Europäisierung des Discountprinzips
Inhalt
Abbildungsverzeichnis. 4
Abkürzungsverzeichnis 4
1. Einleitung. 5
2. Grundlagen des Discountprinzips 6
2.1 Definitionen 6
2.2 Entstehung und Entwicklung des Discountphänomens 7
2.3 Branchen 8
3. Lebensmittelhandel in Deutschland 8
3.1 Markstruktur. 8
3.2 Probleme im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. 10
3.3 Discount als Erfolgsmodell 11
4. Internationalisierung im Handel. 13
4.1 Gründe für Internationalisierung. 13
4.2 Vorraussetzungen und Ziele 14
4.3 Internationalisierungsstrategien für den Handel 14
5. Expansion der Discounter in Europa 15
5.1 Europäisierung deutscher Discounter 16
5.2 Marktbetrachtung Nord- und Nordwesteuropa 17
5.3 Marktbetrachtung Westeuropa 18
5.4 Marktbetrachtung Südeuropa 19
5.5 Marktbetrachtung Osteuropa. 21
6. Schlussbetrachtung: Europäisierung des Discounts als Herstellersicht 22
7. Fazit und Ausblick 23
Anhang. 25
Anhang A: Angaben zu den Expertengesprächen. 25
Anhang B: Deutsche Discounter in Europa 26
Literaturverzeichnis 27
Florian Kleemann, 2005 3
Europäisierung des Discountprinzips
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung des Discount in der BRD seit 1992 .......................................................... 7 Abbildung 2: TOP 10 des LEH in der BRD ........................................................................................ 9 Abbild ung 3: Marktanteile der Geschäftstypen im LEH der BRD ...................................................... 9 Abbildung 4: Anzahl der Filialen und Umsatzentwicklung der größten deutschen Discounter........ 12 Abbildung 5: Marktanteile des Discounts im Europa-Vergleich....................................................... 16 Abbildung 6: German Discounters go International.......................................................................... 26
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung B2B Business-to-Business bspw. Beispielsweise CM Category Management d.h. das heißt ECR Efficient Consumer Response GB Länderkürzel Großbritannien Kap. Kapitel LEH Lebensmitteleinzelhandel MA Marktanteil MM Manager Magazin o.ä. oder ähnliches SBWH Selbstbedienungswarenhaus SM Supermarkt u.a. unter anderem VM Verbrauchermarkt z.B. zum Beispiel z.T. zum Teil
© Florian Kleemann, 2005 Seite 4
Europäisierung des Discountprinzips
1. Einleitung
Selten wird ein Phänomen, wenn es denn hier als solches bezeichnet werden soll, so varia ntenreich umschrieben wie der Trend zum Discount: „Aldisierung“ 1 , „Geiz ist geil“ 2 oder „Deutschland ist Discount-Weltmeister“ 3 sind nur drei der ungezählten Bezeichnungen für die Tendenz der Verbraucher, dem Preis als Kaufargument die höchste Priorität zukommen zu lassen. Die wirtschaftliche Lage oder die Tatsache, dass das „Discountprinzip“ seinen Ursprung in Deutschland hat 4 , können sicherlich als Gründe für den Erfolg angeführt werden, erklären dabei aber nicht, warum auch einkommensstarke Kundengruppen immer stärker zum stark preisorientierten Einkauf tendieren 5 , und vor allem nicht, warum das Discountprinzip auch international, sogar in Ländern deren wirtschaftliche Lage keine Notwendigkeit hierfür erkennen ließe, steigende Erfolge verbuchen kann 6 .
Ziel dieser Arbeit ist es, den Erfolg der Discounter mit Fokus auf ihre europäische Expansion zu beleuchten und zu analysieren. In Absprache mit dem Korrektor dieser Arbeit wird der Schwerpunkt der Analyse auf den Bereich des Lebensmittelhandels gelegt, in dem nach herrschender Meinung der Ursprung des Discount-Konzepts liegt.
Dabei sollen zuerst grundlegende Elemente des Discounts erklärt werden. Anschließend wird die Situation des Lebensmittelhandels in Deutschland als Heimatmarkt des Discounts erlä utert. Eine kurze Abhand lung der theoretischer Grundlagen der Handelsinternationalisierung führen dann auf den Kernbereich der Arbeit zu, in dem die Entwicklung des Discountprinzips in verschieden Regionen Europas analysiert und dargestellt werden soll. Die Perspektive der (Markenartikel-)Hersteller auf die Expansion der Discounter soll als Mittelpunkt einer abschließenden Betrachtung zeigen, welchen Einfluss das Phänomen „Discount“ auf Branche nnahe Unternehmen (Preisverfall, leidendes Markenimage, No-Name-Marken 7 ) hat bzw. haben kann. Die Arbeit schließt mit einem Fazit der behandelten Themen sowie einem kurzen Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen.
