Inhaltsübersicht
1.) Klaus Theweleit: Leben und Werk. S.2
2.) „Männerphantasien“ S.3
3.) Theweleits Bild der „Soldatischen Männer“ und das
Verhältnis der Geschlechter. S.6
4.) Faschismus in den „Männerphantasien“ S.8
5.) Das Bild des „soldatischen Mannes“ von Masse, Volk,
Rasse und Nation. S.9
6.) Jörg Lau: „Männerhass und Männerselbsthass als
kultureller Mainstream“ S.11
7.) Lteraturverzeichnis. S.15
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1.) Klaus Theweleit: Leben und Werk
Der Schriftsteller, Philosoph und Kulturkritiker Klaus Theweleit ist 1942 in Ostpreußen geboren. Er wuchs in Schleswig-Holstein auf, da seine Familie aus Ostpreußen fliehen musste. Theweleit studierte Germanistik, Anglistik und
Musikwissenschaft in Kiel und Freiburg. In den Jahren 1969 bis 1972 war er als freier Mitarbeiter des Südwesfunks beschäftigt. 1976 schloss Theweleit sein Studium mit e iner Dissertation über faschistische Tendenzen in der
wilhelminischen Freikorpsliteratur ab. 1977/78 wurde diese in zwei Bänden unter dem Titel „Männerphantasien“ veröffentlicht und sorgte für großes Aufsehen. Theweleit verband darin einen hohen wissenschaftlichen Anspruch mit einer überaus bildhaften Sprache, die er mit zahlreichen Zitaten aus Pop-Kultur, Psychoanalyse und Literatur anreicherte. 1988 veröffentlicht er den ersten Band von „Buch der Könige“. Darin befasst er sich auf innovative und provokante Weise mit dem Mythos der von Männern geschaffenen Kunst, die, seiner Meinung nach, auf der Aufopferung von Frauen beruhe. Im zweiten Teil, der 1995 erschien, ging es um das Verhältnis von Künstlern zur Macht. Theweleit arbeitet hier mit Beispielen, die von Gottfried Benn über Elvis Presley bis hin zu Andy Warhol reichen. 1998 erscheint „Ghosts“, 1999 „Der Pocahontas-Komplex“, eine Abhandlung zur amerikanischen Politik und
Geschichte und 2002 das Buch "Der Knall". Darüber hinaus
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veröffentlicht Klaus Theweleit zahlreiche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. 2003 ehrte man ihn für literarische Kritik und Essay mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis. Heute lebt der Autor mit seiner Frau, einer
Psychoanalytikerin, und seinen beiden Söhnen in Freiburg im Breisgau, in Baden-Württemberg. Seit 1998 arbeitet er als Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, er ist Lehrbeauftragter am Soziologischen Institut in Freiburg und freier Schriftsteller mit Lehraufträgen in Deutschland, den USA, der Schweiz und Österreich.
2.) Männerphantasien
Klaus Theweleit wurde also durch das doppelbändige Werk "Männerphantasien" bekannt. Band I trägt den Untertitel „Frauen, Fluten, Körper, Geschichte“, das heißt hier werden die Frauenbilder als die Männerphantasien von der Frau dargestellt. Band II handelt vom „Männerkörper“ und der „Psychoanalyse des weißen Terrors“. Hier werden die männlichen Gegenbilder zur „alles verschlingenden erotischen Frau“ aufgezeigt.
Insgesamt analysiert Theweleit auf etwa tausend Seiten faschistische Körperformationen, wozu er unter anderem die Tagebuchaufzeichnungen von Freikorpssoldaten
heranzieht. Im Mittelpunkt der brillanten Untersuchung steht das destruktive Verhältnis der Geschlechter im Dritten Reich.
Theweleit untersucht in den "Männerphantasien" das Phänomen des Faschismus unter dem Aspekt des Geschlechterverhältnisses. Sein Untersuchungsmaterial
besteht fast ausschließlich aus Freikorpsliteratur, das heißt er bezieht sich somit auf den Zeitraum zwischen 1918 und 1923. Neben den Tagebuchaufzeichnungen werden auch die Kriegsbücher von Ernst Jünger und Franz Schauwecker mit zur Untersuchung herangezogen. Über den Umfang des zweibändigen Wälzers trösten zahlreiche Bilder und ein außergewöhnlicher Schreibstil hinweg.
Diese Studie über das Verhältnis von Männlichkeit, Körperlichkeit, Gewalt, Masse und Terror, war zum Zeitpunkt seines Erscheinens einer der meist
diskutierten Texte. Die erste Auflage war bereits kurz nach der Veröffentlichung vergriffen. Die Mehrheit der Freiburger Germanisten hätte damals wohl eher von dem Werk abgeraten und es sowohl als unwissenschaftlich und unschöpferisch kritisiert. Die überregionale Kritik war diesbezüglich offenbar anderer Meinung, hier galten Theweleits „Männerphantasien“ als aufregendste deutschsprachige Publikation des Jahres, „ ein vermischendes, entgrenztes, ein verschwenderisch
überfließendes Diagnostizieren der männer-rechtlichen Eroberungskultur“.
Inzwischen sind die "Männerphantasien" 200.000 mal verkauft wurden und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
Gerade wegen seiner immensen Materialfülle und der Vielfalt seiner überraschenden Aspekte wurde dieses Werk ein nicht mehr wegzudenkender Klassiker der
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Arbeit zitieren:
Tina Kretzschmar, 2005, Geschlechterverhältnisse: 'Männerphantasien', München, GRIN Verlag GmbH
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