Inhaltsverzeichnis
1 Fragestellung und Vorgehensweise. 1
2 Bedeutung computersimulierter Szenarien zur Messung von komplexem
Probleml öseverhalten 3
2.1 Computergestützte Simulationen in der Eignungsdiagnostik 3
2.2 Handeln in komplexen Situationen 4
3 Der Einsatz computersimulierter Szenarien in der Managementdiagnostik 5
3.1 Anforderungen an ein Szenario. 5
3.2 Beispielhafte Beschreibung der Szenarien „TEXTILFABRIK“ und
„DISKO“ 6
3.3 Zusammenfassende Darstellung der Beurteilung anhand von
G ütekriterien. 7
3.3.1 Gütemaße für die Steuerleistung 7
3.3.2 Reliabilität und Validität 8
4 Strategische Management Simulationen 9
4.1 „Freie“ vs. „quasi-experimentelle“ Simulationen 9
4.2 Beispielhafte Beschreibung der Szenarien „SHAMBA“ und
„WOODLINE COUNTY“ 10
4.3 Reliabilität und Validität 11
4.3.1 Generierte Messwerte. 11
4.3.2 Gütekriterium Reliabilität 12
4.3.3 Kriterienbezogene Validität 13
5 Schlussfolgerung 14
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1 Fragestellung und Vorgehensweise
Seit Gesellschaft und Technologie sich immer schneller verändern und seit diese Veränderungen sich in immer größerem Ausmaße vollziehen, bedeutet „Entscheidungen treffen“ nicht mehr nur die Wahl zwischen zwei Alternativen und können die Folgen von Entscheidungen nicht mehr nur in positive und negative klassifiziert werden, sondern wird es zunehmend schwieriger, alle Entscheidungsalternativen zu erkennen und deren Folgen in einer bestimmten Situation vorauszusehen. Auch die Anforderungen an Manager großer Unternehmen haben sich vornehmlich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts maßgeblich verändert. „Die fortschreitende Internationalisierung der Märkte, eine ständig größer werdende Vielfalt von Produkten in allen Bereichen bei gleichzeitig zunehmender Komplexität der einzelnen Produkte sowie - hieraus resultierend - eine ständig wachsende Informationsflut“ (Hasselmann 1993, 3) sind Indizien hierfür. Auf Grundlage des Ansatzes der Anforderungen im Managementbereich, die Hasselmann in „fachliche Qualifikation“, „intellektuelle Leistungen“, „soziale Kompetenzen“ und „Voraussetzungen aus dem Bereich der Persönlichkeit“ (1993, 9) klassifiziert, wurden zur Messung der intellektuellen Leistungen, die in besonderem Maß das Entscheidungsverhalten eines Managers determinieren, eine ganze Reihe computergestützter Simulationen zur Eignungsdiagnostik entwickelt. Ein gänzlich anderer Ansatz liegt den Strategischen Management Simulationen zu Grunde, die ebenfalls zu eignungsdiagnostischen Zwecken entwickelt wurden, die ihren Ursprung jedoch in der kognitiven Komplexitätstheorie haben (vgl. Streufert 1990, 210). Die Wirtschaftspädagogik hat naturgemäß ein gesteigertes Interesse an der Erforschung der interindividuellen Unterschiede von Managern im Bezug auf ihre Entscheidungsfähigkeit, wofür sowohl die Arbeiten mit dem kognitionspsychologischen Ansatz (z. B. Streufert (1990)) als auch Arbeiten mit dem Ansatz der Anforderungen im Managementbereich (z. B. Hasselmann (1993)) Instrumente bereitzustellen versuchen.
Ausgehend von den Werken von Streufert (1990), Hasselmann (1993), Funke (1993) und Breuer und Streufert (1995) wurden zur Verfassung der vorliegenden Hausarbeit hauptsächlich Veröffentlichungen zu dem Thema Strategische Management Simulationen hinzugezogen, wie sie in den Literaturverzeichnissen dieser vier Werke zu finden waren, insbesondere Streufert, Pogash und Piasecki (1988),
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aber auch Fromkin und Streufert (1976) und Dörner et al. (1983). Weitere Literatur erschloss sich durch Internetrecherche, so z. B. Kleinmann und Strauss (1998) und Satish, Streufert et al. (2001).
