Mein betriebswirtschaftliches Studium an der Universität Trier, Schwerpunkt Arbeit, Personal, Organisation (APO), findet mit der Abgabe dieser Diplomarbeit seinen Abschluss.
Bei der Themenfindung wurde ich durch Herrn Prof. Dr. Wächter inspiriert, der sich bereits zuvor, innerhalb der Schriftenreihe Trierer Beiträge zum Diversity Management, mit der Personalpolitik multinationaler Unternehmen beschäftigt hatte. Die konkrete Themenstellung „Der Standort Deutschland, aus Sicht der US-amerikanischen multinationalen Unternehmen“ entstand bei einem Gespräch in seiner Sprechstunde und er bot mir auch die Betreuung meiner Diplomarbeit an.
Für die Möglichkeit dieses Thema am Lehrstuhl Arbeit, Personal, Organisation bearbeiten zu können, sowie für die persönliche Unterstützung meiner Diplomarbeit möchte ich mich bei Herrn Prof. Dr. Wächter bedanken.
Ich möchte mich ebenfalls bei allen Freunden bedanken, die mir nicht nur während meiner Studienzeit unterstützend zur Seite standen. In diesem Zusammenhang gilt mein b esonderer Dank meinen Freunden Alexander Theisen, Jens Kaub, Stephan Wingler und Miriam Gesthuisen.
Der größte Dank gilt meiner Familie, da sie mir mein Studium ermöglicht hat und meiner Freundin Tanja Finnemann, die mich während meiner Studienzeit und insbesondere in der Abschlussphase unterstützt hat.
Trier, im April 2005
Invest in Germany - Der Standort Deutschland aus Sicht der
III
US -amerikanischen multinationalen Unternehmen
Inhaltsverzeichnis :
Vorwort II
Gliederung III
Abk ürzungsverzeichnis V
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis VI
1 Einleitung 1
2 Basis dieser Standortanalyse 4
2.1 Der Begriff Standort(-wahl)
S. 4
2.2 Multinationale Unternehmen
S. 5
2.3 Außenhandelsstatistik
S. 6
2.4 Direktinvestitionen 7
2.4.1 Die Entwicklung der Direktinvestitionen in Deutschland
S. 8
2.4.2 Kritik an der Direktinvestitionsstatistik
S. 9
2.5 Synthese der gewonnen Erkenntnisse 11
3 Deutschland als Standort US-amerikanischer MNU in Europa 12
3.1 Umsätze der US-amerikanischen MNU in Deutschland und Europa
S. 12
3.1.1 Deutschland als Absatzmarkt US-amerikanischer MNU
S. 13
3.1.2 Die wichtigsten Absatzmärkte in Europa 15
3.2 Die Bedeutung US-amerikanischer MNU für europäische Arbeitsmärkte
S. 18
3.2.1 Arbeitsplätze in den wichtigsten europäischen Niederlassungen
S. 19
3.2.2 Beschäftigung in den Niederlassungen Deutschlands 22
3.3 Der Vergleich der Entwicklungen auf europäischer Ebene S. 25
3.4 Synthese der quantitativen Analyse S. 28
4.1 Standorte im internationalen Wettbewerb S. 30
4.2 Deutschland als attraktiver Standort in Europa? S. 31
4.2.1 Argumente für Deutschland als Standort der US-amerikanischern MNU S. 32
4.2.2 Gründe, die den Standort Deutschland unattraktiv machen S. 36
4.3 Vorschläge der US-amerikanischen MNU für die Zukunft Deutschlands S. 46
4.4 Synthese der qualitativen Analyse S. 48
Literaturverzeichnis VIII
a.a.O. ~ an anderem Ort AmCham ~ American Chamber of Commerce Germany e.V. BEA ~ U.S. Department of Commerce - Bureau of Economic Analysis BCG ~ The Boston Consulting Group BRD ~ Bundesrepublik Deutschland Bspw.; bspw. ~ beispielsweise Ca.; ca. ~ cirka d.h. ~ das heißt DI ~ Direktinvestition dt. ~ deutsche, deutschen ebd. ~ Ebenda et al. ~ et alii (˜ und andere) etc. ~ et cetera EU ~ Europäische Union evtl. ~ eventuell f. ~ folgende ff. ~ fortfolgende F&E ~ Forschung & Entwicklung FDI ~ ausländische Direktinvestitionen GE ~ General Electric IdW ~ Institut der deutschen Wirtschaft Köln KFZ ~ Kraftfahrzeug, Kraftfahrzeuge MNU ~ multinationale Unternehmen, Multinationale Unternehmen Mofas ~ majority owned foreign affiliates Mio. ~ Millionen Mrd. ~ Milliarden OECD ~ Organisation for Economic Co-operation and Development sog. ~ so genannte Untern. ~ Unternehmung, Unternehmen Vgl., vgl. ~ Vergleich, vergleiche z.B. ~ zum Beispiel
