Sicherheitsaspekte beim Snowboarden 3
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 6
2 UNFÄLLE BEIM SNOWBOARDEN. 6
2.1 TYPISCHE VERLETZUNGEN BEIM SNOWBOARDEN. 6
2.1.1 Lokalisation der Verletzungen 6
2.1.2 Arten von Verletzungen. 7
2.2 SITUATIVE ANALYSE VON SNOWBOARDUNFÄLLEN 7
2.2.1 Unfalltätigkeit 7
2.2.2 Unfallzeitpunkt. 7
2.2.3 Pistenverhältnisse. 8
2.3 RISIKOFAKTOREN BEIM SNOWBOARDEN. 8
2.4 PRÄVENTIVE MAßNAHMEN 8
2.4.1 Handgelenksprotektoren. 8
2.4.2 Weitere präventive Maßnahmen. 8
3 SNOWBOARD UND RECHT. 9
3.1 DIE SCHULVERANSTALTUNGSVERORDNUNG. 9
3.2 BMUK RUNDSCHREIBEN ZUR DURCHFÜHRUNG VON SCHULVERANSTALTUNGEN MIT
LEIBESERZIEHERLICHEM SCHWERPUNKT. 9
3.3 DER AUFSICHTSERLAß. 9
3.3.1 Die Aufsichtspflicht: 10
3.3.2 Träger der Aufsichtspflicht. 10
3.3.3 Inhalt der Aufsichtspflicht. 10
3.4 ZIVILRECHTLICHE SITUATION. 10
3.4.1 Schadenersatzrecht. 10
3.4.2 Zivilrecht und Aufsichtsführung - Amtshaftung. 11
3.5 STRAFRECHTLICHE SITUATION. 11
3.5.1 Fahrlässigkeit. 11
3.5.2 Beispiele für Tatbestände 12
3.6 WEITERE NORMEN 12
3.6.1 Einteilung des Ski- und Snowboardraumes 12
4 VERHALTENSREGELN FÜR SNOWBOARDLEHRER. 13
4.1 AUSRÜSTUNGSKONTROLLE. 13
4.1.1 Board. 13
4.1.2 Bindung 13
4.1.3 Boots. 13
4.1.4 Bekleidung und Schutzausrüstung 13
4.2 AUSRÜSTUNG DES SNOWBOARDLEHRERS 14
4.3 PFLICHTEN DES SNOWBOARDLEHRERS GEGENÜBER SEINEN SCHÜLERN 14
4.4 AUFWÄRMEN. 14
4.5 10 FIS-REGELN 15
4.6 8 BOARDERULES 15
4.7 GEFAHRENSTELLEN. 16
4.8 SONSTIGE GEFAHREN - WETTER 16
4.8.1 Föhn, Warmwettereinbruch 16
4.8.2 Wind, Kälte 16
4.8.3 Nebel. 16
4.8.4 Sonne, UV-Strahlung 17
4.9 SONSTIGE GEFAHREN 17
4.10 HILFELEISTUNG BEI UNFÄLLEN 17
4 11 FAHREN IM FREIEN GELÄNDE 17
Sicherheitsaspekte beim Snowboarden 4
5 LITERATUR 18
6 MATERIALIEN. 19
6.1 VIEDOS. 19
6.1.1 No risk but fun. 19
6.1.2 Check it out. 19
6.1.3 Respect the mountain 19
6.2 PAKET : NO RISK BUT FUN. 20
6.2.1 Video "No Risk but fun": 20
6.2.2 "Lehrerbegleitheft": 20
6.2.3 "Was ist wichtig, was ist richtig": 20
6.2.4 "Lawinenfibel": 20
6.2.5 "Erste Hilfe": 20
6.2.6 "Mit Sicherheit mehr Winterspaß": 20
6.3 CD ROM: "BEWEGUNG IM SCHNEE" - WINTERSPORTWOCHEN. 20
7 ADRESSEN FÜR WEITERE INFORMATIONEN: 21
8 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 22
Sicherheitsaspekte beim Snowboarden Seite 5
1 Einleitung
Snowboarden gehört seit einigen Jahren neben dem Skifahren zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. Auf den Wintersportwochen der Schulen wird diesem Trend dadurch Rechnung getragen, dass den Kindern auch diese Sportart näher gebracht wird.
Gerade dem Snowboarden wird je doch nachgesagt, in den ersten Tagen besonders gefährlich zu sein, da Stürze und Unfälle an der Tagesordnung stünden.
