Lernen im Gespräch
von: Doro Hoffmann
10. Semester
Gliederung
1. Einleitung 2
2. Betrachtung 3
2.1. Definition und Begriffsklärung 3
2.2. Bedeutung 3
2.3. Voraussetzungen 4
2.4. Formen 5
2.5. Verwirklichung im Unterricht 7
3. Zusammenfassung und Ausblick 8
4. Literatur 10
1. Einleitung
Kinder wollen die Welt entdecken. Die Aufgabe der Schule ist es, ihnen hier entgegen zu kommen, indem sie über den Lehrer die Kinder individuell fördert und ihnen Wege zeigt, sich ihre Umwelt zu erschließen. Das Stichwort Differenzierung wird hier häufig gebraucht. Zur Differenzierung ist es notwendig für den Lehrer, verschiedene Wege, auf denen die Kinder lernen können, zu kennen, sie ihnen aufzuzeigen und sie gemeinsam mit ihnen zu gehen.
Die verschiedenen Wege der Kinder zur Erschließung der Umwelt werden unter dem Begriff ‚Lernwege’ zusammengefasst. Einer davon ist das Lernen im Gespräch. In meiner folgenden Arbeit soll er etwas ausführlicher analysiert werden. Zuerst sollen eine kurze Definition sowie die Eingrenzung des Begriffs für Klarheit sorgen. In den darauf folgenden Kapiteln soll der Lernweg ‚Gespräch’ auf seine Bedeutung für den Unterricht, seine Voraussetzungen und seine Formen untersucht und abschließend Hinweise für die Umsetzung ausgearbeitet werden. Dabei halte ich mich eng an das Grundgerüst, das von Rainer Maras1 zum Lernweg ‚Gespräch’ erstellt wurde. Ziel und Inhalt dieser Arbeit soll es jedoch nicht sein, den Lernweg Gespräch auf seine Lernkapazität hin zu untersuchen, da das den Rahmen sprengen würde. Ziel ist es vielmehr, das Gespräch als Form des Unterrichts und als allgemeine Kommunikationsform zu beschreiben. Das Lernen des Gesprächs als Unterrichtsinhalt in der Gesprächserziehung soll hier aus Gründen des Umfangs ebenfalls nicht thematisiert werden, obwohl natürlich das Wissen der Schüler darum, wie ein Gespräch richtig geführt wird, für den Einsatz im Unterricht unerlässlich ist. Für weiterführende Informationen zu dieser Thematik ist besonders das Buch von Potthoff/Steck-Lüschow/Zitzke empfehlenswert.
2. Betrachtung
2.1. Definition und Begriffsklärung
Ein Gespräch besteht nach Steindorf2 immer aus Rede und Gegenrede, wobei mindestens zwei Gesprächspartner ihre Gedanken und Ansichten austauschen. Der Unterschied zu Unterhaltung, Plauderei oder Gerede besteht im höheren Grad von Ernsthaftigkeit. Kennzeichnend für ein Gespräch ist der Wille der beteiligten Parteien, sich gegenseitig in der Erkenntnis zu fördern und fördern zu lassen. Es können durchaus verschiedene Meinungen, Erfahrungen und Kenntnisstände beteiligt sein, aber prinzipiell herrscht Gleichrangigkeit zwischen den Teilnehmern. Das ist besonders für die Gestaltung des Gesprächs in der Schule bedeutsam, da dort die Gleichrangigkeit nicht von vornherein gegeben ist und erst aufgebaut werden muss. Zwar ist es schwierig, einen absoluten Gleichstand der Gesprächsteilnehmer im Unterricht zu errichten, da der Lehrer in anderen Kontexten ja durchaus eine Autorität darstellen soll, aber es ist wichtig, dass die Meinung aller Teilnehmer gleichwertig behandelt wird. Der Lehrer kann also höchstens Moderator, nicht aber Gesprächsführer sein. Auch die Mimik, Gestik und die Körperhaltung sind im Gespräch von Bedeutung, da über sie für das Verständnis wichtige Botschaften, die über das gesprochene Wort hinausgehen, transportiert werden.
2.2. Bedeutung und Ziele
Die Kommunikation zwischen Menschen nimmt im Alltagsleben einen enormen Raum ein. Der größte Teil der ausgetauschten Informationen wird über mündliche Kommunikation übertragen. Die Beherrschung von sprachlichen Regeln bildet die Grundlage, an dieser Kommunikation teilzuhaben. Die mehr oder weniger bewusst akzeptierten und angewandten Regeln können besonders im Gespräch trainiert werden. Über diese Funktion hinaus hat das Gespräch im Unterricht jedoch noch eine andere wichtige Bedeutung. Ein Großteil der Vermittlung des Inhalts geschieht über die Sprache, und die Interaktion der Beteiligten bedient sich ebenfalls dieses Mediums. Es bietet zudem Möglichkeiten, die andere Medien nicht oder nur eingeschränkt zulassen. Maras3 nennt hier die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, zur intensiven Begegnung mit anderen, zum Herstellen einer von Vertrauen getragenen Atmosphäre und zur Darstellung eigener Einstellungen, Meinungen, Bedürfnisse und Absichten, insgesamt gesagt die Möglichkeit einer tiefgehenden sozialen Interaktion der Beteiligten. Darüber hinaus kann die mündliche Kommunikation durch Erzählen, Beschreiben und Berichten einen Beitrag zur Erschließung der Umwelt leisten. Die Bewältigung von sozialen Aufgaben wie Sich mitteilen, Gefühle und Gedanken darstellen, aber auch die Lösung von Konflikten und Problemen durch das Einüben und Erproben demokratischer Gesprächsformen wird durch das Gespräch im Unterricht ermöglicht und unterstützt.
[...]
1 Maras S.66f. sowie ergänzend Maras/Ametsbichler/Eckert-Kalthoff S.94f.
2 Steindorf S.150ff.
3 Maras 1997, S.66
Arbeit zitieren:
Doro Hoffmann, 2005, Lernen im Gespräch, München, GRIN Verlag GmbH
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