Eidesstattliche Erklärung I
Eidesstattliche Erklärung
Hiermit versichere ich, dass ich die eingereichte Diplomarbeit selbständig, ohne Hilfe Dritter und ohne Benutzung anderer als der hier angegebenen Quellen und Hilfsmittel angefertigt habe. Alle Textstellen und Informationen, die wörtlich oder sinngemäß veröffentlichten oder nicht veröffentlichten Schriften oder anderen Quellen entnommen sind, habe ich als solche in meiner Arbeit kenntlich gemacht. Diese Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form oder auszugsweise im Rahmen einer anderen Prüfung noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen.
Willhelmshaven, den 01.06.2005
Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Eidesstattliche Erklärung I
Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Gliederung VII
Ausarbeitung 1
Literaturverzeichnis IX
Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft BDSG Bundesdatenschutzgesetz Bit Binary digit BSI Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bzw. beziehungsweise ca. circa CD Compact Disc d. h. das heisst EAN European Article Number EAS Electronic Article Surveilance/ Elektronische Artikel Sicherung EC Electronic Cash E-Mail Electronic Mail EPC Electronic Product Code FAX Telefaksimile f. folgende ff. fortfolgende GHz Gigahertz GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung HGB Handelsgesetzbuch Html Hypertext Markup Language Internet Interconnected set of network IP Internet Protokoll KG Kapitalgesellschaft kHz Kilohertz MHz Megahertz Mrd. Milliarden o. J. ohne Jahresangabe OOS Out of Stock
Abkürzungsverzeichnis IV
PC Personal Computer POS Point of Sale PSA Personal Shopping Assistant RFID Radio Frequency Identification ROM Return on Memory S. Seite SB Selbstbedienung TQM Total Quality Management u. und Vgl. vergleiche WLAN Wireless Local Area Network www World Wide Web z. B. zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 : Zusammenfassende Übersicht der wichtigsten Auto-ID Verfahren
Abb. 2 : EAN 8 und EAN 13
Abb. 3 : Beispiel der Identifikation eines Schokoladenhasen
Abb. 4 : EAN 128
Abb. 5 : Übersicht der RFID- Funktionalität
Abb. 6 : RFID-Lesegeräte
Abb. 7 : Electronic Product Code
Abb. 8 : Übersicht RFID-Tags oder Transponder
Abb. 9 : Bauform Münz-Transponder
Abb. 10 : Gegenüberstellung Barcode und RFID-Tags
Abb. 11 : Berechnungsbeispiel Barcodeetiketten
Abb. 12 : Beispielrechnung Smart Label
Abb. 13 : Darstellung der Rückläufe
Abb. 14 : Ist RFID den Unternehmen ein Begriff
Abb. 15 : Wird RFID bereits in den befragten Unternehmen eingesetzt
Abb. 16 : Warum RFID noch nicht eingesetzt wird
Abb. 17 : Welche Identifikationssysteme werden zurzeit eingesetzt
Abb. 18 : Kann der Barcode durch RFID ersetzt werden
Abb. 19 : Wie die Unternehmen auf RFID aufmerksam geworden sind
Abb. 20 : Chancen durch den RFID-Einsatz
Abb. 21 : Risiken durch den RFID-Einsatz
Abb. 22 : Marktentwicklung von RFID-Systemen
Abb. 23 : Fünf Fragen
Abb. 24 : RFID-Reader beim Wareneingang
Abb. 25 : Beispiel eines intelligenten Regals
Abb. 26 : Beispielbild einer elektronischen Regaletikette
Abb. 27 : Beispielbild eines Transmitters
Abb. 28 : Einkaufsberater
Abb. 29 : Einkaufsberater als Wegweiser
Abb. 30 : Selbstscannerfunktion
Abb. 31 : Selbstzahlerkasse
Abb. 32 : Info-Terminal
Abbildungsverzeichnis
Abb. 33 : Elektronisches Werbedisplay
Abb. 34 : Intelligente Waage
Abb. 35 : Waage an der Bedientheke
Abb. 36 : Ergebnisübersicht des Testeinkaufes im Metro Future Store
Abb. 37 : Intelligente Umkleidekabine