Invest in Germany - Der Standort Deutschland aus Sicht der
US -amerikanischen multinationalen Unternehmen
Abbildungsverzeichnis :
Abb. 1: Die größten Unternehmen der Welt
Abb. 2: Die Entwicklung des Außenhandels mit den USA
Abb. 3: Entwicklung amerikanischer FDI in Deutschland
Abb. 4: Umsätze in Europa zwischen 1999 und 2002
Abb. 5: Entwicklung der Beschäftigung in den wichtigsten Branchen
Abb. 6: Umsatz und Beschäftigung in Deutschland
Abb. 7: Katalog heutiger Standortfaktoren bei „freier“ Standortwahl
Abb. 8: Die wichtigsten Investitionshemmnisse US-amerikanischer Investoren
Abb. 9: Jahresarbeitszeit im Verarbeitenden Gewerbe (2002)
Abb. 10: Die wichtigste Ansatzpunkte zur Verbesserung der Standortattraktivität
Tabellenverzeichnis :
Tab. 1: Entwicklung der FDI in Deutschland
Tab. 2: Die umsatzstärksten US-amerikanischen multinationalen Unternehmen
Tab. 3: Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands
Tab 4: Beschäftigte im tertiären Sektor Deutschlands
Aktuelle Nachrichten sind bestimmt durch Meldungen über die rekordverdächtige Arbeitslosenquote, die lahmende Konjunktur, Deutschlands Probleme mit der Einhaltung des EU-Stabilitätspaktes, etc.. Alle diese Pressemeldungen zeigen, dass sich der „Wirtschaftsstandort Deutschland“ mitsamt der Weltwirtschaft in einer schwierigen Lage befindet. Kritiker Deutschlands nutzen diese Chance zu ihren Gunsten und behaupten, um den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb um günstige Investitionsbedingungen, als Verlierer darzustellen.
Sobald in Deutschland ein konjunktureller Abschwung einsetzt, bemängeln Kritiker, seit den 1980er Jahren, die hohen Arbeitskosten, gefesselte Märkte, die Steuerbelastung und die Regulierungsdichte in Deutschland und sehen darin zentrale Wettbewerbsnachteile. Im Kern der Debatte steht die Frage, ob die Bundesrepublik Deutschland den Unternehmen noch die Vorraussetzungen bietet, international wettbewerbsfähige Produkte zu erstellen bzw. wie attraktiv Deutschland als Investitionsstandort für ausländische Unternehmen ist. Weil die Standortdebatte mit dem konjunkturellen Abschwung neu entfacht wird und mit dem „Anspringen“ der Konjunktur in Deutschland verhallt, spricht Otto G. Mayer sogar von einer „Diskussionskonjunktur“. 1
Ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass die deutsche Bevölkerung eher von internationalen Wettbewerbsnachteilen für die in Deutschland tätigen Unternehmen ausgeht. O bwohl Managementfehler als Ursache für die geplante Streichung von 17.000 Stellen bei Opel und Karstadt/Quelle nachgewiesen wurden, war die Debatte von den im internationalen Vergleich schlechten Rahmenbedingungen b eherrscht. Internationale Untersuchungen zeigen ein eher positives Bild vom Standort Deutschland. Im aktuellen World Investment Report der United Nations Conference of Trade and Development (UNCTAD) zählt Deutschland zu den „front-runners“, also zu den attraktivsten Standorten auf der ganzen Welt. 2
Weltweit zählen die US-amerikanischen Konzerne zu den größten und erfolgreichsten Unternehmen. Die Manager dieser Unternehmen sind aus den USA ein Höchstmaß an wirtschaftli- 1 vgl. http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainerPrintArtic-
le&MENUID=40%2C156%2C538%2C547&OCCURRENCEID=SL0011792638.SL00171184.5000065.full;
Wirtschaftsstandort Deutschland (Basiswissen); Zugriff am 07.04.2005
2 vgl. http://www.unctad.org/Templates/Page.asp?intItemID=2468&lang=1; Zugriff am 07.04.2005
cher Freiheit gewohnt und sehen in den stark regulierten Rahmenbedingungen Deutschlands, sehen eine Bedrohung ihres ökonomischen Erfolges.
