Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Historischer Abriss 4
Konrad Adenauer und Europa 5
Gro ßbritannien und Europa 8
Das bilaterale Verhältnis in der EVG- Phase 10
Die britische Lösung der EVG- Krise 13
Fazit 14
Quellen - und Literaturverzeichnis 16
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Einleitung
Die vorliegende Arbeit versucht der Frage nachzugehen, wie sich das deutsch- britische Verhältnis in der EVG- Phase entwickelte. Der Zeitraum wird dabei auf die Jahre zwischen 1950 und 1955 eingegrenzt, beginnend mit dem britischen Vorschlag einer europäischen Armee bis zur NATO- Integration der Bundesrepublik.
Den Schwerpunkt bildet dabei die Phase der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG), die ein bedeutsamer Schritt zur Einigung Europas werden sollte, jedoch am Veto der französischen Nationalversammlung scheiterte. In diesem Zeitraum ist die Frage zu klären, wie Großbritannien zu einer gemeinsamen europäischen Armee stand und ob es bei diesem Projekt eher unterstützend oder hemmend agierte. Weiterhin wird auf die außenpolitischen Ziele des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer eingegangen, der der deutschen Wiederbewaffnung immer einen besonderen Stellenwert beimaß.
Die Quellengrundlage bilden die Erinnerungen Adenauers, eine politische Autobiographie, die der Kanzler in den späten 60er Jahren verfasste. 1 Dabei ist zu beachten, dass der deutsche Kanzler durchaus einen objektiven Anspruch an sein Werk stellte, jedoch ist er durch seine langjährige politische Verantwortung nicht unabhängig was die Urteilkraft seiner Rückschlüsse betrifft.
Zunächst werde ich auf die historischen Zusammenhänge der Ereignisse eingehen, danach folgt ein Blick auf die Adenauersche Europapolitik, wobei auch hier der Schwerpunkt auf dem deutsch- britischen Verhältnis liegen soll. Die Frage ist, welchen Stellenwert die bilateralen Beziehungen für den Kanzler hatten und welche Auswirkungen dies hatte. Danach wird auf die Europapolitik Großbritanniens eingegangen, es folgt die Phase der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft sowie die Lösung der EVG- Krise durch die britische Initiative.
1 Adenauer, Konrad, Erinnerungen 1945- 1953, Stuttgart 1965.
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Historischer Abriss
Der Ausbruch des Koreakrieges, der mit dem Angriff des kommunistischen Nordkoreas auf das von amerikanischen Besatzungstruppen geräumte Südkorea am 26. Mai 1950 begann, löste besonders auf amerikanischer Seite die Befürchtung aus, dass ein Dritter Weltkrieg unmittelbar bevorstehe.
Die USA sahen daher die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und seine Eingliederung in das westliche Verteidigungssystem als äußerst dringlich an. Der amerikanische Vorschlag sah die Aufstellung einer europäischen Verteidigungsmacht im Rahmen der NATO vor. Bereits im Frühjahr 1950 hatte sich der britische Premierminister, Sir Winston Churchill für die Bildung einer „Europa- Armee“ ausgesprochen, unter Einschluss deutscher Kontingente, die einer europäischen Verteidigungsminister unterstellt sein sollten. Der deutsche Kanzler nutzte die sich damit gebotene Chance und bot in seinem „Sicherheitsmemorandum“ vom 29. August 1950 ein deutsches Kontingent im Rahmen einer westeuropäischen Armee an. Allerdings verknüpfte Adenauer dieses Angebot mit einem zweiten Memorandum, indem die Beendigung des Kriegszustandes verlangt wurde. Außerdem mahnte er eine Neudefinition des Besatzungszweckes an, im Kern ging es Adenauer um die Sicherung der Bundesrepublik gegen äußere Bedrohungen. Diese Vorschläge verursachten besonders in Frankreich eine alarmierende Stimmung. Die Erfahrungen des Krieges waren noch zu frisch, als das man sich schon wieder an den Gedanken einer deutschen Nationalarmee gewöhnen wollte.
