2
2. Rauchgasreinigungsanlagen als Beispiel einer Umweltschutzinvestition 34
C Die Umweltstiftung der HEW 34
VII Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Umwelt 36
A Umweltbericht 36
B Image und Motivation anhand des Themas Umwelt 37
C Dialog mit der Öffentlichkeit 37
VIII Kritische Betrachtung des Umweltmanagements bei der HEW 39
3
I. Einführung
A. Einleitung
Ein g roßer regionaler Energieversorger wie die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) und Umweltmanagement – wie paßt das zusammen?
Gerade in der heutigen Zeit des starken Umweltbewußtseins, der knappen Ressourcen und der zunehmenden Konkurrenz auf dem Energiemarkt ist die Aufnahme des Umweltschutzes in die Unternehmensziele unerläßlich geworden.
Deshalb haben viele Unternehmen neben Investitionen in den Umweltschutz U mweltabteilungen eingerichtet, die für das Umweltmanagement zuständig sind. Auch die HEW hat sich diesem Trend nicht verschlossen und neben weiteren Maßnahmen die Stabsabteilung Umweltschutz in ihr Unternehmen eingegliedert.
B. Gang der Untersuchung
Wie unter Punkt A angeführt, befaßt sich diese Arbeit mit dem Umweltmanagement bei der HEW.
Als Grundlage wird zunächst in Abschnitt I eine Begriffsdefinition des Umweltmanagements allgemein und im Sinne der HEW gegeben.
Abschnitt II gibt einen Überblick über das Unternehmen HEW.
Anschließend wird in Abschnitt III der Energiemarkt mit den Energieformen und den daraus resultierenden Umweltaspekten erläutert. Weiterhin wird die Problematik der Liberalisierung des Energiemarktes aufgegriffen.
In Abschnitt IV werden zum besseren Verständnis kurz die Umweltmanagementsysteme DIN EN ISO 14001 sowie EMAS dargestellt, wobei danach auf die Teilnahme der HEW an diesen Systemen eingegangen wird.
Der Schwerpunkt der Hausarbeit, Abschnitt V, greift konkret das Umweltmanagement der HEW auf. Hierbei wird ausführlich auf die Leitlinien Umweltmanagement eingegangen, die die Grundlage für die Organisation und die Durchführung der i nternen Betriebsprüfungen bilden.
Im folgenden werden in Abschnitt VI Umweltkonzepte der HEW näher beschrieben, wobei darunter im Sinne dieser Arbeit die Nutzung regenerativer Energien, Umweltschutzinvestitionen und die Umweltstiftung der HEW zu verstehen sind. Des weiteren wird die Öffentlichkeitsarbeit der HEW vorgestellt, was in Abschnitt VII geschieht.
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Die kritische Betrachtung des Umweltmanagements bei der HEW bildet in Abschnitt VIII den Abschluß der Arbeit.
C. Begriffsdefinition
Im Zuge des zunehmenden Umweltbewußtseins der Bevölkerung haben sich die U nternehmen dahingehend angepaßt, daß sie ihre Aktivitäten auch auf den Umweltschutz ausrichten.
Zunächst gibt diese Arbeit eine allgemeine Begriffsdefinition des Umweltmanagements, die im anschließend in Bezug auf die HEW spezifiziert wird.
„Der Begriff „Umweltmanagement“ dient allgemein zur Kennzeichnung des praxis-orientierten Erkenntnisbereichs der umweltorientierten Betriebswirtschaftslehre, der sich auf die Planung, Koordination, Durchsetzung und Kontrolle betrieblicher Aktivitäten zur Vermeidung bzw. Verringerung von Umweltbelastungen bezieht.“ 1 Dabei spezialisiert das Umweltmanagement den Begriff „Management“, der die zieladäquate Planung, Entscheidung und Kontrolle aller Unternehmensaktivitäten u mfaßt. Dies erfolgt dahingehend, daß die Aufgaben ausgerichtet werden auf die Erreichung bestimmter Umweltschutzziele. Hierbei kann es sich entweder um gesetzlich vorgegebene Auflagen handeln oder u m Umweltschutzziele, die sich das Unternehmen selbst auferlegt hat. Somit wird also die Vermeidung bzw. Verringerung von Umweltbelastungen angestrebt.