1 Quelle: Perzborn (2003), S.1 bei www.trendbuero.de
2 a.a.O.
3 Quelle: Leidel, (2004) bei www.dw-world.de
4 vgl. Berekoven (1987), S.101
5 Quelle: Perzborn (2003), S.1 bei www.trendbuero.de
6 vgl. Aimes; Brückner (2003) bei www.dw-world.de
7 vgl. Heusinger (Expertengespräch), Danone GmbH, München, 2005
© Florian Kleemann, 2005 Seite 5
Europäisierung des Discountprinzips
2. Grundlagen des Discountprinzips
Das folgende Kapitel soll im Wesentlichen ein einheitliches Verständnis des in dieser Arbeit verwendeten Begriffs Discount herstellen, indem kurz wichtige Elemente genannt sowie ein Überblick über die Ausbreitung des Discountphänomens gegeben wird.
2.1 Definitionen
Der Begriff des „Discount“ leitet sich aus dem englischen Wort für Rabatt her, und war auch anfangs in Deutschland ein überwiegend absatzpolitisches Instrument im Sinne der Rabattgewährung 1 . Im Laufe der Zeit, begleitet vom Erfolg der ersten konzeptionellen Vorläufer, etablierte sich das Prinzip des Discounts als feste Form für (Handels-)Betriebe 2 .
Dieses Prinzip fußt im Wesentlichen auf drei Elementen. Das erste hiervon ist die Kostenführerschaft 3 , die sich vor allem auf die niedrige Kostenstruktur zurückführen lässt, die z.B. durch das Vereinfachen betrieblicher Prozesse oder strikte Sparsamkeit 4 zu erreichen ist. Diese Kostenführerschaft ermöglicht es dann auch, die Preisführerschaft zu übernehmen, also den Markt durch die eigene Preisaggressivität zu beeinflussen 5 . Die Bedeutung des Preises kann als wic htigstes Instrument der Discounter gesehen werden, was sich darin zeigt, dass die Unternehmen selbst ihre Preisorientierung herausheben, wie ihr Marketing beweist: so ist bspw. der Slogan „Lidl ist billig“ ganz klar auf den Preis als Verkaufsargument ausgerichtet. Letzte Säule des Discounts ist die „Leistungsvereinfachung“ 6 . Wesentliche Merkmale sind bei dieser Vereinfachung die vergleichsweise geringe Sortimentsgröße (600-1000 Artikel), der weitreichende Verzicht auf Serviceleistungen oder die Simplifizierung der Ladenausstattung 7 .
Die Discounter im Lebensmitteleinzelhandel unterscheidet man bisweilen noch in Hard- und Softdiscounter, festgemacht an Merkmalen wie der Sortimentsgröße, der Sortimentszusammenstellung (z.B. bei Frischprodukten oder dem Einsatz von Handelsmarken) oder der Standortwahl 8 . Außerdem gilt es zu beachten, dass der Begriff des Discounters international unterschiedlich aufgefasst werden kann 9 .
1 vgl. Diller (1999), S.354f.
2 a.a.O.
3 a.a.O.
4 vgl. Brandes (1999), S.52ff.
5 vgl. Diller (1999), S.355
6 a.a.O.
7 vgl. Lerchenmüller (1998), S.263
8 vgl. AC Nielsen (2003), Präsentation, S.13
9 a.a.O. S.2ff.
© Florian Kleemann, 2005 Seite 6
Europäisierung des Discountprinzips
2.2 Entstehung und Entwicklung des Discountphänomens
Gemeinhin wird die Entstehung des Discountprinzips auf die Gründer der Firma Aldi, die Gebrüder Karl und Theo Albrecht zurückgeführt. Deren Erfolgsgeschichte beschreibt die Entwicklung von einem einzigen eigengeführten Lebensmittelgeschäft Anfang der 1950er Jahre, das bis 1962 bereits auf ein Unternehmen mit 300 Filialen angewachsen war 1 . Überzeugt vom Erfolg der Einfachheit des Discounts, gründeten sie schließlich den ersten, streng nach Discount-Prinzipien geführten Laden, und wurden alsbald überall nachgeahmt 2 .
