Zwischenmenschliche Kommunikation
2. Was ist Kommunikation?
Kommunikation (lat., communicare --teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen) bezeichnet den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Schrift oder Bild Im erweiterten Sinn ist Kommunikation das wechselseitige Übermitteln von Daten oder von Signalen, die einen festgelegten Bedeutungsinhalt haben, auch zwischen nicht-menschlichen Lebewesen, Objekten oder Systemen (vgl. www.wikepedia.org „Kommunikation“).
Kommunikation ist Interaktion zwischen ein oder merheren Interaktionspartnern (vgl. Frindte 2001) Die Teilnehmer der Kommunikation können menschliche Personen aber auch andere Lebewesen oder Objekte sein. Auch zwischen Menschen und Dingen kann eine Kommunikation stattfinden. Und in einem weiteren Sinne wird jedes Verhalten als Reaktion auf etwas oder jemanden als Kommunikation verstanden (vgl.
www.wikepedia.org
„Kommuniaktion“).
2.1 Geschichte
Kommunikation zwischen Lebewesen ist das natürliche Ergebnis der sich über Jahrhunderte entwickelten Formen der Verständigung. Gesten, die Entwicklung der Sprache und die Notwendigkeit sich an gemeinsamen Handlungen zu beteiligen spielten in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle (vgl. Microsoft Encarta Enzyklopedia 2004 „Kommunikation“).
Kommunikation ist somit sozusagen das Ergebnis der Ontogenese und Evolution der Lebewesesn. Die Fähigkeit zur Sprache ist dabei ein menschliches Merkmal. Im Laufe der Zeit haben sich in dem Zusammenhang mittlerweile über 3000 verschiedene Dialekte eingefunden.
Kommunikation als Übermittlung und Empfangen von Gedanken, Informationen und Nachrichten hat sich ganz besonders in den letzten zwei Jahrzehnten verändert. Der schnelle Informationsaustausch über große Entfernungen sowie der leichte Zugang zu Informationen sind zu einem markanten und bedeutsamen Merkmal der menschlichen Gesellschaft geworden (vgl. Microsoft Encarta Enzyklopedia 2004 „Kommunikation“)..
3. Wie kommunizieren wir?
Wenn man nun die menschliche Kommunikation in Augenschein nimmt, kann man zwischen zwei Hauptformen, verbaler und nonverbaler Kommunikation, unterscheiden.
Zwischenmenschliche Kommunikation
Auf der einen Seite kommunizieren Menschen also verbal, mit einer gesprochenen Sprache also, die je nach Kulturkreis unterschiedlich sein kann, und auf der anderen Seite kommunizieren Menschen nonverbal, in allen Formen einer nicht gesprochenen Sprache also. Des Weiteren kann man Kommunikation als eine von Angesicht zu Angesicht stattfindende Interaktion im Zusammenhang eines Informationsaustausches unter zwei oder mehreren Gesprächspartnern beschreiben, „face-to- face-exchange“, (vgl. Frindte 2001, S. 94f.).
3.1 Formen
Wie schon erwähnt gilt es im Wesentlichen die menschliche Kommunikation nach zwei Hauptformen, der dialogischen bzw. verbalen und nonverbalen Kommunikation, zu unterscheiden. Allgemein betrachtet versteht man unter dialogischer oder auch verbaler Kommunikation die gesprochene- oder Wortsprache bzw. die dialogische Kommunikation bezeichnet den Akt des Sprechens, welches vom Menschen dazu benutzt wird Informationen auszutauschen bzw. mit seiner Umwelt zu interagieren. Es handelt sich um eine sprachgebundene Kommunikation, wobei diese Sprache aus Worten, Zeichen oder anderen Informationsträgern bestehen kann. Diese Informationsträger können dabei je nach Kulturkreis sehr unterschiedlich ausfallen und somit die unterschiedlichsten Formen aufweisen.
Unter nonverbaler Kommunikation versteht man eine nicht an Sprache gebundene Kommunikation. Man kann auf dieser Ebene zwischen mehreren Präsentationsarten nonverbaler Kommunikation unterscheiden. Wichtigster Teil der nonverbalen Kommunikation ist die Körpersprache, die durch Gesten, die Körperhaltung (auch räumliche Distanz bzw. Nähe) und Mimik ausgedrückt und visuell wahrgenommen wird.
