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SEMINARARBEIT 2
EINLEITUNG. 4
ANALYSE DES ORIGINALTEXTES 5
TEXTL ÄNGE 6
WORTSCHATZ. 6
SATZBA.U 7
GESAMTIDEE , THEMA, ABSICHT. 8
GLIEDERUNG. 8
Inhaltlich. 8
Formal 9
THEMATISCHE ENTFALTUNG. 9
GRAD AN IMPLIZITHEIT / EXPLIZITHEIT 9
KOH ÄSIONSMITTEL. 9
Verweismittel. 9
Verkn üpfungsmittel. 10
Fokus - Hintergrund Gliederung. 10
OPTIMIERUNG DES ORIGINALTEXTES 11
LESBARKEIT. 12
VERSTEHBARKEIT............................................................................................................................................................... 12
BRAUCHBARKEIT 13
ANWENDBARKEIT 14
WAS VERÄNDERT WURDE. 14
BEFRAGUNG. 18
AUSWERTUNG. 22
REAKTIONEN AUF DAS QUIZ - LESEAUFGABE. 22
HAUPTTEIL DES FRAGEBOGENS. 23
LITERATUR 33
ANHANG. 34
ORIGINALTEXT 34
OPTIMIERTER TEXT 34
FRAGEB ÖGEN 35
4
Einleitung
In meinem Teil dieser Seminararbeit habe ich mit einer Analyse des Originaltextes begonnen, bin danach auf meine Optimierung eingegangen, und habe schließlich die Reaktionen der Versuchspersonen auf die Texte analysiert.
Die Analyse des Originaltextes erfolgte nach den Grundzügen des „Zürcher Textanalyserasters“ 1 , denn dieses bietet meiner Ansicht nach eine gute Möglichkeit einen Text objektiv und übersichtlich zu untersuchen. Ich bin nicht auf alle Punkte des Zürcher Textanalyserasters gle ich stark eingegangen, sondern habe nur die für den Text relevanten Punkte ausführlich behandelt. Ich benutzte zur Analyse des Originaltextes das „Zürcher Textanalyseraster“ weil es sehr gut strukturiert und übersichtlich ist, und deshalb besser zur eigentlichen „Themenbestimmung“ besser geeignet ist. Durch die Anwendung dieses Rasters habe ich nicht nur die Stärken und Schwächen des Originaltextes klargemacht, sondern auch schon einen großen Schritt in Richtung Erklärung meiner Optimierung getan. Durch die gründliche Analyse des Originaltexts werden die Gründe für meine Veränderungen schon zum größten Teil erklärt.
Im zweiten Teil meiner Arbeit beschäftigte ich mich mit meiner Optimierung, und zwar versuchte ich erst ganz allgemein herauszufinden, was man am Originaltext verbessern könnte, und legte dann Stück für Stück dar, wie ich vorgegangen bin. Die allgemeine Erklärung zu den Optimierungen machte ich hauptsächlich mit Hilfe des „Minimalmodells zu Verständlichkeitsanalyse und -optimierung“ von Christoph Sauer. 2 Denn dieses Minimalmodell ist im Gegensatz zum Textanalyseraster stärker optimierungsbezogen, und zudem habe ich mit der Analyse des Originaltextes meiner Ansicht nach dieses Textanalyseraster bereits voll ausgenutzt. Zudem ergänzen sich das Minimalmodell Sauers und das Zürcher Textanalyserasters in mehreren Punkten, und somit habe ich Aspekte beider Modelle zum Teil „zusammengewürfelt“, um ein breiteres Bild der beiden Texte entwerfen zu können.
Der Schlussteil beschäftigt sich schließlich mit der Frage inwieweit meine Optimierung sinnvoll oder nützlich war, und ob dies an der Auswertung Fragebögen, die ich gestaltete, abzulesen wäre.
1 Markus Nussbaumer / Peter Sieber: Über Textqualitäten reden lernen - z.B. anhand des Zürcher
Textanalyserasters. In: Diskussion Deutsch. Heft 141. 1995.
