E E r r r k k k l l l ä ä ä r r r u u u n n n g g g E
1. Sprachliche Gleichbehandlung
Soweit in dieser Arbeit auf natürliche Personen bezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.
2
I I n n n h h h a a a l l l t t t s s s v v v e e e r r r z z z e e e i i i c c c h h h n n n i i i s s
I
Erkl ärung 2
Inhaltsverzeichnis 3
Einleitung. 4
1 Begriffsklärung 9
1.1 Wer ist ein Flüchtling 9
1.2 Was Asyl bedeutet 9
1.3 Was heißt Integration 10
1.4 Was das Asylgesetz unter Integrationshilfe versteht 12
2 Entwicklungen im Integrationsbereich 14
3 Das neue System im Überblick 16
3.1 Die ersten vier Monate 16
3.2 Die weiteren Integrationsschritte 17
4 Empirische Untersuchung 21
5 Die sechs Säulen der Integrationsarbeit. 24
5.1 Sprachförderung. 24
5.1.1 Spezifische Probleme beim Erlernen der Deutschen Sprache. 25
5.1.2 Kinder als Dolmetscher 26
5.1.3 Möglichkeiten und Lösungsansätze für die Zukunft 27
5.2 Bildung 31
5.2.1 Probleme von Jugendlichen 31
5.2.2 Fehlende Angebote für Menschen mit hohen Qualifikationen 32
5.3 Erwerbstätigkeit. 34
5.4 Wohnsituation 36
5.4.1 Probleme die gelöst werden müssen 38
5.4.2 Wege für die Zukunft. 39
5.5 Soziale Beratung 41
5.6 Öffentlichkeitsarbeit. 47
6 Fachstelle für Integration 51
6.1 Vernetzung zwischen den Einrichtungen 51
6.2 Aufgaben einer Fachstelle. 56
7 Kostenersparnis durch gezielte Integration 59
7.1 Was kostet unterlassene Integration? 59
7.2 Potenzial gelungener Integration. 61
8 Zusammenfassung 64
9 Literaturverzeichnis 69
10 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 73
11 Anhang 75
Vernetzungsadressen und Links 76
3
E E i i i n n n l l l e e e i i i t t t u u u n n n g g g E
„Es gibt kein größeres Leid auf Erden als den Verlust der Heimat“, meinte Euripides bereits 431 v. Chr. (http://www.unhcr.de 23.02.2001)
Mit dem Verlassen der Heimat und der Entscheidung, sein Leben in einem anderen Land weiterzuführen, ist auch unwillkürlich ein Integrationsprozess verbunden. Erst in der Fremde merken wir, wie wichtig uns eigentlich die Heimat ist, und was wir mit „zu Hause sein“ verbinden.
So schön es auch sein mag, im Urlaub andere Länder und Kulturen kennen zu lernen, so gehen uns auf Reisen meist auch einige Dinge ab. Wir fühlen uns „fremd“. Wir sind „Ausländer“. Es sind nicht nur Sprache und Kultur, die uns fremd erscheinen, auch ganz kleine und unscheinbare Dinge des täglichen Lebens gehen einem plötzlich ab oder sie sind anders als gewohnt. Nur ein Beispiel sei hier angeführt: Viele von uns freuen sich nach dem Urlaub im Süden schon wieder auf die erste Scheibe Schwarzbrot.
Besonders tragisch ist es, wenn man seine Heimat plötzlich und ungewollt verlassen muss, weil man um Leben und Freiheit fürchtet. Flüchtlinge gibt es unabhängig von Rasse, Religion und Weltanschauung. Es gibt sie in jedem Land dieser Erde. Da sie gezwungen wurden zu fliehen, geben sie meistens alles auf - ihr Zuhause, ihre Besitztümer, manche sogar ihre Familien und ihr Land - für eine unbestimmte Zukunft in einem fremden Staat.
