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Bedarfsanalytische Betrachtung zur normierten Bewertung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Schulsport der Bundesrepublik Deutschland

Title: Bedarfsanalytische Betrachtung zur normierten Bewertung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Schulsport der Bundesrepublik Deutschland

Thesis (M.A.) , 2005 , 88 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nico Stroech (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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1 Einleitung

1.1 Problem- und Zielstellung

„Die Diskussionen über den Schulsport in Deutschland sind bislang dadurch charakterisiert, dass allzu häufig mit Spekulationen jongliert wurde, wo Faktenwissen notwendig ist“ (BRETTSCHNEIDER, 2004, S.1).

Obwohl der Sportunterricht an Schulen bereits seit langem Gegenstand sportwissenschaftlicher aber auch gesundheits- und bildungspolitischer Diskussion ist, treten nach wie vor viele kontrovers diskutierte Inhalte auf. So werden z.B. Debatten darüber geführt, wozu der Sport an Schulen dient, welchen Bildungswert er besitzt oder wie sinnvoll eine dritte bzw. vierte Sportstunde ist. Dabei sollte allseits bekannt sein, welche positiven und nachhaltigen Auswirkungen Sport auf bio-psycho-sozialer Ebene hat.

Inzwischen scheint das Bild von Kindern und Jugendlichen unserer Gesellschaft zunehmend von negativen Attributen determiniert. Abgesehen von Erkenntnissen aus Studien die über die geistigen Fähigkeiten der nachwachsenden Generation entsprechend urteilen (vgl. BOS et. al., 2004), bezieht sich diese Aussage seit einigen Jahren auch deutlich auf den physischen Leistungs- und Gesundheitszustand. In diesem Zusammenhang findet WEIS (1996) treffende Worte, die Bedeutsamkeit sportiven Handelns hervorzuheben. Er stellt fest: „Sport besitzt in der modernen, technokratischen Gesellschaft, welche die Gefahr gesundheitlicher Probleme durch Bewegungsarmut, einseitige Belastungen sowie emotionale und soziale Verarmung heraufbeschwört, eine immense Bedeutung für die Menschen, insbesondere für Kinder und Jugendliche“ (1996, S. 2). Hier wird dem Sport eine übergreifende Funktion in der Gesellschaft zugeschrieben. Diese spielt vor allem für Kinder und Jugendliche eine große Rolle. Des Weiteren wird auch im „Zweiten Aktionsprogramm für den Schulsport“ u. a. von den Kultusministern der Länder vermerkt: „Der Sport kann angesichts dieser Lage einen wichtigen Beitrag leisten“. Und weiter: „ Der Schulsport, […], ist in hohem Maße geeignet, zur vielfältigen Bereicherung des schulischen Lebens beizutragen“ (SEKRETARIAT der STÄNDIGEN KONFERENZ der KULTUSMINISTER der LÄNDER in der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 1985, S. 2). Ebenso deutliche Worte sind in einer Erklärung des DEUTSCHEN SPORTLEHRERVERBANDES (1992, S. 1) vermerkt: „Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung unserer Kinder. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problem- und Zielstellung

