Inhaltsverzeichnis
• Einleitung Seite 2
• Die neuen Weltmächte und deren Einfluss und Ziele Seite 3
- Weltmächte - - US-Dominanz - - Bizone/Trizone - - Ost-West-Konflikt - - Truman-Doktrin - - Marshall-Plan - - Berlinblockade- Verfassungskonvent - -Besatzungsstatut - - Bundeskanzlerwahl -
• ErsteWestdeutsche Orientierungsversuche nach dem Krieg Seite 7
- Konrad Adenauer -- Westbindung - - Jakob Kaiser -- Neutralität- Kurt Schumacher- - Sozialismus und Demokratie -
• Schrittein die Westintegration und Adenauers Geschick Seite 8
- OEEC- - Petersberger Abkommen - - Ruhrstatut - - Montanunion- EVG - -Stalinnote - - NATO - - Westverträge - - Souveränität - • Schlussbetrachtung Seite 16
• Literaturquellenverzeichnis Seite 17
• Internetquellenverzeichnis Seite 17
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Einleitung
Eine Hausarbeit über die Außenpolitik Adenauers zu schreiben birgt nicht das Problem der Literaturbeschaffung, sondern das Problem der Eingrenzung des umfassenden Themas. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich daher lediglich auf den Zeitraum von 1945 bis 1955. Dabei wird im ersten Teil die Ausgangsposition des besiegten Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg dargestellt, die für die Außenpolitik der späteren Jahre entscheidend war. Wichtig ist hierbei noch zu bemerken, dass das Regieren der Alliierten über das geteilte Deutschland ebenfalls wie Außenpolitik betrachtet werden kann. Die Entscheidungen hatten durchweg verbindlichen Charakter und formten die noch zu gründende Republik. Der nächste Abschnitt behandelt die Orientierungen Westdeutscher Politiker in den Außenbeziehungen unmittelbar nach dem Krieg. Es werden die Positionen zur Außenpolitik herausragender deutscher Politiker kurz skizziert. Der letzte Teil behandelt sodann die Schritte Westdeutschlands unter der Führung Konrad Adenauers in die Westintegration. Entscheidend für die Hausarbeit ist lediglich die Politik der Westalliierten und westdeutscher Regierung. Die Opposition, die Sowjetische Besatzungszone sowie die Außenpolitikbestrebungen der UdSSR werden nur am Rande behandelt. Es gilt der Versuch herauszuarbeiten, ob der Westkurs Adenauers ein Zufall war oder gar der Erfüllungspolitik entsprach. Ferner gilt es zu durchleuchten, ob die Schritte Adenauers in die Westeuropäische Integration opportunistisch waren oder mit Kalkül und Zuversicht erfolgten.
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Die neuen Weltmächte und deren Einfluss und Ziele
„Im Anfang waren die Alliierten - und nicht Adenauer […].“ 1 , so entgegnet die Berliner Politikwissenschaftlerin Helga Haftendorn der allbekannten Feststellung Arnulf Barings „´Im Anfang war Adenauer - so lässt sich der Beginn der Bundesrepublik kurz kennzeichnen. ´“ 2 Tatsächlich hatten lediglich die Alliierten bis zur offiziellen Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Mai 1949, die oberste Regierungsgewalt innerhalb der Besatzungszonen inne. „Die Jahre von 1945 bis 1949 bilden die Inkubationsphase der neuen Weltpolitik“ 3 Die beiden neuen Weltmächte bestimmten ihre nationalen Interessen und lernten den Umgang miteinander und mit den anderen Teilnehmern der internationalen Politik. Hervorzuheben ist die Dominanz der US-Politik in Bezug auf die westdeutsche Staatsbildung. „Das Konzert der europäischen Großmächte war zu Ende.“ 4 , beschrieb Waldemar Besson die neue weltpolitische Lage. Trotz der Teilhabe am Sieg über Hitler, waren Großbritannien und Frankreich keine Sieger, sie mussten sich langfristig dem amerikanischen Europa-Konzept unterordnen. Frankreich, gezeichnet von den Überfällen Deutschlands in den beiden Weltkriegen und im Deutsch-Französischen Krieg, wollte ein Wiedererstarken Deutschlands um jeden Preis verhindern. 5 Ebenso wie Frankreich hegte auch Großbritannien starke Bedenken in der Deutschlandpolitik und versuchte durch Demontagen an der übrig gebliebenen deutschen Schwerindustrie eine erneute deutsche Dominanz in Europa zu unterbinden. 6 Insbesondere die wirtschaftliche Ab hängigkeit von Washington hat die Führung Frankreichs und Großbritanniens dazu bewegt, den ersten Rang der internationalen Politik zu verlassen und eigene Interessen den US-Absichten unterzuordnen. Die Folge n waren erst die Zusammenlegung der amerikanischen und der britischen Zone zu der Bizone und schließlich die Bildung einer Trizone aus allen westdeutschen Sektoren. Frankreich hat mit dem Ausscheiden der Kommunisten aus der Regierung seine „Schaukelpolitik“ 7 zwischen den USA und der UdSSR beendet und hat die Bestimmung der Deutschlandpolitik fortan in die US-Obhut gegeben. 8 Zunächst verfolgten die USA das Ziel eines „karthagischen Friedens“ 9 in Deutschland und somit „eine autoritäre und damit aggressive Disposition des deutschen
1 s. Helga Haftendorn; Deutsche Außenpolitik zwischen Selbstbeschränkung und Selbstbehauptung; Stuttgart, München 2001; S. 17.
