Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................. III
Abk ürzungsverzeichnis. IV
Abbildungsverzeichnis. V
Tabellenverzeichnis. V
1. Einführung 1
2. Besonderheiten des Marktes für Gesundheitsleistungen. 2
3. Informationsasymmetrien im Gesundheitswesen 4
3.1. Übertragbarkeit des Principle-Agent-Ansatzes auf den Markt für
Gesundheitsleistungen. 4
3.2. Informationsasymmetrien zwischen Arzt und Versicherung. 6
3.3. Informationsasymmetrien zwischen Arzt und Patient 7
3.4. Informationsasymmetrien zwischen Versicherung und Patient. 10
4. Medical Savings Accounts als Form der Selbstsicherung 12
4.1. Funktionsweise. 12
4.2. Ausgestaltungsmöglichkeiten von MSA-Systemen. 15
4.3. Auswirkungen der Medical Savings Accounts auf
Informationsasymmetrien 16
5. Medical Savings Accounts - eine Alternative für Deutschland? 20
Literaturverzeichnis. 22
III
Abkürzungsverzeichnis
DM Deutsche Mark EU Europäische Union Mrd. Milliarde MSA Medical Savings Account OECD Organisation for Economic Co-operation and Development WHO World Health Organization
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Informationsasymmetrien im Markt für Gesundheits-
leistungen..........................................................................................5
Abbildung 2: Folgen der asymmetrischen Information .......................................10
Abbildung 3: Formen von Moral Hazard in Krankenversicherungs-
systemen.........................................................................................12
Abbildung 4: Typischer Verlauf eines Ansparplanes und den Ausgaben für Gesundheitsleistungen..............................................................13
Abbildung 5: MSA-System verglichen mit anderen Systemen der Gesundheitsausgabenfinanzierung ................................................14
Abbildung 6: Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in Abhängigkeit
zur Preiselastizität...........................................................................19
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Nutzwert eines Arzneimittels...........................................................9
Tabelle 2: Verschiedene MSA-Konzeptionen anhand ausgewählter
1. Einführung
Die Zeitschrift Wirtschaftswoche untersuchte in diesem Jahr das deutsche Gesundheitswesen und kommt zu einer erschreckenden - aber nicht neuen -Erkenntnis: Deutschland hat mit ca. 11 % vom Bruttoinlandsprodukt die höchsten Gesundheitsausgaben in der EU. Der Kölner Gesundheitsökonom und Regierungsberater Karl Lauterbach zieht in einem Artikel einen Vergleich mit anderen EU-Staaten: danach nehmen die Deutschen doppelt so viele Medikamente ein und gehen dreimal häufiger zum Arzt als die Schweden. Des weiteren liegen sie doppelt so lange wie die Franzosen im Krankenhaus. 1 Aus dem deutschen „Vollkaskosystem“ 2 resultiert eine nicht mehr durch den wirklichen Bedarf hervorgerufene Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Des weiteren sieht Lauterbach die Gefahr, dass Ärzte als Dienstleister die Nachfrage selbst stimulieren, das Phänomen der sogenannten arztinduzierten Nachfrage. 3 Auf der anderen Seite gibt es jedoch Länder wie z.B. Singapur, deren Gesundheitsausgaben geringer als 4 % des Bruttoinlandsproduktes sind. 4
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, wodurch eine über den tatsächlichen Bedarf hinausgehende Nachfrage entsteht und ob die in Singapur eingeführten Medical Savings Accounts (MSAs) ein Mittel zur Lösung dieses Problems darstellen. Dazu werden in Kapitel 2 zuerst die Besonderheiten von Gesundheitsleistungen und des dazugehörigen Marktes sowie die Probleme beim Übertragen der Principle-Agent-Theorie auf diesen Markt erläutert. Im dritten Kapitel werden Phänomene, die aus den für den Gesundheitsmarkt typischen Informationsasymmetrien resultieren, näher erläutert. Der vierte Teil der Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise und den Auswirkungen der Medical Savings Accounts auf die Informationsasymmetrien und die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Blick auf
1 Vgl. Ramthun 2003, S. 44.
2 Ramthun 2003, S.44.
3 Vgl. Schönfels 2003, S. 40.
4 Vgl. Hanvoravongchai 2002, S. 16.
1
Deutschland und beschäftigt sich abschließend mit der Frage, ob die MSA eine Alternative für Deutschland darstellen.
