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Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung 1
2 Der Ansatz der Informationsökonomie 2
2.1 Informationsfunktion und Informationsökonomie. 2
2.2 Informationsökonomie im Individualkontext 3
2.3 Informationsökonomie im Mehrpersonenkonte xt 3
2.4 Beurteilungskriterien für Informationssysteme und ihre Aussagefähigkeit 4
3 Ziele und Prinzipien der Rechnungslegung nach IAS/IFRS. 6
3.1 Das Konzept der decision usefulness. 6
3.2 Verlässlichkeit und Relevanz 7
4 Kritische Würdigung 7
4.1 Adressaten der entscheidungsnützlichen Informationen 7
4.2 Entscheidungsnützliche Informationen durch Relevanz. 8
4.3 Entscheidungsnützliche Informationen durch Verlässlichkeit 9
4.4 Informationssysteme und die Feinheit ihrer Informationen. 11
5 Thesenförmige Zusammenfassung. 12
Literaturverzeichnis
1
1 Problemstellung
Ein Zweck der öffentlichen Rechnungslegung ist die Vermittlung von Informationen an aktuelle und potentielle Investoren zu deren Unterstützung bei ihren Investitionsentscheidungen. Dazu soll das externe Rechnungswesen dem Jahresabschlussempfänger Auskünfte über die wirtschaftliche Lage einer Unternehmung zur Verfügung stellen. „Von diesen Informationen hängen die Erwartungen der Anleger über Höhe und Risiken der künftigen Überschüsse und damit die Kapitalkosten eines Unternehmens ab, die wiederum einen Einfluss auf die Vorteilhaftigkeit von Investitionen im Unternehmen haben“ 1 . Deshalb stand in jüngster Zeit zunehmend die Untersuchung des ökonomischen Nutzens von Rechnungslegungsinformationen im Vordergrund 2 .
In Anbetracht dessen muss untersucht werden, welches Rechnungslegungssystem am besten in der Lage ist, Informationen von optimalem Nutzen zu erzeugen. In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwieweit das Rechnungslegungssystem IAS/IFRS (International Accounting Standards/International Finance Reporting Standards) geeignet ist, dies zu leisten. Zu diesem Zweck wird zunächst ein kurzer Überblick über einige der grundsätzlichen Aussagen der Informationsökonomie im Individual- und Mehrpersonenkontext als entscheidungstheoretische Grundlage gegeben (Kapitel 2). Anhand dessen werden zwei Beurteilu ngskriterien für Informationssysteme herausgearbeitet und diskutiert: die Feinheit und die Entscheidungsnützlichkeit von Informationen. Auf andere mögliche
Beurteilungskriterien (z. B. incentive usefulness, Nützlichkeit für die Erfüllung der Kontrollfunktion) wird, mit Blick auf das Thema dieser Arbeit, nicht näher eingegangen. Um über die Eignung der IAS/IFRS zur Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen diskutieren und urteilen zu können, wird in Kapitel 3 das Konzept der decision usefulness der IAS/IFRS, wie es sich in seinem Rahmenkonzept darstellt, beschrieben. In dem darauffolgenden Kapitel 4 wird dann untersucht, ob und bis zu welchem Punkt die Realisierung dieses Konzepts in den IAS/IFRS die Anforderungen der Informationsökonomie erfüllt. Dazu werden im Wesentlichen die Kernbestandteile des Abschlusses, Bilanz und GuV, und die Segmentberichterstattung auf die informationsökonomischen Beurteilungskriterien,
1 Wagenhofer, Alfred; Ewert, Ralf: Externe Unternehmensrechnung, Berlin 2003, S. 55.
2 Vgl. Liang, Pierre Jinghong: Recognition: An Information Content Perspective, in: Accounting
Horizons, Vol. 15, No. 3, September 2001, S. 223 - 242, hier S. 223.
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Entscheidungsnützlichkeit bzw. Feinheit, hin betrachtet. Kapitel 5 wird diese Arbeit mit einer thesenförmige Zusammenfassung abschließen.
2 Der Ansatz der Informationsökonomie
2.1 Informationsfunktion und Informationsökonomie
Die Informationsökonomie, die Informationen als ein knappes Gut betrachtet, ist eine Teildisziplin der Mikroökonomie. Sie geht von der Tatsache aus, dass sich die Nachfrage nach (und damit der Wert von) Informationen aus deren Beitrag zur Verbesserung von Entscheidungsfindung unter Unsicherheit ableiten lässt 3 . In diesem Sinne versucht sie, Informationen einen individuellen oder kollektiven Wert beizumessen. Sucht man in der Literatur nach Definitionsversuchen des Begriffs Information, so wird man auf vielfältigste Weise fündig: Wittmann z. B. beschreibt sie als „zweckorientiertes Wissen“ 4 . Ballwieser stellt ergänzend fest, dass sie aus dem Sichbewusstmachen der Bedeutung von bereits vorhandenem allgemeinem (noch nicht zweckorientiertem) Wissen und im Zeitablauf zugehenden Signalen (oder Nachrichten) für ökonomische Entscheidungen resultiere 5 .