2 Christoph Sauer: Ein Minimalmodell zur Verständlichkeitsanalyse und -optimierung. In: Sprache: Verstehen
und Verständlichkeit. Kongressbeiträge der 25. Jahrestagung der Gesellschaft für angewandte Linguistik, GAL
e.V. Hrsg. von Bernd Spillner. S.149 - 171. Im Folgenden zitiert als: MzV
5
Analyse des Originaltextes
Beim Originaltext handelt es sich um einen literaturwissenschaftlichen Text ü ber das Kunstwerk im Strukturalismus. Gefunden habe ich diesen Text im Lehrbuch: „Einführung in die neuere deutsche Literaturwissenschaft.“ 3 . Er schien mir gerade deshalb geeignet, weil er in einem Lehrbuch auftaucht, und somit die Zielgruppe schon recht genau festgelegt ist. Der Text selbst wurde aber nicht von den Autoren dieses Lehrbuches verfasst, sondern ist ein Auszug aus einem anderen Werk, nämlich aus Jan Mukarovskýs „ Kapitel aus der Poetik“ 4 . Diese Tatsache erschwert die Arbeit natürlich gewissermaßen, macht sie aber auch interessanter. Denn der Text ist nur als Auszug im Buch vorhanden, und nicht als vollständiger Text. Er umfasst nur einen Abschnitt eines vollständigen Textes, ist also gewissermaßen aus dem Kontext gerissen. Dadurch wird es für den Rezipienten schwieriger den Text zu verstehen, denn dem Text geht nur ein Kapitel über die strukturalistische Literaturwissenschaft im allgemeinen voran, und der Text selbst befindet sich im sogenannten „Arbeitsteil“ zu diesem Kapitel.
Tatsächlich behandelt Mukarovský ein komplexes Thema dessen Verständnis man sich erarbeiten muss. Doch meiner Ansicht nach sollte man diesen Arbeitsprozess nicht mit einer verkomplizierenden Sprache unnötig erschweren.
Mein Optimierungsversuch beruht darauf, dass ich als Zielgruppe des Textes Studenten und Schüler annehme, wie sie auch im Vorwort des Buches genannt wird:
„Der vorliegende Band will sowohl Studenten wie auch Schülern (etwa den Teilnehmern an einem Leistungskurs ‚Deutsch’ innerhalb der reformierten Oberstufe) den Zugang zur Literatur erleichtern [...] An ausgewählten Textbeispielen wird verdeutlicht, wie sich namhafte Vertreter der einzelnen Richtungen mit dem problematischen Thema ‚Literatur’ in Theorie und Praxis
5 auseinandergesetzt haben.“
Natürlich kann man aus diesem Zitat ersehen, warum der Text nicht auf Studenten und Schüler zugeschnitten ist. Die Autoren hatten wohl die Absicht den Studenten Originaltexte von Literaturwissenschaftlern als Teil eines Lernprozesses zu lesen zu geben. Jedoch auch wenn i ch den Text nicht als explizit auf Studenten und Schüler ausgerichtet optimiert hätte, sondern als einen Text für Wissenschaftler, hätte ich ihn nicht anders betrachtet. Denn nur weil ein Text für ein Akademikerpublikum verfasst wird, muss er noch lange nicht in einer
3 Dieter Gutzen / Norbert Oellers / Jürgen H. Petersen: Einführung in die neuere deutsche Literaturwissenschaft.
Ein Arbeitsbuch. 6., neugefasste Aufl. Berlin : Erich Schmidt 1989. Im Folgenden zitiert als: EdL
4 Jan Mukarovský: Kapitel aus der Poetik. Aus dem Tschechischen übers. v. Walter Schamschula, Frankfurt a.
M. 1967.
5 EdL, S.7
6
Sprache geschrieben sein, die gleich kompliziert ist wie der Inhalt des Textes. Eine einfachere und klarere Sprache in wissenschaftlichen Texten, könnte vielen Studenten und Wissenschaftlern eine Menge Zeit ersparen. Denn soweit ich weiß geht es auch Wissenschaftlern die etwas publizieren nicht nur darum, ihre Ideen und Ergebnisse festzuhalten sondern auch vor allem darum, gelesen und verstanden zu werden. Somit ging ich bei der Textoptimierung davon aus, dass der Text als Zielgruppe alle umfasst, die mehr über die Literaturwissenschaft des Strukturalismus erfahren möchten oder müssen.
Nun möchte ich von den Gründen meiner Textauswahl weg, und hin zur eigentlichen Analyse des Textes gehen. Hier sei noch einmal angemerkt, dass ich das „Zürcher Textanalyseraster“ als anleitende Hilfe gesehen habe, ihm jedoch nicht ganz streng gefolgt bin.