Um die Position Deutschlands als Wirtschaftsstandort im internationalen Vergleich beurteilen zu können, ist das Ziel der vorliegenden Arbeit eine detaillierte Analyse Deutschlands als Standort von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen.
Die folgenden Fragen lassen sich in diesem Zusammenhang formulieren und sollen im Rahmen dieser Arbeit beantwortet werden:
• Welche US-amerikanischen MNU sind in Deutschland zu finden, in welchen Branchen Deutschlands sind diese tätig und wie groß ist deren Bedeutung für den nationalen Arbeitsmarkt?
• Gibt es Branchen, in denen Deutschland aus Sicht der US-amerikanischen MNU i nternational wettbewerbsfähiger ist als in anderen? Wie erfolgreich sind die amerikanischen Konzerne in den drei erfolgreichsten Branchen Deutschlands, der Automobilbranche, der Chemieindustrie und dem Maschinenbau?
• Wie beurteilen die US-amerikanischen Unternehmen den Standort Deutschland insgesamt? Was sind die zentralen Hemmnisse für eine Investition in Deutschland seitens der US-Amerikaner? Wo sehen die Investoren zukünftige Chancen und Risiken des Standortes?
• Wie wichtig sind die Hemmnisse, die US-amerikanischen Arbeitgebern durch die „Mitbestimmung“, den Kündigungsschutz und die Macht der Gewerkschaften entstehen, oder sehen sie sogar einen Vorteil darin?
• Ist es möglich, eine Verbesserung Deutschlands in der Präferenz der amerikanischen Investoren zu erreichen? Falls ja, wie ist diese Steigerung zu erreichen und wer ist in der Lage, diese zu ermöglichen?
Aus diesen unterschiedlichen F ragen leitet sich folgende Fragestellung für die Diplomarbeit ab:
Gilt der Standort Deutschland, aus ökonomischer Sicht, für US- amerikanische Investoren als ein attraktiver Standort in Europa und was erwarten sie für die Zukunft, damit die Attraktivität als US-Standort erhalten bleibt bzw. gesteigert wird?
Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel untergliedert, in denen verschiedene der oben g enannten Fragenkomplexe beantwortet werden sollen.
In Kapitel 2 werden die grundlegenden Begriffe Standort und multinationale Unternehmen geklärt. Anschließend wird kurz auf die makroökonomischen Indikatoren Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen eingegangen.
Eine quantitative Analyse von Umsätzen und Beschäftigung in den Niederlassungen der USamerikanischen Unternehmen in Deutschland wird im dritten Kapitel durchgeführt. Durch die Untersuchung der Kennziffern sollen die wichtigsten Branchen dieser Unternehmen in Deutschland identifiziert werden. Andererseits soll eine Beurteilung dieser Branchen durch den Vergleich mit den wichtigsten Standorten in Europa ermöglicht werden um erste E rkenntnisse über die Attraktivität Deutschlands als Standort amerikanischer Firmen zu gewinnen.
Die qualitative Analyse der Vor- und Nachteile des Investitionsstandortes Deutschland, aus Sicht der US-amerikanischen Unternehmen, ist Gegenstand von Kapitel 4. Eine Beurteilung des Standortes soll dabei durch die kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen einer Befragung der Manager von amerikanischen Konzernen in Deutschland e rmöglicht werden. Weiterhin hat die American Chamber of Commerce Germany nach den wichtigsten Hemmnissen weiterer Investitionen gefragt, welche im Abschluss dieses Kapitels aufgeführt werden sollen.
