Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Migration am Beispiel der Türken im zwanzigsten Jahrhundert 3
3. Der Islam in Deutschland 4
3.1. Statistische Daten zum Islam in Deutschland 5
4. Die traditionelle Rolle der Frau im Islam 6
5. Die Frau im Islam heute 8
6. Muslimas in Deutschland 9
6.1. Vorurteile und Stereotypen 9
6.2. Probleme des religiösen Lebens der Muslimas in Deutschland 10
6.3. Die Kopftuchdebatte 11
6.4. Die Ehe 13
7. Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Die deutschen Medien, ob elektronisch oder print, beschäftigen sich schon seit längerer Zeit, intensiver aber erst seit den Anschlägen in Amerika und der Debatte um den Beitritt der Türkei in die EU, mit den in Deutschland lebenden Muslimen. Die darin auftretenden Themen - Kopftuchstreit, Leitkultur, Schächtung, Zwangsehe, etc. - sind immer wieder Reizthemen und stellen die eigene Gesellschaft und ihren Umgang mit ausländischen Mitbürgern auf die Probe. Die der eigenen Kultur fremden Anschauungen und Lebensweisen bilden dabei den Streitpunkt, wenn es um Integrationsfragen geht.
So ist auch das islamische Verständnis von Weiblichkeit - Frau sein - ein anderes, als das in Deutschland von Frauen gelebte. Die in der Diaspora auftretenden Probleme mit den neuen ethischen und moralischen Traditionen der Wahlheimat, beschränken sich nicht nur auf Verschleierung und oder Zwangsehe - zwei oft in Deutschland auf Unverständnis stoßende Aspekte. Die Aufgabe der Muslimas, den Alltag in einer völlig neuen Gesellschaftsordnung zu verbringen und beide Seiten leben zu können - oder zu müssen, ist eine große Herausforderung und schwierige Aufgabe für sie. Ich möchte in dieser Arbeit auf die islamischen Frauen - Muslimas - eingehen und ihr Leben in Deutschland schildern. Beginnen möchte ich mit einer kurzen Abhandlung über die Migration von Muslimen nach Deutschland in den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Desweiteren sollen demographische Fakten und auch die Schwierigkeit ihrer Erlangung dargestellt werden.
Ein Überblick über das traditionelle Bild einer Muslima bis hin zu ihrer gegenwärtigen Stellung, s oll die Veränderungen aufzeigen, die muslime Frauen seit Beginn der islamischen Religion, an ihrer Position vorgenommen haben. Der eigentliche Schwerpunkt dieser Arbeit soll sich dann mit den Frauen in Deutschland befassen. Dabei werden auch die oben schon erwähnten Reizthemen angesprochen um deren Wichtigkeit für unsere Gesellschaft zu erläutern.
2. Die Migration am Beispiel der Türken im zwanzigsten Jahrhundert
Die Migration beginnt mit dem anfänglichen Erstarken der Bundesrepublik nach dem zweiten Weltkrieg. Da durch das schnelle Wirtschaftswachstum und die noch spürbaren
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Kriegsfolgen, wie das Fehlen von männlicher Arbeitskraft, nicht alle Arbeitsplätze besetzt werden konnten, schloss die Bundesregierung, zu Beginn der 60er Jahre, Verträge über die Anwerbung von ausländischen Arbeitern ab. Anfänglich wurden diese Verträge mit südeuropäischen, später zunehmend mit muslimischen Staaten geschlossen - wie Marokko, Tunesien und der Türkei.
Bundesregierung und Arbeitsmigranten richteten sich anfänglich auf einen begrenzten Arbeitsaufenthalt von wenigen Jahren ein. Als jedoch Mitte der 70er Jahre die Regierung unter Willy Brandt einen Anwerbestopp verfügte, da die Ölkrise zu einer wirtschaftlichen Rezession führte, schwanden die Möglichkeiten einer Heimreise und einer darauffolgenden Rückkehr nach Deutschland. Somit entschieden viele Arbeiter in Deutschland zu bleiben.