Fakt ist sicherlich, dass bei Wintersportwochen im Bereich Snowboarden die Ausbildung der Lehrer teilweise zu wünschen übrig läßt. Schließlich ist Snowboarden noch eine recht junge Sportart und erste Lehrpläne gibt es erst seit etwa 10 Jahren. Und wie auch beim alpinen Skilauf entwickeln sich Technik und Methodik laufend weiter. Beides ist jedoch Voraussetzung dem Schüler zu einer sicheren Beherrschung seines Sportgerätes zu verhelfen und so die Zahlen der Unfälle zu senken. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick geben über die Arten und Häufigkeiten von Unfällen beim Snowboarden. Ein Ausschnitt aus den Schulveranstaltungsverordnungen und relevanten Gesetztesteilen soll die rechtliche Situation für den Lehrer auf einer Wintersportwoche klären helfen. Und schließlich sollen Verhaltensregeln und Sicherheitstips helfen, die Wintersportwoche möglichst unfallfrei zu gestalten. Dazu gehören etwa die wohl allseits bekannten FIS Regeln, aber auch die relativ neuen "Boarderrules", die auf die spezielle Situation beim Snowboarden Rücksicht nehmen. In einem Anhang finden sich noch Informationen zu möglichen Unterrichtsmaterialien wie etwa Videos und Broschüren, sowie ein Adressverzeichnis, das mögliche Quellen für weitere Informationen erschließen helfen soll.
2 Unfälle beim Snowboarden
Zum Thema Verletzungen, Unfälle und Snowboarden gibt es mittlerweile zahlreiche Studien. Die Schwerpunkte die dabei gesetzt wurden betrafen vor allem die folgenden Bereiche: Ø Welche Körperregionen sind von Verletzungen betroffen? Ø Was sind typische Unfallhergänge beim Snowboarden?
Ø Gibt es eine bestimmte zeitliche Verteilung der Snowboardunfälle im Tagesverlauf? Ø Welche Faktoren bestimmen weiters das Auftreten von Unfällen und Verletzungen? Ø Welche präventiven Maßnahmen kann der Snowboarder treffen? Ø Welche Folgen ergeben sich aus den Studien für den unterrichtenden Snowboardlehrer?
Auf Österreichs Pisten sind jährlich etwa 8 Mio Skifahrer und Snowboarder unterwegs. Etwa 90.000 Wintersportler verletzen sich jährlich (vgl. Kisser 2001).
2.1 Typische Verletzungen beim Snowboarden
2.1.1 Lokalisation der Verletzungen
Je nach Untersuchung zeigen die Häufigkeiten der Verletzungen der einzelnen Körperregionen Unterschiede. Dies ist darauf zurückzuführen, dass einerseits die untersuchten Populationen differieren, andererseits teilweise auch unterschiedliche Grenzen bezüglich der Schwere von Verletzungen gezogen wurden.
Dennoch zeigt sich ein eindeutiger Trend, wenn man größere Regionen betrachtet. So sind beim Snowboarden die oberen Extremitäten wesentlich häufiger von Verletzungen betroffen, als die untere Extremität, der Rumpf oder der Kopf. Die folgende Tabelle soll einen kurzen Überblick geben:
Sicherheitsaspekte beim Snowboarden Seite 6
Im Bereich der oberen Extremität wiederum gehören Verletzungen des distalen Unterarmes und des Handgelenks zu den häufigsten. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn man nur schwere Verletzungen betrachtet (vgl. Bauer 1999 und Boldrino, Furian 1999).
Dann et al (1995) fand überdies in einer Studie an 140 Snowboardern, dass das Verletzungsmuster vom Fahrkönnen abhängig ist, So erleiden Snowboardexperten zunehmend mehr Läsionen der oberen Extremitäten, speziell im Schulterbereich, während Verletzungen der unteren Extremitäten abnehmen. Beim Anfänger dagegen stehen Verletzungen der Handgelenke und Unterarme, aber auch der Finger im Vordergrund.
2.1.2 Arten von Verletzungen
Bei der Differenzierung nach der Verletzungsart gibt es ebenfalls zahlreiche Studien. Auch hier sollen einige davon in einer Tabelle zusammengefasst werden:
2.2 Situative Analyse von Snowboardunfällen
2.2.1 Unfalltätigkeit
Entgegen der häufigen Annahmen, dass Kollisionen zwischen Ski- und Snowboardfahrern oder zwischen Snowboardern untereinander so gefährlich seien, sind etwa 90-95% der Stürze Einzelstürze (vgl. Boldrino, Furian 1999 und Bauer, Otepka, Pflug 1998/99). Je nach Studie machen die Kollisionen mit anderen Pistenteilnehmern zwischen 3% und 6% aus. Der Rest sind jeweils Kollisionen anderer Art (z.B. Liftstützen, etc.).