Abb. 38 : Neukundengewinnung
Abb. 39 : Nutzung der Technologien
Abb. 40 : Nutzung der intelligenten Waage
Abb. 41 : Akzeptanz der Selbstzahlerkassen
Abb. 42 : Nutzung der Technologien durch ältere Kunden
Abb. 43 : Future Store Kundenkarte
Abb. 44 : Röntgenbild der Metro-Kundenkarte
Abb. 45 : De-Activator
Gliederung VII
Gliederung
1. Einleitung 1
2. Identifikationssysteme 3
3. Barcodesysteme 4
4. RFID-Systeme 7
4.1 Grundlagen von RFID 7
4.2 Historie der RFID-Technologie 7
4.3 Zusammensetzung eines RFID-Systems 8
4.3.1 RFID-Transponder 9
4.3.2 RFID-Lesegeräte 9
4.3.3 Electronic Product Code 10
4.4 Unterscheidungsmerkmale von RFID-Systemen 11
4.4.1 Frequenzbereiche 11
4.4.2 Reichweiten 12
4.5 Speichertechnologie 12
4.6 Energieversorgung der Transponder 13
4.7 Bauformen von RFID-Transpondern 13
4.7.1 Smart Label 14
4.7.2 Disks oder Münzen 14
5. RFID versus Barcode 16
6. Fiktives Firmenbeispiel 18
7. Fragebogen zum Thema RFID 21
8. Einsatzmöglichkeiten von RFID im Handelsunternehmen 35
8.1 Optimale Warenverfügbarkeit durch RFID 35
8.1.1 Wareneingangskontrolle 37
8.1.2 Lagerbestand 39
8.1.3 Regalbestand 40
8.1.4 Inventur 43
8.1.5 Artikelsicherung 43
8.2 Einkaufsvergnügen 46
Gliederung VIII
8.2.1 Persönlicher Einkaufsberater 47
8.2.2 Selbstzahlerkassen 50
8.2.3 Infoterminals 51
8.2.4 Werbedisplays 52
8.2.5 Intelligente Waage 53
8.2.6 Verkaufsmitarbeiter 54
8.3 Kritische Würdigung 55
8.3.1 Eingangsbereich des Store 55
8.3.2 Testdurchführung des PSA 56
8.3.3 Intelligente Waage 57
8.3.4 Infoterminals 57
8.3.5 Selbstzahlerkassen 58
8.3.6 Werbedisplays 59
8.3.7 Intelligentes Regal 59
8.3.8 RealPrice 60
8.3.9 Allgemeine Anmerkungen 60
8.4 Der Einsatz von RFID im Warenhaus 61
8.5 Einsatz im Versandhandel 64
9. Akzeptanz durch den Kunden 69
10. Datenschutz und Sicherheit 75
10.1 Datenschutz 75
10.2 Sicherheit 78
10.2.1 Beziehungen 78
10.2.2 Angriffsarten 79
11. Schlussbetrachtung 81
Anhang I: Rezeptvorschläge aus dem Info-Terminal 83
Anhang II: Informationsmaterial der Firma Euro I D 85
Anhang III: Liste der Unternehmen, die einen Fragebogen erhalten haben 88
1. Einleitung 1
1. Einleitung
Das Thema Radio Frequency Identification (RFID), also die Identifikation von Objekten mit Funkwellen, erregte in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Objekte des täglichen Lebens mit einer eindeutigen Kennzeichnung zu versehen und diese eindeutig zu identifizieren galt lange Zeit als reine Science-Fiction. Dennoch handelt es sich bei RFID um keine technische Innovation. Vielmehr wurde RFID bereits zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs zur Nachverfolgung von Proviant- und Waffensendungen eingesetzt. Inzwischen findet RFID in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie beispielsweise in Wegfahrsperren oder Skipässen, Anwendung.
Durch die Identifikationstechnik RFID können einzelne Artikel im Handelsunternehmen problemlos identifiziert und zugeordnet werden. Der Metro Future Store hat bereits einen Extramarkt in Rheinberg bei Duisburg mit RFID ausgestattet und verspricht hervorragende Servicepotentiale, um dem Kunden den Einkauf angenehmer zu gestalten. Die vorliegende Arbeit setzt sich genau mit dieser Problematik auseinander und untersucht die Vorzüge eines Einsatzes im Handelsunternehmen. Diese Arbeit wurde praktisch ausgerichtet und enthält Informationen, die dem Leser einen Eindruck der jetzigen Einsatzmöglichkeiten darstellt, die durch praktische Beispiele erläutert werden. Diese Ausfertigungen werden kurz und prägnant dargestellt.
