INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
I. EINLEITUNG 1
1. Motivation 1
2. Ziel und Gang der Untersuchung 2
II. GRUNDLAGEN DER KONVENTIONELLEN BREAK-EVE-NANALYSE 3
1. Aufgaben und Ziele der Break-even-Analyse 3
2. Deterministische Break-even-Analyse 4
2.1 Standardmodelle 4
2.1.1 Einproduktmodelle 5
2.1.2 Mehrproduktmodelle 8
2.2 Spezialmodelle 13
2.2.1 Absatzpreisänderungen 13
2.2.2 Änderungen der variablen und fixen Kosten 15
2.2.3 Absatzmengenänderungen 18
3. Stochastische Break-even-Analyse 21
3.1 Standardmodelle 21
3.2 Spezialmodelle 30
4. Beurteilung der konventionellen Break-even-Analyse 32
III. ANWENDUNG DER BREAK-EVE-NANALYSE IN DER EXTERNEN
UNTERNEHMENSANALYSE 35
I
1. Vorbemerkungen 35
2. Grundsätzliche Probleme für den externen Analytiker 36
3. Darstellung konkurrierender Methoden in der externen Analyse 37
3.1 Analyse bei optimaler Informationsversorgung 38
3.1.1 Prämissen 38
3.1.2 Die Entwicklung von Risikomaßgrößen 38
3.2 Transformation der Gewinnschwellengleichung auf das Umsatzvolumen 40
3.2.1 Prämissen 40
3.2.2 Grundmodell 41
3.2.3 Modellerweiterungen 43
3.2.4 Beurteilung 43
3.3 Die modifizierte Break-even-Analyse 46
3.3.1 Grundmodell 46
3.3.2 Beurteilung 47
4. Vergleich der Methoden anhand eines Praxismodelles 48
SCHLUSSBETRACHTUNG
IV. 49
1. Thesenförmige Zusammenfassung 49
2. Aussagewert und Grenzen der Break-even-Analyse im Rahmen der
Jahresabschlu ßanalyse 52
LITERATURVERZEICHNIS 54
II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1 : Bestimmung des Break-even-Punktes
Abb. 2 : Mögliche alternative Absatzmengen eines Zweiproduktunternehmens zur
Realisierung des Break-even-Punktes
Abb. 3 : Gewinnschwellengerade eines Zweiproduktunternehmens
Abb. 4 : Erweiterung der Gewinnschwelle auf einen planmäßigen Mindestgewinn
Abb. 5 : Auswirkungen einer Veränderung des Absatzpreises auf den Break-even-Punkt
Abb. 6 : Darstellung des „operating leverage“
Abb. 7 : Entwicklung des Unternehmenserfolges bei unterschiedlichen Fixkosten
Abb. 8 : Wahrscheinlichkeitsverteilung der Absatzmengen
Abb. 9 : Normalverteilung der Gewinnabweichungen
Abb. 10 : Break-even-Analyse anhand eines ausgewählten Einzelabschlusses
III
Abb. Abbildung
Abs. Absatz
Art. Artikel
Ausg. Ausgabe
BEP Break-even-Punkt, -Punkte, -Punkten, -Punktes
Bsp. Beispiel
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
ca. circa
DB (Gesamt-) Deckungsbeitrag
DB St Deckungsbeitrag pro Stück
d.h. das heißt
EDV Elektronische Datenverarbeitung
etc. et cetera
evtl. eventuell
exkl. exklusive
f. folgende
ff. fortfolgende
GE Geldeinheiten
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
HGB Handelsgesetzbuch
i.d.R. in der Regel
inkl. inklusive
korr. korrigiert
Nr. Nummer
o.ä.
Pos. Position
S. Seite
sog. sogenannte
usw. und so weiter
u.U. unter Umständen
Vgl. Vergleiche
z.B. zum Beispiel
IV
Die Fragestellung, die durch das Thema des Referates angedacht ist, verbindet zwei Betrachtungs-und Sichtweisen miteinander, die auf den ersten Blick konträr erscheinen. Allein die Kombination der beiden Bearbeitungsfelder „Jahresabschluß“ - also die vornehmlich externe Betrachtungsweise einer Unternehmung - und „Break-even-Analyse“ - als internes Instrument der Kostenrechnung im Controlling - läßt auf einige Komplikationen schließen. Anhand der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, dieses Problem zu lösen. Hierbei ist nicht nur das unterschiedliche Maß an Informationen, das dem Betrachter zur Verfügung steht, zu berücksichtigen, sondern auch die Betrachtungsweise, die von diesem zugrunde gelegt wird.