„Flucht und Vertreibung existieren in der Menschheitsgeschichte seit sich Menschen in Gesellschaften organisieren, Herrschaftssysteme etablieren, sie Kriege um Vorherrschaft und Territorien austragen und Kolonialisierung betreiben.“ (Nuschler, 1995, S.44)
4
„Heute wird das Flüchtlingsproblem als begrenztes Problem der Gesellschaft gesehen, doch laut Ashkenasi sind Flucht, Exil und Flüchtlinge universale Phänomene, die vor allem im Umfeld verschiedener Konfliktsituationen auftreten.“ (Ashkenasi, 1988, S.10)
Das 20. Jahrhundert war von Flüchtlingsbewegungen gekennzeichnet, die ein noch nie zuvor da gewesenes Ausmaß erreicht hatten, weshalb schon früh der Begriff „Das Jahrhundert der Flüchtlinge“ (Opitz, 1988, S.15) aufkam. „Seit den 80er Jahren wurde jedoch zunehmend ersichtlich, dass Fluchtbewegungen nur ein Teil eines Phänomens sind, nämlich der weltweit zunehmenden Migrationsbewegungen.“ (Opitz, 1997, S.15)
„Solange es Krieg, Verfolgung, Diskriminierung und Intoleranz gibt, wird es Flüchtlinge geben. Ihr Leid gehört zu den großen Tragödien unserer Zeit und ihr Schicksal ist eng verbunden mit der Frage nach den grundlegenden Menschenrechten. Fragen, die jeden einzelnen von uns beschäftigen sollten.“ (http://www.unhcr.de 23.02.2001)
5
Durch die stark steigende Zahl an positiven Asylbescheiden in den letzten Jahren (siehe dazu auch Kapitel drei), steht auch die Integrationsarbeit in Österreich vor völlig neuen Herausforderungen. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass nunmehr zahlreiche Stellen mit Beratungs-, Betreuungs- und Unterbringungsleistungen betraut sind. Die Vielzahl der Angebote und unklare Abgrenzungen haben jedoch zu einer Situation geführt, die selbst von Experten schwer zu durchschauen ist.
Für die Betroffenen selbst und auch für Mitarbeiter von Beratungsstellen fehlt oft der Überblick über die vorhandenen Möglichkeiten. So bleiben viele im System durchaus vorhandene Ressourcen ungenutzt.
Grundsätzlich baut die Master-Arbeit auf vier Säulen auf:
• Einführung in die Integrationsthematik
In diesem Abschnitt, werden einerseits die wichtigsten Begriffe erklärt und findet sich ein kurzer Überblick der letzten Monate über die wichtigsten Neuerungen im
6
Integrationsbereich. Weiters bietet dieser Abschnitt auch einen Überblick über die Zahlen und Fakten bezüglich Asyl-Anerkennungen in Österreich.
• Überblick der bestehenden Angebote
Der zweite große Bereich beschäftigt sich mit der Analyse der derzeitigen Situation in Niederösterreich. Hier wird untersucht, welche Einrichtungen für anerkannte Flüchtlinge es gibt, bzw. was ihre Kernaufgaben sind.
• Analyse des Ist-Zustandes und das Aufzeigen von Zukunftsperspektiven
Den Kernpunkt der Arbeit bilden die Ergebnisse aus der von mir durchgeführten Umfrage zum Thema „Flüchtlinge in Niederösterreich“. Bei dieser Umfrage wurde erstmals überhaupt untersucht, wie die Situation von anerkannten Flüchtlinge und ihren Betreuern derzeit gesehen wird und welche Wege in der Zukunft zu einer
Verbesserung der Situation führen können.
In diesem Zusammenhang soll auch die Hypothese untersucht werden, dass eine Spezialisierung von Einrichtungen ausschließlich auf anerkannte Flüchtlinge qualitätsfördernd und beschleunigend auf den weiteren Verlauf des Integrationsprozesses wirkt. Hierbei soll besonderes Augenmerk auf die Frage gelegt werden, welche Spezialisierung Sinn macht.
7
• Im vierten Teil der Arbeit soll untersucht werden, ob durch gezielte Integrationsmaßnahmen langfristig eine Einsparung für die öffentliche Hand möglich ist. Überprüft werden soll in diesem Zusammenhang also die Hypothese, dass durch die Investition von Geldern in Integrationsmaßnahmen langfristig eine Einsparung für die öffentliche Hand resultiert.
8
1 1 B B B e e e g g g r r r i i i f f f f f f s s s k k k l l l ä ä ä r r r u u u n n n g g g 1
Zu Beginn möchte ich die für diese Arbeit wichtigen Begriffe kurz erklären, um deren umgangssprachlich und in den Medien oft fälschliche Verwendung richtig zu stellen.
1.1 Wer ist ein Flüchtling
Das wichtigste Abkommen zum internationalen Flüchtlingsrecht ist die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und ihr Zusatzprotokoll von 1967.