Im letzten Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse der quantitativen Analyse, denen der qualitativen Befragung gegenüber gestellt. Der Ausblick auf die Chancen und Risiken des Standortes Deutschland, aus Sicht der US-amerikanischen Konzerne, bildet den Abschluss der Arbeit.
Bevor der Standort Deutschland aus Sicht der US-amerikanischen multinationalen Unternehmen beurteilt werden kann, erscheint eine genauere Definition bzw. Erläuterung der Haupttermini sinnvoll. Des Weiteren soll eine Analyse des Außenhandels und der amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland die Bedeutung der Fragestellung aufzeigen und den Einstieg in die Standortanalyse erleichtern.
Nach Schmalen versteht man im Allgemeinen unter einem Standort die geographische Lage eines Unternehmens, d.h. „[…] den Ort, an dem sich die Räumlichkeiten […]“, wie die Produktionshalle oder das Verkaufslager befinden. 3
Demzufolge bezeichnet der Begriff Standortwahl die systematische Suche nach dem optimalen Standort für das eigene Unternehmen. Während die meisten Unternehmen primär die Maximierung der Differenz von standortabhängigen Leistungen und standortabhängigen Kosten (ökonomisches Prinzip) verfolgen, sind einige Unternehmen bei der Standortwahl spezifischen Bedingungen (z.B. Schiffswerft und Wasser) unterworfen. 4 Beim ökonomischen Prinzip werden Kosten und Leistungen anhand der Standortfaktoren (vgl. Kapitel 4.1) erfasst, verglichen und potentielle Niederlassungen dadurch bewertet. Die Standortwahl durchläuft dabei mehrere Ebenen, d ie durchaus aufeinander aufbauen können: die internationale-, die regionale-, die lokale-, die innerörtliche- und die innerbetriebliche Ebene. 5
In dieser Arbeit wird Deutschland mit alternativen Standortmöglichkeiten verglichen, wobei nur restriktionsfreie Unternehmen in der Untersuchung beachtet werden. Der Vergleich einzelner Standorte findet vorwiegend auf internationaler Ebene statt, weshalb detaillierte Analysen von regionalen, lokalen, innerörtlichen oder innerbetrieblichen Unterschieden, wie z.B. die Gewerbesteuer der einzelnen Kommunen nicht beachtet werden.
Entscheidungen über internationale Standorte werden vor allem von den so genannten „global players“ getroffen. Diese multinationalen Unternehmen besitzen weltweit Standorte in verschiedenen Ländern sowie eine bedeutende Rolle in der Weltwirtschaft.
3 vgl. Schmalen, Helmut: Grundlagen und Probleme der Betriebswirtschaft, 12. überarbeitete Auflage, Stuttgart
2002, S. 48
4 vgl. ebd., S. 48
5 vgl. ebd., S. 51
Ein Unternehmen wird zu einem multinationalen Unternehmen, wenn es in mehreren Geschäftsbereichen (Handel, Vertrieb, Herstellung, F&E) außerhalb des Heimatlandes tätig ist und sich finanziell auf mindestens ein weiteres (Tochter-) Unternehmen in einem a nderen Land stützt. 6
Dabei kann ein Unternehmen, das grenzüberschreitend tätig werden möchte, diesen Wunsch einerseits durch eine Ausweitung des Exports, bzw. durch Lizenzvergabe an ausländische Unternehmen oder andererseits durch Direktinvestitionen (vgl. Kapitel 2.4) im Ausland realisieren. Bei der Ausweitung des Exportes und der Lizenzvergabe ist die Etablierung eines eigenen Standortes an Zielmarkt und eine damit verbundene Beurteilung der Standorte, nicht unbedingt notwendig. Im Gegensatz zu diesen Marktbearbeitungsstrategien findet bei Direktinvestitionen im Ausland immer eine Bewertung der potentiellen neuen Standorte statt. 7