Textlänge
Der Text umfasst 261 Wörter, und vier ganze Sätze, die mit einem Punkt abgeschlossen werden. Wenn man die Verwendung von Strichpunkten hinzuzieht, umfasst der Text acht Sätze. Somit ergibt sich eine durchschnittliche Satzlänge von 65, 25 Wörtern (nur mit Punkt abgeschlossene Sätze) bzw. 32, 625 Wörtern (mit Punkt und Strichpunkt abgeschlossene Sätze).
Wortschatz
Der Wortschatz ist eher wissenschaftlich, aber nicht durch extrem komplizierten Wörtern gekennzeichnet, sondern eher durch spezielle Begriffe, die im Text selbst erläutert werden. Beispielsweise:
Die Wörter „objektivistisch“ und „strukturell“ zeigen deutlich einen Wortschatz, der über bloßes Allgemeinwissen hinausgeht, doch beim Begriff „ästhetisches Objekt“ sind die Wörter selbst leicht verständlich, doch der Begriff als solcher zählt wohl kaum zum durchschnittlichen Allgemeinwissen. Somit ist die Frage nach dem Wortschatz im Text nicht ganz einfach zu beantworten, da es sich um hauptsächlich allgemein bekannte Wörter, aber unbekannte und wissenschaftliche Begriffe handelt. Man muss den Wortschatz aufgrund
6 EdL, S.300
7
dieser Tatsache wohl als „wissenschaftlich“ bezeichnen, oder zumindest als „themenspezifisch“.
Satzbau
Dadurch, dass die Sätze ausgesprochen lang sind, ergibt sich zwingend ein charakteristischer Satzbau. (Man könnte natürlich auch sagen, dass sich durch den charakteristischen Satzbau überlange Sätze ergeben.) Dieser Satzbau ist gekennzeichnet durch lange Sätze, die aus vielen kompliziert ineinandergreifenden Teilsätzen bestehen. Diese Teilsätze sind im eigentlichen Satz wiederum durch Semikolons in Satzeinheiten geteilt. Als Beispiel für diesen komplexen Satzbau könnte man eigentlich jeden Satz im Text verwende, aber bereits der erste Satz hat sehr charakteristische Eigenheiten.
„Die strukturelle Ästhetik gehört den objektivistischen Richtungen an, d.h. denen, die zum Ausgangspunkt (nicht jedoch zum ausschließlichen Ziel) ihrer Erforschung das ästhetische Objekt bestimmen, d.h. das Kunstwerk, ein Objekt freilich, das nicht im materiellen Sinne verstanden werden darf, sondern als das äußere Erscheinungsbild einer immateriellen Struktur, d.h. eines dynamischen Gleichgewichts der Kräfte, die durch die einzelnen
7 Elemente dargestellt werden.“
Dieser Satz ist an sich schon sehr lang, doch der längste Satz im Text umfasst 118 Wörter, und 4 Strichpunkte, was natürlich absolute Überlänge ist. Es scheint beim Autor generell ein „Unwille zum Punkt“ zu existieren, möglicherweise wurde die Verwendung von Strichpunkten als Möglichkeit angesehen, den starken inhaltlichen Zusammenhang der Aussagen zu zeigen.
Auffällig bei diesem Beispiel ist die häufige Verwendung von Attributsätzen, die durch die Konjunktion „d.h.“. eingeleitet werden. Ungewöhnlich ist dabei, dass immer weiter spezifiziert wird. Der Satz „zoomt“ sozusagen immer näher an einen bestimmten Inhalt heran. Graphisch könnte man dies vielleicht so darstellen:
7 EdL, S. 300
8
Gesamtidee, Thema, Absicht
Das Thema des Textes ist sehr abstrakt und komplex, dadurch ergibt sich schon eine natürliche Schwierigkeit den Text zu verstehen. Diese Komplexität des Themas wird im Text aber eigentlich nicht weiter berücksichtigt, man hat eher das Gefühl, dass der Autor seinen Gedankengängen freien Lauf gelassen hat, was den Text zwar sehr dynamisch macht, aber leider den Rezipienten nicht berücksichtigt.
