Inhaltsverzeichnis
Das synoptische Problem und seine Lösung. 1
1 Was ist das synoptische Problem? 3
2 Die verschiedenen historischen Theorien zur Lösung des synoptischen Problems 3
2.1 Die Urevangeliumshypothese (um 1750) 4
2.2 Die Fragmententheorie (um 1800) 4
2.3 Die Traditionshypothese (um 1800) 5
2.4 Die Benutzungshypothese als Wegbereiter der Zweiquellentheorie 6
3 Die klassische Zweiquellentheorie als aktuelle Lösung des synoptischen Problems 7
3.1 Markus als Quelle für Matthäus und Lukas 7
3.1.1 Die Perikopenreihenfolge 7
3.1.2 Die Sprache. 7
3.1.3 Sachliche Verbesserungen. 8
3.1.4 Die Wortstatistik. 8
3.1.5 Das Markussondergut 8
3.2 Eine zweite gemeinsame Quelle für Matthäus und Lukas: die Logienquelle „Q“ 8
4 Die Logienquelle „Q“ 9
4.1 Zeit und Ort der Entstehung von „Q“ 9
4.2 Sprache und Art der Überlieferung 9
4.2.1 Griechisches oder aramäisches Original? 9
4.2.2 Mündliche oder schriftliche Überlieferung? 10
5 Die Zweiquellentheorie: Begründungen und Probleme 10
5.1 Dubletten. 10
5.2 Doppelüberlieferungen 11
5.3 Minor agreements 12
5.4 Sondergut 13
5.4.1 Markussondergut. 13
5.4.2 Sondergut von Matthäus und Lukas 13
5.5 Die Lukanische Lücke. 13
6 Die schematische Darstellung der Zweiquellentheorie 14
7 Ergebnis. 14
8 Literaturverzeichnis 15
2
1 Was ist das synoptische Problem?
Die synoptische Frage behandelt das literarische Verhältnis der drei synoptischen Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas zueinander. Es fällt nämlich auf, dass manche Erzählungen bzw. größere Erzähleinheiten in allen drei Evangelien fast wortgleich niedergeschrieben sind, andere Perikopen wiederum werden nur von einem oder von zwei Evangelisten überliefert. Deshalb wird davon ausgegangen, dass ihre Entstehungsgeschichte auf irgendeine Weise zusammenhängt. Zum einen sind Inhalt und Anordnung des Stoffes bei allen drei Synoptikern ähnlich. Zu Beginn wird immer die Verhaftung Johannes des Täufers angeführt, darauf folgt die Geschichte Jesu von der Taufe bis zur Leidensgeschichte. Dabei stellt das Petrusbekenntnis eine Zäsur dar. Der gesamte Stoff wird in episodenhaften Einzelgeschichten vermittelt.
Zum anderen stimmen Matthäus, Markus und Lukas in vielen Einzelheiten überein. So sind Texte teilweise annähernd identisch. Wortwahl und Satzbau weisen große Übereinstimmungen auf. Daraus folgert man, dass es sich nicht um zwei oder drei unabhängige Augenzeugenberichte handeln kann. Denn dass diese nicht rein zufällig gleichlautend sind, erscheint durchaus plausibel, vor allem, weil dies nicht nur stellenweise, sondern in vielen längeren Texten der Fall ist. Dennoch stehen dieser Gleichheit ausgeprägte Unterschiede im sprachlichen Ausdruck wie auch Widersprüche gegenüber: Am deutlichsten zu erkennen beim Stammbaum Jesu oder dem Wohn-ort von Jesu Eltern.
Es stellt sich also die Frage, worin dieses eigenartige Nebeneinander von zugleich enger Ver-wandtschaft und doch starker Verschiedenheit begründet liegt. Dieser Frage nach der „concordia discors“ soll in dieser Hausarbeit nachgegangen werden und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt werden.
2 Die verschiedenen historischen Theorien zur Lösung des sy-
noptischen Problems
Zur Klärung des Verhältnisses der Synoptiker zueinander gab es in der Geschichte mehrere Lösungsversuche und Hypothesen.
Die Forschung um die Synopse begann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Viele der damals entwickelten und später weiterentwickelten Theorien und Hypothesen wurden schnell wieder abgelehnt. Die wichtigsten dieser historischen, heute allerdings überholten Theorien, sind Urevangeliumshypothese, Fragmententheorie, Traditionshypothese und Benutzungshypothese. Im folgenden Teil sollen diese vier alten Theorien dargestellt und auf ihre Brauchbarkeit hin untersucht und bewertet werden.
3
2.1 Die Urevangeliumshypothese (um 1750)
Vornehmlich zwei Wissenschaftler beschäftigten sich mit dieser Ansicht. Es waren Gotthold Ephraim Lessing (1729-1784) und Johannes Gottfried Eichhorn (1752-1827). Die Grundlage dieser Hypothese bildet ein Aramäisch verfasstes Evangelium (Urevangelium) welches heute jedoch nicht mehr erhalten ist. Dieses Aramäisch verfasste Evangelium stellte das ganze Leben Jesu dar. Die vier Evangelien in der Bibel stellen demnach unabhängige Übersetzungen dieses Urtextes dar.
Gotthold Ephraim Lessing vertrat die Meinung, Matthäus, Markus, und Lukas hätten eine auf hebräisch vorliegende Urschrift so gut sie es konnten übersetzt. Dadurch erklärt er sprachliche Übereinstimmungen den Wortschatz betreffend. Die Unterschiede begründet er mit teilweise unvollständigen Exemplaren dieser Urschrift. Lessing nahm an, dass Markus nur eine lückenhafte Vorlage zur Verfügung stand.
