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I. 1. Fragestellung und Thema S. 2 I. 2. Michel de Montaigne S. 2
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II. 1. Reisehaltung im 16. Jahrhundert S. 3
II. 2. Italienreisen im 16. Jahrhundert S. 5
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III. 1. Montaignes Reiseabsichten S. 6
III. 2. Montaignes Reisegesellschaft S. 9
III. 3. Montaignes Schreibweise S. 10
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IV. 1. Naturerfahrungen S. 11 IV. 2. Städte S. 13 IV. 3. Begegnungen S. 14 IV. 3. Kunst S. 15
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I. 1. FRAGESTELLUNG UND THEMA
Montaignes „7DJHEXFK HLQHU 5HLVH GXUFK ,WDOLHQ“ wurde zufällig 200 Jahre nach seinem Tod entdeckt und 1774 erstmals herausgegeben.
Wie war die Einstellung zum Reisen zu der damaligen Zeit, was waren Montaignes Reisemotive, welche Art von Themen bevorzugte er und wie behandelte er sie? Diese Arbeit soll einen kleinen Einblick über die Hintergründe und Montaignes Intention zur Abhandlung des Tagebuches geben.
I. 2. MICHAEL DE MONTAIGNE
Michel de Montaigne (*28.2.1533 - †13.9.1592) lebte in Frankreich in der ausgehenden Renaissance, zur Zeit der Reformation und beginnenden Gegenreformation. Er erhielt eine humanistische Schulbildung und studierte Rechtswissenschaften in Toulouse und Bordeaux. Er war Steuerrat in Périgueux und später Parlamentsrat in Bordeaux. 1
1570 legte Michael de Montaigne alle Ämter nieder und zog sich 1571 auf sein Schloss zurück, wo er 1572 mit den Aufzeichnungen von „OHV(VVDLV“ begann. Er war mit den „Essais“, die erstmals 1580 erschienen, der Begründer einer neuen Literaturgattung: Der (das) Essay („Versuch“, „Abhandlung“) ist im Gegensatz zur wissenschaftlichen Untersuchung eine von subjektiver Erfahrung und Reflexion bestimmte Erörterung eines vom Autor selbstgewählten Themas. In der Regel betrifft dieses Thema aktuelle Zeitfragen, Lebensfragen, ebenso die eigene Haltung zur Ethik, der Religion, der Möglichkeit von Erkenntnis.
Am 12. Juni 1580 verließ Michel de Montaigne das Schloss, in dem er fast zehn Jahre in großer Einsamkeit an seinen (VVDLV gearbeitet hatte, um eine Reise nach Italien anzutreten. Erst siebzehn Monate später sollte er nach Hause zurückkehren. 2 Die Aufzeichnungen von seiner Reise, die er durch Deutschland, die Schweiz und Italien 1580/81 unternahm, sind durch ihren frischen, von subjektiver Erfahrung und realistischer Beschreibung geprägten Erzählstil besonders anregend zu lesen.
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II. 1. REISEHALTUNG IM 16. JAHRHUNDERT
Montaigne gehört zu den Reisenden, für die das Unterwegssein der eigentliche Zweck ist. Wohin auch immer ihn die Laune des Augenblicks lenkte, es war stets der richtige Weg, seine Route. Die Fortbewegung an sich bereitete ihm Vergnügen, nicht erst das Erreichen seines Ziels. War diese freie und lustvolle Art des Unterwegsseins charakteristisch für die Renaissance und deckt sie sich mit der Reisehaltung der Menschen jener Zeit? Keineswegs, denn den meisten war eine so zweckfreie und genießerische Einstellung zum Reisen fremd.
Seit dem Mittelalter bestand für die Mehrheit der Reisenden die Reisestrecke an sich aus einer Folge von beschwerlichen und gefährlichen Situationen, die es zu bewältigen galt. Nicht der Genuss, sondern das heile Ankommen war wichtig. Allerdings gewinnt im 16. Jahrhundert immer mehr der „Weg“ an Bedeutung. Berichte, in denen die Freude am Reisen durchscheint werden immer häufiger.