Computergestützte Simulationen unterscheiden sich maßgeblich von herkömmlichen eignungsdiagnostischen Messinstrumenten wie Beobachtungen oder Fragebogentests, weshalb in der folgenden Arbeit zunächst dargestellt wird, welche Bedeutung ihnen im Vergleich zu jenen in der Eignungsdiagnostik zukommt (2.1). Der Entscheidungsalltag von Managern ist von komplexen Situationen geprägt, erfordert demnach ein komplexes Problemlöseverhalten. Es wird daher zuerst dargestellt, wodurch Komplexität gekennzeichnet ist (2.2), um anschließend auf den konkreten Einsatz computergestützter Szenarien eingehen zu können (3). Im Bezug auf die Komplexität wird dabei der Ansatz von Dörner et al. Zu Grunde gelegt. Hier soll aufgezeigt werden, welche Anforderungen an ein Szenario gestellt werden, damit es in der Lage ist, alle Merkmale von Komplexität zu erfüllen, um diese so vollständig wie möglich zu simulieren (3.1). Damit der Unterschied zu den Strategischen Management Simulationen deutlich wird, sollen dann beispielhaft die beiden Szenarien „DISKO“ und „TEXTILFABRIK“ beschrieben werden (3.2), da diese häufig eingesetzt werden und sehr gründlich auf die Erfüllung der Kriterien der klassischen Testtheorie hin untersucht wurden. Die daraus resultierende Beurteilung dieser beiden Szenarien wird in Kapitel 3.3 dargestellt. Schwerpunkt der Beurteilung der Messinstrumente in den Kapiteln 3 und 4 werden Reliabilität und kriterienbezogene Validität sein - auf die Konstruktvalidität wird nicht eingegangen. Das vierte Kapitel stellt den zentralen Teil dieser Arbeit dar. Hier werden Strategische Management Simulationen behandelt, die in der Literatur durch ihre Vorteile insbesondere bei der Auswertung der zu messenden Merkmale und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewürdigt werden. Hier sollen zunächst die „freien“ den „quasi-experimentellen“ Simulationen gegenübergestellt werden, um somit den entscheidenden Unterschied zu den davor behandelten Simulationen für die inter- und intraindividuelle Vergleichbarkeit herauszustellen (4.1). Darauf aufbauend werden dann die Szenarien „SHAMBA“ und „WOOD-LINE COUNTY“ beschrieben (4.2), die beide zusammen genommen zentraler Bestandteil des Konzeptes der Strategischen Management Simulationen sind: Durch ihre konzeptionelle Verknüpfung kann ein höheres Maß an Reliabilität und
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Validität erreicht werden, wie in Kapitel 4.3 dargestellt sein wird. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die einzelnen Bezeichnungen für die Messwerte nicht ins Deutsche übersetzt, sondern im Original von Streufert, Pogash und Piasecki (1988) übernommen werden. In Kapitel 5 wird abschließend eine Schlussfolgerung aus den Erläuterungen der vorliegenden Arbeit gezogen und diverse Anwendungsmöglichkeiten für die Strategischen Management Simulationen aufgezeigt.
2 Bedeutung computersimulierter Szenarien zur Messung von komplexem Problemlöseverhalten
2.1 Computergestützte Simulationen in der Eignungsdiagnostik
Von besonderem Interesse für ein Personalmanagement ist es, herauszufinden, ob ein Bewerber den Anforderungen einer führenden Position gewachsen ist. Ein möglicher Ansatzpunkt, die Eignung zu diagnostizieren, geht von den Anforderungsprofilen von Managementaufgaben aus, die Hasselmann (1993, 8) aus der großen Zahl von Arbeiten zu diesem Thema in vier Gruppen von Anforderungen zusammenfasst: „fachliche Qualifikation“, „intellektuelle Leistung“, „soziale Kompetenz“ und „spezifische Voraussetzungen aus dem Bereich der Persönlichkeit“. Die „intellektuelle Leistung“ sei hier herausgegriffen, für deren Messung sich computersimulierte Szenarien in hohem Maße eignen und worunter z. B. Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten der Planung, Entscheidungsfindung, Organisation und Kontrolle etc. fallen (vgl. Hasselmann 1993, 16). Der zweite möglich Ansatzpunkt besteht in der Komplexitätstheorie, die u. a. danach strebt, eine vollkommene Darstellung menschlichen Handelns in komplexen Situationen zu erreichen (vgl. Streufert 1990, 210). Handlungen in komplexen Situationen liegen kognitive Prozesse zugrunde, die zu messen mit klassischen Messinstrumenten kaum möglich ist (vgl. Streufert 1990, 201). Wenig sinnvoll ist es z. B., einen Probanden mit einer komplexen Aufgabe zu konfrontieren und ihn berichten zu lassen, wie bei ihm verschiedene kognitive Prozesse „miteinander in unterschiedlichen Situationen interagieren [...] und wie sich solche Interaktionen in Handlungen manifestieren“ (ebd. 1990, 201). Dem Probanden werden diese Vorgänge nicht bewusst ge- worden sein, sodass er keine befriedigende Antwort wird geben können. Genauso
Arbeit zitieren:
Antje Adams, 2004, Zur Diagnostik von Entscheidungen in komplexen Systemen - Der Ansatz in den Strategischen Management Simulationen (SMS), München, GRIN Verlag GmbH
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