INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Der “Schloss - Roman 4
2.1 Entstehung 4
2.2 Inhalt 5
3. Die Figur Amalia 8
4. Schluss 17
5. Literaturverzeichnis 19
2
Franz Kafkas “Schloss”- Roman
Thema: Die Figur Amalia
1. Einleitung
Im Mittelpunkt der Hausarbeit steht die Figur Amalia, d ie durch ihre besondere und ungewöhnliche Art hervortritt. Die meisten Gesprächspartner des Romanhelden K., die ihn mehr oder weniger beeinflussen und zu denen er im Verlauf des Romans Vertrauen bildet, sind Frauen. Mit Ausnahme der Amalia, dienen ihm di ese Frauen als unverzichtbare Informationsquelle. Wie auch das Zitat besagt, werden die Frauen von K. tatsächlich als Mittel zum Zweck benutzt, da der Protagonist von diesen Frauen vermutet, eine Beziehung zum Schloss zu haben und somit ein Mittel darzustellen, mit dessen Hilfe er in das so ersehnte Schloss gelangen kann. Doch eine Frauenfigur entspricht nicht diesem Frauenbild des Protagonisten, es ist Amalia. Amalia ist die einzige Frauenfigur im Roman, die -verglichen mit den anderen Frauenfiguren- aus der Sicht des Protagonisten ein für die Dorfmädchen ungewöhnliches Verhalten aufzeigt und einen seltsamen Charakter zu besitzen scheint. Sie ist ebenso die einzige Frau im Dorf, die keine Beziehungen zum Schloss aufweisen kann, diese auch nicht anstrebt.
Die folgenden Fragen sollen als Leitfragen den Schwerpunkt der Hausarbeit bilden: Wie ist Amalias Verhalten und Auftreten zu charakterisieren und welche sind die Ursachen ihres Verhaltens? In welcher Beziehung steht Amalia zum Protagonisten K.? Welche s angebliche Geheimnis hat sie? Welche Rolle hat Amalia in der Familie und welche Rolle spielt ihre Familie im Dorf?
Da auf die Darstellung des Romanverlaufes nicht verzichtet werden kann, wird dieser vorerst widergegeben.
1 Martin Walser: Beschreibung einer Form. Carl Hanser Verlag. München: 1961. S. 60.
2 Ebd. S. 58.
3
2. Der “Schloss”- Roman
2.1 Die Entstehung
Franz Kafkas Roman “Das Schloss” entstand -wie viele seiner literarischen Versuche 3 dank
einer Lebenskrise 4 . Viele seiner Werke hatten für Franz Kafka in seinen schweren Tagen eine therapeutische Funktion 5 . Das Schreiben war für Kafka eine Befreiung von seinem elenden Leben 6 und eine Flucht in eine scheinbar andere Welt, die in Wirklichkeit keine andere als seine
eigene Welt war, mit der er sich auf diese Weise auseinandersetzte, denn in seinen Werken sind z.T. auch Personen, Ereignisse, Zustände etc. wiedergegeben, die auch in gleicher Weise Kafkas Leben beeinflussten. Es kann aber lange nicht aus diesem Grund von einer Identifikation zwischen Autor und den Figuren seiner Werke gesprochen werden. Franz Kafka begann seinen Roman vermutlich im Jahre 1922 zu schreiben als er zu einer vierwöchigen Kur nach Spindelmühle im Riesengebirge 7 ging. In diesen Tagen schien das Schreiben für Kafka ein Trost 8 zu sein, der ihm einerseits Befreiung, Abwechslung und Lebenssinn schenkte, aber andererseits, da er von Kafka als vielleicht gefährlicher Trost 9 bezeichnet wurde, er ihn letztendlich in seine verzweifelte Situation hineingetrieben hatte. 10
Franz Kafka begann den “Schloss”- Roman 1922 zu schreiben, beendete ihn aus
gesundheitlichen Gründen jedoch nicht, so dass der begonnene Roman Fragment blieb. 11 1926 veröffentlichte Max Brod - ein enger Freund- den Roman nach mehrmaligem Bearbeiten des Manuskriptes, obwohl Franz Kafka in einem Testament alles, was an >>Geschriebenem<< von ihm vorliege [...] zu zerstören 12 befahl bzw. bat.
