1. Übersetzungsvergleich 4
2. Textabgrenzung 6
3. Kontextanalyse 7
4. Strukturanalyse 8
5. Synoptischer Vergleich 10
6. Literarkritik 11
7. Formgeschichte 12
7.1. Dekomposition 12
7.2. Gattungszuordnung 12
7.3. Sitz im Leben 13
8. Redaktionsgeschichte / Kompositionskritik 14
Literaturverzeichnis 16
3
Als Grundlage für die exegetische Arbeit an Mk 2,1-12 wähle ich die Übersetzung der Zürcher Bibel.
Markus 2, 1-12
1 Und als er nach einigen Tagen wieder nach Kapernaum hineingegangen war, hörte man, dass er im Hause sei. 2 Und es versammelten sich viele, sodass nicht einmal der Platz vor der Türe mehr reichte, und er verkündigte ihnen das Wort. 3 Da kamen Leute und brachten zu ihm einen Gelähmten, der von vieren getragen wurde. 4 Und da sie ihn wegen des Volkes nicht zu ihm bringen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war, und nachdem sie es durchbrochen hatten, liessen sie das Bett hinab, worauf der Gelähmte lag. 5 Und Als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. 6 Es sassen aber dort etliche der Schriftgelehrten und machten sich in ihren Herzen Gedanken: 7 Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben ausser Gott allein? 8 Und alsbald merkte Jesus in seinem Geiste, dass sie sich bei sich selbs t solche Gedanken machten, und er sprach zu ihnen: Was macht ihr euch da für Gedanken in euren Herzen? 9 Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh hinweg?
10 Damit ihr aber wisst, dass de r Sohn der Menschen Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sagt er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh in dein Haus! 12 Und er stand auf, hob sein alsbald sein Bett auf und ging vor aller Augen hinaus, sodass sie alle erstaunten, Gott priesen und sagten: Solches haben wir noch nie gesehen.
1. Übersetzungsvergleich
Für den Übersetzungsvergleich ziehe ich zusätzlich die folgenden sechs Bibelübersetzungen hinzu: die Gute Nachricht, die Einheitsübersetzung, die Übersetzungen nach Ulrich Wilckens, nach Luther und Jörg Zink und das Münchener Neue Testament.
Ich möchte mich beim Vergleich auf die Verse 5 und 12a beziehen, denn dort kommt es bei den Übersetzungen zu gewichtigen Bedeutungsunterschieden. Die tabellarische Darstellung der unterschiedlichen Übersetzungen von Vers 5 soll helfen, meinen Übersetzungsvergleich besser nachzuvollziehen.
4
Auffällig ist, dass Zink und die Gute Nachricht als Gruppe der dynamisch- gleichwertigen das Wort „Vertrauen“ gewählt haben, wogegen die übrigen von „ Glauben“ sprechen. Trotz der großen inhaltlichen Nähe implizieren diese Wörter ein anderes Verhältnis des Gelähmten und seiner Träger zu Jesus. Jemanden zu vertrauen ist viel hoffnungsvoller und persönlicher, als dem anderen zu glauben. Die Beziehung geht sogar dorthin, sich dem anderen ganz hinzugeben. Ein weiterer Übersetzungsunterschied lässt sich in Jesus Reaktion auf die Geschehnisse finden. Sowohl die Einheitsübersetzung, als auch die Zürcher, Luther, Münchener und Wilckens sprechen von der Sündenvergebung, wogegen bei der Guten Nachricht von Schuld die Rede ist. Zink hat den Ausdruck „was du Böses getan hast“ gewählt. In allen Ausdrücken geht es um ein vorangegangenes negatives Verhalten des Gelähmten, aber mit „sündigem Verhalten“ ist wohl eher ein Fehltritt gegen Gott und vielleicht die Zehn Gebote gemeint, wogegen man sich auch in weltlichen Dingen schuldig machen kann. Zink lässt keine Deutungen zu, sondern beschränkt sich auf die Darstellung des schlechten. Diese Übersetzung ist auch die einzige, die verdeutlicht, dass man durch die Sündenvergebung nah bei Gott ist.
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Es folgt die Zusammens tellung der Übersetzungen zu Vers 12a.
Es fällt auf, dass sich die Übersetzungen auf keine einheitliche Reaktion auf die Wunderheilung einigen können, die mit den Worten: „deine Sünden sind dir vergeben“ begann. Die Reaktionen reichen von einem negativen „entsetzt“ bzw. „erschreckt“ sein, (Münchener, Luther und Zink) über ein relativ neutrales „erstaunt“ sein (Zürcher), bis hin zum anzahlmäßig überlegenem „außer sich sein“ der Menschen (Einheitsübersetzung, Wilckens und Gute Nachricht). Allerdings lässt sich das Letztere nicht eindeutig auf eine positive oder negative Tendenz festlegen, wobei ich aber eher zu einer negativen Festlegung tendiere. Trotzdem haben all die unterschiedlichen Übersetzungen Konsequenze n für das Folgende und da Mk 2,12 der letzte Vers unserer Perikope ist, bekommt die Perikope eine besonders tiefe Prägung. Ein erstaunt sein, wie es die Zürcher Bibel umschreibt setzt eine ganz andere Richtung fest, als ein Lutherisches entsetzt sein. Aufgrund dieser Übersetzungsunterschiede wird ein ganz unterschiedliches Bild der Menschen auf Jesu Wirken dargestellt.
2. Textabgrenzung
Vor der Perikope Mk 2,1-12 geht es inhaltlich auch um eine Heilung. Neben Jesus tritt noch ein Mann auf, der unter Aussatz leidet. Nach seiner Heilung verkündigt der Mann überall, wie Jesus ihm geholfen hat, obwohl Jesus ihm dies untersagt hatte. Als daraus resultierende Folge kann Jesus in keine Stadt mehr unerkannt hineingehen und bleibt daher an einsamen Orten, wo dennoch viele zu ihm strömen. Eine Zäsur zwischen Mk 1,45 und 2,1 liegt einerseits wegen dem Wechsel des Ortes vor, da sich das Geschehene nun in der Stadt Kapernaum,
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Arbeit zitieren:
Sarah Schepers, 2004, Exegese zu Mk 2,1-12, München, GRIN Verlag GmbH
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