Tourismus an der Lübecker Bucht
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Einleitung 4
Teil A: Theoretischer Hintergrund. 6
1. Definition des Begriffs „Tourismus“ 6
2. Entwicklung und Motive des Reisens 7
2.1. Die Entwicklung von Reisen und Tourismus 7
2.2. Motive des Reisens. 8
3. Auswirkungen von Tourismus 10
3.1. Ökonomische Auswirkungen 10
3.2. Ökologische Auswirkungen 12
3.3. Soziale Auswirkungen. 13
4. Der nachhaltige Tourismus 14
5. Entwicklungen und Trends in Freizeit und Tourismus 15
5.1. Die Entwicklung von Arbeitszeit und Freizeit. 15
5.2. Trends der touristischen Entwicklung 17
6. Zwischenfazit. 24
Teil B: Tourismus in der Praxis 25
1. Die Lübecker Bucht von Schleswig-Holstein 27
1.1. Touristische Entwicklung. 27
1.2. Statistik. 32
1.3. Image. 32
1.4. Auswirkungen des Tourismus 33
2. Die Lübecker Bucht von Mecklenburg-Vorpommern. 36
2.1. Touristische Entwicklung. 36
2.2. Statistik. 41
2.3. Image. 42
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Tourismus an der Lübecker Bucht
2.4. Auswirkungen des Tourismus 42
3. Zusammenfassende Betrachtung der Lübecker Bucht. 44
4. Empfehlungen für die Entwicklung des Tourismus an der Lübecker Bucht. 48
Fazit. 50
Quellenverzeichnisse 52
Literaturverzeichnis. 52
Internetseiten 56
2
Tourismus an der Lübecker Bucht
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: RA 2004, Urlaubsmotive der Deutschen
Abb. 2: Arbeitszeit und Freizeit
Abb. 3: Reiseentwicklung 2000-2002 und 2003 geschätzt
Abb. 4: Urlaubsdauer
Abb. 5: Skihalle Xanadú, Madrid
Abb. 6: „Sandworld“ mit Blick auf Travemünde
Abb. 7: Lübecker Bucht mit Küstenorten
Abb. 8. Maritim-Hotel, Timmendorfer Strand
Abb. 9: Maritim-Hotel, Travemünde
Abb. 10: Ferienpark Sierksdorf
Abb. 11: Zu verkaufende Ferienwohnung, Ferienpark Sierksdorf
Abb. 12: Ferienzentrum Panoramic, Sierksdorf
Abb. 13: Restaurants, Ferienpark Sierksdorf
Abb. 14: Leerstehende Gewerbefläche, Ferienpark Sierksdorf
Abb. 15: Leerstehende Räume der Kurbetriebsgesellschaft, Ferienpark Sierksdorf
Abb. 16: Bushaltestelle im ehemaligen „Todesstreifen“ und heutigem Naturschutzgebiet
Abb. 17: Kurhaus, Boltenhagen
Abb. 18: Konzertmuschel im Kurgarten, Boltenhagen
Abb. 19: Urlauberdorf, Boltenhagen
Abb. 20: Zugang zum Strand, Brook
Abb. 21 : Naturbelassener Strand, Groß Schwansee
Abb. 22 : Ferienpark Osteeblick (im Bau), Barendorf
Abb. 23 : leeres, voll erschlossenes Ferienhausgebiet, Groß Schwansee
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Tourismus an der Lübecker Bucht Einleitung
Einleitung
Tourismus beansprucht Raum und verändert ihn. Die An- und Abfahrt in den Urlaub, der Aufenthalt in der Region und die Produktionsorte für touristische Güter sind die einzelnen Elemente des Tourismus, durch die eine Raumrelevanz deutlich wird. Das vermehrte Reisen, die kürzere Verweildauer und die immer größeren Entfernungen ließen und lassen das touristische Verkehrsaufkommen explodieren. Zudem führen die saisonal sehr schwankenden und räumlich sehr unterschiedlichen Gästezahlen zu kritischen Belastungen von Umwelt, ortsansässiger Bevölkerung und Infrastruktur.
