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2.1. Die Subkulturtheorie des A. Cohen 2.2. Die Ausbreitung des Konzepts der Subkultur 2.3. Die Verwendung des Begriffs der Subkultur in der vorliegenden Arbeit
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3.1. Die Opferdefinition in der Victimologie 3.1.1. Der Victimisierungsprozeß
3.2. Die Person des Täters unter besonderer Berücksichtigung der Täter-Opfer-Interaktion
3.3. Die Untersuchung der Täter-Opfer-Beziehung als Teilbereich der Victimologie
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4.1. Täter-Opfer-Beziehungen innerhalb der Subkultur 4.1.1. Besonderheiten subkulturinterner Täter-Opfer-Beziehungen
4.2. Die Täter-Opfer-Interaktion als Auseinandersetzung zwischen der dominanten Kultur und der Subkultur
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In der vorliegenden Arbeit wird einleitend die Subkulturtheorie des A. COHEN kurz vorgestellt. Dabei soll erkennbar werden, daß man
Kriminalitätserscheinungen durchaus vor dem Hintergrund kleinerer "Ausschnitte" einer Gesellschaft betrachten kann, daß es aber sinnvoll ist, wenn man den Zusammenhang zwischen kleineren Gesellschaftssystemen mit der Gesamtgesellschaft nicht außer acht läßt.
Da es sich bei der Theorie COHEN´S um einen relativ frühen Ansatz zur Kriminalitätserklärung handelt, wird anschließend die Ausbreitung des Subkulturverständnisses aufgezeigt, um dann die Verwendung des Subkulturbegriffs in dieser Arbeit festzusetzen, da es sich bestimmt als hinderlich erweisen würde, wenn das Subkulturverständnis des A. COHEN oder aber auch ein kaum eingegrenztes Subkulturverständnis in dieser Arbeit leitend wäre.
Um das Verhältnis zwischen Opfer und Täter behandeln zu können, ist es notwendig, die Opferdefinition in der Victimologie und die einzelnen Stufen der Opferwerdung aufzuzeigen, bevor dann die Person des Täters nicht allgemein, sondern vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem Opfer beschrieben wird. Es wäre zu umfangreich, hier dem Vorschlag GÖPPINGERS zu folgen und den Täter in seinen sozialen Bezügen vorzustellen.
Anschließend soll dann anhand zweier Beispiele die Täter-Opfer-Beziehung beschrieben werden, wobei primär die Sichtweise de Victimologie vertreten wird, da es sich bei dieser Disziplin um diejenige handelt, die den Täter, das Opfer und deren Beziehung zueinander untersucht hat.
Diese zunächst allgemeine Betrachtungsweise der Täter-Opfer-Beziehung wird dann ein wenig eingeengt, indem ich versuche anhand der Drogen-Subkultur diese Beziehung ausschließlich subkulturintern zu betrachten, um dann anschließend aufzuzeigen, daß subkulturinternes Verhalten auch vor dem
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Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge betrachtet werden
sollte.
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Eine Subkultur kann als Teilkultur verstanden werden, die sich von der Gesamtkultur merklich abhebt. Dies bezieht sich im wesentlichen auf Sprache, Verhaltensweisen, Einstellungen, Werthaltungen, Verhaltensmuster und Aufenthaltsorte. Das Subkulturverständnis in der Literatur ist vielfältig. TROTHA spricht sogar von einem "LQIODWLRQlUHQ *HEUDXFK" (TROTHA in: kl. kriminol. Wörterb., a.a.O., S. 342). Beim Subkulturmodell geht man davon aus, daß große soziale Systeme durch verschiedene Subsysteme, eben Subkulturen, strukturiert sind. In diesen Subkulturen können die Normen mit denen der Gesamtkultur übereinstimmen, aber auch in bestimmten Bereichen davon abweichen. Entsprechen die Mitglieder der jeweiligen Subkultur nun diesen von der Gesamtkultur differenten Normen, so spricht man aus der Sicht der Gesamtkultur von Abweichung. Daher wird der Subkulturansatz auch zur Erklärung abweichenden Verhaltens herangezogen (LAMNEK, 1993, a.a.O., S. 143).
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Nach COHEN entstehen Subkulturen, indem sich Individuen, die den Anforderungen der dominanten Gesamtkultur nicht entsprechen können, zusammenschließen. Bei diesen Menschen entsteht eine "6WDWXVIUXVWUDWLRQ" (KUNZ, a.a.O., S. 139., Rn. 33). Sie bilden ein Kollektiv von Menschen, die über ähnliche Anpassungsprobleme verfügen. In der Subkultur bilden sich nun langsam Werte und Normen, die von allen Mitgliedern akzeptiert werden und erfüllt werden können. Diese Normen weichen jedoch vom dominanten gesamtgesellschaftlichen Wertesystem (teilweise) ab, wodurch sich dann "abweichendes Verhalten" erklären läßt. In der Subkultur erreichen die Mitglieder dann einen Status, der ihnen in der herrschenden Kultur verwehrt bleiben würde. COHEN vertritt die Ansicht, daß Jugendliche (er erforschte delinquente jugendliche "Gangs" in den USA) in der herrschenden Kultur ein Spannungsverhältnis erleben, das sie lösen, indem sie die Ziele und Werte dieser Kultur ablehnen und dem eigenen subkulturellen Wertesystem entsprechen (LAMNEK, a.a.O., S. 142 f.).
