Inhalt
1. EINLEITUNG 3
2. SITUATIONSANALYSE 4
2.1. FAMILIENSITUATION 4
2.2. SCHULSITUATION 5
3. DAS PRINZIP DES SELBSTGESTEUERTEN LERNENS 8
4. DAS KONZEPT DES ENTDECKENDEN LERNENS 10
4.1. GRUNDLAGEN 10
4.2. KATEGORIEN DES ENTDECKENDEN LERNENS 11
4.3. PROBLEME BEI DER UMSETZUNG DES ENTDECKENDEN LERNENS 14
5. KREATIVES PROBLEMLÖSEN NACH BUGDAHL ALS EIN PRINZIP DES
ENTDECKENDEN LERNENS 16
5.1. GRUNDLAGEN 16
5.2. BRAINSTORMING 16
5.3. BRAINWRITING 18
5.4. MORPHOLOGISCHER KASTEN 19
5.5. ENTRINNEN 19
6. SCHLUSS 21
7. LITERATURVERZEICHNIS 22
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1. Einleitung
„Jeder vierte Jugendliche geht nicht gern zur Schule. Jeder fünfte macht sich Sorgen darüber, wie er am nächsten Tag abschneiden wird. Um 13 Prozent haben in der Schule sogar oft Kopfschmerzen. Dies ist das betrübliche Ergebnis der ersten repräsentativen Befragung von Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen in der Bundesrepublik.“ 1 Wie kommt es zu einer derartigen Situation und was veranlasst die Schüler zu solchen Äußerungen? Mit dieser Fragestellung möchte ich mich in meiner Hausarbeit beschäftigen. Zunächst gehe ich dabei auf die veränderte Familiensituation ein, bevor ich mich mit der herrschenden Schulsituation auseinander setze. Dabei versuche ich die Problematik, die durch beide Situationen entsteht, so genau wie möglich darzustellen. Anschließend werde ich versuchen mittels der Methode des Selbstgesteuerten Lernens einen Ausweg oder eine Alternative zum derzeitig vorherrschenden Schulsystem aufzuzeigen. Ich gehe dabei vor allem auf die Veränderungen in den Rollen der Lehrer und der Schüler ein und auf die, in diesem Zusammenhang notwendigen Veränderungen der Arbeitsweisen, Techniken und Sozialformen.
Das Hauptmerkmal meiner Arbeit möchte ich auf die Vorstellung einiger Methoden des Selbstgesteuerten Lernen legen. Ich beschränke mich dabei auf vier Methoden kreativen Problemlösens nach Bugdahl. Diese erkläre ich zunächst kurz und gebe dann einige Hinweise zu deren Vorbereitung, Anwendung und Auswertung. Außerdem führe ich einige Anwendungsmöglichkeiten und Beispielaufgaben für die jeweiligen Methoden an.
Ich hoffe es gelingt mir damit aufzuzeigen, dass durchaus Alternativen bestehen und die Unzufriedenheit der Schüler bekämpft werden kann. Die wenigen Methoden, die ich im Rahmen dieser Hausarbeit vorstellen kann, zeigen zahlreiche Möglichkeiten zur Veränderung des lehrerzentrierten Unterrichts an. Es handelt sich dabei aber nur um einen geringen Teil der heute bekannten Methoden zur Umgestaltung des Unterrichts und des Bildungssystems.
1 Kanders, Michael; Rolff, Hans-Günter; Rösner, Hans: Der ganz alltägliche Wahnsinn. Schülerschelte für
die Lehrer. In: Zeit Punkte 2/96. S. 34.
