1. Inhaltsübersicht
2. Vorwort. 3
3. Grober politisch-historischer Abriss über die Geschichte Frankreichs von
ca. 5oo n. Chr. bis zur Zeit Marc Antoine Charpentiers. 4
4. Die politischen und kulturellen Errungenschaften des 16.
und frühen 17.Jahrhunderts 7
5.1. Überblick über die musikalischen Errungenschaften des frühen
Frankreichs (8.Jh.-16. Jh.) 8
5.2. Die Kirchenmusik des 17. und frühen 18. Jahrhunderts. 11
6. Das Oratorium in Frankreich. 14
7. Die Oratorienkomponisten der ersten Generation. 16
7.1. Marc-Antoine Charpentier. 16
7.1.1. Das lateinische Oratorium: Carissimi-Charpentier. 19
7.1.2. Fallstudie: Judicum Salomonis. 22
7.1.3. Werkübersicht. 27
8. Sebastian de Brossard. 28
9. Jaques-Francois Lochon. 29
10. Louis-Nicolas Clérambault. 30
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2. Vorwort
Auf den folgenden.. Seiten möchte ich, auf eine leichte, allgemein verständliche Art und Weise, aber doch noch auf einer
(Musik)wissenschaftlichen Ebene einen kurzen Überblick über das Oratorienschaffen im 17. Jh. in Frankreich, mit besonderer Berücksichtigung auf Marc Antoine Charpentier, geben.
Bedanken möchte ich mich bei allen, die mir mit ihren Artikeln und Büchern, die nötigen Unterlagen geliefert haben, bzw. mir bei der Aneignung des Feedbacks und bei den Recherchen geholfen haben. Dieser Dank betrifft alle im Literaturverzeichnis angeführten Personen, bzw. Autoren. An erster Stelle möchte ich mich jedoch bei a.o. Univ. -Prof. Dr. Rainer Gstrein bedanken; er hat in seinem Seminar den Grundstein für diese Arbeit gelegt hat.
3. Grober politisch- historischer Abriss über die Geschichte Frankreichs von ca. 5oo n.Chr. bis zur Zeit Marc Antoine Charpentiers
Im folgenden Artikel möchte ich einen kurzen Überblick über die „Frühzeit“ von Frankreich geben. Ich beginne hier im Jahre 5oo nach Christus, behandle dann die Zeit der Merowinger, Karolinger und Kapetinger. Der Überblick endet bei Heinrich IV., da ich auf die nachfolgende Zeit, also die Zeit um Marc-Antoine Charpentier, im Artikel Nummer 4 gesondert eingehe. Die musikalischen Errungenschaften bleiben bei den ersten beiden Artikeln im Hintergrund, da es mir sehr wichtig ist, auch einen Überblick über die jeweilige politische als auch kulturelle Situation zu geben.
Die genauer datierbare Geschichte des uns heute bekannten Frankreich beginnt ungefähr im Jahr 500 nach Christus mit dem Untergang des Weströmischen Reiches (476). Unter König Chlodwig I., der von 481 bis 511 das Land regiert, entsteht das Frankenreich; es kann sich aber nur über kurze Zeit halten, denn unter den Nachfolgern, den Merowingern zerfällt das Reich in sehr unterschiedliche Gebiete. Es wird aufgeteilt in Aquitanien, Burgund, Neustrien und Austrien. Erst rund 300 Jahre später wurde Frankreich wieder vereint. Es waren Pippin der Kurze und sein Sohn Karl der Grosse die die Dynastie der Karolinger an die Spitze des neuen Kaiserreiches setzen. Frankreich wird nun auf göttlichem Recht basierend regiert. Doch allzu lange soll das neue Kaiserreich nicht überleben, denn nach dem Tod von Karl dem Grossen zerfällt das Reich wieder in mehrere Teile, bzw. Provinzen: Mittel-Ost- und Westreich. Aus dem West- und Mittelreich entsteht Frankreich, aus dem Ostreich etabliert sich unter Ludwig dem Deutschen (843-877) Deutschland.
In den folgenden Jahren erhält Frankreich wiederum ein neues Herrschaftsgeschlecht, welches sich dann über mehr als acht Jahrhunderte an der Spitze des Reiches erhalten soll; Unter der Regentschaft der Kapetinger wird etwa Paris als Hauptstadt des Königreiches proklamiert, das Lehenssystem entsteht, erste Vorformen des späteren Zentralismus und
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Absolutismus entstehen. Das Geschlecht der Kapetinger bringt Namen hervor wie etwa Philipp August II (1180-1223), Ludwig IX. (1226-1270) und Philipp der Schöne (1285-1314).
