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8 Perspektiven
9 Schlussbetrachtung
10 Literaturverzeichnis 21
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Verhaltensorientierte Maßnahmen (vgl. BADURA, RITTER,
MÜNCH, 1997, S.12)
Tabelle 2: Verhältnisorientierte Maßnahmen (vgl. BADURA, RITTER,
MÜNCH, 1997, S12)
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Waage-Modell des Gesundheitszustands nach
ANTONOVSKY (WALLER, 2001, S. 23) 6
Abbildung 2: Das Verhältnis von Gesundheitsförderung zu Prävention
(PELIKAN/HALBMEYER, 1995, S. 15) 8
Fußnote
Mit den Begriffen: Pflegepersonal, Pflegende, Mitarbeiter, Patienten sind immer weibliche und männliche
Personen gemeint.
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1 Aufbau der Arbeit
„Krankenversicherungsbeiträge steigen“, „Pflegeversicherung vor dem Kollaps“, „Sozialversicherungen vor dem Aus“. So oder ähnliche Schlagworte begleiten uns während der letzten Jahre. Die Probleme sind sehr vielschichtig und bedingt durch den demographischen Wandel, das damit verbundene veränderte Krankheitspanorama und nicht zuletzt durch ökonomische Zwänge. Für die Gesundheitspolitik und alle beteiligten Akteure ergeben sich neue Herausforderungen, zu deren Bewältigung es neuer wissenschaftlicher Grundlagen und Qualifikationen bedarf. Mit der Einrichtung von Studiengängen, Instituten oder Fakultäten an unseren Universitäten hat sich mit einiger Verspätung auch in Deutschland ein neues Fachgebiet etabliert: die Gesundheitswissenschaften. Sie sind als Äquivalent oder Teilbereich zu dem in den angelsächsischen Ländern bereits etablierten „Public Health“ zu sehen. Die Gesundheitswissenschaften beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Einflüssen auf Gesundheit und Krankheit und mit der Entwicklung und Gestaltung bedarfsgerechter Versorgungsstrukturen. Diese Aufgaben und Ziele flankieren und unterstützen die ab den 90iger Jahren in Deutschland etablierte Pflegewissenschaft. Die Gründe für die Notwendigkeit einer Akademisierung der Pflege sind vielschichtig und finden ihre Ursache in veränderten Rahmenbedingungen.
• Mangel an hochqualifiziertem Personal
• Pflegewissenschaft und damit auch Pflegeforschung führt zu einer höheren Effektivität
• Verändertes Krankheitsspektrum (Überalterung, Chronifizierung, Multimorbidität,, Zunahme psychischer und dementieller Erkrankungen) macht neue Konzepte erforderlich
• Veränderung der Anforderungen durch Fortschritt in Medizin und Technik Pflege muss sich heute vielfältigen und umfassenden Aufgaben stellen:
- Prävention - Rehabilitation - Begleitung
- Gesundheitsförderung
- Häusliche Pflege
- Vernetzung der Angebote Eine rein krankheitsorientierte Pflege ist diesen Aufgaben nicht gewachsen. Insbesondere Gesundheitsförderung und Prävention müssen verstärkt und sehr viel wirksamer als bisher betrieben werden. In der vorliegenden Arbeit liegt der
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Fokus auf der Gesundheitsförderung und hier speziell auf der Gesundheitsförderung im Betrieb Krankenhaus. Im zweiten Kapitel wird der Begriff Gesundheit mit verschiedenen Definitionen als alles umspannender Bezugspunkt dargestellt. Im dritten Kapitel wird die Abgrenzung zur Prävention und die Konzepte der Gesundheitsförderung beschrieben um dann im vierten und fünften Kapitel auf die Ebenen und Methoden der Gesundheitsförderung einzugehen. Betriebliches Gesundheitsmanagement, spezielle Belastungsfaktoren im Pflegeberuf und gesundheitsfördernde Maßnahmen im Krankenhaus werden in Kapitel sechs und sieben darge stellt.
In Kapitel acht folgen Perspektiven bevor eine eigene Stellungnahme den Abschluss im neunten Kapitel der Hausarbeit bildet.
2 Gesundheit
2.1 Definition von Gesundheit
Der Autor möchte mit einigen Aussagen und Definitionen den Begriff „Gesundheit“ näher bringen, liegen doch auch darin die Ausgangspunkte für die Entwicklung der Gesundheitsförderung, auf die in den nachfolgenden Kapiteln eingegangen wird. Eine allgemein gültige, anerkannte wissenschaftliche Definition von Gesundheit gibt es nicht. In einer Aussage, nachzulesen in der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1946, wird Gesundheit beschrieben als ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein als das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.
Die WHO will mit dieser Definition Gesundheit aus den engen Bezügen des medizinischen Versorgungssystems lösen. Sie verweist auf das enorme Ansteigen der Kosten für die medizinische Versorgung in allen Industrieländern und plädiert dafür, die Gesundheitspotentiale der Bevölkerung zu stärken, statt immer stärker in die „Bekämpfung“ von Krankheiten zu investieren.