Die Gründe für die internationale Betätigung der MNU sind unterschiedlich. Während früher die Versorgung mit Ressourcen im Vordergrund stand, gelten heute primär Absatz- und Kos-tenorientierte Strategien, aber auch Strategien zur Steigerung des Unternehmenswertes als Hauptmotive der Internationalisierung. 8 Die Standorte der „global players“ sind meist durch internationale Arbeitsteilung, durch die MNU bessere Ergebnisse als mit einer rein nationalen Arbeitsteilung erzielen können, gekennzeichnet. 9 Durch Unabhängigkeit von nationalen Konjunkturentwicklungen und der konsequenten Ausnutzung von Kostenvorteilen, übersteigt der Konzernumsatz einzelner MNU das Bruttoinlandsprodukt kleinerer Nationalstaaten (z.B. G eneral Motors und Peru). 10 Auch der Welthandel wird von den MNU dominiert, denn zwei Drittel der Warenströme des Welthandels entfallen auf diese Unternehmen, wobei ungefähr die Hälfte intern weitergeleitet wird. 11
Abbildung 1 zeigt eine Auflistung der größten multinationalen Unternehmen der Welt. Dabei kann man sehen, dass der Großteil der Unternehmen aus den USA, Europa oder Japan, der so gennanten Triade, stammen. Vergleicht man die Herkunft der umsatzstärksten MNU genauer,
6 Eigene Definition in Anlehnung an Matthew J. Slaughter, www.wissen.de und United Nations
7 vgl. Schanz, Kai- Uwe: Exporte, Lizenzvergabe oder Direktinvestitionen?, Zürich u.a. 1995, S. 12 ff.
8 vgl. Koopmann, Georg; Franzmeyer, Fritz: Weltwirtschaft und internationale Arbeitsteilung, in: Informationen
zur politischen Bildung; (2003) 280, S. 19 f.
9 vgl. ebd., S. 12
10 vgl. ebd., S. 19
11 vgl. ebd., S. 19
insbesondere die aus den Vereinigten Staaten von stammenden nehmen überproportional vertreten sind. In der Diskussion um
die Attraktivität eines internationalen Stand-ortes trifft man oft auf die Kennzahlen A u-ßenhandel und Direkt-
investitionen, die eine Beurteilung ermöglichen sollen. Ob diese Kennzahlen wirklich geeignet sind, um Aussagen über die Attraktivität eines Standortes für ausländische MNU zu treffen, wird im Folgenden gezeigt.
Nach Wissen.de ist der Außenhandel ein zentraler Bestandteil der Außenwirtschaft und beinhaltet den Warenverkehr über Staatsgrenzen hinweg. 12 Dabei lässt sich, nach Aussage von Koopmann und Franzmeyer, eine Intensivierung der Arbeitsteilung innerhalb einzelner MNU, bzw. zwischen deren Niederlassungen in unterschiedlichen Volkswirtschaften, anhand der deutlich gestiegenen Warenströme des Außenhandels belegen. 13
Die Entwicklung des Warenverkehrs zwischen den USA und Deutschland in den letzten zehn Jahren, wird in Abbildung 2 d okumentiert. Darin zeigt sich, dass der Außenhandel mit den USA bis ins Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen ist. Dieser kontinuierlichen Steigerung steht ein Einbruch der Im- und Exporte in den letzten Jahren gegenüber. Als Ursache dieses Einbruches gelten jedoch nicht die politischen Turbolenzen zwischen den USA und der BRD,
12 vgl.
http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=Suche&SEARCHTYPE=topic&query=au%DFernhandel;
Definition „Außenhandel“ im wissen.de Lexikon; Zugriff am 07.04.2005
13 vgl. Koopmann, Georg; Franzmeyer, Fritz: a.a.O., S. 12
sondern vielmehr die lah-
mende Wirtschaftskonjunktur in Deutschland.
14
So zeigt die Außenhandelsstatistik der Bundesrepublik Deutschland für 2003, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nach wie vor der wichtigste außerhalb der Europäischen Union sind. Mit Importen in Höhe von ca. 40 Mrd. € belegen die USA nach Frankreich und den Niederlanden den dritten Platz, als Bestimmungsland von deutschen G ütern landen sie sogar auf Platz zwei. 15
Mit Hilfe der Außenhandelsstatistik kann man keine Beurteilung eines Standortes durchführen, sondern nur den Grad der ökonomischen Verflechtung zwischen den Volkswirtschaften bzw. die internationale Arbeitsteilung innerhalb weltweit operierender Unternehmen darstellen. Die festgestellten Rückgänge der Im- und Exporte können deshalb nicht als Indiz einer sinkenden Standortattraktivität gedeutet werden.