Während im frühen Mittelalter beschwerliche Pilgerfahrten und Kreuzzüge das „Reisen“ bestimmten, folgten im Spätmittelalter sogenannte Abenteuerreisen. Kaufleute waren aus beruflichen Gründen in fernen Ländern unterwegs um allerlei Waren zu beschaffen. Mit der Renaissance begann das Zeitalter der Entdeckungen. Es setzte ein verstärktes Bestreben ein, die Welt systematisch zu erkunden. Um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert gingen erst Kolumbus und dann Magallan auf ihre großen Entdeckungsfahrten. Gutenberg erfand den Buchdruck. Der Reisende der Renaissance wandelte sich vom Erzähler zum Beobachter, der Fehler im damaligen Weltbild berichtigte und neue Beobachtungsperspektiven eröffnete und anwandte.
Die verschiedenartigsten Motive haben im 16. Jahrhundert eine Vielzahl von Menschen zu Zielen in ganz Europa geführt. Diese Vielfalt spiegelt sich in der großen Zahl von Niederschriften über diese Reisen wider. Die Menge an Reiseberichten der unterschiedlichsten Art ist um so erstaunlicher, da nur eine winzige Minderheit von Reisenden im 16. Jahrhundert imstande war oder das Bedürfnis verspürte, ihre Eindrücke schriftlich festzuhalten. Ursprünglich an Verwandte und Freunde gerichtet, wurde der Reisebericht schon bald „Ersatz“ für das Reisen. Reiseberichte wurden als Anleitung für zukünftige Reisen verfasst. Sie dienten als Quelle des Wissens für solche, die nicht reisten. Es entstand das Bedürfnis, das, durch Reisen erworbene, Wissen mit anderen teilen zu wollen.
Die Reiseberichte nehmen im 16. Jahrhundert zunehmend autobiographische Züge an, vor allem Berichte reisender Kaufleute, fahrender Gelehrter und Berichte über die Kavalierstour. 3
Ein besonders beliebtes und oft beschriebenes Reiseziel war Italien.
II. 2. ITALIENREISEN IM 16. JAHRHUNDERT
Am Anfang stand die religiöse Motivation. Die meisten mittelalterlichen Italienreisenden waren Gläubige, die zu den Gnadenstätten der heiligen Stadt Rom pilgerten. Weit verbreitet war der Gedanke, dass man durch Pilgerreisen das Seelenheil erlange. Für die Humanisten des 16. Jahrhundert war eine Reise nach Italien, nach Rom, eine unumgängliche Pilgerfahrt. Bis ins 18. Jahrhundert war die Masse der Italienreisen, auch wenn sich daneben andere Interessen, z.B. das Altertum, geltend machten, überwiegend durch religiöse Motive geleitet. Auch heute, im 20. Jahrhundert, halten Katholiken noch Wallfahrten nach Rom ab.
Seit dem 16. und 17. Jahrhundert änderte sich die Reisemotivation in Richtung Italien fundamental. Sogenannte Kavaliers- und Bildungsreisen fanden immer mehr Anhänger. Es kamen in größerer Zahl „Kavaliere“nach Italien. An den zahlreichen Universitäten und Akademien ließ es sich, im Angesicht der weltlichen und kirchlichen Denkmäler, praktisch-wissenschaftlich arbeiten. Ein wichtiges Element der Kavalierstour und der Bildungsreise war über Jahrhunderte hinweg die politische Bildung gewesen. Man informierte sich von Stadt zu Stadt, von Territorium zu Territorium über Verfassung und Regierungspraxis (zum Beispiel Lucca). Im Zeitalter des Absolutismus war bewahrte Selbstverwaltung in Städten von besonderer Bedeutung. In der Epoche der Aufklärung wurden die als dekadent empfundenen Oligarchien (etwa in Venedig und Genua) Gegenstand der Kritik.
Mehr als andere Reisen, war die italienische Tour damals standardisiert. Man benutzte gewöhnlich Postrouten. Der Weg über den Alpenpass war beschwerlich, da er nicht mit Kutschen passiert werden konnte. Die ganze Reise dauerte mindestens vier Monate, nicht selten ließ man sich aber über ein Jahr Zeit.
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Arbeit zitieren:
Kathrin Haubold, 2002, Montaignes Tagebuch einer Reise durch Italien, München, GRIN Verlag GmbH
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