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2. Situationsanalyse
2.1. Familiensituation
Schon im Vergleich zu meiner Kindheit in den 80er und 90er Jahren wachsen die meisten Kinder heute in einem anderen sozialen Gefüge auf. Die Geburtenrate ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, außerdem steigt die Scheidungsrate immer weiter an. Mittlerweile wird laut Statistiken jede zweite Ehe geschieden. Während noch vor 20 Jahren Familien mit mehreren Kindern dominierten, herrscht heute die Ein-Kind-Familie vor. Noch in meiner Kindheit gingen die meisten Mütter nicht arbeiten und kümmerten sich hauptsächlich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder. Heute haben sich die gesellschaftlichen Bedingungen gravierend verändert. Viele Mütter sind allein erziehend und somit gezwungen arbeiten zu gehen. Andererseits gibt es auch immer häufiger Mütter, die nicht bereit sind ihre Karriere für das Kind aufzugeben und gehen, ohne finanziell darauf angewiesen zu sein, arbeiten. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Entwicklung der Kinder aus. Durch den fehlenden Kontakt zu Gleichaltrigen oder Geschwistern lernen sie nicht, mit anderen soziale Kontakte zu knüpfen und sich ein- oder unterzuordnen. Während ich in meiner Freizeit hauptsächlich draußen aufgewachsen bin und mich mit den Kindern der Nachbarschaft selbst beschäftigt habe, ist der Tagesablauf der heutigen Kinder und Jugendlichen zumeist komplett durchgeplant. Sie erhalten nicht mehr die Gelegenheit sich selbst zu beschäftigen, sondern gehen in Sportvereine oder Musikschulen. Das heutige Angebot, das Kinder erhalten ist sehr reichhaltig und bietet für jeden etwas. Häufig gehen diese Aktivitäten der Kinder nicht von diesen selbst, sondern von den Eltern aus. Einerseits wissen sie ihren Nachwuchs betreut und versorgt und andererseits sind sie bemüht ihren Kindern möglichst viel zu bieten. In der heutigen Gesellschaft werden solche Qualifikationen immer wichtiger. Allerdings stehlen sich die Eltern hier auch aus der Verantwortung. Andere übernehmen die Erziehung ihrer Kinder und so bleibt den Eltern Zeit für eigene Aktivitäten. Dies wird z. Bsp. auch bei der Übernahme der Hausaufgaben sichtbar. Während früher zumeist die Eltern ihren Kindern bei den Schulaufgaben über die Schulter sahen und helfend zur Seite standen, übernehmen dies heute häufig kommerzielle Organisationen, die gegen Bezahlung bei Hausaufgaben helfen, oder Schwächen beseitigen. Der Kontakt der Kinder zu den Eltern wird immer
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geringer und auch zu Hause stehen den Kindern immer mehr
Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Fast jedes Kind hat heute einen Fernseher und einen Computer zu Hause und ihm wird somit die Suche nach einer geeigneten Beschäftigung abgenommen und der Umgang mit anderen Kindern verliert an Bedeutung. Somit lernen viele nicht mehr sich gegenüber anderen zu behaupten, Verantwortung zu übernehmen, oder Erfahrungen zu sammeln. Dies hat auch Folgen auf das Selbstbewusstsein der Kinder. Sie lernen nicht, sich in Konflikten zu behaupten und neigen immer öfter zu Aggressivität und Verhaltensauffälligkeiten. Ebenso eine Folge des fehlenden Umgangs mit anderen Kindern und dem fehlenden Zwang sich selbst zu beschäftigen sind Konzentrationsschwierigkeiten, ein gesteigertes Mitteilungs-und Aufmerksamkeitsbedürfnis, sowie Schwierigkeiten beim Zuhören. All diese Faktoren, die ihren Ursprung im sozialen Umfeld der Familie haben, spiegeln sich natürlich auch in der Schule wieder. Lehrer haben immer mehr Kinder vor sich, die nicht in der Lage sind sich mit anderen zu identifizieren und sich unterzuordnen. Immer größer wird die Bedeutung des Individuums und somit auch die Herausforderung an die Lehrer.
2.2. Schulsituation
„Das heutige Gymnasium erzieht leider zum Einzelkämpfer und zu wenig Miteinander, obwohl die meisten später im Beruf es sicher mit einer Gruppe zu tun haben werden. Wenn man nach dreizehn Jahren die Schule verläßt, sollte man Selbstbewußtsein gelernt haben und genau wissen was man will, man sollte auch in der Lage sein, Verantwortung zu übernehmen.