Die internen Aufgaben der Unternehmung sind vor allem darauf gerichtet, das Unternehmen im Konkurrenzkampf gegenüber anderen Marktteilnehmern erfolgreich zu führen, d.h. das vorhandene Potential zu erhalten oder gegenüber anderen noch auszubauen. Die Break-even-Analyse bietet hierzu eine von vielen Möglichkeiten, innerhalb des Kosten- und Leistungsmodelles - im Rahmen einer internen betriebsanalytischen Vorausschaurechnung - eine Lösung zur Abschätzung des kostenstrukturellen Risikos im leistungswirtschaftlichen Bereich zu finden. 1
Um dieses noch einmal zu verdeutlichen, kann die Break-even-Analyse, aber auch das gesamte Gebiet der Kostenrechnung, mit dem Röntgengerät eines Arztes verglichen werden. Es zeigt dem Arzt das Innere des Menschen, also synonym das Innere einer Unternehmung. Da die inneren Vorgänge und Zustände äußerlich nicht sichtbar sind, ist das Röntgengerät unerläßlich für Diagnose und Therapie, also für das Unternehmen notwendig, um mögliche Fehler in der innerbetrieblichen Leistungserstellung zu entdecken und ihnen entgegenwirken zu können. 2 Dieses Röntgengerät besitzt der externe Betrachter einer Unternehmung nicht, er muß also zur Beurteilung des Unternehmens Ersatz- oder Hilfsinstrumente entwickeln, die für ihn möglichst einen ähnlichen Informationsgehalt besitzen. Die interne und die externe Betrachtungsweise würden sich in diesem Fall decken. Beide Betrachtungen
1 Vgl. Küting, Karlheinz;Weber, Claus-Peter: Die Bilanzanalyse: Lehrbuch zur Beurteilung von Einzel- und
Konzernabschlüssen, Stuttgart 1994, S. 321.
2 Vgl. Polaschewski, Edwin; Peran, Christian; Schlein, Uwe: Entscheidungsorientierte Kostenrechnung,
Berlin 1991, S. 9.
zielen auf ein von innen „gesundes“ Unternehmen, das sich am Markt behaupten kann. Gerade die Break-even-Analyse läßt hier eindeutige Entscheidungen zu, denn Break-even-Fragen sind immer mit der Untersuchung von Grenzpunkten verbunden, die „positive“ von „negativen“ Ergebnissen trennen. 3
Für die externe Untersuchung können Kapitalgeber in Form von Finanzinstituten durch die Gewährung von Fremdkapital oder durch den Erwerb von Beteiligungen, z.B. in Form von Aktien, auftreten. Ebenso können dieses Privatanleger sein, die durch den Kauf von Obligationen oder Aktien Interesse an dem Unternehmen zeigen. Diesen externen Betrachtern kann das zu untersuchende Unternehmen durch die zur Verfügungstellung von umfangreichem Zahlenmaterial und durch das Umsetzen des „Shareholder Value“-Gedankens, der auf einen langfristig steigenden Unternehmenswert im Sinne der Aktionäre zielt 4 , entgegen kommen. Für Kapitalgeber mit einem sehr kurzfristigen Horizont, z.B. Anleger mit spekulativen Charakter aufgrund von Chartsignalen, kann die Break-even-Analyse keine Entscheidungshilfe bieten, da sie für derartige Überlegungen eine zu lange Periode berücksichtigt.
Die Fragestellung, die letztendlich geklärt werden sollte, ist darauf gerichtet, ob das zur Verfügung stehende Datenmaterial ausreicht, um als externer Betrachter eine vernünftige und aussagekräftige Break-even-Analyse durchführen zu können. Ansonsten müssen vielmehr Vereinfachungen getroffen werden, um so auf ein adäquates Ergebnis zu kommen. Sollte dieses nicht möglich sein, so ist weiter zu prüfen, ob die erzielten Ergebnisse einen ausreichenden Aussagewert besitzen.
Zur Lösung des oben beschriebenen Problemes ist es zunächst einmal wichtig, die Grundlagen der Break-even-Analyse zu kennen und sie anzuwenden, um dann im folgenden die Ergebnisse richtig interpretieren zu können.
3 Vgl. Schweitzer, Marcell; Troßmann, Ernst: Break-even-Analysen: Grundmodell, Varianten, Erweiterungen,
Stuttgart 1986, S. 253.