HURRELMANN nimmt diese Aussage auf und schreibt: „Gesundheit bezeichnet
den Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung in Einklang mit den Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet (...).“ (HURRELMANN 2000, S. 8)
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Gesundheit ist nach diesem Verständnis ein Gleichgewichtsstadium, das zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt neu hergestellt werden muss.
Die vielfältigen Möglichkeiten, Gesundheit zu definieren und zu charakterisieren, kommen auch in den verschiedenen Konzepten und Modellvorstellungen von Gesundheit zum Ausdruck. Diese lassen sich danach unterteilen, ob es sich um Laienkonzepte (auch „subjektive Konzepte“) oder um wissenschaftliche Konzepte handelt. Eines der bekanntesten wissenschaftlichen Konzepte, das salutogenetische Modell von ANTONOVSKY, wird nachfolgend dargestellt.
2.2 Die Salutogenese von Antonovsky
Der amerikanisch- israelische Medizinsoziologe ANTONOVSKY (1923-1994) hat unter dem Begriff Salutogenese einen Kontrapunkt zum Risikofaktorenkonzept gesetzt und damit einen theoretischen Hintergrund für Ansätze zur Förderung von Gesundheit entwickelt. Dieses Salutogenese-Modell, das erste Modell, dem ein positiv formulierter Gesundheitsbegriff zugrunde liegt, hat sich als einflussreichstes Konzept im deutschsprachigen Raum durchgesetzt.
Die Medizin mit ihrer pathogenetisch-kurativen Grundhaltung und der Frage- stellung, warum Menschen krank werden, dominiert alle Arbeits- und Wissenschaftsbereiche, die sich mit Krankheit und Gesundheit des Menschen auseinandersetzen. Homöostase als Normalzustand des Menschen und Krankheit als Abweichung von der Norm spiegeln die Grundhaltung aus dem traditionellen Paradigma der Medizin wieder. Dieser Haltung setzt ANTONOVSKY sein salutogenetisches Paradigma entgegen, basierend auf der Annahme einer der menschlichen Existenz innewohnenden Heterostase und Konflikthaftigkeit, in der Ungleichgeweicht und Leid Normalität sind.
In seinem Modell beschreibt er das „Gesundheits-Krankheits-Kontinuum“ mit den Polen Gesundheit/körperliches Wohlbefinden auf der einen Seite und Krankheit/ körperliches Missempfinden auf der anderen. Eine exakte Trennung zwischen den Zuständen Gesundheit und Krankheit gibt es nicht, sondern eine grundsätzliche Gleichzeitigkeit von gesunden und kranken Anteilen, deren Verhältnis zueinander variiert. Die jeweilige Verortung im Gesundheits-Krankheits-Kontinuum hängt von einer Vielzahl sowohl belastender Faktoren (potentielle, psychosoziale, physische und biochemische Stressoren) als auch entlastender Faktoren ( körperliche, psychische, materielle, soziale, kulturelle und makrostrukturelle Widerstandsressourcen) ab. (siehe Abb. 1)
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Abb. 1:Das Waage-Modell des Gesundheitszustands nach ANTONOVSKY (WALLER 2001 S. 23)
Als zentrale Widerstandsressource entwirft er das Konzept des „Kohärenzsinns“ (sense of coherence = SOC). Darin sieht ANTONOVSKY jene Eigenschaft, die dafür verantwortlich ist, dass Personen trotz negativer Einflüsse gesund bleiben. Er sieht darin eine globale Orientierung, ein allgemeines Gefühl der Zuversicht, dass die interne Welt vorhersagbar ist und sich mit großer Wahrscheinlichkeit positiv entwickelt. Drei Komponenten des Kohärenzgefühls beschreibt er zusammenfassend:
1. dass die Anforderungen aus der inneren oder äußeren Erfahrungswelt im
Verlauf des Lebens strukturiert, vorhersagbar und erklärbar sind. → comprehensibility (Vertrauen in die Verständlichkeit eines Ereignisses)
2. dass die Ressourcen verfügbar sind, die nötig sind, um den Anforderungen
gerecht zu werden → managementability (Vertrauen in die Bewältigbarkeit der Anforderungen durch ein Ereignis)
3. dass diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Investitionen und
Engagement verdienen → meaningfulness (emotionale Bedeutung eines Ereignisses) (vgl. ANTONOVSKY 1997, S. 12) Direkte Auswirkungen des Kohärenzsinns auf das Immunsystem werden vermutet. Auf Grund der Orientierung am Thema Gesundheit ist das Modell für Fragen der Gesundheitsförderung von besonderer Bedeutung.
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Stefan Hartmann, 2005, Gesundheitsförderung im Betrieb Krankenhaus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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