Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Schule als Institution 4
2.1 Begriffliche Klärung 4
2.2 Geschichtlicher Abriss 5
2.3 Zweck und Funktion 7
3 Funktion der Sprache im Unterricht 9
3.1 Kommunikation und Bildung 9
3.2 Kommunikation im Unterricht. 10
4 Besonderheiten der verbalen Kommunikation 11
4.1 Monolog und Dialog. 11
4.2 Lehrerfrage. 13
5 Fallanalyse Deutsch Klasse 4 (Lesen) „Vielleicht wird alles gut“ 17
6 Zusammenfassung. 22
7 Quellenverzeichnis 24
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Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule
1 Einleitung
Kaum ein Gebiet des gesellschaftlichen Handelns erfährt so viel wissenschaftliche Beachtung wie die Schule. So gibt es ganze Wissenschaftsdisziplinen, die sie zum Gegenstand haben: die Pädagogik und Erziehungswissenschaft, die allgemeine Didaktik und Methodik, die Schultheorie. Aber auch verschiedene Teildisziplinen von Psychologie und Soziologie befassen sich auf systematische Weise mit dieser Institution. Sogar bis hin zur Rechts- und Verwaltungswissenschaft erstreckt sich ihre wissenschaftliche Behandlung. All diese Disziplinen thematisieren am Gegenstandsbereich „Schule“ Aspekte ihres Interesses, welches meist auf die Vermittlung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, von Reflexion und Legitimation der Lehrertätigkeit bezogen ist.
Obwohl die soeben angesprochene Funktion der Wissensvermittlung ohne die Sprache nicht möglich wäre und die Praxis der Lehrperson aber auch das Handeln des Schülers vorwiegend sprachlich ist, rückte die Kommunikation in der Schule erst recht spät in das Blickfeld der Sprachwissenschaft. Frühere Begegnungen bleiben demgegenüber meist beschränkt auf Versuche im Rahmen der Spracherwerbsforschung sowie syntaktische und semantische Merkmale der Schülersprache. Doch Sprache ist nicht mehr nur im Sinne von Sprachsystem (Langue), sondern im Sinne von Sprachverwendung (Parole), als sprachliches Handeln zu verstehen, welches durch audiovisuelle Aufzeichnung gesprochener Sprache gewonnen wird. Es geht also um Sprechen und Hören, um das sprachliche Handeln der Schüler und Lehrer und darum, welche Strukturen es hat und wie es sich zu den Zwecken der Institutionen verhält. Diese authentische Kommunikation wird durch eigene Verfahren der Linguistik bearbeitet (Transkriptionsmethode) und mit Kategorien und Methoden untersucht, die dem Handlungscharakter von Sprache Rechnung tragen (z.B. Musteranalyse, Analyse der Gesprächskonstitution). Die institutionelle Kommunikation allgemein erfährt somit immer größere Bedeutung. Dies hat insofern seine Berechtigung, als Interaktion und Kommunikation in Institutionen eine herausragende Rolle im täglichen Leben spielen, zumindest in Gesellschaften, wie es unsere eine ist. Besonders die Kommunikation in der Schule ist zur umfassenden Analyse sehr nützlich und wichtig, da sie einen zentralen Ausschnitt aus dem gesamten sprachlichen Handeln, ein Ausschnitt, der die Biographie fast aller Menschen über Jahre hinaus bestimmt, darstellt.
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Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule
Trotz der steigenden Bedeutung lässt sich eine Literaturvielfalt zum Thema „Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule“ noch nicht verzeichnen, was dadurch eine umfangreiche und zeitgemäße Darstellung des Themas noch nicht ermöglicht. Die vorliegende Arbeit zum soeben genannten Thema beschäftigt sich speziell mit sprachlicher Kommunikation im Unterricht, also der Mitteilung, Verständigung, Übermittlung von Informationen.