Im Sinne der HEW bedeutet Umweltmanagement, daß die Unternehmensaktivitäten darauf ausgerichtet sind, eine hohe Wirtschaftlichkeit und Umweltschutzinteressen in Einklang zu bringen. 2 Mittlerweile ist der Umweltschutz ein selbstverständlicher Bestandteil des Wirtschaftens der HEW geworden, wobei die Abteilung Umweltschutz die Durchsetzung der Umweltschutzziele durch das Umweltmanagement zu erreichen versucht. Dies g eschieht vor dem Hintergrund des primären Ziels Gewinnmaximierung. Im Rahmen dieser Arbeit wird das Umweltmanagement der HEW erläutert, wobei der Wirtschaftlichkeitsaspekt weitgehend außer Acht gelassen wird.
1 Karl-Werner Hansmann (Hrsg.), Umweltorientierte Betriebswirtschaftslehre, 1. Auflage,
Wiesbaden, 1998, S. 10
2 Vgl. Hamburgische Electricitäts-Werke, Umweltbericht 1997, S. 4
5
A. Unternehmensschwerpunkt und wesentliche Beteiligungen Die HEW konstituierte sich 1894 als Aktiengesellschaft und war ausschließlich als Strom- und Fernwärmeversorger tätig. Das Unternehmen wuchs im Laufe seiner Geschichte d urch Beteiligungen und Gründungen von Tochterunternehmen zu einer Unternehmensgruppe mit den Sparten Strom, Fernwärme, Gas, Entsorgung und Dienstleistung an. Dabei gehört zu dem Dienstleistungssektor zum Beispiel eine U nternehmensberatung sowie die Telekommunikationsgesellschaft HanseNet. So hat die HEW in Europa und weltweit über 100 sogenannte Töchter.
Auch heute ist die HEW in erster Linie ein Energieversorger, der das Gebiet Hamburg mit Strom und Fernwärme beliefert, aber auch in Schwerin und im Dresdener Umland für seine Kunden tätig wird. Als Verbundunternehmen ist die HEW mit acht weiteren Unternehmen in die überregionale Stromversorgung eingebunden. 3 Die Diversifikation durch Geschäftstätigkeiten auf den Gebieten der Ver- und Ent-sorgung, Telekommunikation sowie Beteiligungen an zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern soll das Wachstum der HEW sichern, wobei auch die geographische Ausweitung dieser Aktivitäten dazu beitragen soll, langfristig eine stabile Ertragslage zu schaffen. 4
B. Anteilseigner
Die HEW AG verfügt über ein Grundkapital in Höhe von 460 Millionen DM, wobei sich die Anteilseigner sowie die Größe ihrer Anteile an der HEW im Laufe der Zeit verändert haben, und auch für die Zukunft wiederum Veränderungen abzusehen sind.
3 Vgl. Hamburgische Electricitäts-Werke, Umweltbericht 1997, S. 6
4 Vgl. Vorwort des Vorstandes, in: Hamburgische Electricitäts-Werke, Geschäftsbericht 1997, S. 3
6
Eine Übersicht geben folgende Darstellungen wieder:
5
5 Vgl. Hamburgische Electricitäts-Werke, Folienvorlage „Entwicklung HEW -Anteilseigner“ (Prä-
sentation von Herrn Manfred Klein am 1.3.1999)
7
Wie sich die frei werdenden Anteile in Höhe von 25.1%, die die Hansestadt Hamburg verkaufen will, verteilen werden, ist heute noch unbekannt. Die Anteile sollen offen und ohne Bedingungen international zum Kauf angeboten werden. Ob die Preussen Elektra AG dabei ihren Anteil erhöhen kann, ist unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten noch nicht geklärt.
6
C. Kunden der HEW
Im bedeutsamsten und umsatzerlösstärksten Geschäftsfeld der HEW, nämlich dem Stromabsatz, teilen sich die Kunden in Tarifkunden, Sondervertragskunden sowie den Verbund, also Lieferungen an deutsche und europäische Verbundpartner. Insgesamt beziehen 900.000 Kunden ihren Strom von der HEW.
Der Stromabsatz betrug 1998 12,6 Mrd. KWh.