Die ersten Kapitel vermitteln dem Leser Grundlagen dieser Technologie, die zum weiteren Verständnis benötigt werden. Technische Grundlagen werden lediglich aus Gründen der Vollständigkeit mit in die Arbeit eingebracht. In einem fiktiven Firmenbeispiel (Kapitel 6) werden die Kosten der RFID-Transponder dem Barcode gegenüber gestellt. Ein Fragenbogen gibt Aufschluss über die Einstellung und Ansichten der Handelsunternehmen gegenüber RFID.
1 Vgl.: Johann Wolfgang von Goethe „Maximen und Reflexionen“
1. Einleitung 2
Anschließend werden die Einsatzmöglichkeiten im Handelsunternehmen genauer dargestellt und durch eine kritische Würdigung des Future Store bewertet. Im Rahmen dieses Kapitels wird die Logistikkette einbezogen. Anzumerken ist, dass bei der vorliegenden Arbeit die Annahme getroffen wurde, dass die Produkte bereits beim Hersteller mit RFID-Transpondern ausgestattet worden sind und dieser Vorgang nicht mehr vom Handelsunternehmen nachgeholt werden muss.
Der Einsatz im Versandhandel wird unter Einbezug der Mindfactory AG Wilhelmshaven dargestellt und durch eine fiktive Annahme des RFID Einsatzes erläutert. Diese Implementierung muss im Falle einer Realisierung durch die fachlichen Kenntnisse eines Ingenieurs geprüft werden. Um die Akzeptanz des Kunden näher zu beleuchten, wird in Kapital 9 eine Auswertung der Kundenzufriedenheitsanalyse des Metro Future Store vorgenommen. Eine anschließende Aufzeigung der Datenschutz- und Sicherheitsaspekte rundet das Thema ab.
Die Motivation für diese Arbeit entstand daraus, dass unzählige Quellen die Vorzüge der RFID-Technologie darlegen und eine herausragende Verbesserung der Abläufe im Handel versprochen wird. Dieses führte dazu, in der vorliegenden Ausarbeitung aufzudecken, welche Erleichterungen wahrhaftig mit RFID erzielt werden können.
2. Identifikationssysteme 3
2. Identifikationssysteme
Der Hauptbestandteil dieser Arbeit liegt auf den Einsatzmöglichkeiten von RFID
im Handelsunternehmen, die im Laufe der Ausarbeitungen detailliert dargestellt
werden. Des Weiteren wird auf den allgemein bekannten Barcode eingegangen,
um einen Vergleich der beiden Identifikationssysteme herzustellen. Aufgrund der
eher als gering einzuschätzenden Anwendbarkeit im Handel werden die Möglich-
keiten der Identifikation durch „Optical Character Recognition“ 2 und der zur Per-
sonenerkennung eingesetzten Technik der biometrischen Verfahren 3 und der
Chipkartensysteme im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter behandelt.
Die folgende Grafik zeigt auf, wo sich RFID in der Familie der Identifikationssys-teme befindet und stellt dar, welche Möglichkeiten der Identifikationen gegeben
sind.
2 OCR: Optische Zeichen- bzw. Buchstabenerkennung: papierähnliche Text-Vorlagen, die
mit einem Scanner in den Computer eingelesen wurden, werden in editierbare Text-Dokumente umgewandelt. (Quelle: http://www.glossar.de, 09.03.2005)
3 Biometrie: Im Zusammenhang mit Identifikationsverfahren ist Biometrie der Oberbegriff
für alle Verfahren, die Personen durch den Vergleich von unverwechselbaren und individuellen Körpermerkmalen identifizieren. In der Praxis sind dies Fingerabdruck- und Handabdruckverfahren und Sprachidentifizierung und seltener die Augen-Netzhaut(bzw. auch Iris-) Identifizierung. (Quelle: Finkenzeller (2002), S. 4)
3. Barcodesysteme 4
3. Barcodesysteme
In Handelsunternehmen spielen Systeme zur automatischen Identifikation eine entscheidende Rolle. Dabei erfolgt eine Kennzeichnung von Produkten und Ver-sandeinheiten, zumeist durch Barcodesysteme, deren Erscheinungsformen je nach Anwendung variieren können.