Unter Unterricht versteht man die „planmäßige, regelmäßige Vermittlung von Fähigkeiten, Wissen und Fertigkeiten in einem bestimmten Fach oder einen durch ein Bildungsziel geprägten Fächerkanon.“ (http://www.brockhaus.de.28.03.03). Der Aufbau der Arbeit ist Folgender:
Zuerst soll die Schule als Institution vorgestellt werden. Dabei wird der Begriff Schule näher erläutert, die geschichtliche Entwicklung in einem Abriss kurz dargestellt und auf den Zweck bzw. die Funktion dieser Institution eingegangen.
Der Hauptteil beinhaltet nun die problemorientierte Ausarbeitung zum Thema. Dabei stehen die Funktion der Sprache im Unterricht, Besonderheiten der verbalen Kommunikation sowie das Verhalten der Gesprächspartner und sich daraus ergebene Probleme im Vorder-grund. Anhand eines Praxisbeispieles sollen Teile der dargestellten Theorie ihre Anwendung finden.
2 Schule als Institution
2.1 Begriffliche Klärung
Die Schule (lat.: schola: Unterrichts (stätte), „Muße“, „Ruhe“; griech.: scholé: „Innehalten (bei der Arbeit)“) ist eine „Einrichtung zur Erziehung und Bildung der heranwachsenden Generation einer Gesellschaft.“ (Meyers Neues Lexikon 1964, S. 359). Ihre Aufgabe ist es allen „Kindern und Jugendlichen (im weiten Sinn auch Erwachsenen) durch planmäßigen Unterricht Wissen, Erkenntnis, Einsicht und die Fähigkeit zu begründetem Urteil zu vermitteln“, welches ihnen eine selbständige Lebensführung ermöglichen soll (www.brockhaus.de.28.03.03). Als Träger dieser Institution Schule fungieren der Staat (öffentliche Einrichtung) oder gesellschaftliche Gruppen (z.B. Ki rche) bzw. Stiftungen und Privatpersonen (Privatschule). Die Schule ist politischen und sozialen Einflüssen unterwo rfen, die eine Anpassung der Heranwachsenden an die herrschenden Wertvorstellungen fordern, um eine Erhaltung des gesellschaftlichen Systems zu gewährleisten
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Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule
(Reproduktion). „SCHULE als dauerhaft gesetzte INSTITUTION, mit professionellen LEHRERN, einem fixierten LEHRPLAN und einem von LEISTUNGSSTANDARDS bestimmten LEHRGANG, wird zunächst für die QUALIFIZIERUNG von Spezialisten eingereicht. → (SCHULE ALS PRIVILEG)
SCHULE heute ist zu einer staatlich-öffentlichen kontrollierten Veranstaltung für alle Heranwachsenden einer Generation geworden (SCHULPFLICHT).
Aus dem klassenspezifisch geprägten Bildungssystem des 19. Jahrhunderts ist eine offene Einrichtung allgemeiner Bildung und ein universeller Mechanismus der Konstruktion von Lebensabläufen geworden.“ (http://www.tu-bs.de/institute/schulpaedagogik/folien/2-1_Schule_als_Institution.pdf.28.03.03).
2.2 Geschichtlicher Abriss
Die Entwicklungslinie der Institution Schule kann auf das 3. Jahrtausend v. Chr. zurückgeführt werden. So entstanden im Zuge des kulturellen und sozialen Wandels die ersten Schulen (Haus der Täfelchen) in Mesopotamien, um den stark gewachsenen Bedarf an Schreiber zu befriedigen. Bereits in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurden nicht mehr nur die Kulturtechniken (Rechnen, Lesen, Schreiben) gelehrt, sondern Wissen, Fähigkeiten und Bildung ihrer Zeit (z.B. Musik, Literatur, Grammatik) kamen hinzu. Die Schulen waren in Tempeln und Palästen untergebracht. Auch in Ägypten kam es zum Aufstieg einzelner Schreiber zu hohen Ämtern. Sie gehörten nun dem angesehenen Beamtenstamm an.