Die Fernwärmekunden sind zum einen die Industrieunternehmen sowie Abnehmer mit Stadtheizungen, wobei letztere bei weitem bedeutsamer sind. So waren 1997 knapp 347.000 Wohneinheiten an das HEW-Fernwärmesystem angeschlossen. Der Fernwärmeabsatz betrug 1997 3,5 Mrd. KWh.
Besonders im Fernwärmebereich versucht die HEW aktiv neue Kunden zu gewinnen. So soll eine Verbesserung der Kundenorientierung durch innovative Service-Angebote im Fernwärmebereich erreicht werden.
Beim Wärme-Direkt-Service errichtet und betreibt die HEW bei Kunden, die nicht an die Leitungsnetze der HEW angeschlossen werden können, Gaskesselanlagen. Der Wärme-Service-Vertrag erweitert den Verantwortungsbereich der HEW somit um den Betrieb der hauseigenen Heizzentrale von Fernwärmekunden. 7
6 Vgl. o.V., HEW: Senat verkauft, in: Hamburger Abendblatt Nr. 105 vom 7.5.1999, S. 22
7 Vgl. Hamburgische Electricitäts-Werke, Geschäftsbericht 1997, S. 16
8
A. Energieformen
Zu den fossilen Primärenergieträgern zählen Kohle, Erdöl und Erdgas, wobei diese 87% des jährlichen Primärenergiebedarfs in Deutschland decken. 8 Die Steinkohlevorräte Deutschlands befinden sich hauptsächlich im Ruhrgebiet (ca. 80%) und im Saargebiet (ca. 14%), während die Braunkohle größtenteils zwischen Aachen, Köln und Mönchengladbach und im Raum Cottbus/Senftenberg sowie Halle/Leipzig gewonnen wird. 9 Erdöl, ein flüssiges, natürlich vorkommendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen und Kohlenwasserstoffderivaten, wird zu zwei Drittel im Nahen Osten gewonnen, während sich in den westlichen Industrieländern, die annähernd 60% des weltweit geför-
derten Erdöls verbrauchen, nur 5% der Erdölreserven befinden. 10 Mit den gesicherten Erdölvorräten ist die Deckung des Bedarfs in derzeitiger Höhe noch für ca. 40 bis 50 Jahre möglich.
Erdgas ist eine Sammelbezeichnung für brennbare, in der Erdkruste vorkommende Naturgase und enthält neben anderen Bestandteilen hauptsächlich Methan. Im Nahen Osten und in der e hemaligen Sowjetunion befinden sich zwei Drittel der weltweit gewinnbaren Erdgasreserven. In Deutschland wurden 1997 mehr als 40% aller Woh-
nungen mit Erdgas beheizt. 11 Zu den Primärenergieträgern zählen ebenfalls die Kernbrennstoffe Uran, Thorium, Deuterium und Lithium. Im Jahr 1996 wurden 34% des in Deutschland erzeugten
Stroms in Kernkraftwerken produziert. 12 Allerdings sind hier nur Anlagen zur Urananreicherung und zur Brennelementefertigung für die Versorgung der Kernkraftwerke vorhanden. Die Urangewinnung und –aufbereitung sowie die Umwandlung werden im Ausland vorgenommen. In Deutschland gibt es kein Endlager für radioaktive Abfälle, sondern nur Zwischenlager. Die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente erfolgt in La Hague (Frankreich) und Windscale/Sellafield (Großbritannien). Deutschland ist jedoch verpflichtet, die entstehenden Abfälle abzunehmen. Wird Primärenergie in Sekundärenergie umgewandelt, entsteht unter anderem Fernwärme. Darunter ist ein riesiges Zentralheizungssystem zu verstehen, das über ein
8 Vgl. Klaus Heinloth, Die Energiefrage, Braunschweig/Wiesbaden, 1997, S. 133 9 Vgl. Klaus Heinloth, Die Energiefrage, Braunschweig/Wiesbaden, 1997, S. 143 10 Vgl. Alfred Voß, Die Zukunft der Stromversorgung, Frankfurt, 1992, S. 39 11 http://www.energie-aktuell.de/content/erdgas/erdgas170.html, 1.6.1999 12 http://www.energie-aktuell.de/content/strom/strom160.html, 1.6.1999
Arbeit zitieren:
Mirja Schüler, 1999, Umweltmanagement bei der HEW, München, GRIN Verlag GmbH
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