4 Vgl. Lang, Jörg: Das Jahr der Stockpicker, in: Finanzen 01/1997, S. 42 ff.
Dabei wird zunächst auf die Aufgaben und Ziele der Break-even-Analyse eingegangen, um zu verdeutlichen, vor welchem Hintergrund ein Unternehmen diese anwendet. Anschließend werden in diesem Kapitel die Standard- und Spezialmodelle der deterministischen und der stochas-tischen Break-even-Analyse vorgestellt. Durch eine abschließende Beurteilung der konventionellen Breakeven-Analyse wird die Grundlage für eine Anwendung in der externen Unternehmensanalyse geschaffen.
Bei einer Anwendung der Break-even-Analyse im Rahmen der Jahresabschlußanalyse wird zunächst einmal auf einige grundsätzliche Probleme des externen Analytikers eingegangen. Im weiteren werden in diesem Kapitel verschiedene Berechnungsmethoden vorgestellt, die es ermöglichen sollen, den BEP näherungsweise darzustellen. Die Probleme, die hierbei entstehen können, werden anhand eines Praxismodelles näher durchleuchtet, so daß es am Ende dieser Untersuchung möglich sein wird, die eingehende Fragestellung durch Theorie- und Praxisanwendung hinreichend beantworten zu können.
Eine thesenförmige Zusammenfassung sowie eine kritische Würdigung der Verfasser wird diese Arbeit abrunden.
Die Break-even-Analyse dient der Abschätzung des leistungswirtschaftlichen Risikos, welches im Angelsächsischen auch als „operating leverage“-Risiko bezeichnet wird. 5 Interne unternehmensabhängige Einflußgrößen sind die angewandten Produktionsverfahren, das davon ausgehende Verhältnis von variablen und fixen Kosten, die Diversifikation des Produktions- und Absatzprogrammes, die Größe des Unternehmens sowie die erzielten Erlöse. Die Break-even-Analyse dient dabei nicht der Errechnung einer optimalen Absatzmenge, sondern Ziel ist die Errechnung derjenigen Absatzmenge, durch deren Erlöse die gesamten Kosten in der betrachteten Periode gedeckt werden. 6 Dieser Punkt
5 Vgl. Coenenberg, Adolf Gerhard: Jahresabschluß und Jahresabschlußanalyse, Landsberg am Lech 1987,
S. 714.
6 Vgl. Kilger, Wolfgang: Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, Wiesbaden 1993,
S. 802.
wird als Break-even-Punkt (BEP), Nutzen- oder Gewinnschwelle, Deckungspunkt oder kritische Menge bezeichnet. 7 Vor diesem Punkt befindet sich ein Unternehmen im Verlustbereich, nach dem Überschreiten des BEP in der Gewinnzone. 8 Die Break-even-Analyse setzt dabei an den Grundsätzen einer Deckungsbeitragsrechnung an. 9
Primäre Aufgabe der Break-even-Analyse ist die Darstellung der Auswirkungen verschiedener Absatzmengen, unterschiedlicher Kombinationen von fixen und variablen Kosten sowie Absatzpreisen auf den Erfolg einer Unternehmung. Sie soll bspw. Entscheidungshilfen bei einem möglichen Übergang zu kapitalintensiveren bzw. weniger kapitalintensiveren Produktionsverfahren geben, welche durch eine Substitution von variablen durch fixe Kosten bzw. fixe durch variable Kosten erzielt würden. 10
Den Standardmodellen der deterministischen Break-even-Analyse liegen zunächst in den betrachteten Zeitperioden einige Annahmen zugrunde: 11
Die Verkaufspreise pro Mengeneinheit sind unabhängig von der Ausbringungsmenge konstant. é
Die Gesamtkosten lassen sich in fixe und variable Kosten einteilen. é
Die Produktivität bleibt unverändert. é
Die fixen Kosten sind für den gesamten Bereich alternativer Produktionsmengen unveränder- é
lich, d.h. es treten keine intervallfixen Kosten auf. Die variablen Kosten verlaufen linear. é
Lagerbestandsänderungen entfallen, d.h. die Produktionsmenge entspricht der Absatzmenge. é
7 Vgl. Koch, Joachim: Kosten- und Leistungsrechnung, München 1990, S. 144 und Schweitzer, Marcell;
Küpper, Hans-Ulrich: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, München 1995, S. 461.
8 Vgl. Freidank, Carl-Christian: Kostenrechnung, München 1986, S. 289.
9 Vgl. Küting, Karlheinz; Weber, Claus-Peter: Die Bilanzanalyse: Lehrbuch zur Beurteilung von Einzel- und
Konzernabschlüssen, Stuttgart 1994, S. 321.