3 Franz Kafka: Das Schloss. Reclam Verlag. Stuttgart: 1999. S. 337.
4 Ebd.
5 Ebd.
6 Ebd. S. 338.
7 Ebd. S. 342.
8 Ebd.
9 Ebd.
10 Ebd.
11 Ebd. S. 347.
12 Ebd. S. 348.
4
2.2. Der Inhalt
Der Protagonist des Romans, über dessen Existenz der Leser sehr wenig erfährt; ist ein junger Mann namens K. , der angeblich den Beruf des Landvermessers ausübt.
Die Erzählung wird aus der Sicht eines anonymen Erzählers berichtet und setzt mit der Ankunft des Romanhelden K. in ein ebenso unbekanntes Dorf ein, wo er sich als Landvermesser ausgibt,
den der Graf hat kommen lassen. 13 Von den Dorfbewohnern wird daraufhin eine gräfliche
Aufenthaltserlaubnis verlangt, die K. vorerst nicht zeigen kann, nach einem Telefonat in das “mysteriöse” Schloss jedoch jenes Problem gelöst zu sein scheint. Das Schloss hatte ihn also zum Landvermesser ernannt, 14 jedoch zu K.`s Verwunderung.
Doch dem Landvermesser, dem nun durch das Schloss zwei Gehilfen zugewiesen werden, bleibt der Zutritt in das Schloss dennoch weder morgen noch ein anderesmal verweigert. Von einem Boten des Schlosses namens Barnabas wird dem Fremden K. ein Brief überreicht, dessen Absender der Vorstand der X. Kanzlei, ein Herr namens Klamm, ist. In dem Brief wird deutlich
bestätigt, dass der Adressat in die herrschaftlichen Dienste aufgenommen 15 sei. K., dem in dieser
Zeit der Zugang zum Schloss wichtiger erscheint als alles andere, bildet zu dem ihm zugeteilten Boten Barnabas Vertrauen und schliesst sich diesem an bei seinem Weg nach Hause, mit der Hoffnung, Barnabas sei eng mit dem Schloss verbunden 16 . Doch zu seiner Enttäuschung wurde ihm ein Bote zugeteilt, der bezeichnender Weise nicht einmal im Schloss schlafen durfte. 17 Stattdessen lernt K. die Familie des Barnabas kennen, die ihn zu Beginn nicht im geringsten bekümmert. K. erfährt, dass Klamm im Herrenhof, dem Wirtshaus der Schlossbeamten, übernachtet. Dort lernt er Frieda, die Geliebte Klamms und Ausschankmädchen kennen und erlebt eine Liebesnacht mit ihr. Daraufhin verlässt Frieda den Herrenhof und damit ihren Geliebten Klamm und zieht mit K. in das Wirtshaus ein. Er gibt den Gedanken kund, Frieda heiraten zu wollen und zwar sehr bald. 18 Doch zuvor hat er vor mit Klamm über Frieda zu sprechen, doch diese Möglichkeit scheint als unmöglich, da Klamm ein Herr aus dem Schloss 19 und K. ein Fremder ist. Um Klarheit zu verschaffen, geht K. zunächst zum Vorsteher, von dem er jedoch erfährt, dass im Dorf mit Sicherheit kein Landvermesser benötigt wird. Aus diesem Grund
13 Ebd. S. 8.
14 Ebd. S. 10.
15 Ebd. S. 28.
16 Ebd. S. 37.
17 Ebd.
18 Ebd. S. 53.
19 Ebd. S. 58.
5
Arbeit zitieren:
Özlem Aydin, 2002, Die Figur Amalia in Franz Kafkas Roman "Das Schloss", München, GRIN Verlag GmbH
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