Frankreich wird im 14. Jahrhundert das grösste und mächtigste Königreich Europas. Parallel zu dieser politischen Glanzzeit beginnt auch die Blütezeit der Kultur. Man kann diese in vier wesentlichen Punkten zusammenfassen:
Ø Wiederaufleben der Städte und des damit verbundenen kulturellen Lebens Ø Etablierung einer eigenen Literatur, natürlich in französischer Sprache Ø Höhepunkt der gotischen Baukunst, Bau der Kathedralen von Chartres, Paris und Reims
Ø Gründung der ersten Universitäten in Paris, Toulouse, Orléans und Montpellier
Als weiterer wichtiger Punkt in der frühen Geschichte Frankreichs kann das frühe 14. Jahrhundert angegeben werden. Papst Clemens VIII. übersiedelt von Rom nach Avignon, mit ihm seine ganzer Hofstadt, inclusive Musiker, Sänger und Instrumentalisten. Ihm folgen weitere sechs Päpste, die bis 1376 Avignon als ihre Residenzstadt wählen.
Im weiteren Verlauf des 14. und 15.Jahrhunderts wird Frankreich vom Hundertjährigen Krieg heimgesucht. Jener schwächt das Land sehr und zerrüttet es, jedoch unter Karl VII. (1422-1461) wird das Königreich wieder aufgebaut und drastisch vergrössert. In dieser Zeit etabliert sich auch die typisch französisch - nationale Zusammengehörigkeit. Das folgende 16. Jahrhundert ist ebenfalls von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Es kommt zu den italienischen Kriegen (1494-1516) unter Karl VIII. (1483-1498), Ludwig X II. (1498-1515) und Franz I. (1515-1547). Durch diese Kriege entfaltet sich in Frankreich die französische Renaissance und der Humanismus. Getrübt werden diese Bewegungen durch die Religionskriege und den Hugenottenkriegen (1562-1598) die durch das Toleranzedikt von Nantes unter Heinrich IV. (1598-1610) überflüssig wurden.
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Mit diesen Daten möchte ich diesen ersten groben Überblick über die frühe Geschichte Frankreichs beenden. Die Zeit vor und um Marc Antoine Charpentier behandle ich detaillierter und ausführlicher im nächsten Kapitel.
Den weiteren Verlauf der Geschichte Frankreichs kann man kurz mit folgenden Daten angeben:
Ø 1789: Französische Revolution, Erklärung der Menschenrechte, Ausrufung der Republik....
Ø 1804: Napoleon Bonaparte, er wollte die Nachfolge Karl des Grossen Antreten, scheiterte jedoch an der Errichtung eines Grossreiches, Wiederherstellung der Monarchie...
Ø 1815- 1830: Restauration, Wiederausrufung der zweiten Republik unter Louis-Napoleon-Bonaparte...
Ø 1870: Ausrufung der dritten Republik, die bis zum zweiten Weltkrieg anhielt...
Ø Kampf gegen den Nationalsozialismus unter General Charles de Gaulle, 1946 entstand die vierte Republik, eine neue Verfassung wird festgelegt und die fünfte Republik proklamiert die bis heute besteht 1 ...
1 Vgl. Gribenski, Jean „Historischer Abriss“ in „Frankreich“. Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. III, Sp. 687-716 hg. v. Ludwig Finscher, Bärenreiter Verlag Kassel 1995
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4. Die politischen und kulturellen Errungenschaften des 16. und frühen 17. Jahrhunderts
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erreicht Frankreich erneut einen Höhepunkt in politischer, kultureller als auch musikalischer Hinsicht. Als erster König, unter dessen Herrschaft dies eintritt ist König Franz I. (1515-1547). Der französische Hof wird nun politischer als auch kultureller Mittelpunkt des ganzen Landes und ist somit Vorbild für weitere Fürsten- und Könighäuser in Europa. Die Herrschaft König Franz I. kann als Beginn des Absolutismus sowie des Zentralismus gesehen werden. Es werden nun sämtliche ländliche Herrschersitze aufgelöst, da das ganze Land von Paris aus verwaltet und regiert wird. Obwohl sich diese Massnahme eher negativ anhört hat der Absolutismus, vor allem für die Musik, auch positive Seiten. Die gesamte intellektuelle Bürgerschicht ist am Hofe versammelt, es wird debattiert, politisiert und selbstverständlich wird auch gesungen, musiziert und komponiert. So ist etwa König Franz I . ein sehr guter Komponist und musikalisch gebildet. Das gesamte Musikleben verlagert sich nun vom frankoflämischen Bereich (Frankoflämische Schule, von Gilles Binchois und Guillaume Dufay bis Philipp de Monte und Orlando di Lasso) nach Frankreich mit Zentrum Paris.
Unter dem Nachfolger König Karl IX. hatte die Kultur, speziell die Musik ebenfalls einen äusserst hohen Stellenwert. So wird etwa im Jahre 1570 die Academiè de Poésie et de Musique gegründet. Hier sind alle Musiker mit Rang und Namen anzutreffen.
König Heinrich IV. ist ein weiterer wichtiger Eckpunkt in der Geschichte Frankreichs. Unter ihm kommt es zum Ende der Religionskriege; das Toleranzedikt von Nantes (1598) bringt allen Religionen Glaubensfreiheit. Weiters baut er das durch die Hugenotten- und Bürgerkriege zerstörte
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Arbeit zitieren:
Mag. Herbert Bahl, 2004, Das Oratorienschaffen im 17. Jahrhundert in Frankreich, München, GRIN Verlag GmbH
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