Der Text hat in jedem Fall eine Gesamtidee, und zwar wird eine strukturalistische Ansicht erklärt, nämlich dass ein Kunstwerk durch eine innere Struktur bestimmt ist, und wie man die Beschaffenheit dieser Struktur verstehen darf. Es wird zu Anfang erklärt, in welchem Zusammenhang man von der künstlerischen Struktur spricht. Danach wird die künstlerische Struktur an sich genauer untersucht, bzw. die These von der künstlerischen Struktur beschrieben. Inhaltlich hängt der Text sehr stark zusammen, es hat quasi alles miteinander zu tun, somit kann man von einer Gesamtidee ohne jegliche Themenabweichungen sprechen.
Das Textziel ist im Sinne einer Leseaufgabe wohl der Aufbau einer mentalen Repräsentation des Textes. Die Absicht des Autors ist schwieriger zu erklären, da es wohl notwendig wäre das gesamte Werk Mukarovskýs zu kennen, um zu wissen was er mit seinen Ausführungen erreichen wollte. Da das Buch, aus dem dieser Text stammt „Kapitel aus der Poetik“ heißt, nehme ich an, dass er einfach einen Überblick über verschiedenen literaturwissenschaftliche Ansichten geben wollte. Somit soll der Text wohl dazu dienen, den Inhalt zu Lern-, Lehr-, und Forschungszwecken zu vermitteln.
Gliederung
Inhaltlich
Der Text hat ein sehr abstraktes Thema und somit einen komplizierten Inhalt, der aber auf recht knappem Raum untergebracht ist. Wie schon erwähnt hat man beim Lesen das Gefühl, direkt die Gedankengänge des Autors verfolgen zu können, es herrscht ein stetiges Anknüpfen von einem Inhalt an den nächsten. Der Text läuft flüssig und sehr rasch von Inhalt zu Inhalt weiter, erst wird das ästhetische Objekt erwähnt, dann wird es genauer beschrieben durch die künstlerische Struktur, die dann wiederum genauer beschrieben, und in ihre Elemente zerlegt wird.
9
Formal
Der Text ist äußerlich sehr schlecht gegliedert, denn er hat keinerlei graphische Gliederung durch Absätze, und trägt auch keine Überschrift.
Thematische Entfaltung
Der Text besitzt eine nachvollziehbare Texthintergrundslogik, alles im Text hängt zusammen, und der Inhalt wird von Satz zu Satz weitergesponnen.
Die Textvordergrundslogik ist schwieriger festzustellen. Zwar wird inhaltlich auf jeden Fall zusammenhängend gearbeitet, aber man kann eigentlich nicht behaupten, dass wir den Text verstehen, weil er uns besonders dabei hilft 8 . Der Text ist nicht wirklich gut zugänglich. Wenn man den ihn im Hinblick auf die „Brauchbarkeit“ 9 betrachtet, fällt natürlich gleich auf, dass der Text überhaupt nicht „brauchbar“ ist. Der Text unterstützt den Leser nicht beim Erfüllen der Leseaufgabe, und die innere Organisation wird auch nicht graphisch sichtbar gemacht.
Grad an Implizitheit / Explizitheit
Meiner Ansicht nach ist der Text etwas zu implizit gestaltet, um leicht verstanden zu werden, aber im Grunde werden alle Zusammenhänge explizit erläutert. Einige metakommunikative Elemente wären hier sicher sinnvoll um das Textverstehen zu erleichtern.
Kohäsionsmittel
Verweismittel
Die Verwendung verschiedener Kohäsionsmittel hängt natürlich ganz s tark mit dem jeweiligen Satzbau, der in einem Text verwendet wird, zusammen. In diesem Text werden ausgesprochen viele Verweismittel verwendet, die zum Teil auch etwas verwirren können. Wie in diesem Beispiel:
[...] „die Veränderungen ergeben sich aus der stetigen Umgruppierung der gegenseitigen Beziehungen und aus der relativen Wichtigkeit der einzelnen Elemente; im Vordergrund stehen immer diejenigen unter ihnen, die ästhetisch aktualisiert werden, d.h. die, welche mit dem bisherigen Stand der künstlerischen Konvention im Widerspruch stehen; die zweite Gruppe, die sich aus den Elementen zusammensetzt, die sich der bisherigen Konvention unterordnen,
8 Markus Nussbaumer / Peter Sieber: Über Textqualitäten reden lernen - z.B. anhand des Zürcher
Textanalyserasters. In: Diskussion Deutsch. Heft 141. 1995. S.14
9 MzV S.164f.
Arbeit zitieren:
Magdalena Mayer, 2002, Textoptimierung. Ein Versuch zur Verbesserung geschriebener Texte, München, GRIN Verlag GmbH
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