2 s. Manfred Görtemaker; Kleine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland; München 2002; S. 39.
3 s. Waldemar Besson; Die Außenpolitik der Bundesrepublik. Erfahrungen und Maßstäbe; München 1970; S. 22.
4 s. ebd.; S. 21.
5 vgl. Gregor Schöllgen; Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart; München 1999; S. 23.
6 vgl. Helga Haftendorn; S. 35.
7 s. Waldemar Besson; S. 30.
8 vgl. ebd.; S. 27-30.
9 s. ebd.; S.27.
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Volkes.“ 10 Die Bevormundung der Deutschen und die lange Besatzungszeit sollten jedweder deutscher Gefahr vorbeugen und zusammen mit den Sowjets ein friedliches und sicheres Europa garantieren. Eine völlig andere Vorstellung hatte die so genannte realpolitische Schule. Diese konnte sich auch im Zuge der sich herauskristallisierenden Konflikte zwischen den beiden Supermächten rasch durchsetzen. Die Absicht der realpolitischen Schule war nicht die Vernichtung des deutschen Potenzials, sondern eher die Nutzung dieses Potenzials für eige ne Zwecke im sich anbahnenden Ost-West-Gegensatz. 11 Die Anhänger der Realpolitik konnten sich nach der Moskauer Konferenz im Frühjahr 1947 vollends durchsetzen, denn dort wurden die Interessensgegensätze der beiden Weltmächte USA und UdSSR deutlich. 12 „Washington hielt jetzt eine zumindest vorläufige Teilung Deutschlands für unvermeidlich.“ 13 Ein Journalist des Wall Street Journal hat die US-Motive für den deutschen Weststaat präzise zusammengefasst:
„´Wenn die Siegreichen Mächte Deutschland als eine Kolonie behandeln, dann ist nichts anderes von den Deutschen zu erwarten, als Indifferenz und Sabotage. […] Die kolonialen Methoden würden nur in die Hände der kommunistischen Propaganda spielen und zur Katastrophe führen. Aber wenn man Deutschland in ein vereintes Europa auf der Basis der Gleichberechtigung bringt, […] würde [ Deutschland, Ergänzung des Verfassers] dann seine mittelalterliche Rolle wiedergewinnen und die östliche Grenze der europäischen Zivilisation sein. […].´“ 14 Somit war die Idee eines neutralisierten deutschen Pufferstaates verworfen. Die US-Administration bereitete vorsichtig die Gründung der Bundesrepublik vor, hatte aber immer noch die Zuversicht demonstriert mit den Sowjets einen Kompromiss zur Viermächteverantwortung im neutralisierten Deutschland zu schließen. 15 Mit der Verkündung der Truman-Doktrin am 11. März 1947 erklärte aber der US-Präsident Truman, dass die Welt sich in einer ideologischen und politischen Auseinandersetzung befindet und zwar zwischen der freien Welt und dem totalitären Lager. Somit wurde die defensive Eindämmungsstrategie nun offensiv angewandt und ist somit zur außenpolitischen Handlungsmaxime der Vereinigten Staaten von Amerika in den Beziehungen zur Sowjetunion und ihrem Einflussgebiet geworden. 16
Einen weiteren Auftrieb zur Westbindung der westlichen Besatzungszonen gab der Marshall-Plan. Mit seiner Hilfe sollte eine wirtschaftlich verursachte politische Destabilisierung Westeuropas verhindert werden. Die für alle europäischen Staaten angebotene Hilfe wurde
10 ebd.
11 vgl. ebd.; S. 27f..
12 vgl. Reinhard Elze/Konrad Repgen (Hrsg.); Studienbuch Geschichte. Eine europäische Weltgeschichte. Band 2; Stuttgart 1947; S. 612f.
13 s. Waldemar Besson; S. 29.
14 ebd.; S. 30.
15 vgl. Waldemar Besson; S. 29.
16 vgl. Helga Haftendorn; S. 20.
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Arbeit zitieren:
Vitalij Baisel, 2005, Westintegration Deutschlands. Zufall oder Adenauers Kalkül?, München, GRIN Verlag GmbH
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