Momentan befindet sich der Tourismus in einer Umbruchphase, die durch ein sich wandelndes Freizeitverhalten, wirtschaftlichen Strukturwandel, Flexibilisierung der Arbeits- und Freizeit, längere Lebensarbeitszeit, einem Wertewandel sowie der Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung geprägt ist. Diese Entwicklungen beeinflussen die TouristInnenströme und haben Auswirkungen für touristische Regionen. Sie müssen sich auf das zukünftige KundInnenverhalten einstellen, um nicht von anderen Destinationen abgelöst zu werden. Die Perspektiven und Fähigkeiten, um auf die zukünftigen oder schon vorhandenen Probleme einzugehen, hängen davon ab, ob die Entwicklungen erkannt und beachtet werden.
Tourismus kann besonders für BewohnerInnen in ländlichen Regionen eine wichtige Rolle spielen, da er Arbeitsplätze schafft und zahlende Gäste anlockt. Damit bietet er eine Alternative zur Landwirtschaft, was gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Strukturwandels nützlich sein kann. Aus regionalplanerische Sicht kann Tourismus also eine Möglichkeit sein, die Region zu stärken und einer Abwanderung entgegen zu wirken. Deshalb wird Tourismus in den formellen Planungsinstrumenten der Länder berücksichtigt und auch informelle Planungen gehen in unterschiedlichem Maße darauf ein.
Der Tourismus an der Lübecker Bucht ist extrem unterschiedlich, denn auf der einen Seite steht der Tourismus in Schleswig-Holstein, der hauptsächlich in den 1970er Jahren ent-stand und noch bis vor einigen Jahren mit immer weiter steigenden Gästezahlen verwöhnt wurde. Und auf der anderen Seite steht der noch sehr junge Tourismus in Mecklenburg-
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Tourismus an der Lübecker Bucht Einleitung
Vorpommern, der sich in seiner jetzigen Form erst nach der Wende 1989 langsam entwickelte und deshalb sehr gut auf aktuelle Anforderungen eingehen konnte. An der Lübecker Bucht trifft der unterschiedliche Tourismus beider Bundesländer aufein-ander und steht in Konkurrenz zueinander.
Es soll hier aus den verschiedenen theoretischen Perspektiven der Regionalplanung und der wirtschaftlichen Tourismusforschung der Frage nachgegangen werden, wie sich der Tourismus in den Regionen der beiden Bundesländer derzeit entwickelt und was er für Auswirkungen hat. Wie kann zudem mit neuen Anforderungen und Veränderungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung umgegangen werden? Und wie können regionalplanerische Instrumente diesen Prozess unterstützen?
Im ersten Teil der Arbeit wird dafür der Tourismus aus planerischer Perspektive theoretisch durchleuchtet. Beginnend mit einer Definition werden daraufhin die Motive und Auswirkungen des Reisens analysiert und danach folgt ein Abriss über die Entwicklungen von Arbeits- und Freizeit sowie eine Betrachtung von Trends im Tourismus. Im zweiten Teil der Arbeit wird der Tourismus an der Lübecker Bucht untersucht. Einleitend mit einer nach Bundesländern getrennten Analyse folgt eine zusammenfassende Betrachtung unter Berücksichtigung neuer Tourismusentwicklungen. Anschließend werden Empfehlungen gegeben, wie auf die Veränderungen reagiert werden kann.
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Tourismus an der Lübecker Bucht Teil A: Theoretischer Hintergrund
Teil A: Theoretischer Hintergrund
Im folgenden Kapitel wird zunächst der Begriff Tourismus näher definiert, die Entwicklung des Tourismus dargestellt und der Anlass des Reisens näher erläutert. Daran anschließend werden sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen von Tourismus aufgezeigt und der Ansatz des nachhaltigen Tourismus vorgestellt, durch den die negativen Auswirkungen des Tourismus reduziert bzw. vermieden werden können. Danach folgen Entwicklungen und Trends in Freizeit und Tourismus. Hierbei werden zunächst die Entwicklungen von Arbeitszeit und Freizeit aufgezeigt und nachstehend die Trends im Tourismus dargestellt.