Johannes Gottfried Eichhorn nahm ebenfalls ein aramäisches Urevangelium an. Neben verschiedenen Fassungen dessen sollen die Synoptiker außerdem andere Quellen neben diesem Urevangelium benutzt haben. Damit erklärt er die Unterschiede in den drei Evangelien. Durchsetzen konnte sich diese Urevangeliumshypothese nicht, da die Schwierigkeiten, die sich bei Beschäftigung mit den drei Evangelien ergeben, mit einer Schrift erklärt werden, die es heute nicht mehr gibt und deren Existenz bisher nicht nachzuweisen ist. Es gibt sehr starke Abweichungen (z.B. bei der Versuchung Jesu) und bei Markus fehlen einige Geschichten gänzlich. Die Theorie ist somit nicht zu bestätigen und deshalb unhaltbar.
2.2 Die Fragmententheorie (um 1800)
Die Fragmententheorie oder auch Diegesenhypothese wurde von F.D.E. Schleiermacher (1768-1834) entwickelt.
Am Anfang stehen viele Einzelgeschichten die so genannten Fragmente. Sie wurden von den Verfassern der Evangelien in unterschiedlicher Auswahl und Reihenfolge gesammelt und aufgeschrieben.
Die Evangelien als Sammlung von einzelnen Perikopen anzusehen ist heute wenig umstritten. Es stellt sich dennoch die Frage, worin die übereinstimmende Reihenfolge der Einzelgeschichten begründet liegt.
Auf diese Frage gibt die Diegesenhypothese keine Antwort. Deshalb gibt auch diese Fragmen-tentheorie keine eindeutige Antwort auf unsere Frage nach dem synoptischen Problem. Dennoch ist diese Hypothese in den heutigen Forschungen anerkannt.
4
2.3 Die Traditionshypothese (um 1800)
Während Lessing, Eichhorn und Schleiermacher von einer schriftlichen Basis ausgehen, bildet bei der Traditionshypothese von Johann Gottfried Herder ein nicht schriftliches sondern ein mündlich überliefertes Traditionsgut die Ausgangssituation.
Bei den Aposteln hat sich also früh ein mündliches Evangelium herausgebildet. So wird die Übereinstimmung der Perikopenreihenfolge erklärt.
Erst als auch Kirchenprovinzen ein Evangelium haben wollten kam es, so Herder, zur Verschriftlichung. Die Evangelisten nahmen nun, jeder für sich, Ergänzungen vor, um das Werk der entsprechenden Zielgruppe anzupassen. So werden die großen Unterschiede erklärt. Johann Karl Ludwig Gieseler erweitert diese These indem er ein mündlich tradiertes aramäisches Urevangelium der Jünger Jesu annimmt. Dieses Urevangelium wurde dann aus Missionsgründen schriftlich ins Griechische übersetzt und dabei den Bedürfnissen der einzelnen Gemeinden angepasst.
Die Traditionshypothese kann durchaus den großen inhaltlichen Konsens der Evangelien erklären. Für die großen wörtlichen Übereinstimmungen bietet sie jedoch keine plausible Erlärung.
5
Arbeit zitieren:
Christian Meding, 2004, Das synoptische Problem und seine Lösung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
"Ad Apostolice Dignitas" - Die Absetzung Friedrichs II
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 16 Seiten
Don Juan und Catalinon, alias ...
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Hausarbeit, 13 Seiten
Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (MT 20,1-16)
Theologie - Biblische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Zu: Paul Watzlawick, Menschliche Kommunikation - Formen und Störungen
Hausarbeit, 26 Seiten
Mobbing in der Schule - Rollenspiele als Lösungsansatz
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Seminararbeit, 10 Seiten
Methoden im Sachunterricht - Ein methodengeschichtlicher Rückblick und...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Seminararbeit, 23 Seiten
Die Rolle handlungs- und produktionsorientierter Methoden im Literatur...
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Exegese der Bibelstelle Lukas 2, 1-21
Theologie - Biblische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Heutiges Sündenverständnis und neue Ansätze von Schuld in der Auseinan...
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit, 15 Seiten
Psychologie - Persönlichkeitspsychologie
Zwischenprüfungsarbeit, 19 Seiten
Seelsorge an Trauernden als Begleitung von Lebensgeschichte
Theologie - Praktische Theologie
Seminararbeit, 17 Seiten
Das althochdeutsche Georgslied
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Die politische Ethik Martin Luthers in seiner Schrift "Von weltli...
Bedeutung für seine Zeit - Bed...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Untersuchung des Wesens von Don Giovanni anhand von Peter Sellars&...
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Deutschunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Christian Meding hat den Text Das synoptische Problem und seine Lösung veröffentlicht
Christian Meding hat einen neuen Text hochgeladen
Ich habe ein Problem. Wie könnte ich dazu eine Lösung finden?
Schnell zu kreativen Lösungen
Toni Stuppert
Strafrechtsvergleichung als Problem und Lösung
Susanne Beck, Christoph Burchard, Bijan Fateh-Moghadam
Parallel Problem Solving from Nature - PPSN III
International Conference on Ev...
Yuval Davidor, Reinhard Männer, Hans-Paul Schwefel
Grid-Based Problem Solving Environments
IFIP TC2/WG2.5 Working Confere...
Patrick W. Gaffney, James C. T. Pool
FRE-ETUDES SAMARITAINES PENTAT
Rothschild Aj -P
0 Kommentare