Der Barcode ist ein Binärcode 4 aus Strichen und Trennlinien, der nur aus einem Feld besteht. Der bekannteste Barcode ist der EAN-Code, der 1979 speziell für die Lebensmittelbranche entwickelt worden ist. EAN steht dabei für European Article Number und setzt sich aus 8- bzw. 13-stelligen Ziffern zusammen, die das Länderkennzeichen, die bundeseinheitliche Betriebsnummer, die Artikelnummer des Herstellers sowie eine Prüfziffer beinhalten. 5 Der Code besteht aus jeweils zwei Hälften, die jeweils aus 6 (EAN-13) oder 4 (EAN-8) Zeichen, einem Randzeichen und einem mittleren Strich bestehen. Zusätzlich besteht der EAN-13 aus einem dreizehnten numerischen Zeichen.
Ein besonderes Merkmal ist, dass nur Zeichenfolgen von null bis neun verschlüsselt werden können. 6
Die folgende Abbildung zeigt die Zeichenfolgen des EAN-8 sowie des EAN-13.
4 Binärcode: Allgemeine Bezeichnung für einen Code, der Werte mit Hilfe von zwei Symbolen darstellt. Vor allem bei der digitalen Verarbeitung von Informationen spielen Binärcodes eine große Rolle.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bin%C3%A4rcode, 27.03.2005)
5 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 3
6 Vgl.: http://www.gs1-germany.de/internet/content/e39/e50/e244/e245/index_ger.html (27.03.2005)
3. Barcodesysteme 5
Die nachfolgende Abbildung eines EAN-13 zeigt, wie genau die Ziffern zu lesen sind. In diesem Fall bezieht sich die Identifikation auf einen 100g Schokoladenhasen.
Ebenfalls zur Familie der EAN-Codes gehört der EAN-128 (siehe Abb. 4), der besonders in Produktionsbereichen Anwendung findet, wo eine genaue Rückverfolgung wie z. B. im Gesundheitswesen und Chemie unerlässlich ist. Der größte Unterschied zu dem EAN-13 ist, dass der EAN-128 kein festgelegter Strichcode ist. 7 Somit kann dieser produktrelevante Daten wie Gewichte und Maße aufnehmen. 8
Anzumerken ist, dass die Einsatzgebiete der jeweiligen Barcodes nach Anforderungen der Speicherkapazitäten variieren und zur Datenerfassung Barcodeleser oder -Scanner benötigt werden. 9
7 Vgl.: http://www.gs1-germany.de/internet/content/e39/e50/e244/e247/index_ger.html (27.03.2005)
8 Vgl.: http://www.wam-service.de/faq/etikettierungean128/index.html (27.03.2005)
9 Vgl.: http://www.strichcode.adlexikon.de/Strichcode.shtml (06.04.2005)
3. Barcodesysteme 6
Die Barcodes haben sich in den letzten 20 Jahren immer mehr gegen die anderen Verfahren durchgesetzt. In den 90er Jahren bestand ein Umsatzvolumen für Barcode-Systeme von ca. 1,5 Mrd. Euro. 10
Der im Handel hauptsächlich eingesetzte Barcode zur Identifizierung ist der EAN-13.
10 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 2
4. RFID-Systeme 7
4. RFID-Systeme
Die RFID-Technik erschließt im Bereich Logistik, Materialverwaltung, Industrie, Service und Identifikation neue praktische Anwendungsgebiete und ersetzt dabei altbekannte Eigenschaften des Barcodes oder der optischen Erkennung von Objekten.
Die folgenden Gliederungspunkte vermitteln dem Leser Informationen über RFID, die für den weiteren Verlauf der Arbeit relevant sind. Insbesondere werden die Komponenten eines RFID-Systems behandelt sowie technische Daten erläutert. Hier muss angemerkt werden, dass die technischen Daten nur oberflächlich und aus Gründen der Vollständigkeit abgehandelt werden.
4.1 Grundlagen von RFID
Unter RFID wird eine Technologie verstanden, die Objekte jeglicher Art eindeutig und kontaktlos identifizieren kann. Die Datenerfassung wird mittels Radiowellen ermöglicht, die aus der Funk- und Radartechnik übernommen worden sind. 11 Deshalb wird RFID als Radio Frequency Identification verstanden.