Nach der Genfer Flüchtlingskonvention kommt jener Person die
Flüchtlingseigenschaft zu, die: „…aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen will.“ (Schumacher, 2004, S.45)
Die Genfer Flüchtlingskonvention bildet die Grundlage für das österreichische Asylgesetz.
Erfüllt die antragstellende Person die Voraussetzungen für eine Asylgewährung kommt ihr gemäß Paragraf zwölf des Asylgesetzes die Flüchtlingseigenschaft zu. (vergleiche Schumacher, 2004, S.14)
Der Begriff „anerkannter Flüchtling“ meint also jene Personen, die auf Grund des Asylgesetzes in Österreich als Flüchtlinge anerkannt wurden.
1.2 Was Asyl bedeutet
Das österreichische Asylgesetz definiert den Begriff Asyl im Paragraf eins Zeile zwei folgendermaßen: „Im Sinne dieses Bundesgesetzes ist Asyl das dauernde Einreise-
9
und Aufenthaltsrecht, das Österreich Fremden nach den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gewährt.“ (Schumacher, 2004, S.9)
Mit der Asylgewährung sind die anerkannten Flüchtlinge österreichischen Staatsbürgern in vielen Punkten gleichgestellt, bekommen aber nicht sofort die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Es gibt für anerkannte Flüchtlinge daher auch eigene Reisepässe, die so genannten „Konventionsreisepässe“ (vergleiche Huber et.al., 1998, S.164 und Schwarz W. et.al., 2001, S.242)
1.3 Was heißt Integration
Darüber, was unter dem Begriff Integration zu verstehen ist, gibt es unterschiedliche Definitionen und Ansichten.
„Integration (lateinisch), bedeutet Zusammenschluss und Bildung übergeordneter Ganzheiten.“ (Der Volks-Brockhaus, 1959, S.365)
„Integration ist die Verbindung einer Vielzahl von Einzelnen oder von Gruppen zu einer gesellschaftlichen Einheit, die sich in der Annahme der kulturspezifischen Wertvorstellungen und sozialen Normen durch die Einzelnen oder die Gruppe äußert.“ (Der Neue Brockhaus, 1985, S.665)
„Integration heißt Eingliederung von Teilgruppen in das große Ganze.“ (Das aktuelle Universallexikon, 1999, S.392)
„Integration ist als ein zweiseitiger Prozess zu verstehen und darf nicht mit Assimilation verwechselt werden.“ (Quelle: Mitschrift des Vortrages von DSA Michael Spranger beim Sozialarbeiter - Koordinationsteam in St. Pölten am 4. November 2004.)
„Integration wird als zweigleisiger Prozess verstanden, der Bewegung von den Klienten und der Aufnahmegesellschaft erfordert.“ (vergleiche Gröller, 2003, S.3)
10
Für einen erfolgreichen Verlauf des Integrationsprozesses, sind folgende Punkte zu beachten:
• Integration heißt sprachliche Eingliederung (als Grundvoraussetzung). • Integration heißt, Migranten als Subjekte zu betrachten und als gleichberechtigte Partner zu akzeptieren. Hilfe zur Selbsthilfe und damit die eigenständige Gestaltung sind entscheidend.
• Integration ist ein wechselseitiger sowie langfristiger Prozess, der sich über mehrere Generationen hinzieht. Die Identitäten entwickeln sich trotz Traditionen weiter.
• Integration bedeutet gegenseitiges Geben und Nehmen. Es bestehen bezogen auf den Umgang mit Tradition und Identität große Unterschiede zwischen den Nationalitäten, die zu berücksichtigen sind. • Das Fördern und Fordern muss in einer ausgewogenen Form passieren. • Integration ist ein ergebnisoffener Prozess, der gelingt, wenn Anerkennungskultur gelebt wird. Anerkennung heißt, gebraucht zu werden.
Integration bedeutet also:
• Das gegenseitige Verständnis zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen fördern.
• Ausländer mit dem Aufbau des Staates, den gemeinsamen gesellschaftlichen Grundwerten sowie den Lebensbedingungen vertraut zu machen. • Günstige Rahmenbedingungen für die Chancengleichheit und die Teilnahme der gesamten Bevölkerung am gesellschaftlichen Leben zu schaffen. • Die Bereitschaft aller Beteiligten zur Eingliederung in die Gesellschaft, als auch die Offenheit zur Aufnahme in Österreich.
