Einleitung
In unserer Gesellschaft gibt es neben der elterlichen Erziehung der Kinder, eine weitere sehr wichtige Institution, die in Hinsicht auf das Heranwachsen und die Orientierung von Kindern einen erheblichen Einfluss besitzt. Die Sprache ist von der Schule. In der Öffentlichkeit herrscht zumeist immer noch die Überzeugung, dass die Schule nur zur reinen Wissensvermittlung bzw. für die Bildung zuständig ist. Dass dem aber nicht so ist, wird ersichtlich, wenn man einmal die Reaktionen der Kinder bezüglich der Schule betrachtet. Schule ist für Kinder und Jugendliche ein großes Stück Lebenswelt. Diese Lebenswelt wirkt sich nun natürlich auch auf die psychische Realität der Schüler aus, was dann wiederum die soziale Komponente beeinflusst. Schule ist ähnlich der Familie ein Ort, an dem Heranwachsende soziale und psychische Fähigkeiten einüben, erweitern oder auch verfestigen. Dies geschieht im positiven wie auch im negativen Sinne. So kann ein schon mit Selbstwert ,,ausgestattetes" Kind durch weitere verstärkende Erlebnisse in der Schule, sein Selbstwertgefühl weiter entwickeln; ein anderes Kind verliert vielleicht an Selbstwert.
Sicherlich ist es allgemein bekannt und auch anerkannt, dass die primäre Sozialisation, d.h. im allgemeinen das Aufwachsen im Elternhaus, die Basis für die weitere Entwicklung eines Menschen ist. Die Schule stellt aber dennoch einen wichtigen Teil im Leben eines Kindes dar. Denn bedenkt man, dass die Schule der Ort ist, an dem das Kind zum ersten Mal, abgesehen vom Kindergarten, fern von der familiären Umgebung mit anderen Menschen in Kontakt tritt, so können wir dies nicht wichtig genug nehmen. Hauptsächlich treten die Kinder untereinander in Kontakt, aber auch die Lehrperson nimmt einen sehr wichtigen Platz ein. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass ein Lehrer in erheblichem Maße das Selbstbild der Kinder beeinflussen kann. Aber auch die Art und Weise wie Kinder Erwachsene sehen wird durch den Lehrer mitgestaltet. - An dieser Stelle möchte ich noch mal betonen, dass natürlich die primäre Sozialisation bis zum Eintritt in die Schule auf die Kinder eingewirkt hat. Kinder kommen also nicht als tabula rasa in die Schule - Nichts desto trotz muss Schule die Aufgabe übernehmen, bei jedem Kind das zu fördern, was diesem bei der weiteren Entwicklung hilfreich sein wird. Und das eben nicht nur bezogen auf den Unterricht als Wissensvermittlung.
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kapitel:
Abriss über die traditionelle Beziehung zwischen Lehrer und Schüler
1.1 Aspekte der traditionellen Beziehung zwischen Lehrer und Schüler
1.2 Die Rolle von Lehrer und Schüler
1.2.2 Aspekte der Rolle des Lehrers
1.2.3 Aspekte der Rolle des Schülers
2. Kapitel
Aspekte der Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler
2.1 Definition des Begriffs Haltung
2.2 Die Auswirkungen der Rollen auf die Haltung
2.3 Die Auswirkungen der Haltung auf die Kommunikation
3. Kapitel
Der Weg der offenen Kommunikation in der Schule
Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Bedeutung der Lehrer-Schüler-Beziehung sowie den Einfluss der Kommunikation auf die Gestaltung des Schulklimas. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch die Veränderung der inneren Haltung von Lehrkräften und die Förderung einer offenen Kommunikation ein Klima geschaffen werden kann, das die persönliche und kognitive Entfaltung der Schüler unterstützt.
- Historische Einordnung der Lehrer-Schüler-Beziehung und traditionelle Rollenbilder.
- Analyse des Begriffs der Haltung und dessen Konstitution durch Denken und Fühlen.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Rollenerwartungen, Haltung und zwischenmenschlicher Kommunikation.
- Diskussion der Konzepte von aktivem Zuhören und Ich-Botschaften als Werkzeuge für einen wertschätzenden Unterricht.
- Evaluation der Auswirkungen einer wertschätzenden Lehrkraft auf die Motivation und Selbstwertentwicklung der Lernenden.
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Auswirkungen der Haltung auf die Kommunikation
Die Art der Kommunikation bestimmt die soziale Wirklichkeit einer Person. Mittels der verbalen und nonverbalen Sprache beschreibt man sich selbst und seine Umgebung. Nur über den Weg der Kommunikation können wir uns begegnen und uns ein Bild vom anderen machen. Kommunikation ist also der notwendige Faktor für die Schaffung einer sozialen Wirklichkeit. Das wird besonders deutlich anhand von Autisten, die im Extremfall keine Kommunikation mit der Umwelt betreiben können, und so in ihrer „eigenen Welt“ eingeschlossen sind.