Die Politik ermöglichte ihnen im Zuge dessen auch die Zusammenführung ihrer Familien - Frauen und Kinder sowie weitere enge Verwandte wurden nach Deutschland geholt, um sich dort zusammen eine dauerhafte Existenz aufzubauen. Als Folge daraus wurden Gastarbeiterkinder in der Bundesrepublik geboren, gingen hier zur Schule und lernten Deutsch. Durch das Aufwachsen und die Entwicklung sozialer Bindungen an Deutschland wurde eine Rückkehr in das Land ihrer Eltern oder Großeltern fast unmöglich - doch auch der Aufenthalt in Deutschland schien nicht unproblematisch. Eine zweite Einwanderungswelle der Türken gab es in den 80er Jahren. Der Grund dafür war der in der Türkei erfolgte Putsch, bei dem eine Militärregierung die Staats -und Regierungsmacht übernahm und in ihrer Konsequenz alle unabhängigen Parteien und Organisationen auflöste und verfolgte. Die Folge war Asylsuche von türkischen Regimegegnern in der Bundesrepublik (Cramer, 2000:10). Die schlechte Wirtschaftslage in der Türkei ab Mitte der 80er Jahre, war ein weiterer Grund für die in Deutschland lebenden Türken, nicht wieder in ihr Heimatland zurückzukehren.
3. Der Islam in Deutschland
In den ersten Jahren der Migrationsgeschichte war der Islam in der Öffentlichkeit kaum präsent. Die Anwesenheit von Muslimen wurde von der deutschen Bevölkerung weitgehend ignoriert. Man sah in ihnen die billigen Arbeiter, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten würden. Doch blieb ein Großteil der einstigen Gäste und somit auch deren Kultur. Neben Stigmatisierungen („die Türken„) und Inakzeptanz der
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fremden Kultur bis hin zum Ausländerhass, gab es seitens der deutschen Bevölkerung wenig Lösungsansätze zur Überbrückung dieser kulturellen Differenz, was für die in Deutschland geborenen Migrantenkinder fatale Folgen für deren Identitätsentwicklung hatte. Diese Überbrückung hat in den letzten Jahren verstärkt stattgefunden, vor allem durch interreligiöse Dia loge. Eine vollständige Akzeptanz von Ausländern in Deutschland muß jedoch weiterhin abgewartet werden.
3.1. Statistische Daten zum Islam in Deutschland
Für die Statistik ist es nicht möglich eine genaue Zahl der in Deutschland lebenden Muslime wiederzugeben. Die hier erwähnten Angaben sind zum Teil grobe Schätzungen, da das vorhandene Datenmaterial große Unsicherheiten in sich birgt, welche verschiedene Ursachen haben. Zum einen wurden bei der Einwanderung von Arbeitsmigranten von den deutschen Behörden keine Informationen zur Religionszugehörigkeit eingeholt. Diese wurde erst später pauschal, ihrer Nationalität nach, festgelegt. So waren alle Südeuropäer katholische - und alle Griechen orthodoxe Christen. Gastarbeiter aus der Türkei wurden generell als Mus lime eingestuft, ohne auf die in der Türkei lebende christliche Minderheit zu achten.
Eine weitere Ursache bildet der bürokratische Ablauf bei der Konversion zum Islam. In diesem Fall wird nur der Austritt der Person aus der Kirche vermerkt, nicht aber der Namenswechsel, von einem christlichen zu einem islamischen Vornamen, noch eine Art Eintritt in eine islamische Gemeinde (Heine, 1997:109-111).
Die in diesem Kapitel aufgezeigten statistischen Fakten habe ich einer Publikation des Zentrum für Türkeistudien entnommen (Sen/Aydin, 2002:15-16), aber auch diese Zahlen müssen mit großer Skepsis betrachtet werden.
Die aktuelle Zahl der in Deutschland lebenden Muslime liegt bei ca. 3,2 Millionen und bildet damit die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland. In dieser Zahl wurden allerdings keine konfessionellen Unterschiede berücksichtigt. Die größte nationale Gruppe der Muslime bilden Einwanderer aus der Türkei mit ca. 2,4 Millionen, weitere sind Muslime aus Bosnien - Herzegowina (167000), Iran (116000), Marokko (81000), Afghanistan (72000), Libanon (54000), Irak (51000), Pakistan (38000) sowie Syrien und Tunesien (je 24000). Hinzu kommen kleinere Gruppen aus Ägypten, Indonesien, Algerien, sowie aus verschiedenen afrikanischen Staaten.
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Arbeit zitieren:
Thorsten Doß, 2005, Lebenssituation der Muslimas in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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