Universität Heidelberg
Geographisches Institut
HS: Global Change
WS 2001/2002
Datum: 16.01.20001
Referent: Arthur Benisch
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Der Lebensstandard in den Industrieländern ist in den vergangenen Jahrzehnten ständig gestiegen. Allerdings hat die Verbesserung der Lebensqualität, worunter die meisten Menschen die Nutzung möglichst vieler Konsum- und Dienstleistungsangebote verstehen, auch einen Preis, der über dem Konsumieren oft vergessen wird: den Verbrauch natürlicher Ressourcen und seine ökologischen Folgen. Unbestreitbar hat das wirtschaftliche Wachstum vielen Menschen vor allem in den Industrieländern ein hohes Maß an Wohlstand gebracht. Gleichzeitig aber wurde und wird der Planet Erde durch Wachstum, Produktion, Dienstleistungen und Konsum ausgebeutet, die einen verstärkten Zugriff auf Quellen und Senken der Natur mit sich bringen. Heute wird zwar über Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung geredet, doch ein umfassender Strukturwandel bleibt aus. Auch wenn das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung gewachsen ist und weiter wächst, werden weiterhin natürliche Lebensgrundlagen extensiv genutzt und teilweise zerstört.
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Der Begriff „Globalisierung“ erscheint in den letzen Jahren in den unterschiedlichsten Wissenschaften und ist ein neuer Leitbegriff in tagespolitischen Debatten, daher variieren Inhalt und Verwendung dieses Begriffs sehr stark.
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„Allgemein bezeichnet Globalisierung die Tendenz zu einer sich verstärkenden weltweiten wirtschaftlichen politischen und kulturellen Verflechtung, die weitreichende Veränderungen der Rahmenbedingungen nationaler wie internationaler Politik zur Folge hat.“ Da Globalisierung für die zunehmende Internationalisierung der Produktion, der Beschaffungsmöglichkeiten und des Absatzes von Waren und Dienstleistungen steht, ist es nicht verwunderlich, dass globale, ökologische Probleme wichtige Merkmale des Globalisierungsprozesses sind. Durch den hohen Abbau von Ressourcen kommt es zu vielfältigen Umweltproblemen wie Treibhauseffekt, Zerstörung der Ozonschicht, Desertifikation, Verlust der Artenvielfalt, sowie vielen regionalen ökologischen Problemen. Die meisten dieser Probleme können nicht durch einzelstaatliche Maßnahmen gelöst werden, vielmehr werden oft diese Auswirkungen im wirtschaftlichen Wettbewerb in Kauf genommen, vor allem in den Entwicklungsländern. Schon im Jahr 1987 machte der Brundltandbericht auf die globalen Umweltprobleme aufmerksam. Seit diesem Zeitpunkt steht die Nachhaltigkeitsforschung ganz oben auf der Themenliste von politischen Debatten. Politiker und verschiedene Organisationen stellen sich die Frage, wie Nachhaltigkeit auf globaler Ebene erreicht werden kann und welche Prozesse notwendig sind, um die Nachhaltigkeit sowohl in den nördlichen als auch in den Entwicklungsländern zu erreichen. Im Juni 2001 wurde beim EU-Gipfel in Göteborg über die Strategien für nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Union diskutiert. Es wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass die Produktion und der Konsum der Güter innerhalb Europa negative Auswirkungen auf andere Regionen -vor allem Entwicklungsländer- haben und damit der langfristige Erhalt der globalen Ressourcen gefährdet ist. Demnach kann man in Europa die nachhaltige Entwicklung realisieren, wenn diese gleichzeitig auch in den Entwicklungsländern aktiv gefördert wird.
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Unter Ressourcen versteht man nutzbare stoffliche Substanzen und Energien, einschließlich aller chemophysikalischen und biologischen Prozesse. Der Begriff Rohstoffe wird oft als Synonym für Ressourcen benutzt und bedeutet vor allem Stoffe, die in der Natur vorkommen und zu Gebrauchsstoffen verarbeitet werden (wie z.B. Erz zu Metall, Kohle zu Koks und Holz zu Möbeln). Diese Produktionsmittel und Hilfsquellen sind in ihrer natürlichen Form meistens für den täglichen Gebrauch nicht verwendbar. Erst durch Veredelung und
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Verarbeitung ist es möglich, Rohstoffe und lebensbedeutsame Umweltgüter für die wirtschaftlichen und versorglichen Tätigkeiten des Menschen zu nutzen. Man unterscheidet zwischen pflanzlichen, tierischen und mineralischen Rohstoffen.
Es gibt:
1. Vermehrbare (regenerierbare) und erneuerbare Ressourcen: dazu gehören u.a. Sonnen- und Windenergie, nachwachsende Rohstoffe wie z. B. Holz, aber auch das Wasser.
2. Nicht vermehrbare (nicht regenerierbare) und nichterneuerbare Ressourcen: dazu gehören u.a. Erze und fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl, Erdgas.
Die Probleme der globalen Rohstoffversorgung liegen nicht nur in einem ausreichenden Volumen oder in ausreichenden Lagerstätten, sondern auch in ihrer ungerechten Verteilung und technisch möglichen bzw. wirtschaftlich tragbaren Ausbeutung. Weiterhin führt der Ressourcenverbrauch zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen. Rohstoffe, die sich nicht neu bilden können, dürfen der Natur nicht schneller entnommen werden, als ihr Verbrauch durch dauerhaft verfügbare Alternativen (z.B. nachwachsende Rohstoffe) ersetzt werden kann.
Von den erneuerbaren Ressourcen darf nicht mehr genutzt werden, als in der gleichen Zeit regeneriert werden kann.
Der Begriff Senke bezieht sich innerhalb der ökologischen Stoffkreislauf- und
Prozessforschung für jene Bereiche, in denen Stoffe oder Energie sich sammeln bzw. durch Verbrauch „verschwinden“.
Unterschieden werden muss außerdem zwischen Ressourcen und Reserven, denn diese Begriffe werden folgend definiert:
Als Ressourcen bezeichnet man nachgewiesene, aber zur Zeit noch nicht wirtschaftlich nutzbare und/oder noch nicht gewinnbare Rohstoffvorkommen. Zu den Ressourcen gehören ferner noch nicht nachgewiesene Vorkommen, die sich aber in geologischen möglichen Lagerstätten befinden. Die Abschätzungen von Ressourcen sind mit großen geologischen Unsicherheiten behaftet. Ressourcen werden gesteigert, indem neue mögliche Felder entdeckt werden.
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Arbeit zitieren:
Arthur Benisch, 2002, Auswirkungen von Ressourcenverbrauch, München, GRIN Verlag GmbH
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Deutsche Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001
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