Welche Rolle spielt aber jetzt die Haltung bezogen auf die Kommunikation? Wir haben zu Anfang des Kapitels 2.1 gesagt, dass das Denken und Fühlen Haltung konstituieren. An dieser Stelle müssen wir diese Definition konkretisieren. Es gibt einige Entitäten des Denkens und des Fühlens, die Kommunikation gravierend beeinflussen.
In unserem thematischen Zusammenhang ist vor allem der Begriff des Selbstwertgefühls von beträchtlicher Bedeutung. Virginia Satir beschreibt in ihrem Buch „Selbstwert und Kommunikation“ das Selbstwertgefühl als eine der wichtigsten Faktoren in bezug auf die Kommunikation. Der unterschiedliche Selbstwert eines Menschen kann in ähnlichen kommunikativen Situationen völlig verschiedene Gedanken, Gefühle und Handlungen bei ein und der selben Person hervorrufen, so dass man sagen kann, der Selbstwert ist ein fundamentaler Teil der Haltung eines Menschen. Ein Teil, der gelegentlichen Schwankungen unterliegt, aber an sich eine gewisse Konstanz aufweist. So gibt es Menschen mit tendenziell hohem Selbstwert und Menschen mit niedrigem. Die gesamte Haltung der Menschen mit hohem Selbstwert ist in der Regel positiver, aktiver, dynamischer, stabiler und entschlossener als die der Menschen mit niedrigem Selbstwert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Schule als wichtige Sozialisationsinstanz und führt in die Problematik der Lehrer-Schüler-Beziehung sowie deren Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes ein.
Abriss über die traditionelle Beziehung zwischen Lehrer und Schüler: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Kontext nach, in dem der Lehrer als unumstrittene Autoritätsperson auftrat, und reflektiert über die damit verbundenen, teils noch heute wirksamen Rollenerwartungen.
Aspekte der Rolle von Lehrer und Schüler: Hier werden die konkreten Anforderungen an beide Rollen dargelegt, wobei insbesondere die Fixierung auf Leistung und die Aufrechterhaltung von Autorität kritisch hinterfragt werden.
Aspekte der Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler: Das Kapitel erläutert den Begriff der Haltung und analysiert, wie diese durch das Selbstwertgefühl und die schulischen Rollen geprägt wird, um schließlich deren Wirkung auf die Kommunikation zu verdeutlichen.
Der Weg der offenen Kommunikation in der Schule: Den Abschluss bildet die Erläuterung von Methoden wie aktivem Zuhören und Ich-Botschaften, die einen wertschätzenden, authentischen Unterricht ermöglichen und die Basis für erfolgreiches Lernen bilden.
Schlüsselwörter
Lehrer-Schüler-Beziehung, Kommunikation, Haltung, Selbstwertgefühl, Autorität, Rollenerwartungen, Erziehung, Soziale Kompetenz, Aktives Zuhören, Ich-Botschaften, Schulklima, Leistungsdenken, Authenzität, Sozialisation, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Qualität der Lehrer-Schüler-Beziehung und untersucht, wie die Kommunikation im Klassenzimmer durch die innere Haltung der Beteiligten bestimmt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Lehrerrolle, der Einfluss von Rollenerwartungen auf das Verhalten sowie die Bedeutung von Selbstwert und Kommunikation für einen förderlichen Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine wertschätzende und offene Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler dazu beitragen kann, den Selbstwert des Kindes zu stärken und eine förderliche Lernatmosphäre zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener pädagogischer und psychologischer Ansätze basiert (z.B. Carl Rogers, Thomas Gordon, Virginia Satir).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, eine Untersuchung von Rollenbildern sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Begriffen Haltung und Kommunikation im schulischen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lehrer-Schüler-Beziehung, Haltung, Kommunikation, Selbstwertgefühl und soziale Kompetenz charakterisiert.
Warum spielt der Selbstwert des Schülers eine so entscheidende Rolle für den Lehrer?
Der Autor argumentiert, dass ein niedriger Selbstwert beim Schüler zu Resignation oder Aggression führt, was die Kommunikation stört; daher liegt es in der Verantwortung des Lehrers, den Selbstwert durch eine akzeptierende Haltung zu stützen.
Was sind laut dem Text die Hindernisse für eine offene Kommunikation in der Schule?
Als Haupthindernisse werden die veralteten gesellschaftlichen Erwartungen an den Lehrer als alleinige Autoritätsperson sowie die Angst der Lehrkräfte vor einem Kontrollverlust im Unterricht genannt.
- Arbeit zitieren
- Matthias Janßen (Autor:in), 2000, Aspekte der Lehrer-Schüler-Beziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4097