2. Besonderheiten des Marktes für Gesundheitsleistungen
Gesundheitsleistungen sind Dienstleistungen, daher sind ihnen die typischen Eigenschaften von Dienstleistungen gemein. Der Konsument tritt als Co-Produzent auf, Produktion und Konsum fallen zusammen (Uno-Actu-Prinzip). Folglich ist eine Lagerung nicht möglich. 5 Des weiteren ist eine Rationalisierung von Gesundheitsleistungen kompliziert oder gar nicht möglich. 6 Da Dienstleistungen zu den immateriellen Gütern gehören ist die Beurteilung der Qualität einer Gesundheitsleistung sehr schwierig. Sie gehören zu den Vertauensgütern, d.h. ihre Qualität und Nutzen ist für den Konsumenten gar nicht, oder erst sehr spät beurteilbar. 7 Daher überwiegen bei der
Konsumentenentscheidung auch die persönlichen Präferenzen, z.B. die Persönlichkeit des Arztes, Freundlichkeit der Sprechstundenhilfe, etc. Hinzu kommt die fehlende Transparenz hinsichtlich des Marktüberblicks. Das zur Verfügung stehende Angebot ist grundsätzlich nicht überschaubar. Daraus erfolgt ein inverses Nachfrageverhalten, d.h. die Nachfrage nimmt bei steigenden Preisen zu, da der Patient die Qualität der Dienstleistung direkt nicht beobachten kann und stattdessen den Preis als Maßstab für die Qualität nimmt. Weiterhin kommt es zu einer Fehleinschätzung des Konsumenten über seinen zukünftigen Bedarf, da er heute bei bester Gesundheit Beiträge für eine Versicherung zahlen soll, die ihn zu einem erst späteren Zeitpunkt im Falle einer Krankheit absichert. 8 Aus dem vorgenannten, sowie aus der Tatsache, dass ein Patient seine konkrete Nachfrage aufgrund fehlenden Fachwissens nicht selbst bestimmen kann und somit die Nachfrageentscheidung dem Arzt in unterschiedlichem Maße überlässt, spricht man auch von fehlender Konsumentensouveränität auf dem Markt für
5 Vgl. Axthammer 1981, S. 3.
6 Vgl. Schachenhofer 1997, S. 88.
7 Vgl. Hajen 2000, S. 54.
8 Vgl. Schachenhofer 1997, S. 87f.
2
Gesundheitsleistungen. 9 Eine weitere Besonderheit diese Marktes ist die mangelnde Substitutionsmöglichkeit für Gesundheitsleistungen. Möglich sind die totale Substitution durch ein anderes Gut (z.B. Bildung), die partitielle Substitution durch andere gesundheitsfördernde Maßnahmen (z.B. Selbsthilfe), sowie die Substitution verschiedener Gesundheitsleistungen untereinander. Je schwerer die Krankheit jedoch ist, desto geringer fallen diese Möglichkeiten aus. 10 Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen ist insbesondere bei schweren Krankheiten oder Unfällen unelastisch 11 , da das Überleben von dem Konsum von Gesundheitsleistungen abhängig sein kann. Eine rationale Entscheidung im Sinne des ‚Homo Ökonomikus’ ist selbst dann nicht mehr gewährleistet, wenn der Betroffene nur glaubt, das er schwer krank sei. 12
Der Markt für Gesundheitsleistungen ist durch viele staatliche Eingriffe gekennzeichnet. Verantwortlich hierfür ist die These des Marktversagens. Ausgangspunkt dieser These ist, dass sich kein pareto-optimaler Preis bilden kann. Grund hierfür ist einerseits die oben erläuterte fehlende Konsumentensouveränität als Merkmal eines vollkommenen Marktes, anderseits das Vorliegen von externen Effekten zusammen mit der Kollektivguteigenschaft von Gesundheitsleistungen. Bei Gesundheitsgütern handelt es sich vorrangig um positive externe Effekte, die eine pareto-optimale Allokation verhindern, d.h. es wird durch den Konsum von Gesundheitsleistungen eines Haushaltes Nutzen bei einem anderen Haushalt gestiftet. Ein Beispiel hierfür ist eine Impfung, die auch eine Schutzwirkung für Personen, die selbst nicht an der Impfung teilgenommen haben, hat, da der Virus durch die geimpfte Person nicht mehr weiter verbreitet werden kann. Ein Kollektivgut ist durch Nichtrivalität im Konsum gekennzeichnet, d.h. bezieht ein Haushalt dieses Gut, kann ein anderer dieses mitbenutzen, ohne das dies den Nutzen des ersten Haushaltes schmälert. Dies ist bei der Impfung ebenfalls gegeben. Das Ausschlussprinzip, d.h. das jemand von der Nutzung eines Gutes ausgeschlossen werden kann greift hier ebenfalls nicht,
9 Vgl. Kern 2002, S. 8.
10 Vgl. Axthammer 1981, S. 4.
11 Es gibt auch elastischere Bereiche der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, vgl. Kapitel 4.3.
12 Vgl. Hajen 2000, S. 72 und Axthammer 1981, S. 3.
3
Arbeit zitieren:
Diplom-Kaufmann Alexander Schmidt, 2004, Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen - Wirkung von Medical Savings Accounts auf die Informationsasymmetrien im Gesundheitswesen, München, GRIN Verlag GmbH
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