Differenzierter lassen sich Blickkontakt, Berührungen (Taktilität), Geruch,
Geschmack, Körperwärme, Paralinguistik und auch Kommunikation durch Staffage dazuzählen (vgl. Thomas 1991). Auch müssen geschlechtstypische Merkmale unterschieden werden. Enger definiert kann man sagen, dass nonverbale Kommunikation die bei der persönlichen Kommunikation benutzte Körpersprache ist (Scherer, Ekman & Friesen 1979).
Unter Auslassung der Mimik als eine der Präsentationsarten, variieren der Zeichencharakter und die Bedeutungen nonverbaler Äußerungen von Kultur zu Kultur ziemlich stark. Entsprechend besteht auch eine Gefahr von interkulturellen Fehlinterpretationen (vgl. Ekman u.a. 1979).
Nonverbale Kommunikationszeichen sind in der Regel unstrukturierter, unbestimmter, unbegrenzter und unsteuerbarer als verbale Kommunikationszeichen (Delhees 1994, S. 131f.).
Zwischenmenschliche Kommunikation
3.2 Unterschiede verbaler und nonverbaler Kommunikation
Verbale Kommunikation unterscheidet sich in wesentlichen Aspekten von nonverbaler Kommunikation (vgl. Delhees 1994). Verbale Kommunikation enthält eine nur begrenzte Anzahl von Lauten und Strukturregeln und wird erst im Verlauf unserer Ontogenese zur korrekten Anwendung und Verständigung erlernt. Das Repertoire nonverbaler Signale erscheint dahingegen unendlich groß und man könnte sogar behaupten, dass diese Form der Kommunikation sogar schon vor der Geburt, im Bauch der Mutter also, zur Anwendung kommt, falls diese Signale einer Bedeutung zugeordnet werden können. Verbale Sprachzeichen sind z.B. nach Frindte (2001) nicht immer sicher zu interpretieren, wohingegen viele nonverbale Signale einer eindeutigen Bedeutung zugeordnet werden können. Die Struktur eines verbalen Informationsaustausches zwischen zwei oder mehreren Kommunikationspartnern ist ersichtlicher, unter anderem durch eindeutige Symbole wie z.B. Punkt, Komma etc. in der Schrift. Auf der nonverbalen Ebene leistet dies die Intonation des Gesprochenen nur bedingt.
Das Einsetzen dialogischer Kommunikation ist zudem absichtsvoller, zielgerichteter und gesteuerter. Vor allem wird diese Art der Kommunikation bewusster eingesetzt (vgl. Delhees 1994, S. 133ff.).
3.3 Bedeutung und Verhältnis
Das Verhältnis verbaler und nonverbaler Kommunikation zueinander sei nach Folge zahlreicher interessanter Untersuchungen unabdingbar voneinander zu trennen.
Watzlawick (1980) definiert im ersten Grundsatz in den von ihm aufgestellten Axiomen der Kommunikation, dass man nicht „nicht“ kommunizieren kann. Letzteres weist darauf hin, dass es unmöglich zu sein scheint auf nonverbaler Ebene nicht miteinander kommunizieren zu können, selbst wenn kein verbaler Akt vorliegt.
Ein Beweis dafür lässt sich mit den vier Funktionen nonverbaler Kommunikation im Gespräch nach Scherer (1984), führen. Scherer unterscheidet zunächst eine parasemantische Funktion mit den Eigenschaften Substitution (Kopfnicken = ja, Victory-Zeichen), Amplifikation (verbale Kommunikation werden durch nonverbale unterstützt, betont oder illustriert, wie z.B. das Zeigen der Größe eines Gegenstandes), Modifikation (Veränderung der verbalen Botschaft, wie z.B. entschuldigendes Lächeln bei einer Forderung) und Kontradiktion (Widerspruch zwischen verbaler und nonverbaler Botschaft). Dann unterscheidet Scherer eine parasyntaktische Funktion, unter anderem die Segmentation (Gliederung des Sprachflusses durch Mimik, Gesten etc.).
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BSc. Kamil Wrona, 2004, Zwischenmenschliche Kommunikation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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