11
1.4 Was das Asylgesetz unter Integrationshilfe versteht
Im Paragraf 41 Absatz eins des Asylgesetzes werden die Ziele der Integrationshilfe folgendermaßen definiert: „Fremden, denen Asyl gewährt wurde, kann Integrationshilfe gewährt werden. Durch Integrationshilfe soll ihre volle Einbeziehung in das österreichische wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben und eine möglichst weitgehende Chancengleichheit mit österreichischen Staatsbürgern in diesen Bereichen herbeigeführt werden.“
Im Absatz zwei werden dann die wichtigsten Integrationsunterstützungen aufgezählt, nämlich:
• Sprachkurse • Kurse zur Aus- und Weiterbildung
• Veranstaltungen zur Einführung in die österreichische Kultur und Geschichte • Gemeinsame Veranstaltungen mit österreichischen Staatsbürgern zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses • Weitergabe von Informationen über den Wohnungsmarkt • Leistungen des österreichischen Integrationsfonds zur Integration von Flüchtlingen und Migranten. (Schumacher, 2004, S.39)
Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang jedoch, dass Integration kein einseitiger Prozess ist, sondern auch die Aufnahmegesellschaft ihren Beitrag zu einer gelungenen Integrationsarbeit leisten muss. In Zukunft bedarf es gerade in diese Richtung ein massives Engagement. Nicht nur die Flüchtlinge, auch die Aufnahmegesellschaft benötigt Informationen und Unterstützungen, um Ängste, Barrieren und Vorurteile abzubauen.
Möglichkeiten wären hier etwa, dass Thema verstärkt in Form von gezielten Projekten in den Schulunterricht mit einzubeziehen und Ehrenamtliche die sich für den Bereich Integration engagieren zu unterstützen, bzw. professionelle
12
Strukturen zu schaffen. Auch Veranstaltungen und Kampagnen wären Wege, um in Zukunft den Bereich Integration verstärkt zu thematisieren.
Das Ziel muss es dabei sein, dass das Thema Integration von der Aufnahmegesellschaft nicht rein als Bringschuld der Flüchtlinge und Migranten gesehen wird, um so die Entwicklung einer Parallelgesellschaft zu verhindern.
13
2 2 E e e i i i c E E n c c h n n t h h t t w w w i i i c c c k k k l l l u u u n n n g g g e e e n n n i i i m m m I I I n n n t t t e e e g g g r r r a a a t t t i i i o o o n n n s s s b b b e e e r r r e 2
Wie die Abbildung drei zeigt, ist es besonders im letzten Jahr zu einem starken Anstieg der Asyl-Anerkennungen gekommen. Das hat vor allem zwei Gründe.
• Während früher viele Menschen in andere Länder weitergewandert sind, werden jetzt durch eine geänderte rechtliche Situation in Europa aber auch anderen außereuropäischen Staaten, wie den USA oder Australien, mehr der gestellten Asylanträge auch tatsächlich in Österreich entschieden. • Besonders durch die aktuellen Entwicklungen in Tschetschenien, erfüllen wesentlich mehr Menschen auch wirklich die unter Kapitel zwei beschriebenen Kriterien für die Anerkennung als Konventions-Flüchtlinge.
Auf einen, wie die Grafik zeigt, derart starken Anstieg der Asylanerkennungen war man nicht vorbereitet. Verstärkt wurden die Schwierigkeiten auch noch dadurch, dass mit 1. Mai 2004 die neue Grundversorgungsvereinbarung in Kraft trat und die Hauptzuständigkeit auch in Integrationsfragen großteils auf die einzelnen Länder überging. Auch waren zu diesem Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen gesetzlichen Grundlagen noch viele anerkannte Flüchtlinge nur zeitlich begrenzt untergebracht.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass zwar die Asylverfahren im Durchschnitt immer länger dauern, im vergangenen Jahr Tschetschenische Flüchtlinge aber überdurchschnittlich schnell Asyl bekommen haben. Bei all den Vorteilen, die diese rasche Anerkennung mit sich bringt, ergeben sich damit aber auch neue Anforderungen an die Integrationsarbeit.
Im Vergleich zu Personen, die im Zuge ihres Asylverfahrens schon länger in Österreich aufhältig sind, fehlt es den Menschen oft noch an der notwendigen Orientierung in der Aufnahmegesellschaft (z.B. beim Wohnung mieten, Schuleinschreibung, etc.).
