Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1 Einführung 1
2 Asset-Liability Management. 3
2.1 Notwendigkeit eines Asset-Liability Managements. 3
2.2 Instrumentarium. 4
2.2.1 Allgemeines 4
2.2.2 Asset-Liability Management auf der Makro-Ebene. 6
2.2.3 Asset-Liability Management auf der Mikro-Ebene. 10
2.3 Haupteinflussgrößen auf die Gestaltung und Durchführung des Asset-
Liability Managements. 13
2.3.1 Überblick. 13
2.3.2 Spartenabhängigkeit. 14
2.3.2.1 Besonderheiten bei Pensionskassen 14
2.3.2.2 Besonderheiten bei Lebensversicherern 14
2.3.2.3 Besonderheiten bei Schaden- und Unfallversicherern 15
2.3.2.4 Besonderheiten bei Rückversicherern 15
2.3.3 Produktabhängigkeit. 16
2.3.4 Länderabhängigkeit. 16
2.3.4.1 Großbritannien. 16
2.3.4.2 USA. 17
2.4 Probleme bei der Implementierung eines Asset-Liability Managements 18
2.5 Einsatz des Asset-Liability Managements in der Praxis 19
3 Zusammenfassung und Ausblick 20
Literaturverzeichnis iv
Abkürzungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis
AFIR Actuarial Approach for Financial Risks
ALM Asset-Liability Management
ASoP Actuarial Standard of Practice
ASTIN Actuarial Studies In Non-Life Insurance
CAPM Capital Asset Pricing Model
DAV Deutsche Aktuarvereinigung
DFA Dynamische Finanzanalyse / Dynamic Financial Analysis
EDV Elektronische Datenverarbeitung
HGB Handelsgesetzbuch
IAS International Accounting Standards
ICAPM International Capital Asset Pricing Model
ICML International Capital Market Line
KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
USA United States of America
VVG Gesetz über den Versicherungsvertrag
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ansatz des Asset-Liability Managements
Abbildung 2: Simultanes ALM - Analyse der Wechselwirkungen
Abbildung 3: Dimensionen des Asset-Liability Managements.
Abbildung 4: Modell des Asset-Liability Managements
Einführung 1
1 Einführung
Das Thema Asset-Liability Management (ALM) hat in der Versicherungsbranche seit Beginn der 1990er Jahre enorm an Bedeutung gewonnen, was nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck kommt, dass seit dieser Zeit eine Vielzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu diesem Thema erschienen ist. Unter ALM wird grundsätzlich eine gesamtheitliche Betrachtung und Abstimmung der Vermögensanlage (=Assets) sowie der Verbindlichkeiten (=Liabilities) verstanden.
In der Literatur lassen sich zahlreiche Definitionen für den Begriff ALM finden, von denen die für das Verständnis dieser Arbeit wichtigsten kurz vorgestellt werden sollen. Allgemein ist ALM zu verstehen als ein Teilsystem einer finanziellen Unternehmenssteuerung mit der Zielsetzung der finanziellen Stabilität sowie der Steigerung der Profitabilität des Unternehmens. 1 Der Begriff des ALM wurde zunächst für den Bankensektor geprägt, erst später wurden die Modelle auch auf die Versicherungsbranche übertragen. ALM bei Versicherungsunternehmen gestaltet sich jedoch ungleich komplexer, da im Gegensatz zu Banken die Risikofaktoren auf der Aktiv- und auf der Passivseite nicht identisch sind. 2 Risiken im Aktivgeschäft können z.B. von der jährlichen Todesrate der Versicherungsnehmer abhängen, wohingegen diese Determinante keinen Einfluss auf die Entwicklung des Passivgeschäfts, d.h. die Kapitalanlagen hat. Im Rahmen dieser Arbeit werden explizit Ansätze und Modelle für ein ALM bei Versicherungsunternehmen vorgestellt; vorrangig betrachtet werden dabei Lebensversicherer.
FARNY unterscheidet fünf Fälle, die mit dem Begriff ALM verbunden werden. Die vorliegende Arbeit bezieht sich vorwiegend auf die beiden folgenden Definitionen: (1) Asset-Liability Management als integrierte, gesamtunternehmensbezogene Finanzierungspolitik für alle Arten von Mittelherkünften (Kapital, „Liabilities“) bzw. Mittelverwendung (Vermögen, „Assets“); (2) versicherungstechnisches Asset-Liability Management als integrierte
Finanzierungspolitik für die versicherungstechnischen Verpflichtungen und für die diesen entsprechenden Kapitalanlagen. 3