1.2 Wissenschaftliche Fragestellungen

2 Forschungsstand

2.1 Bewegungskultur im Wandel der Zeit

2.1.1 Entwicklungsgeschichtliche Veränderungen des Bewegungsverhaltens

2.1.2 Auswirkungen von Bewegungsmangel auf die motorische Leistungsfähigkeit

2.2 Zur Funktion und Auswirkung des schulischen Sports

2.2.1 Anthropologische Funktion

2.2.2 Gesundheitsförderung im Schulsport

2.2.3 Anpassungserscheinungen durch den Schulsport

2.2.4 Schulsport und trainingswissenschaftliche Positionen

2.3 Zur Handhabung der Leistungsbewertung Sportunterricht

2.3.1 Die Kontroverse der Benotung

2.3.2 Möglichkeiten Leistungen zu bewerten

2.4 Normen und Grenzwerte als abzuleitende Handlungsstrategie?

3 Untersuchungsmethodisches Vorgehen

3.1 Untersuchungsplanung und Operationalisierung

3.2 Stichprobe

3.3 Untersuchungsdurchführung

3.4 Methoden der Datenauswertung

3.5 Methodenkritik

4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse

4.1 Datenrücklauf

4.1.1 Teilnahme in bundesweiter Relation

4.1.2 Stichprobengröße im Verhältnis der neuen und alten Länder

4.2 Kenntnisstand und Anwendung von Bewertungsgrundlagen

4.2.1 Kenntnisstand von Bewertungsgrundlagen im Sportunterricht

4.2.2 Datenquellen von Bewertungsgrundlagen im Sportunterricht

4.2.3 Anwendung von Bewertungsgrundlagen im Sportunterricht

4.3 Notwendigkeit von Bewertungsgrundlagen

4.3.1 Die Bedeutung von Normwerten und Richtlinien zur Leistungsbeurteilung für den Sportlehrer

4.3.2 Die Notwendigkeit von Bewertungsgrundlagen im Sportunterricht

4.3.3 Zeitliche Gültigkeit normorientierter Bewertungsgrundlagen

4.4 Optionale Anwendungsmöglichkeiten von normorientierten Bewertungsgrundlagen im Sportunterricht

4.4.1 Berücksichtigung somatischer Merkmale in der Beurteilung von Schülerleistungen

4.4.2 Ermittlung physischer Entwicklungstendenzen von Schülern mit Hilfe von Normwerten zur Leistungsbeurteilung

4.4.3 Talentsichtung auf Grundlage standardisierter Normwerte

4.4.4 Die Anwendung von Normwerten und Richtlinien auf Bundesebene

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Durchführung einer Bedarfsanalyse zur Verwendung von normorientierten Bewertungsgrundlagen im Schulsport, um ein zukünftiges Vorgehen hinsichtlich leistungserhaltender und -fördernder Maßnahmen zu rechtfertigen.

  • Anwendung normierter Bewertungsgrundlagen in der Schulpraxis
  • Notwendigkeit und praktischer Nutzen von Normwerten und Richtlinien
  • Kriterien für eine objektive Leistungsbeurteilung im Sportunterricht
  • Berücksichtigung somatischer Merkmale und Entwicklungstendenzen
  • Talentsichtung durch standardisierte Normwerte

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Anpassungserscheinungen durch den schulischen Sport

SAß (1995, S. 37) spricht der sportlichen Leistung zu, die grundlegende „Zielgröße bzw. Sinnrichtung“ des schulischen Sports zu sein. In Anlehnung an KURZ (1993) empfiehlt er, den „Sportunterricht unter Beachtung der Individualität“ immer mit dem Thema Leistung zu verbinden und „den Schulsport als Leistungserziehung anzulegen“. Aber warum muss Leistung ein unmittelbarer Bestandteil des Sportunterrichts sein? Die Antwort scheint mehr als offensichtlich. Die physischen Belastungsreize des Alltags alleine sind zu schwach, um die gesunde Funktionsfähigkeit des Organismus mit seinen unterschiedlichen Organsystemen aufrechtzuerhalten (WEINECK, 1995). Aber der Mensch braucht regelmäßige und vor allem überschwellige Belastungsreize, „[…] um seine angeborenen Möglichkeiten in ganzer Breite entfalten zu können […]“ und „[…] um seine durch Wachstum und körperliche Aktivität erworbene psychophysische Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten und bewegungsmangelbedingten Zivilisationskrankheiten vorzubeugen, […]“ (WEINECK, 1995, S. 150). Dieser Prozess verlangt unmittelbar nach Leistung bzw. einem Leistungshandeln. Dabei trifft diese Aussage insbesondere auf Kinder und Jugendliche zu.