Auf internationaler Ebene gelten Direktinvestitionen ausländischer Investoren zentraler Indi-kator zur Bestimmung der Attraktivität eines Standortes.
Unter einer Direktinvestition versteht man Investitionen inländischer Unternehmen im Aus-land bzw. ausländischer Unternehmen im Inland. Die Bandbreite der Direktinvestitionen reicht dabei von der Errichtung einer Produktionsstätte im Ausland über die Verdichtung des
14 vgl. Blank, Dr. Michael; Hardenberg, Johanna: Exporte und Importe 2003|2004 - Eine DIHK- Umfrage bei
deutschen Auslandshandelskammern - Herbst 2003;
http://www.dihk.de/inhalt/download/AHK_Umfrage_2003.pdf; S. 7; Zugriff am 07.04.2005
15 vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland: Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik
Deutschland; http://www.destatis.de/download/d/aussh/rang2_03.pdf; Zugriff am 07.04.2005
Distributionsnetzes, bis zum Kauf von (Beteiligungen 16 an) Unternehmen oder Betriebsstätten oder Investitionen in bereits bestehende Produktionsstandorte.
In den letzten Jahrzehnten sind ausländische Direktinvestitionen (FDI) stets stärker gestiegen als Im- und Exporte und gelten heute als wichtigstes Merkmal der Internationalisierung. 17
Betrachtet man die Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen innerhalb der letzten zehn Jahre, erkennt man, dass diese im Zeitablauf immer mehr an Bedeutung gewonnen h aben. Der höchste Stand der Direktinvestitionen wurde im Jahr 2000 durch die Übernahme der Mannesmann AG durch Vodafone erreicht. Die Analyse der Zahlungsbilanzstatistik zeigt, dass die Direktinvestitionen in Deutschland zwischen 1994 und 2000 immer einen negativen Saldo aufwiesen. Ein negativer Saldo in der Zahlungsbilanz Deutschlands entsteht, wenn deutsche Unternehmen mehr Geld im Ausland als die ausländischen Unternehmen im Inland investieren. Dieser Nettokapitalexport ins Ausland wird oft als Indiz für die Standortschwäche Deutschlands interpretiert. Kritiker argumentieren, dass die Bedingungen im Ausland günstiger sein müssen als am heimischen Standort, wenn im Endeffekt Geld aus Deutschland exportiert werde. 18
In Bezug auf die Herkunftsländer der mittelbaren und unmittelbaren ausländischen Direktinvestitionen zeigt sich, dass die Vereinigten Staaten von Amerika, mit insgesamt 60,16 Mrd. € im Jahr 2001, der größte ausländische Investor in Deutschland waren. 19
In Abbildung 3 wird die Entwicklung der Summe aller FDI und des Anteils der aus den USA stammenden FDI dargestellt. Während die Summe aller ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland erst nach 2001 fällt, ist der Anteil der aus den USA stammenden Direktinvestitionen im gesamten Zeitraum rückläufig. Ob der Rückgang der amerikanischen Direktinvestitionen mit einer sinkenden Standortattraktivität aus Sicht der US-amerikanischen Investoren gleichgesetzt werden kann, muss man allerdings in Frage stellen.
16 Der Anteil des Investors am ausländischen Unternehmen muss mindestens 10% betragen, damit dieser Geld-
transfer als Direktinvestition erfasst wird.
17 vgl. Hamburgerische Welt-Wirtschafts-Archiv: Das Portal Direktinvestitionen;
http://www.hwwa.de/direktinvestitionen; Zugriff am 07.04.2005
18 vgl. Ackermann, Rolf: Direktinvestitionen: Statistik verbieten, in: Wirtschaftswoche, (2004) 16, S. 22
19 vgl. Blank, Dr. Michael; Hardenberg, Johanna: a.a.O., S. 7
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Matthias Erang, 2005, Invest in Germany - Der Standort Deutschland aus Sicht von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen (MNU), München, GRIN Verlag GmbH
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