Nachdem nur in wenigen Unterkünften während der Wartezeit auf die Entscheidung im Asylverfahren Deutschkurse angeboten werden, mangelt es meist auch noch an den erforderlichen Grundkenntnissen der Deutschen Sprache. Hinzu kommt die Tatsache, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Tschetschenischen Flüchtlinge Analphabeten sind. Auch die kulturellen Unterschiede dürfen für einen geglückten Verlauf des Integrationsprozesses nicht vergessen werden. So ist etwa die Einstellung zu Erwerbsarbeit bei vielen Menschen anders als in Österreich. Mit ein Grund dafür ist neben der unterschiedlichen Sozialisation aber auch die Tatsache, dass viele Menschen auf Grund ihrer traumatischen Erlebnisse, sowohl beim Erlernen der deutschen Sprache, als auch bei der Arbeitsaufnahme gehandikapt sind.
15
3 3 D D D a a a s s s n n n e e e u u u e e e S S S y y y s s s t t t e e e m m m i i i m m m Ü Ü Ü b b b e e e r r r b b b l l l i i i c c c k k k 3
Wie bereits im vorhergehenden Kapitel erwähnt, wurde mit 1. Mai 2004 das neue System der Grundversorgung eingeführt. Mit der Einführung dieses Systems gab es auch einige Änderungen für anerkannte Flüchtlinge.
3.1 Die ersten vier Monate
Prinzipiell ist die Regelung nun so, dass Asylberechtigte die weiter Hilfsbedürftig sind innerhalb der ersten vier Monate nach Asylgewährung in der Grundversorgung verbleiben können. Das heißt, Bund und Land teilen sich vorwiegend im Schlüssel 60:40 die Kosten für die vorgesehenen Leistungen auf. Die einzelnen Leistungen, die den Flüchtlingen zustehen, entnehmen Sie bitte dem Artikel sechs der Grundversorgungsvereinbarung. (Schumacher, 2004b, S.17) Mit der Auszahlung von Familienbeihilfe endet jedoch die Auszahlung von Taschengeld an die betroffenen Kinder. Die Organisation dieser Grundsicherung erfolgt durch die in der Abteilung „Innere Verwaltung II“ angesiedelte Koordinationsstelle für Ausländerfragen.
Für Betreuung und Information sowie für die Unterstützung bei ersten Integrationsschritten (Antrag auf Familienbeihilfe etc.) sind private Träger von der Niederösterreichischen Landeskoordinationsstelle beauftragt. Für das Industrie- und Weinviertel ist die Caritas Wien vertraglich zuständig. Das restliche Niederösterreich wird durch die Diakonie - Evangelischer Flüchtlingsdienst betreut. Unterstützende Beratungsgespräche werden auch von der Caritas St. Pölten geführt.
Die vertragliche Zuständigkeit sowohl der Koordinationsstelle als auch der Hilfsorganisationen endet jedoch mit dem Ende der o.a. Viermonatsfrist.
16
Arbeit zitieren:
DSA Mag. (FH) MSc Markus Neuwirth, 2005, Integration von Flüchtlingen in Niederösterreich - Wege für die Zukunft, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die politisch-satirischen Zeitschriften in den Umbrüchen und Krisen de...
Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Hausarbeit, 18 Seiten
Anreißen und Ankörnen von Bohrungsmitten (Unterweisung Industriemechan...
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Mechanische Berufe, Metall und Kunststoff
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 15 Seiten
Herstellen von Bohrungen in Stahl (Unterweisung Metallbauer / -in)
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Mechanische Berufe, Metall und Kunststoff
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 12 Seiten
Markus Neuwirth's Text Integration von Flüchtlingen in Niederösterreich - Wege für die Zukunft ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Markus Neuwirth hat den Text Integration von Flüchtlingen in Niederösterreich - Wege für die Zukunft veröffentlicht
Markus Neuwirth hat einen neuen Text hochgeladen
Kinder- und Jugendarbeit - Wege in die Zukunft
Gesellschaftliche Entwicklunge...
Thomas Rauschenbach, Wiebken Düx, Erich Sass
Aufnahme - Integration - Beheimatung
Flüchtlinge, Vertriebene und d...
Josef Pilvousek, Elisabeth Preuß
Öffentliche Kunst, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, Band 9...
Katharina Blaas-Pratscher, Jonathan Quinn, Christopher Roth, David Westacott
Die Integration von Flüchtlingen in evangelische Kirchengemeinden
Das Beispiel Schleswig-Holstei...
Marion Josephin Wetzel
Wege zu einer erfolgreichen Familien- und Bevölkerungspolitik
Beiträge zur Jahrestagung 200...
Jürgen Flöthmann, Charlotte Höhn
0 Kommentare