1. Definition des Begriffs „Tourismus“
Der Begriff „Tourismus“ wird im deutschsprachigen Raum meistens synonym mit den Begriffen Fremdenverkehr, Touristik sowie Gäste- und Reiseverkehr benutzt, wobei sich „Tourismus“ aufgrund seiner leichteren internationalen Verständlichkeit immer mehr durchsetzt. Der Begriff ist in der Literatur allerdings nicht eindeutig definiert. Nach der übereinstimmender Auffassung der Welttourismusorganisation (WTO), der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft (SAEG) gelten zwei Grundvoraussetzungen, die den Begriff „Tourismus“ aus dem Blickwinkel der TouristInnenInnen hinreichend beschreiben (Opaschowski 1996: 19 f.):
„1. Der Besuch eines Ortes außerhalb des gewöhnlichen Aufenthaltsortes ist nur vorübergehend. 2. Am Zielort ausgeübte Tätigkeiten werden nicht von dort entlohnt.“ Tourismus kann also auf der einen Seite mit einem Ortswechsel abgegrenzt werden, wobei die Entfernung nur eine untergeordnete Rolle spielt. So gehört sowohl die Auslandsreise als der auch der Nahtourismus dazu (Freyer 1998: 3).
Auf der anderen Seite kann Tourismus auch nach Reisemotiven gegliedert werden. Dies können z.B. Erholung, Erlebnis, Sport, Vergnügen, Kultur, Bildung, geschäftliche oder berufliche Betätigung sowie familiäre Anlässe sein (Opaschowski 1996: 24).
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Tourismus an der Lübecker Bucht Teil A: Theoretischer Hintergrund
Zusätzlich zu der Definition über den Ortswechsel und die Motive kann Tourismus auch anhand der Aufenthaltsdauer bestimmt werden. Sie darf nur vorübergehend sein und der Reisende muss nach ein paar Tagen; Wochen oder Monaten nach Hause zurückkehren. Meistens wird eine Unterteilung in Tagesausflug (ohne Übernachtung), Kurzreise mit einer Aufenthaltsdauer von 2-4 Tagen sowie normale Reisen mit mindestens 5 Tage vorgenommen, wobei Aufenthalte von über einem Jahr nicht zum Tourismus gehören (Freyer 1998: 2 f. und Opaschowski 1996: 22).
Die einzelnen Definitionen über den Ort, das Motiv und die Zeit schließen sich aber nicht gegenseitig aus, sondern sind miteinander kombinierbar.
Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Tourismus ein vorübergehender Ortswechsel von Personen ist, die für einen bestimmten Anlass eine gewisse Zeit nicht an ihrem Wohnort verbringen. Dabei sind die drei wichtigsten Elemente der Ort, der Anlass sowie die Zeit.
2. Entwicklung und Motive des Reisens
2.1. Die Entwicklung von Reisen und Tourismus
Reisen und Tourismus ist in der heutigen Form ein relativ junges Phänomen, das aber ältere Wurzeln hat. Man kann vor allem vier Zeiträume des Reisens unterscheiden die jeweils durch Unterschiede in der Wahl des Transportmittels, der Motivation zu Reisen sowie der teilnehmenden Schicht geprägt waren.
Die erste Epoche wird als Vorphase bezeichnet und umfasst den Zeitraum bis 1850. In dieser Zeit trat man eine Reise aufgrund von Entdeckungen, Kriegszügen, Geschäften oder Pilgerreisen an. Es waren hauptsächlich Adelige, Gebildete und Geschäftsleute zu Fuß, mit der Kutsche oder dem Schiff unterwegs.