4.2 Historie der RFID -Technologie
RFID und deren Vorgänger werden beim US-Militär bereits seit den 40er Jahren eingesetzt. Das US-Militär nutzte RFID, um den Verbleib von Nachschub, wie beispielsweise Munition oder Treibstoff, zu verfolgen. Erst 1977 wurde diese Technologie für nichtmilitärische Bereiche freigegeben. Die erste Anwendung fand RFID Ende der 80er Jahre bei der Identifizierung von Tieren. 12 Somit ist erkennbar, dass RFID keine neue Technologie darstellt und bereits in mehreren Bereichen des öffentlichen Lebens verwendet wird. Ferner werden in der Wiener Hauptbücherei Transponder zur Identifizierung der Medien eingesetzt. 13
11 Vgl.: http://www.seeburger.de/index3.php?mk=pl_rfid (23.03.2005)
12 Vgl.: BSI (2004), S. 23
13 Vgl.: ident (01/2004), S. 28 f.
4. RFID-Systeme 8
Besonders Autofahrer nutzen RFID teilweise unwissend, weil sich die RFID-Technologie in Ihrem Fahrzeugschlüssel befindet, um die Wegfahrsperre zu deaktivieren. 14 Bei der Fussballweltmeisterschaft im Jahr 2006 sollen die Eintrittskarten zur Identifizierung der Zuschauer mit RFID ausgestattet werden. 15
4.3 Zusammensetzung eines RFID -Systems
Im Folgenden werden die Komponenten vorgestellt, die zum Einsatz eines RFID-Systems benötigt werden. Weiterhin wird der Electronic Product Code (EPC) erläutert, der in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielt. Die nachfolgende Abbildung bezieht sich auf die Funktionalitäten eines RFID-Systems, wobei unter Induktion das Entstehen einer elektrischen Spannung zu verstehen ist. 16
Abb. 5: Übersicht der RFID- Funktionalität
(Quelle: http://www.seeburger.de, „Produkte & Lösungen“ (15.04.2005))
14 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 385
15 Vgl.: Ident Jahrbuch (2005), S. 64
16 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Induktion (20.04.2005)
4. RFID-Systeme 9
4.3.1 RFID-Transponder
Der Transponder (in der Literatur wird synonym auch vom RFID-Tag oder Smart Chip gesprochen), wird an dem zu identifizierenden Objekt angebracht. Er besteht aus einem Mikrochip sowie einem Koppelelement (Antenne oder Spule) und stellt den eigentlichen Datenträger eines RFID-Systems dar. Solange sich der Transponder außerhalb des Ansprechbereichs befindet, ist er inaktiv, da er keine eigenständige Spannungsversorgung, also Batterie enthält. Erst wenn der Transponder in die Nähe eines Lesegerätes kommt, wird dieser aktiviert. 17 Wenn ein Signal an den Transponder gerichtet wird, wird dieses als Befehl interpretiert und führt dazu, dass entweder Daten in den Speicher geladen werden oder Daten aus dem Speicher als Antwort zurückgesendet werden. 18 Die benötigte Energie wird ebenso wie die Daten von der Antenne kontaktlos auf den Transponder übertragen. 19 Die Datenübertragung erfolgt über elektromagnetische Wellen, wobei sich die Lesereichweite nach der Antenne richtet. Diese Reichweite kann zwischen einigen Zentimetern und bis zum 100 Metern variieren. 20
4.3.2 RFID-Lesegeräte
Das Erfassungs- oder Lesegerät (siehe Abb. 6) beinhaltet einen Sender, einen Empfänger, eine Kontrolleinheit und ein Koppelelement (Antenne oder Spule) zum Transponder. Je nach Ausführung sind die Geräte als Lese- oder Schreib/Lese-Einheit erhältlich und verfügen über eine weitere Schnittstelle, so dass die Daten an ein anderes System (z. B. PC) weitergeleitet werden können. 21
17 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 7
18 Vgl.: Roth (2002), S. 272
19 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 7 ff.
20 Vgl.: http://www.ec-elogistik.de/branchen_prob/1096292626/ (20.04.2005)
21 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 7
4. RFID-Systeme 10
4.3.3 Electronic Product Code
Der EPC (siehe Abb. 7) dient zur eindeutigen Identifikation von einzelnen Artikeln und Versandeinheiten. Er setzt sich aus der Artikelnummer (EAN) und aus einer neunstelligen Seriennummer zusammen. Diese Konstellation liefert nicht nur Produktdaten wie beispielsweise die Markenbezeichnung oder Daten des Herstellers, sondern macht jeden Artikel unverwechselbar. Bei Erfassung des EPC wird der Nummerncode den Informationen im Warenwirtschaftssystem zugeordnet. Durch diesen Code kann der Weg der Ware über die gesamte Prozesskette hinweg verfolgt werden. Wenn der ECP entlang der Prozesskette erfasst wird, findet ein Abgleich mit dem System statt. Durch diesen Abgleich kann immer nachvollzogen werden, wo sich die mit dem RFID-Tag versehene Lieferung befindet. Der EPC wird auf dem sogenannten Smart Chip (siehe Gliederungspunkt 4.3.1) gespeichert. 22