10 Vgl. Buchner, Robert: Grundzüge der Finanzanalyse, München 1981, S. 139.
11 Vgl. Born, Karl: Bilanzanalyse international, Stuttgart 1994, S. 401 und Schweitzer, Marcell; Troßmann,
Die notwendigen Daten und Informationen zur Aufstellung der Kosten- und Erlösfunk-tion é
werden als sicher bekannt vorausgesetzt und geben die zukünftigen Zusammenhänge in zutreffender Weise wieder.
Zunächst soll nun das Einproduktmodell betrachtet werden. Hierbei stehen folgende Symbole für die entsprechenden Bezeichnungen:
G = Periodengewinn F = gesamte Fixkosten in der Periode V = gesamte variable Kosten in der Periode v = variable Stückkosten K = Gesamtkosten in der Periode U = Periodenumsatzerlös p = Absatzpreis je Stück x = Absatzmenge x g = Gewinnschwelle
Ernst: Break-even-Analysen: Grundmodell, Varianten, Erweiterungen, Stuttgart 1986, S. 42.
Hieraus ergibt sich folgende Grundgleichung der Break-even-Analyse, auf die im weiteren häufiger Bezug genommen wird:
Der Nenner des vorhergehenden Bruches setzt sich zusammen aus dem Absatzpreis je Stück abzgl. der variablen Stückkosten. Diese Differenz wird auch als Deckungsbeitrag pro Stück (DB St ) bezeichnet und dient der Deckung der fixen Kosten. 13
Ist der Gesamtdeckungsbeitrag (DB) größer als die Fixkosten, entsteht ein Gewinn. Im BEP entspricht der Gesamtdeckungsbeitrag den gesamten fixen Kosten, d.h. es entsteht weder Gewinn noch Verlust. Es gilt in diesem Fall:
Ist der DB kleiner als F, so entsteht ein Verlust. Aus diesem Grund ist die errechnete BEP-Menge bei ganzzahligen produzierten Einheiten immer aufzurunden, da sonst ein Verlust entsteht. 14
Folgendes Bsp. soll zur Bestimmung des BEP dienen:
p = 10 GE é
12 Vgl. Kilger, Wolfgang: Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, Wiesbaden 1993,
S. 802.
13 Vgl. Deyhle, Albrecht: Break-even-Analyse - Die praktische Methode der Gewinnplanung, München
1966,
S. 31.
14 Vgl. Koch, Joachim: Kosten- und Leistungsrechnung, München 1990, S. 145 ff.
v = 6 GE é F = 10.000 GE é
Somit ergeben sich folgende Umsatzerlös- und Gesamtkostenfunktionen:
Die sich anschließende Grafik soll o.a. Sachverhalt wiedergeben:
Abb. 1: Bestimmung des Break-even-Punktes
Quelle: eigene Darstellung nach Buchner, Robert: Grundzüge der Finanzanalyse, München 1981, S. 142.
Für dieses Bsp. errechnet sich aus dem Ansatz
der BEP bei x g = 2.500 Stück. Jede Absatzmenge über 2.500 Stück führt zu Periodengewinnen, jede Absatzmenge unter 2.500 Stück hingegen zu Periodenverlusten. 15
Der kritische Periodenumsatzerlös Ug läßt sich hieraus ebenfalls berechnen und liegt bei:
Anhand des Break-even-Modelles läßt sich auch einfach die zur Erzielung eines Mindestgewinnes G min notwendige Absatzmenge ermitteln. Der Mindestgewinn kann z.B. einer in der Folgeperiode geplanten Investition dienen. In diesem Fall gilt folgende Formel:
Für das o.a. Bsp. und einem Mindestgewinn von 2.000 GE ergibt sich zur Erzielung des erforderlichen Mindestgewinnes folgende Absatzmenge:
In einem Mehrproduktunternehmen ist die Deckung der Gesamtkosten gerade dann erreicht, wenn diese dem Gesamterlös der Absatzmengen der verschiedenen Produktarten entsprechen. 16
15 Vgl. Buchner, Robert: Grundzüge der Finanzanalyse, München 1981, S. 141.
16 Vgl. Schweitzer, Marcell; Küpper, Hans-Ulrich: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, München 1995,
S. 465.
Arbeit zitieren:
Henry Müller, Kai Gerdes, Dirk Schmolke, 1997, Die Break-even-Analyse im Rahmen der Jahresabschlußanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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