Von der Bewegungsart her gesehen, passieren die meisten Stürze beim freien Fahren, gefolgt vom Springen.
2.2.2 Unfallzeitpunkt
Die meisten Verletzungen passieren am Nachmittag (nach 13 Uhr). Dabei sind jedoch nachmittags vor allem sehr gute Fahrer von Unfällen betroffen, während Anfänger sich eher am Vormittag verletzen. Eine genauere Untersuchung im Hinblick auf Aufwärmen, Ermüdung und Pausengestaltung im Verlauf eines Snowboardtages scheint hier notwendig zu sein. (vgl. Boldrino, Furian 1999 und Bauer, Otepka, Pflug 1998/99)
Während bei Boldrino, Furian (1999) Samstag und Sonntag als die häufigsten Unfalltage in Folge der hohen Dichte auf den Pisten angegeben wird, so sind diese beiden Wochentage bei Bauer, Otepka, Pflug (1998/99) jene mit den wenigsten Verletzten. Der Grund dieses Unterschieds liegt wohl darin, daß in letzterer Arbeit auf Daten der AUVA zurückgegriffen wurde, die ausschließlich Schüler von
Sicherheitsaspekte beim Snowboarden Seite 7
Wintersportwochen betreffen. Dabei sind Samstag und Sonntag sehr häufig die gewählten An- und Abreisetage.
2.2.3 Pistenverhältnisse
Die meisten Verletzungen passieren auf eisigen Pisten (etwa 42%) gefolgt von hartem Altschnee (etwa 29%). Vom Schwierigkeitsgrad her führen die mittelschweren (rot markierten) Pisten mit 43% vor leichten (blauen) Pisten mit 36% (Bolrdino, Furian 1999).
2.3 Risikofaktoren beim Snowboarden
(vgl. Boldrino, Furian 1999, Kisser 2001, Bauer, Otepka, Pflug 1998/99) Zusammenfassend können folgende Risikofaktoren beim Snowboarden identifiziert werden: Ø Snowboarder, die sich selbst als Anfänger bezeichnen, haben ein höheres Verletzungsrisiko, als fortgeschrittene Fahrer
Ø Ein erhöhtes Risiko haben männliche Snowboarder in der Altersgruppe "bis 16 Jahre" und weibliche Fahrerinnen in der Altersgruppe "über 25 Jahre"
Ø Verwendung von Leihmaterial erhöht das Risiko, wobei nicht von schlechter Qualität des Leihmaterials ausgegangen werden kann, sondern eher von der geringer Erfahrung jener Personen, die Leihbretter benützen
Ø Snowboarder, die angeben, daß sie Stürze zu vermeiden versuchen, haben ein höheres Verletzungsrisiko (die Anfänger bilden hier eine Ausnahme!). Befragte nicht verletzte Snowboarder stürzen in der Studie von Boldrino, Furian (1999) auch signifikant häufiger als die verletzten Fahrer.
2.4 Präventive Maßnahmen
2.4.1 Handgelenksprotektoren
Handgelenksprotektoren sind eine Möglichkeit um das Risiko für eine der häufigsten Verletzungen beim Snowboarden zu reduzieren. Machold et al (2000) konnten in einer Studie an 721 Snowboardern im Rahmen von Wintersportwochen nachweisen, dass die Verwendung eines biomechanisch optimalen Handgelenksprotektors eine signifikante Reduktion schwerer Verletzungen mit sich bringt. Häufigere Verletzungen anderer Körperregionen durch das Tragen des Protektors konnten dabei keine festgestellt werden. Auch andere Faktoren, die erhoben wurden (Pistenverhältnisse, Erfahrung, Geschlecht,...) hatten in dieser Studie keinen signifikanten Einfluss auf die Wirksamkeit der Protektoren.
Nicht alle im Handel erhältlichen Protektoren erfüllen jedoch die Kriterien, die an einen optimalen Handgelenksschutz gestellt werden müssen. Vor allem dorsal positionierte Protektoren oder solche mit nicht ausreichend am Unterarm fixiertem Kraftträger sind nicht geeignet das Handgelenk wirkungsvoll zu schützen.
2.4.2 Weitere präventive Maßnahmen
Vor allem das Verhalten des Snowboardlehrer s ist geeignet dazu, die Zahl der Unfälle und Verletzungen zu verringern. Dies ist Gegenstand der später folgenden Abschnitte in dieser Arbeit.
Arbeit zitieren:
Martin Plessl, 2001, Sicherheitsaspekte beim Snowboarden, München, GRIN Verlag GmbH
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