22 Vgl.: Metro-Handelslexikon (2004), S. 78 und Die Metro Group und RFID (2005), S. 6
4. RFID-Systeme 11
Zusammenfassend wird jedes RFID-System durch drei Eigenschaften definiert: 23
1. Eigenschaft: Elektronische Identifikation, welche durch die elektronische
2. Eigenschaft: Die drahtlose Übertragung der Daten über eine Funkfrequenz.
3. Eigenschaft: Abrufen der Daten, die nur gesendet werden, wenn ein Lesegerät diese abruft.
4.4 Unterscheidungsmerkmale von RFID -Systemen
Um einen Überblick über die unterschiedlichen Varianten nicht zu verlieren, ist es sinnvoll, Merkmale zu finden, nach denen die Systeme unterschieden werden können. Im Folgenden werden die wichtigsten dargestellt.
4.4.1 Frequenzbereiche
Die Betriebsfrequenz 24 ist eines der wichtigsten Merkmale, um RFID-Systeme zu unterscheiden. Meistens entspricht die Betriebsfrequenz der Sendefrequenz des Lesegerätes.
Es werden grundsätzlich drei Frequenzbereiche unterschieden: 25
1. „Low-Frequency“- Bereich von 30 kHz bis 300 kHz
2. „High-Frequency“- Bereich bzw. „Radio Frequenz“ von 3 MHz bis 30 MHz
23 Vgl.: BSI (2004), S. 15
24 Betriebsfrequenz: Bezeichnet die Frequenz auf der das Lesegerät sendet. Die Sendefrequenz des Transponders wird nicht berücksichtigt. (Quelle: Finkenzeller (2002), S. 13)
25 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 13
4. RFID-Systeme 12
3. „Ultra-High-Frequency“-Bereich von 300 MHz bis 3 GHz, ab einer Größe von 3 GHz auch als Mikrowellenbereich 26 bezeichnet.
4.4.2 Reichweiten
Bei RFID-Systemen werden die Reichweiten nach folgenden Kriterien unterschieden:
RFID-Systeme bis zu einem Zentimeter werden als „Close-coupling-Systeme“ bezeichnet. Um den Transponder zu lesen, muss dieser in das Lesegerät eingesteckt werden oder auf einer Oberfläche positioniert werden, die dafür vorgesehen ist. Diese Systeme arbeiten im Frequenzbereich bis 30 MHz. Des Weiteren werden Systeme mit einer Schreib- und Lesereichweite von einem Meter unterschieden, die als „Remote-coupling-Systeme“ bezeichnet werden. RFID-Systeme mit mehr als einen Meter Reichweite werden als „Long-range-Systeme“ bezeichnet, deren Sendefrequenz 3 GHz beträgt. 27
4.5 Speichertechnologie
Ein grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal liegt in der Speichertechnologie von RFID-Systemen, wobei zwischen Read-only und Read-write unterschieden wird.
Besonders kostengünstig sind Read-only-Transponder, weil diese nach dem Programmiervorgang beim Hersteller lediglich vom Lesegerät gelesen werden können. Daten, die variabel sein sollen, müssen auf einem Backendsystem, also einer Datenbank, abgelegt werden. Werden die Transponderinformationen über das Lesegerät ausgelesen, werden die benötigten Informationen über eine ID-Nummer (Seriennummer) aus der Datenbank abgerufen.
26 Mikrowellen: Sind elektromagnetische Wellen, deren Wellenlänge im Zentimeterbereich (genauer: zwischen 1 mm und 30 cm) liegt. Sie werden eingesetzt in der Radartechnik oder im Mikrowellenherd sowie in diversen technischen Anwendungen wie Plasmaanlagen, drahtlosen Kommunikationssystemen (Mobilfunk, Bluetooth, Satellitenfernsehen) oder Sensorentechnik. (Quelle: http://www.wikipedia.org (28.03.2005))
27 Vgl.: Finkenzeller (2002), S. 23
Quote paper:
Jasmin Fischer, 2005, Einsatzmöglichkeiten der Radio Frequency Identification Technologie (RFID) im Handelsunternehmen unter Einbezug der Logistikkette und der Akzeptanz durch den Kunden, Munich, GRIN Publishing GmbH
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