Die Anfangsphase des Tourismus umfasst den Zeitraum von 1850 bis 1914. Zu dieser Zeit suchte die neue Mittelklasse Erholung. Die Transportmittelauswahl wurde durch die Erfindung der Eisenbahn erweitert.
Die darauf folgende Epoche von 1914 bis 1945 wird als Entwicklungsphase bezeichnet, in der Wohlhabende zur Erholung reisten oder zur Kur gingen. Mit den immer schnelleren
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Tourismus an der Lübecker Bucht Teil A: Theoretischer Hintergrund
Transportmitteln Bahn, Auto, Bus und Flugzeug lassen sich größere Entfernungen zurücklegen, womit sich die Reisezeiten extrem verringerten.
Der Zeitraum seit 1945 wird als Hochphase des Tourismus benannt. Alle Schichten der Industrieländer reisen zur Erholung und Regeneration. Durch Vergünstigungen der Trans-portmittel Auto und Flugzeug lassen sich immer weitere und mehr Fernreisen realisieren (Freyer 1998: 4 ff.).
Ökonomisch gesehen stellt die Tourismusbranche heute weltweit einen sehr beutenden Wirtschaftszweig dar. Ca. 11% des globalen Bruttosozialprodukts werden im Tourismus erwirtschaftet (WTO: 2001 zitiert in: Eisenstein 2003: 805). Im globalen Vergleich nimmt Europa mit großem Abstand Platz eins in der Anzahl der Ankünfte ein.
Im europäischen Vergleich des Anteils des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt nimmt Deutschland Platz drei hinter Italien und Spanien ein (Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. 2004: 5 und WTO 2004: 9).
Auf weitere Entwicklungen und Trends im Tourismus wird in Kapitel 5 genauer eingegangen.
2.2. Motive des Reisens
Unter Reisemotiven versteht man die individuellen Beweggründe, die dem Reisen zugrunde liegen. Psychologisch gesehen handelt es sich dabei um sehr vielfältige und individuell verschiedene Bedürfnisse, Wünsche oder Erwartungen, die dazu veranlassen, eine Reise zu unternehmen (Hahn 1993: 199).
In der vom Studienkreis für Tourismus beauftragte DIVO Studie stellte Hartmann (1962) vier Motivgruppen fest, die in der Tabelle 1 dargestellt sind.
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Tourismus an der Lübecker Bucht Teil A: Theoretischer Hintergrund Tab. 1: Gruppen von Reisemotiven
Als Hauptmotiv wird außerdem in der Literatur immer wieder der von Enzensberger (1962) geprägte Begriff von der „Flucht aus dem Alltag“ genannt (Steinbach 2003: 84; Freyer 1998: 60).
Freyer (1998) spricht auch vom „Weg-von-Reisen“ oder Push-Faktoren, womit er die Fluchtbewegung, die Suche nach der Gegenwelt des Alltags betont. Auf der anderen Seite gibt es die „Hin-zu-Reisen“ oder die Pull-Faktoren.
„Hier treten die „Frustrationsaspekte“ der vorherigen Gruppen in den Hintergrund“ (Freyer 1998: 57). Reisen werden aber auch aus Interesse und Freude an anderen Ländern und Menschen unternommen.
Seit 1970 wird regelmäßig die Reiseanalyse (RA) zuerst vom Studienkreis für Tourismus in Starnberg und später von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in Kiel durchgeführt, in der unter anderem auch die Reisemotive untersucht werden. Nach der Reisenanalyse für 2004 dominieren heute passive „Aktivitäten“ wie Entspannen, Zeit haben, Ausruhen oder Faulenzen. Körperlich oder geistig anstrengen wollen sich im Urlaub dagegen nur wenige.
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Tourismus an der Lübecker Bucht Teil A: Theoretischer Hintergrund
Abb. 1: RA 2004, Urlaubsmotive der Deutschen
Quelle: Eigene Darstellung nach FUR 2004: 1
Die meisten TouristInnen gehören also heute nach der Einteilung in Tabelle 1 zu der Gruppe, die im Urlaub ihrem Erholungs- und Ruhebedürfnis nachgehen wollen.