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COHEN geht davon aus, daß das abweichende Verhalten in den Subkulturen eine Reaktion der von ihm beobachteten Jugendlichen auf die entstandenen Statusprobleme in der Unterschicht ist. Er hebt somit hervor, daß die Abweichung nicht als bewußt und zielgerichtet, etwa als Protestreaktion gegen bestehende Mittelschichtnormen, zu verstehen ist, sondern als irrationale Reaktion. In COHEN´S Subkulturtheorie werden zunächst "%DVLV6XENXOWXUHQ" beschrieben, die sich dadurch auszeichnen, daß ihre Mitglieder meist männlich, jugendlich und der Unterschicht angehörig sind. Diese "%DVLV6XENXOWXUHQ" beschreibt er als grundsätzlich ablehnend, bösartig, auf sich selbst bezogen und die Gemeinschaft ablehnend, autonom und vielseitig.
Es stellt sich nun die Frage, welche strukturellen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit solche Subkulturen entstehen können. Hier wurde bereits beschrieben, daß es zunächst zu Anpassungsproblemen kommt, die einen Spannungszustand voraussetzen. Unter einem solchen Spannungszustand ist sich beispielsweise der Wunsch eines materiell armen Menschen nach wertvollen Gütern vorzustellen. Dieses Spannungsverhältnis läßt sich auf legalem Wege, etwa durch entsprechende Arbeit, oder auf illegalem Wege, etwa durch einen Banküberfall, lösen. Über welche Bewältigungsstrategien der jeweilige Mensch nun verfügt, hängt entscheidend von seiner Sozialisation ab. Selbstverständlich sind nicht alle Spannungszustände auf legalem Wege zu lösen. Um aber gesellschaftlich konform zu bleiben, sind beim Vorliegen eines nicht legal lösbaren Spannungsverhältnisses entsprechende
Bewältigungsstrategien oder eine erhörte Frustrationstoleranz notwendig. In der Unterschicht kommt es häufig vor, daß die Menschen nicht über eine entsprechende Frustrationstoleranz verfügen oder Lösungsstrategien für diese Spannungsverhältnisse erlernen oder entwickeln, die gesellschaftlich als kriminell definiert sind.
Eine weitere Lösungsmöglichkeit für diese Spannungsverhältnisse ist der Zusammenschluß von Personen mit ähnlichen Anpassungsproblemen. Besteht für diese Personen nicht die Möglichkeit, ihren Anspruch zu mindern oder sich an anderen Maßstäben zu orientieren, haben sie aber die Möglichkeit, sich mit
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"Gleichgesinnten" auszutauschen und gemeinsam ihre unbefriedigende Situation zu erleben. So können Prozesse ablaufen, bei denen sich Werte und Normen herausbilden, die von der Gesamtkultur zwar abweichen, von den sich zusammengeschlossenen Personen aber akzeptiert werden. Es entsteht eine Subkultur.
Die "Basis-Subkultur" erfüllt nach COHEN die folgenden Funktionen: • sie verleihen ihren Mitgliedern einen Status, den sie in der Gesamtkultur nicht erreichen können,
• für aggressive Handlungen gegen die in ihren Augen frustrierenden Instanzen finden die Mitglieder der Subkultur Erklärungen und Neutralisationstechniken,
• die Subkultur bildet für das einzelne Mitglied eine Bezugsgruppe.
Neben der "PlQQOLFKHQ %DVLV6XENXOWXU" unterscheidet COHEN fünf weitere Arten delinquenter Subkulturen:
• die "NRQIOLNWRULHQWLHUWH 6XENXOWXU" besteht aus größeren Banden ab ca. 20 Mitgliedern, ist komplex organisiert. Man findet sie in Gegenden hoher Desorganisiertheit und starker Armut,
• die "6XENXOWXU GHU 5DXVFKJLIWVFKWLJHQ" ist stark utilitaristisch orientiert, da die Betroffenen primär ihre Existenzprobleme zu bewältigen haben, • die "6XENXOWXU GHV KDOESURIHVVLRQHOOHQ 'LHEVWDKOV" zeichnet sich dadurch aus, daß ihre sich 16 bis 17 Jahre alten Mitglieder von der "%DVLV 6XENXOWXU" absetzen und sich zeitweise dem zweckgerichteten Verbrechen widmen,
• bezüglich der "GHOLQTXHQWHQ 0LWWHONODVVHQ6XENXOWXU" stellt COHEN fest, daß sich bei ihr zwar auch Anpassungsprobleme erkennen lassen, ursächlich für diese Art der Subkultur ist aber überwiegend ein Identifikationsproblem der Jugend, die tradierte Ziele hat, diese aber nicht mehr erreichen kann, weil sich die Strukturellen Gegebenheiten verändert haben, • zu den "ZHLEOLFK GHOLQTXHQWHQ 6XENXOWXUHQ" führt COHEN , daß diese wenig erforscht sind und hier gewöhnlich sexuelle Vergehen zu finden sind, die aus Statusschwierigkeiten der Frauen resultieren, da sich die Frauen in
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Arbeit zitieren:
Martin Helm, 1995, Die Täter-Opfer-Beziehung aus Sicht der Subkulturtheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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