Jedoch war Paris zum Handeln gezwungen, wenn es nicht in die Isolation geraten wollte. Auf der Basis des Schumannplans entstand der Pleven- Plan, der am 26. Oktober 1950 von der französischen Nationa lversammlung verabschiedet wurde. Er sah die Gründung einer europäischen Armee unter Einschluss deutscher Kontingente vor. Die Armee sollte zudem einem europäischen Verteidigungsminister unterstellt werde. Das Vertragswerk enthielt allerdings eine Anzahl von Diskriminierungen der Bundesrepublik, die auch im Ausland auf eine ablehnende Haltung stießen.
So sollten deutsche Soldaten auf der Basis der kleinstmöglichen Einheit integriert werden, während die anderen Partner die Option behielten, Teile ihrer Nationalarmee außerhalb der europäischen Armee zu halten.
Dennoch bildete der Pleven- Plan die Basis für das Projekt der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft, das bis zum Frühjahr 1952 zur Vertragsreife entwickelt wurde.
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Nach der Verabschiedung des Vertragswerkes am 27. Mai 1952 durch die Außenminister Frankreichs, der Bundesrepublik, Italiens, der Niederlande und Luxemburg entbrannte in den europäischen Parlamenten der Kampf um die Ratifizierung des EVG- Vertrages. Jedoch scheiterte das EVG- Projekt und der damit verbundene Deutschlandvertrag 2 am 30. August 1954 am Votum der französischen Nationalversammlung. Durch die Initiative des britischen Außenministers Eden gelang 1955 jedoch die NATO Integration der Bundesrepublik. Zudem konnte durch die Novellierung des Deutschlandvertrages die volle Souveränität des Landes wiederhergestellt werden.
Konrad Adenauer und Europa
Asien steht an der Elbe. Nur ein wirtschaftlich und geistig gesundes Westeuropa unter Führung Englands und Frankreichs, ein Westeuropa, zu dem als wesentlicher Bestandteil der nicht von Russland besetzte Teil Deutschlands gehört, kann das weitere und machtmäßige Vordringen Asiens aufhalten. 3 Dieser Brie fausschnitt Adenauers, den er bereits 1946 verfasst hat, beinhaltet die Quintessenz seiner Europaidee: Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Kommunismus lässt ihn auf ein geeintes Westeuropa hoffen, dass durch Großbritannien und Frankreich angeführt wird. Zudem weist er mit diesen Zeilen den Weg einer festen Westbindung der Bundesrepublik in das europäische Staatenbündnis.
Interessant ist, dass der spätere Bundeskanzler schon ein Jahr nach der totalen Niederlage des Hitler- Regimes selbstverständlich davon ausgeht, dass die spätere Bundesrepublik ein integraler Bestandteil dieser europäischen Idee sein muss. Umso erstaunlicher wird seine Hoffnung wenn man sich vergegenwärtigt, dass das gesamte deutsche Staatsgebiet 1946 besetzt war, es gab keine deutsche Regierung, geschweige denn einen deutschen Staat. Dennoch schien Konrad Adenauer davon auszugehen, dass sich ein neuer westdeutscher Staat konstituieren müsste, um der Sowjetunion entgegentreten zu können. Zwischen den Zeilen schneidet er damit auch das Problem der Souveränität und Gleichberechtigung an, denn nur ein unabhängiger und starker Partner ist in der Lage eine ausreichende `Verteidigung` Westeuropas zu gewährleisten. Dieser Anspruch auf Souveränität und Gleichberechtigung lässt sich als wichtigster Leitfaden in der frühen Phase der Außenpolitik des Kanzlers
2 Der Deutschlandvertrag regelte das Ende des Besatzungsregimes und gab der Bundesrepublik Deutschland die Rechte eines
souveränen Staates.
3 Nr. 187 vom 16. März 1946 an W.F. Sollmann, in: Morsey Rudolf, Schwarz Hans- Peter (Hrsg.), Adenauer, Konrad, Briefe 1945- 1947, Berlin 1983, S. 191. .
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Arbeit zitieren:
Richard Oehmig, 2005, Konrad Adenauer, Großbritannien und die deutsche Wiederbewaffnung, München, GRIN Verlag GmbH
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am Friday, April 02, 2010-