3. Auswirkungen von Tourismus
Tourismus hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Region, wobei diese in ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen unterteilt werden können. Entscheidend ist dabei die Intensität, denn gerade eine große Konzentration von TouristInnen in einem bestimmten Raum kann Auswirkungen auf das ökonomische, ökologische und soziale Gefüge ergeben. Ausschlaggebend ist dabei die Aufnahmefähigkeit: je größer beispielsweise die ökologische Wertigkeit eines Raums einzustufen ist, desto schneller ist seine Belastungsgrenze erreicht.
Mögliche positive sowie negative ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen des Tourismus werden im Folgenden erläutert.
3.1. Ökonomische Auswirkungen
Der Tourismus ist heute nach der Automobilwirtschaft eine der größten Wirtschaftbranchen, hat die mit Abstand höchsten Beschäftigungszahlen (Fürst 2004: 122) und genießt deshalb einen sehr hohen wirtschaftlichen Stellenwert. In Deutschland sind etwa 2 Mio.
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Tourismus an der Lübecker Bucht Teil A: Theoretischer Hintergrund
Arbeitsplätze in der Tourismusbranche vorhanden, das entspricht ca. 6% aller Erwerbstätigen (Institut für Länderkunde 2000: 116).
Ein positiver wirtschaftlicher Effekt für die touristische Region kann das gesamtwirtschaftliche Wachstum sein, da Produktion und Beschäftigung beeinflusst werden, was wiederum zu mehr Wohlstand in der ansässigen Bevölkerung führt(Opaschowski 1996: 30). Das erwirtschaftete Einkommen wird zum überwiegenden Teil in der Region ausgegeben und ergibt dadurch weitere positive Auswirkungen. Man spricht in dem Fall auch von Sekundäreffekten.
Regionen mit einer eher schwachen wirtschaftlichen Ausgangssituation können vom Tourismus profitieren, da hier durch die resultierenden Einkommens- und Beschäftigungseffekte Defizite abgebaut werden. Somit kann einer Abwanderung der Bevölkerung evtl. entgegengewirkt werden (Bollheimer 1999: 24).
Aus wirtschaftlicher Sicht führt Tourismus also zu einer erhöhten Lebensqualität.
Aber aus Tourismus resultieren auch negative wirtschaftliche Effekte. Die Freizeitinfrastrukturen sowie technische Infrastrukturen sind für das Spitzenaufkommen von TouristInnen dimensioniert 1 . Da diese Infrastrukturen aber wesentlich größer sind als eigentlich für die Gemeinde notwendig, entstehen durch deren Bau und Unterhalt weitere Kosten für die Kommune.
Als Gefahr ist auch, die monostrukturelle Ausrichtung auf den Tourismus einzustufen, weil dadurch die regionale Wirtschaft in eine starke Abhängigkeit von Konjunktur und Tourismustrends gerät.
Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen ist zwar allgemein als positiv einzustufen, jedoch werden viele Arbeitskräfte nur für die jeweilige Saison angestellt. Ob dadurch die ortsansässige Bevölkerung von einer evtl. Abwanderung abgehalten werden kann ist fraglich (Bollheimer 1999:25).
Zudem kann durch eine erhöhte Nachfrage und einer stärkeren Kaufkraft das allgemeine Preisniveau ansteigen und dadurch besonders die Bevölkerung, die nicht an der Tourismuswirtschaft teilnimmt, benachteiligen. Die steigenden Immobilenpreise in touristischen Regionen verdeutlichen dieses Problem besonders (Hennig 1999:152).
1 Z.B. sind Schwimmhallen in touristischen Regionen nur in der meist sehr kurzen Saison ausgelastet.
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Carolin Schulz, 2005, Tourismus an der Lübecker Bucht - Die Bedeutung aktueller Entwicklungen im Tourismus für die Region, München, GRIN Verlag GmbH
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