Im Gegensatz zu vielen anderen Betriebsformen, wirkte der sich verschärfende Wettbewerb im LEH ab 1970 bei den discountierenden Unternehmen weit weniger auf ihre Ertragsfähigkeit aus, denn das Geschäftsprinzip war ja bereits durch Einfachheit, niedrige Kosten und vor allem niedrige Preise gekennzeichnet, was in einem Markt, in dem zunehmend der Preis das wichtigste Argument wird, von entscheidendem Vorteil ist 3 . Aber auch in der jüngeren Geschichte lässt sich kein Ende des Erfolgs absehen, wie folgende Abbildung eindrucksvoll belegt:
Mittlerweile sind die Discounter nicht mehr nur fester Bestandteil des LEH, vielmehr hat sich das Discountprinzip in der Zwischenzeit auch in zahllosen anderen Branchen als Konzept etabliert, wie der folgende Abschnitt zeigen wird.
1 vgl. Berekoven (1987), S.101f.
2 a.a.O.
3 vgl. Brandes (1999), S.24f.
4 Quelle: GfK (2003), Präsentation, S.5.
© Florian Kleemann, 2005 Seite 7
Europäisierung des Discountprinzips
2.3 Branchen
Längst hat die Discount-Strategie über den LEH hinaus auch andere Bereiche des Handels erobert (z.B. Unterhaltungselektronik) und sogar handelsfremde Branchen erreicht 1 , wie zahlreiche Beispiele aus den unterschiedlichsten Wirtschaftssektoren belegen. Jüngste Träger dieser Entwicklung sind unter anderem die Firma Simyo im Bereich Mobilfunk 2 , oder die Expansion der Easy-Gruppe, die mit Ihrer Fluglinie „Easyjet“ bekannt geworden ist, inzwischen jedoch in einer Vielzahl anderer Branchen tätig ist, darunter bspw. eine Autovermietung, Pauscha lreisen oder Finanzdienstleistungen 3 , alle nach dem Discountprinzip geführt.
Abschließend lässt sich feststellen, dass die drei Elemente, die das Discountprinzip ausmachen, also Preis- und Kostenführerschaft sowie Leistungsvereinfachung, zwar ihren Ursprung im Bereich des LEH genommen haben, aber mittlerweile in vielen Branchen angewendet werden. Dass der Begriff Aldisierung, in Anspielung auf die „Erfinder“ des Discounts, die Gebrüder Albrecht, mittlerweile Eingang in den gängigen Sprachgebrauch gefunden hat, darf dabei als Beleg für die erfolgreiche Entwicklung des Discountprinzips angesehen werden.
3. Lebensmittelhandel in Deutschland
Das folgende Kapitel soll nun die Situation des LEH in Deutschland mit besonderem Auge nmerk auf die Discounter beschreiben, und mögliche Gründe für den nationalen Erfolg, der als mögliche Ursache des internationalen gesehen werden kann, aufzeigen.
3.1 Markstruktur
Wie in den meisten anderen Ländern Europas ist in Deutschland der LEH-Markt stark von Konzentrationserscheinungen geprägt, und das bereits seit den frühen 1970er Jahren 4 . Dieser Prozess scheint auch in den letzten Jahren ungebremst weiterzugehen, existierten nach Daten des Nahrungsmittelherstellers Danone im Jahre 1990 genau 141 5 selbstständige Handelskunden, so waren dies gegen Ende 2001 nur noch 47 - eine Abnahme um genau 66%. Gleichzeitig konzentriert sich das Umsatzaufkommen auf immer weniger große Handelsunternehmen, in Deutschland das der zehn größten Unternehmen im Jahre 2002 auf etwa 84% 6 - mit zune hmender Tendenz, wie kürzlich die Übernahme der SPAR AG durch die Edeka-Gruppe zeigte 7 .
1 vgl. Diller (1999), S.366
2 vgl. Hillenbrand (2005), bei www.spiegel.de
3 vgl. Neuendorf (2005), bei www.sloganmaker.net
4 vgl. Gegenmantel (1996), S.2
5 Quelle: Danone (2001), S.15
6 Quelle: o.V., Medialine/Focus (2003), S.7, bei www.medialine.de
7 vgl. o.V., AFP-Pressemeldung (2005), bei www.finanzen.de
© Florian Kleemann, 2005 Seite 8
Arbeit zitieren:
Florian C. Kleemann, 2005, Europäisierung des Discountprinzips im Einzelhandel, München, GRIN Verlag GmbH
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