Inhalt:
I Einleitung Seite 3
II Prosopographie und Paläographie anhand der Nekropolen von Beni Hasan und
Bersheh Seite 4
III Die typologische Methode nach Maßgabe von Willems Seite 6
IV Typologie der Außendekoration Seite 7
V Die Typen der Außendekoration Seite 8
VI Typologie der Innendekoration Seite 10
VII Die Typen der Innendekoration Seite 11
VIII Zusammenfassung Seite 13
IX Literatur Seite 14
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I. Einleitung
Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, Methoden zur Datierung und Typologie von Kastensärgen des Mittleren Reiches vorzustellen. Zu diesem Thema liegen zwei um- fangreiche Publikationen vor: zu einen „Chests of Life“ von H. Willems 1 und zum zweiten G. Lapps „Typologie der Särge und Sargkammern von der 6. bis 13. Dynastie“ 2 .
Im folgenden wird ausschließlich auf die Methode von Willems eingegangen, da die Publikation von Lapp ist in vielen Punkten recht problematisch ist: Lapp untersucht hier Särge auf regionaler Ebene, was auch Willems macht, läßt aber nach eigenem Gutdünken verschiedene Nekropolen aus, obwohl mehr als 10 Exemplare vorhanden sind. Gleichzeitig aber nimmt er Särge als eigenständige Typen auf, die durch nur ein Exemplar belegt sind. Auch sind angesetzten Kriterien für Typen sind eher als verwirrend zu bezeichnen: Lapp unterscheidet zunächst zwei große überregionale Gruppen, einen Ober- und einen Unterägyptischen Typ aufgrund des Vorhandenseins oder der Abwesenheit von Menschen- und Tierdarstellungen. Weiter erstellt er für jeden einzelnen Fundort eine gesonderte Typologie, die jedoch jetzt die Einordnung in eine bestimmte Epoche suggeriert (Typ der 11. Dynastie etc.). Diese Särge werden anhand der Schreibweisen von Götternamen (bes. Osiris und Anubis und deren Beinamen, z. B. Herr von N) unterteilt, die nicht nur auf Särgen, sondern auch auf anderen Monumenten (Stelen etc.) auftreten. Formale Kriterien (Dekorationselemente) spielen eine nur untergeordnete Rolle, dennoch benutzt Lapp Bezeichnungen wie z. B. Vertikalzeilentyp > ein Sarg kann also gleichzeitig mehreren Typen angehören. 3
Willems behandelt in seinem Buch lediglich den von Lapp als „Unterägyptischen Typ“ bezeichneten Komplex von Särgen, da dieser nicht, wie die Bezeichnung vermuten läßt, nur im Norden zu finden ist, sondern in ganz Ägypten vorkommt. Der sogenannte „Oberägyptische Typ“ hingegen wird von ihm außer Acht gelassen, da er annimmt, es 1 H. Willems: Chests of Life. A Study of the Typology and Conceptual Development of Middle Kingdom Standard Class Coffins. Leiden 1988; im folgenden: Willems: Chests; vgl. auch O. D. Berlev: Rezension zu Willems. CdE 69 (1994), S. 291 – 292; J. Kahl: Zu den Särgen des Mittleren Reiches in Ägypten. WdO 25 (1994), S. 21 – 35; G. Lapp: Rezension zu Willems. BiOr XLVIII (1991), S. 801 - 812 2 G. Lapp: Typologie der Särge und Sargkammern von der 6. bis 13. Dynastie. Heidelberg 1993 (SAGA 7); im folgenden: Lapp: Typologie; vgl. auch L. D. Morenz: Rezension zu Lapp. Discussions in Egyptology 33 (1995), S. 161 - 168 3 Lapp: Typologie. S. 40; vgl. auch H. Willems: Rezension zu Lapp. BiOr LIV (1997), 112 - 122
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handele sich eher um Lokaltraditionen, denen kein einheitliches Dekorationsmuster zu Grunde liegt. 4
Für die Datierung der Särge nun ist das Zusammenwirken verschiedener Untersuchungsmethoden notwendig:
a) Prosopographie: der Vergleich von Informationen über Personen (in diesem Falle Sargbesitzer) auf dem zu untersuchenden Gegenstand mit anderen Quellen (Grabstelen, Inschriften an Grabwänden, etc.).
b) Paläographie: Vergleich der Schreibweisen verschiedener Begriffe (Götternamen, deren Beinamen, etc.) auf dem Material mit Inschriften, die in ungefähr die gleiche Zeit datiert werden.
c) Typologie: die Einordnung des Materials in Gruppen aufgrund des Vergleichs bestimmter Merkmale der Dekoration.