Speziell das Einholen von Informationen über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens anhand der Rechnungslegung kann aus zwei verschieden Motiven erfolgen: Gjesdal nennt in diesem Zusammenhang „decision-making demand“ und demand“ 6 . „stewardship Ersteres bedeutet, dass Investoren
Jahresabschlussinformationen für ihre Investitionsentscheidungen benötigen; letzteres bezieht sich auf den Umstand, dass Investoren gewöhnlich den Entscheidungsprozess bei der Unternehmensführung an Manager delegieren und dass diese dann mit Hilfe der Jahresabschlussinformationen kontrolliert werden können.
3 Vgl. Liang, Pierre Jinghong: Recognition: An Information …, a. a. O., hier S. 229.
4 Wittmann, Waldemar: Unternehmung und unvollkommene Information, Köln 1959, S. 14.
5 Vgl. Ballwieser, Wolfgang: Ergebnisse der Informationsökonomie zur Informationsfunktion der
Rechnungslegung, in: Stöppler, Siegmar (Hrsg.): Information und Produktion, Festschrift zum 60.
Geburtstag von Prof. Dr. Waldemar Wittmann, Stuttgart 1985, S. 23.
6 Gjesdal, Frøystein: Accounting for Stewardship, in: Journal of Accounting Research, Vol. 19, No. 1,
(1981), S. 208 - 231, hier S. 208.
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2.2 Informationsökonomie im Individualkontext
Die Informationsökonomie beschäftigt sich nun u. a. mit der optimalen Ausgestaltung von Informationssystemen und liefert damit Definitionen für den Informationsgehalt und den Informationswert von Informationssystemen 7 . Das entscheidungstheoretische Modell, dessen sich die Informationsökonomie im Hinblick auf die Erklärung von Investitionsentscheidungen bedient, versucht den Wert und die Wirkung von Informationen bei der individuellen Entscheidungsvorbereitung zu beschreiben, wobei die Werthaltigkeit von Informationen durch die von ihr zu erwartende „Verbesserung einer individuellen Zielerreichung in einem Entscheidungsproblem“ 8 zum Ausdruck gebracht wird.
Stark vereinfacht sieht das entscheidungstheoretische Modell folgendermaßen aus 9 : Die Investoren hegen heterogene Erwartungen im Sinne konkreter Wahrscheinlichkeitsverteilungen bezüglich des Eintritts verschiedener
Umweltzustände. Empfangen sie nun ein Signal (eine Information) aus einem Informationssystems, so löst dies bei den Investoren einen Interpretationsprozess aus, der zur Revision ihrer Erwartungen führt, welche sich gemäß den Regeln des BAYES-Theorems vollzieht. Diese, durch den Zugang von Informationen veränderten, Erwartungen wirken sich auf die Entscheidungen der Investoren aus. Demski argumentiert allerdings einschränkend, dass es unmöglich ist, allgemeingültige Standards zu formulieren: „ […] no set of standards exists that will single out the most preferred accounting alternative without specifically incorporating the individual’s best beliefs and preferences” 10 .
2.3 Informationsökonomie im Mehrpersonenkontext
Um zu entscheidungstheoretischen Modellen für ganze Gruppen von Entscheidern zu gelangen, muss man demnach die Präferenzen und das Entscheidungsfeld einzelner Individuen unberücksichtigt lassen.
7 Vgl. Ballwieser, Wolfgang: Informationsökonomie, Rechnungslegungstheorie und Bilanzrichtlinie-
Gesetz, in: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Band 37, Jg. 1/1985, S.
47 - 66, hier S. 48.
8 Wagenhofer, Alfred/Ewert, Ralf, a. a. O., S. 76.
9 Vgl. Ewert, Ralf: Bilanzielle Publizität im Lichte der Theorie vom gesellschaftlichen Wert öffentlich
verfügbarer Information, in: Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Heft 3, 1989, S. 245 - 262,
hier S. 248/249.
10 Demski, Joel S.: The General Impossibility of Normative Accounting Standards, in: The
Accounting Review, 1973, S. 718 - 723, hier S. 720.
Arbeit zitieren:
Antje Adams, 2005, Das Konzept der Decision Usefulness nach IFRS aus informationsökonomischer Sicht, München, GRIN Verlag GmbH
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