Um die genannten Faktoren zu begünstigen ist es unabdingbar, die notwendigen Anpassungserscheinungen zu fördern (vgl. Kap. 2.2.2). Die Rahmenbedingungen des heutigen Sportunterrichts gewährleisten ein dementsprechend zielgerichtetes Vorgehen. Es gibt zwar immer Aspekte die es zu verbessern gilt, jedoch klagen wir verglichen im internationalen Standard auf hohem Niveau (BÖS, 1999). BÖS erläutert die diesbezüglichen Möglichkeiten des schulischen Sports wie folgt: „Zum einen können stabile Gewohnheiten aufgebaut werden, zum anderen lassen sich trotz der zeitlichen Restriktionen bei einer intensiven Nutzung der personellen und materiellen Ressourcen Leistungssteigerungen erzielen. Dies umso mehr, da in vielen Fällen das Ausgangsniveau der Kinder erschreckend niedrig ist“(1999, S. 40).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Bedeutung des Schulsports angesichts sinkender motorischer Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen und formuliert das Ziel der Arbeit, eine Bedarfsanalyse für normorientierte Bewertungsgrundlagen durchzuführen.

2 Forschungsstand: Dieses Kapitel arbeitet den wissenschaftlichen Hintergrund auf, diskutiert die gesundheitliche Relevanz des Schulsports, die Notwendigkeit von Leistungsanforderungen sowie aktuelle Debatten zur Zensierung.

3 Untersuchungsmethodisches Vorgehen: Hier wird die methodische Planung einer bundesweiten schriftlichen Befragung von Fachreferenten an Landesinstituten detailliert dargelegt.

4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Daten zur Nutzung, Notwendigkeit und den Anwendungsmöglichkeiten von Normwerten und Richtlinien im schulischen Sportunterricht.

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die den Bedarf an einheitlichen, zeitgemäßen und praxisnahen Bewertungsgrundlagen unterstreicht.

Schlüsselwörter

Schulsport, motorische Leistungsfähigkeit, Leistungsbewertung, Normwerte, Richtlinien, Bewegungsverhalten, Gesundheitsförderung, Anpassungserscheinungen, Schulleistung, Sportunterricht, empirische Untersuchung, Bedarfsanalyse, körperliche Entwicklung, Talentsichtung, Benotung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und den Bedarf an normierten Bewertungsgrundlagen für die sportmotorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Schulsport in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Rückgang motorischer Fähigkeiten, die Rolle des Schulsports als Ausgleich zu Bewegungsmangel sowie die didaktische und pädagogische Gestaltung der Leistungsbeurteilung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine Bedarfsanalyse durchzuführen, die aufzeigt, ob und wie normorientierte Bewertungsgrundlagen in der Schulpraxis sinnvoll eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine schriftliche, postalische Befragung von Fachreferenten für Sport an 18 Landesinstituten für schulische Entwicklung und Lehrerfortbildung durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfangreiche Literaturanalyse zum Forschungsstand sowie eine Darstellung und Interpretation der erhobenen empirischen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schulsport, Leistungsbewertung, Normwerte, motorische Leistungsfähigkeit und pädagogische Handhabung sind die prägenden Begriffe.

Wie bewerten die Experten den praktischen Nutzen von Normwerten?

Die Mehrheit der befragten Fachreferenten (80-85%) hält Normwerte und Richtlinien für hilfreiche Daten, die Sportlehrer in der Leistungsbeurteilung unterstützen können.

Sollten somatische Merkmale bei der Benotung berücksichtigt werden?

Ja, 90% der Befragten befürworten, dass bei der Anwendung normierter Werte somatische Merkmale wie Körpergröße oder -gewicht einbezogen werden sollten.

Wird eine bundeseinheitliche Regelung angestrebt?

Die Befragung zeigt, dass 65% der Experten einer bundeseinheitlichen Regelung und Anwendung von Bewertungsgrundlagen zustimmen würden.

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Details

Title
Bedarfsanalytische Betrachtung zur normierten Bewertung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Schulsport der Bundesrepublik Deutschland
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
Nico Stroech (Author)
Publication Year
2005
Pages
88
Catalog Number
V41069
ISBN (eBook)
9783638394208
ISBN (Book)
9783638713993
Language
German
Tags
Bedarfsanalytische Betrachtung Bewertung Leistungsfähigkeit Kindern Jugendlichen Schulsport Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Stroech (Author), 2005, Bedarfsanalytische Betrachtung zur normierten Bewertung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Schulsport der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41069
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