Aber auch durch die Verbindung aller drei Methoden ist nur eine ungefähre Datierung des Materials möglich. 5
II. Prosopographie und Paläographie anhand der Nekropolen von Beni Hasan und Bersheh
Willems untersuchte im Rahmen seiner Arbeit Särge aus 15 Nekropolen, von denen die wichtigsten Beni Hasan, Bersheh, Meir, Lisht und Theben sind. Da Beni Hasan und Bersheh die bei weitem ergiebigsten Fundplätze sind, wird weiter nur auf diese beide Orte einbegangen.
a) Beni Hasan: Die Nekropole von Beni Hasan wurde in den Jahren 1902 bis 1904 von Garstang untersucht, wobei insgesamt ca. 1000 Gräber entdeckt wurden. Insgesamt ca. 100 Särge und zahlreiche Fragmente traten dabei zu Tage; diese aber sind heute über 4 Willems: Chests. S. 53 - 58 5 Ders. S. 51f
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verschiedene Museen verteilt, wodurch eine Untersuchung des gesamten Materials erschwert wird. 6
Die Nekropole selbst wuchs von Süd nach Nord; eine Nutzung seit dem frühen Mittleren Reich ist nachweisbar. Bestattet sind hier vor allem Gaufürsten und ihre Untergebenen. Die Lage der Gräber läßt eine soziale Gliederung insofern erkennen, als daß die Untergebenen immer im Bereich vor ihren Herren untergebracht sind. 7
Willems hat des weiteren eine Einteilung der Särge in die Gruppen A und B vorgenommen 8 , wobei Typ I und VI, sowie ein Exemplar des Typs IIa, der von ihm herausgestellten, und oben noch behandelten, Typologie auftraten. 9
Gruppe A beinhaltet hierbei die früheren Särge, die im Bereich der älteren Gaufürstengräber Nr. 14 bis 29 gefunden wurden. Ein Vergleich des epigraphischen und paläographischen Materials legt eine Verbindung der Särge mit den Gräbern 14, 15, 17, 27, 29 und 33 nahe. Willems setzt eine Datierung in einen Zeitraum vom letzten Jahrzehnt der 11. Dynastie bis in die Regierungszeit Amenemhet I. an. 10
Die Särge der Gruppe B sind späteren Datums und waren im nördlichen Teil der Nekropole angesiedelt. Prosopographisch zeigen sie enge Verbindungen zu Grab Nr. 3, in dem der Gaufürst Chnumhotep II. seine letzte Ruhe fand. Die Namen und Titel der Sargbesitzer finden sich sowohl auf den Särgen als auch in diesem Grab. Die Wahrscheinlichkeit ist somit groß, daß die Namen und Titel auf den Särgen mit den im Grab erwähnten Personen identisch sind. Auch lassen sich gleiche Schreibweisen bei Opferformeln u. ä. auf Särgen und Inschriften im Grab nachweisen. Aufgrund der Tatsache, daß das Grab Chnumhoteps im 6. Regierungsjahr Sesostris II. dekoriert wurde nimmt Willems eine Datierung in die späte Regierungszeit Amenemhet II. bis in die frühe Regierungszeit Sesostris III. an. 11
b) Bersheh: Seit ca. 1891 gab im Bereich der Nekropole von Bersheh zahlreiche Ausgrabungen, von denen die wichtigsten die epigraphische Expedition des Egypt 6 Ders. S. 62 7 Ders. S. 64; siehe auch Karte zwischen S. 64 und 65 8 Ders. S. 62 9 Ders. S. 63 10 Ders. S. 64f; siehe auch Karte der Nekropole 11 Ders. S. 66f; siehe auch Karte
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Magister Artium Christian E. Schulz, 2000, Kastensärge des Mittleren Reiches, Munich, GRIN Publishing GmbH
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