Gliederung:
1. Begriff „Reliquie“ 2. Reliquien bei der Griechen 3. Das Objekt des Reliquienkultes 4. Reliquien in Sparta 5. Funktion der Reliquien
1. Begriff „Reliquien“
Reliquien sind Überbleibsel von Heiligen, besonders die sterblichen Überreste, aber auch Gegenstände, die besonders verehrt werden, weil ihnen wunderbare Wirkung zugesprochen wird.
Es gibt Unterschied zwischen primäre und sekundäre Reliquien. Primäre Reliquien sind
der Körper des Heiligen selbst oder Teile von ihm, zum Beispiel Finger, Schädel oder Haare. Sekundäre Reliquien sind Gegenstände, mit denen Heilige zu Lebzeiten umging
oder Gegenstände, die mit der primären Reliquie in Verbindung stehen.
2. Reliquien bei der Griechen
Die Reliquienverehrung ist in der katholischen Christenheit, wo das religiöse Element eine stark ausgeprägte Rolle spielt, besonders bekannt. Ganz anders ist bei den antiken Griechen, bei denen die historische Dimension der Reliquien wichtig ist. Überreste, die von Griechen als Reliquien verehrten wurden, haben sehr selten eine Verbindung zu den Göttern. Die Götterreliquien zählen im antiken Griechenland eher zur Ausnahme. 1 Das gilt, weil für Griechen die Götter gegenwärtig sind, während verschiedene Reliquien bereits Vergangenes symbolisieren.
Die meisten von den mythischen Reliquien stammen von den Heroen. Sie wurden im jeweiligen Heiligtum aufbewahrt, und in meisten Fällen dem Publikum vorgezeigt. Wie im Christentum wurde den Reliquien eine besondere Wirkung angeschrieben.
3. Das Objekt des Reliquienkultes
Also was oder welche Gegenstände wurden von den Griechen als Reliquien betrachtet. Wie gesagt die meisten von den mythischen Reliquien stammen von den Heroen, dazu zählen die Gebeine oder Körperteile eines Heros. Allgemein waren alle Reliquienteile
im Grabe aufbewahrt, das heißt sie waren nicht sichtbar.
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1
Vgl. Scheer, Tanja Susanne: Ein Museum griechischer „Frühgeschichte“ in Apollontempel von Sikyon, in: KLIO 78 (1996/2), S. 354.
2 Vgl. Pfister, Friedrich: Der Reliquienkult im Altertum, Berlin, New York: de Gruyter, 1974, S.322ff.
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Als Heroengrab bezeichneten Griechen ein Grab, das die Gebeine eines Heros enthält. 3 Das äußerliche Aussehen eines Heroengrabes beschreibt Pausanias im fünften Buch als
ein Halbinsel, der von einer steinernen Einfassung umgeben war, Bäume wuchsen in dem heiligen Bezirk und Bildsäulen waren darin aufgestellt. Der Eingang lag gegen Westen.
Diese Beschreibung ist typisch für die Heroenheiligtümer, die als Grab galten. In den meisten Fällen war das Grab nur aus einem Erdhügel und einem Steingehege zur Abgrenzung vom profanen Gebiet bestanden. Innerhalb des Bezirks hat sich eine Opfergrube oder ein Altar befunden. In der frühen Antike wird ein Gebäude in den Beschreibungen fast nie erwähnt. Erst in der hellenischen Zeit kann man ein vollständiges über dem Grab erhobenes Gebäude, das als ein Mausoleum aussieht, in den Beschreibungen begegnen.
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Die beste und die ehrenvolle Lage des Heroengrabes war der Mittelpunkt der Stadt, der
Markt. Außerdem waren die Heroengräber in die Heiligtümer von Gottheiten
aufgenommen oder waren ganz in der Nähe vom Heiligtum eine r Gottheit mit der der Heros in Verbindung stand, gelegt. Damit ein Heros im Heiligtum der Gottheit begraben werden konnte, sollten einige Voraussetzungen erfüllt werden.
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- der Heros soll als Gründer oder Priester der Gottheit, in deren Heiligtum er bestattet ist, gelten;
- der Begrabene soll Sohn, Schützling oder Geliebter der betreffenden Gottheit sein;
- der Begrabene soll zur Sühne im Heiligtume beigesetzt;
- ein Heros kann wegen besonderer Verdienste im Götterheiligtum bestattet werden.
Im Allgemeinen hat es als Ehrung für den Heros gegolten, wenn er im Heiligtume eines Gottes bestattet war.
Es geben auch Berichte, dass die Heroen in anderen, nicht direkt dazu geeigneten Stellen, begraben wurden. Zum Beispiel im eigenen Hause, im Stadion, im Gymnasion, in der Bibliothek, vor den Toren und Türen und sogar unter der Stadtmauer. In jedem Fall kann man sagen, dass den Gebeinen der Heroen ein öffentlicher Platz geschenkt wurde, wo sie mit dem Stolz gezeigt wurden.
Die Heroengräber sollten auf keinem Fall berühr t werden. Plutarch behauptet, dass im Jahre 383 das Grab der Alkmene in Theben von Spartiaten geöffnet wurde und die
4 Ebd., S.418f.
5 Ebd., S.450ff.
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Arbeit zitieren:
Lana Novikova, 2005, Mythische Reliquien: Sparta, München, GRIN Verlag GmbH
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