Antike Schulen machten im 5. Jahrhundert v. Chr. den Anfang der Hochschulkultur in Griechenland, aufgrund der beginnenden Demokratisierung des öffentlichen Lebens. Insbesondere in Athen hat der ökonomische und politische Strukturwandel dazu geführt, dass die freigeborenen Knaben und Jünglinge ein notwendiges Maß an Sachkenntnissen erhie lten und ihnen die Fertigkeiten des Sprachgebrauchs, des Lesens und des Schreibens durch einen Privatlehrer gelehrt wurden. Ältere Knaben erhielten in einem Gymnasium neben musisch- literarischem Unterricht (Grammatik, Dichtung, Rhetorik, Didaktik, Musiktheorie etc.) eine sportlich-militärische Ausbildung. Durch den Niedergang der Stadtkultur und die zunehmende Christianisierung des Abendlandes in der Spätantike verschwanden die ant iken Schulen immer mehr.
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Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule
Die Kloster- und Domschulen in Europa waren Einrichtungen des Mittelalters für eine standesspezifische Berufsausbildung des Klerikernachwuchses, aber auch für Kinder aus höfischen Kreisen. Sie vermittelten eine grundlegende Beherrschung der lateinischen Sprachen, in der die geistlichen Schriften des Mittelalters verfasst waren. Die Bildung lag fest in den Händen der Ki rche.
Die aufkommende Schriftlichkeit im Handelsverkehr veränderte im 13. Jahrhundert die soziale Stellung der Kaufleute und Handwerker aufblühender Städtewesen. Neben den Lateinschulen wurden nun stadteigene und private „deutsche“ Schulen gegründet, in denen der Mitglieder der Handwerkszünfte und Kaufmannsgilden Kenntnisse und Fähigkeiten im Lesen, Rechnen und Schreiben in der Muttersprache vermittelt wurden. Es kam mehr und mehr zur Verweltlichung der Schule.
Eine neue und größere Bedeutung erhielt die Schule mit der Entstehung der Territorialstaaten im 17. und 18. Jahrhundert, die durch ein abgegrenztes Staatsgebiet und eine zentrale Verwaltung gekennzeichnet sind. Durch die Entmachtung der traditionellen Herrschaftsstände Adel und Klerus entstehen die absolutistischen Herrschaftssysteme des 18. Jahr-hunderts. Sie sind an der Sicherung der Herrschaft und der Steigerung der Wirtschaftskraft interessiert. Die Schule soll den tüchtigen Untertanen hervorbringen. Neben ersten kommunalen und territorialen Schulordnungen wurde die allgemeine Schulpflicht für alle, die den nötigen Unterricht nicht zu Hause erhielten, eingeführt. Am Ende des 18. Jahrhunderts führte die stärker werdende bürgerliche Aufklärungsbewegung und die in dieser Zeit entstehende pädagogische Wissenschaft zu einer neuen Sicht der Schule als Institution allgemeiner und umfassender Menschenbildung im Sinne menschlicher Vervo llkommnung und vernunftorientierter Selbstbestimmung. Die Feudalgesellschaft mit ihrer ausgeprägten städtischen Struktur und einem standesspezifisch ausgerichteten Schulsystem wandelte sich zur bürgerlichen Gesellschaft, in der die Berufs- und Lebenschancen der Menschen über ihre soziale Herkunft hinaus erweitert wurden, Wachsende berufliche Arbeitsteilung und zunehmend wissenschaftliche Differenzierung machten die schulische Förderung und Entwicklung spezieller Fähigkeiten und Fertigkeiten notwendig. Die Bedeutung des Schulwesens für das Gemeinwesen nahm im 19. Jahrhundert also zu. So forderte man (Pestalozzi, Humboldt, Herbart u.a.) eine grundlegende Bildung. Um die Leistungsfähigkeit von Schülern und Lehrern zu steigern kam es neben dem Aufblühen der Fachliteratur ansatzweise zur Professionalisierung der Lehrer/innen durch Seminarausbildung. Ende des 19. Jahr-
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Arbeit zitieren:
Susan Grüßner, 2003, Sprachliches Handeln in der Bildungsinstitution Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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