1 Vgl. ALBRECHT, P. (1998), S. 99.
2 Vgl. JOST, C. (1995), S. 83.
3 FARNY, D. (2000), S. 801.
Einführung 2
Durch die vorgenannten Definitionen wird bereits deutlich, dass sich ALM nicht ausschließlich mit der Steuerung der Bilanz befasst (1), sondern gleichzeitig auch auf eine Stromgrößenbetrachtung in Form von Cash Flows abzielt (2). Im Rahmen der Stromgrößenbetrachtung setzen sich die Cash Flows auf der Aktivseite aus Prämieneinnahmen sowie Kapitalerträgen zusammen, sodass beide Einnahmequellen auch zu effektiven Mittelzuflüssen führen. Auf der Passivseite führen jedoch lediglich Versicherungsleistungen bzw. Storni zu Abflüssen, der nicht zahlungswirksame Teil der Aufwände besteht in einer Erhöhung der technischen Rückstellungen. 4
Die jeweilige Ausgestaltung eines ALM hängt von den konkreten Fragestellungen des Versicherungsunternehmens ab. Die im Folgenden zu erläuternden Modelle können dabei z.B. Antworten auf Fragestellungen der künftigen E rtragsentwicklung, der Ruinwahrscheinlichkeit oder der optimalen Kapitalanlagestrategie geben. 5 Abbildung 1 gibt hierfür einen guten Überblick über den Ansatz eines ALM:
* rechtliche, gesellschaftliche und natürliche Faktoren
Abbildung 1: Ansatz des Asset-Liability Managements
Quelle: JOST, C. (1995), S. 91
Nach JOST ist Asset-Liability Management demnach „ein Managementansatz, bei dem die Risiken aus dem leistungswirtschaftlichen und dem finanzwirtschaftlichen Bereich unternehmenszielbezogen aufeinander abgestimmt werden“. 6
Im Rahmen dieser Arbeit sollen nun die wichtigsten Ansätze und Modelle zum Asset-Liability Management erläutert und gewürdigt werden.
4 Vgl. ROSSKOPF, J. (1997), S. 133.
5 Vgl. SCHMIDT, T./OSWALD, J. (2001), S. 698.
6 JOST, C. (1995), S. 91.
Asset-Liability Management 3
2 Asset-Liability Management
2.1 Notwendigkeit eines Asset-Liability Managements
Die Notwendigkeit eines ALM für Versicherungsunternehmen wurde in der Literatur bereits kontrovers diskutiert. Während Befürworter von einem erfolgversprechenden Managementansatz sprechen, halten die Kritiker dagegen, es handle sich lediglich um „alten Wein in neuen Schläuchen“. 7
Tatsächlich hat es sich seit Gründung von modernen Versicherungsunternehmen im 19. Jahrhundert praktisch als „überlebensnotwendig“ erwiesen, die eingenommenen Prämien im Hinblick auf die später folgenden Versicherungsleistungen angemessen und sicher anzulegen. Sogar der Gesetzgeber hat eine Generalnorm für die Kapitalanlage von Versicherungsunternehmen entwickelt. So heißt es im § 54 Absatz 1 Satz 1 VAG:
„Die Bestände des Deckungsstocks (§ 66) und das übrige gebundene Vermögen eines Versicherungsunternehmens (gebundenes Vermögen) sind unter Berücksichtigung der Art der betriebenen Versicherungsgeschäfte sowie der Unternehmensstruktur so anzulegen, daß möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität des Versicherungsunternehmens unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht wird.“
Seit Beginn der 1990er Jahre sieht sich die Versicherungsbranche jedoch einem veränderten Marktumfeld gegenüber. Zum Einen können zunehmend kritische Kunden Versicherungsprodukte mit klassischen Sparprodukten vergleichen, was mit einer erhöhten Renditeerwartung der Versicherungsnehmer einhergeht. Zudem sind die Kunden häufig zinssensitiver geworden, d.h. dass bei einem deutlichen Anstieg des Marktzinsniveaus mit einem erhöhten Storno vor allem im Lebensversicherungsbereich zu rechnen ist. Zum Anderen hat die Volatilität von Finanzmarktpreisen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, ebenso der Trend zu einer verstärkten Kapitalanlage von Versicherungsunternehmen in risikoträchtigere Anlagen w ie Aktien und
Unternehmensanleihen. 8 Weiterhin ermöglichen neue Anlagemöglichkeiten wie Collars, Swaps oder Optionen seit Beginn der 1980er Jahre verstärkt Rendite zu erzielen, gleichzeitig aber das Risiko abzusichern bzw. zu reduzieren. 9 Zu dem veränderten Marktbzw. Kundenumfeld kommt schließlich der Druck aufgrund einer Einstufung von
7 Vgl. z.B. JOST, C. (1995), S. 79; KÖHLER, G. (1994), S. 30; SMINK, M. (1995), S. 29.
8 Vgl. JUNKER, M./SCHWARZ, G. (2000), S. 413 f.
9 Vgl. JOST, C. (1995), S. 80 f.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Ök. Sven Heinemann, 2003, Asset-Liability Management in Versicherungsunternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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