. Selbst wo eine Gewaltenteilung de facto vorhanden ist (im Gegensatz zur hiesigen Gewaltenverschränkung), stellt sich die Frage, ob nicht, wie o.g., allein die Tatsache genügt, dass aufgrund von systemimmanenten Zwängen die mutmaßliche “vierte Gewalt” den übrigen näher steht, als diese unter sich, da die Notwendigkeit des Kommunizierens allen verbindlich ist, wodurch eine eindeutige Kompetenzabgrenzung zu den Medien schwerer fällt, als untereinander. Hinweise darauf liefern beispielsweise die Zusammensetzungen von Rundfunk- & Medienräten im öffentlichrechtlichen Fernsehen, die unter anderem nach Parteiproporz geregelt werden. Außerdem zeichnet sich seit langem ein Trend zu Konglomeraten aus Konzern-, Partei- &
2 zit. nach Pürer, a. a. O., S. 402 f.
3 vgl. Kunczik, a. a. O., S. 85
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Arbeit zitieren:
Oliver Köller, 2005, Die Debatte um das Verhältnis von Politik und Medien - Ein aktueller Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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