Für mich bedeutet Bildung weniger das angehäufte Kopfwissen - das braucht man natürlich, auch wenn es sehr schnell wieder vergessen wird - als vielmehr das wache Bewußtsein für Menschen und Dinge, die um uns herum sind. Judith S., Abiturientin“ 2
So und ähnlich bewerten Schüler ihre Ausbildung in der Schule. In einer repräsentativen Schülerumfrage kommt heraus, dass jeder vierte Jugendliche nicht gern zur Schule geht.
2 Kanders, Michael; Rolff, Hans-Günter; Rösner, Hans: Der ganz alltägliche Wahnsinn. Mehr Mumm,
mehr Schwung. In: Zeit Punkte 02/1996. S.38
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„Immerhin 62 Prozent der Schüler sagen, daß sie im vergangenen Halbjahr viel Neues lernen konnten. Nur 6 Prozent bestreiten das. Allerdings fesselt der Unterricht nur wenige. Nicht mehr als 32 Prozent finden ihn meistens interessant, aber 21 Prozent mögen ihn überhaupt nicht.“ 3
Hier wird deutlich, dass die meisten Kinder nicht mit dem Unterricht in ihrer Schule einverstanden sind. Sie bestreiten nicht, dass sie in der Schule viel lernen, aber mit der Art und Weise, wie gelehrt wird, sind sie nicht einverstanden. Viele Schüler wollen einen Unterricht, in dem sie die Gelegenheit erhalten Diskussionen zu führen, in Gruppen zu arbeiten und aktiv mitzuarbeiten. Die Realität an den Schulen sieht jedoch auch heute zumeist noch anders aus. Dort übernimmt der Lehrer die Hauptrolle, er hält Vorträge vor dem Schülerplenum und fordert die Schüler zur Stillarbeit auf. In der Regel redet also der Lehrer und die Schüler hören zu. Hier liegt der aktive Part beim Lehrer, während die Schüler in eine passive Rolle gedrängt werden. Diese Art und Weise des Unterrichtens stößt bei den meisten Schülern auf Ablehnung. Sie wollen sich aktiv am Unterricht beteiligen.
Auch Defizite sehen die Schüler beim Einsatz neuer Medien in der Schule. Nahezu alle sind der Ansicht, dass die Arbeit mit Computern in den Schulen zu kurz kommt. Im Allgemeinen kam bei dieser Umfrage zum Ausdruck, dass der Großteil der Kinder mit ihren Lehrern unzufrieden ist. Nicht fachliche Kompetenz der Lehrkraft, sondern die Fähigkeit zu erklären, alle gleich zu behandeln und das Vertrauen sind den Schülern wichtig bei der Beurteilung ihrer Lehrkräfte.
Auch an den Inhalten, die die Schule vermittelt, setzen Kritikpunkte der Schüler an. Viele bedauern, dass zu wenig Wert auf die Ausbildung von künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten gelegt wird. „Zu wichtig seien dagegen Disziplin, Fachwissen und Rechtschreibkenntnisse.“ 4
„Wenn es nach den Schülern ginge, hätten wir eine Schule, in der anderes auf andere Weise gelehrt und gelernt würde.“ 5
Auch in Bezug auf die gravierenden Veränderungen der Gesellschaft und somit der Anforderungen, die an junge Menschen gestellt werden, muss in den Schulen etwas passieren.
3 Kanders, Michael; Rolff, Hans-Günter; Rösner, Ernst: Der ganz alltägliche Wahnsinn. Schülerrschelte
für die Lehrer. In: Zeit Punkte 02/1996. S. 34
4 Kanders, Michael; Rolff, Hans-Günter; Rösner, Ernst: Der ganz alltägliche Wahnsinn. Schülerschelte für
die Lehrer. In: Zeitpunkte 02/1996. S.37
5 ebd. S.37
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Arbeit zitieren:
Marika Ziron, 2005, Das Konzept des Entdeckenden Lernens, München, GRIN Verlag GmbH
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