1. Einleitung
Diese Referatsausarbeitung soll einen Überblick über den Beruf des Sportjournalisten geben. Dabei sollen Ausbildungswege, Qualifikationsprofile und Professionalisierungsbemühungen, die zu diesem Berufsbild führen, aufgezeigt werden. Auf den „Sportjournalisten“ im Speziellen werde ich dabei selten eingehen, da sich die an ihn gestellten Anforderungen nicht wesentlich von denen anderer Journa listen unterscheiden. Es wird sich herausstellen, dass der Sportjournalist letztendlich nur eine größere stilistische Freiheit beim Verfassen von Texten oder Erstellen von Kommentaren hat: „Im Sportjournalismus hat sich eine Berichtform herausgebildet, die Information und Meinung verbindet. Sportjournalisten sprechen von
kommentierender Nachricht oder nachrichtlicher Kommentierung.“ 1
2.1 Ausbildungswege
Grundsätzlich handelt es sich beim Beruf des (Sport-)Journalisten um einen „freien“ Beruf. Das heißt, dass die Journalistenausbildung nicht rechtlich geregelt und die Bezeichnung „Journalist“ nicht geschützt ist. Das bedeutet, dass sich eigentlich jeder, der Informationen in die Öffentlichkeit trägt, „Journalist“ nennen darf.
Hier wird bereits ein Problem der Professionalisierung der Branche sichtbar: ohne Schutz für die Bezeichnung und ohne Regelungen für den Zugang ließe sich annehmen, dass viel unprofessionelles und schlecht ausgebildetes Personal in dieses Berufsfeld gelangen könne. Also muss sich der Erhalt eines adäquaten Standards im Journalismus auf einem anderen Wege, nämlich selbstständig, regeln. Ein Mittel dazu sind die Ausbildungswege, wie sich im folgenden zeigen wird.
Als Berufsjournalisten kann man auf diesem Hintergrund wohl erst denjenigen bezeichnen, der für ein etabliertes, öffentliches Medium entweder (a) als freier Mitarbeiter (b) als fester freier Mitarbeiter (c) als fester Mitarbeiter tätig ist.
Viele Wege führen in eine dieser drei Anstellungsverhältnisse im Journalismus. Ein Berufs- einstieg kann über ein Praktikum, ein Voluntariat, den Besuch einer Journalistenschule, ein Studium oder - was meistens der Fall ist - über eine Kombination dieser Elemente gelingen.
1. Praktikum: die Plätze für ein Praktikum sind begehrt und selten öffentlich ausgeschrieben.
Schon auf die Praktikumsplätze kommen eine Vielzahl von Bewerber und so werden sie oft wegen Beziehungen, großer Hartnäckigkeit oder besonderer Praxiserfahrung oder
1 Christoph Fischer : Bedeutungswandel des Sports – Aufwertung des Sportjournlismus ? Zum veränderten
Anforderungsprofil der Sportberichterstattung. In: ABC des Sportjournalismus; hrsg. von Hackforth / Fischer;
München 1994; S64.
1
Qualifikation vergeben. So entsteht ein Dilemma für den Einsteiger: ohne Erfahrung kein Praktikum, ohne Praktikum keine Erfahrung.
2. Voluntariat: häufigste Möglichkeit für den Berufseinstieg. Wird oft an ehemalige freie
Mitarbeiter, bewehrte Praktikanten oder an äußerst qualifizierte Bewerber vergeben. Bei den Öffentlich-Rechtlichen Medienanstalten ist ein Hochschulabschluss Vorraussetzung, sonst kann Abitur ausreichen. Schätzungsweise 100 Bewerber auf jede freie Stelle.
3. Journalistenschulen: es gibt eine überschaubare Zahl von Journalistenschulen in
Deutschland. Die renommiertesten sind:
1. Deutsche Journalistenschule (DJS), München 2. Henri-Nannen-Schule, Hamburg 3.
Berliner Journalisten-Schule, Berlin 4. Axel-Springer Journalisten-Schule, Hamburg/Berlin. Wiederum gilt: eine Vielzahl von Bewerbern ringen um wenige Plätze. Beispiel DJS: auf 40 Plätze kommen ca. 1000 Bewerber, von denen 160 zum Bewerbungswochenende geladen werden (Tests im Allgemeinwissen, Schreibproben, persönliches Gespräch).
4. Hochschulstudium: Publizistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft oder
Journalistik. Auch hier hohe Zugangsvoraussetzungen, da wenige Plätze und viele Bewerber. Hohe hochschulinterne Numeri Clausi. Beispiel Uni Hohenheim: auf 30 Plätze 500 Bewerber, NC: 1,0 (im Jahr 2001). Alternative: Quereinstieg durch Fachstudium und Ansammeln von Praxiserfahrung während des Studiums.
Für das Voluntariat muss noch gesagt werden, dass ein Abitur zwar ausreichen „kann“, es aber in der Regel selten genügt. Denn da das Angebot an Bewerbern um ein Voluntariats- platz so hoch ist, wird ein Arbeitgeber bei sonst gleicher Qualifikation zweier Bewerber wahrscheinlich den Hochschulabsolventen bevorzugen.
Außerdem gibt es natürlich noch andere Journalisten-Schulen. Zum Beispiel für Politik und Wirtschaft in Köln oder die evangelische Journalistenschule in Berlin. Da die Ausbildung dieser Schulen allgemein als besonders anspruchsvoll gilt, haben die Absolventen sehr gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.
Der Unterschied zwischen den verschiedenen Studiengänge im Bereich Medien und Journalismus besteht vor allem in der Gewichtung ihrer Inhalte. Bei den Kommunikations- und Medienwissenschaften wird theoretisches und technisches Wissen mit praktischen Kenntnissen vermittelt, wahrend die Journalistik-Studiengänge eher praktisch orientiert sind. Die Publizistik konzentriert sich stärker auf theoretische Inhalte. Weiter gibt es an der technischen Universität in München die Möglichkeit an der Deutschen Sportjournalisten- Schule zu studieren, die in Kooperation mit dem Verband deutscher Sportjournalisten arbeitet.
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Dort werden den angehenden Sportjournalisten während des Studiums auch Inhalte aus der Sportwissenschaft gelehrt.
2.2 Qualifikationsprofile
Mit der fortschreitenden Technisierung unterliegen die Qualifikationsprofile für Journalisten einem ständigen Wandel. War für die Printmedien z.B. einst eine gute Kenntnis der Ortho- graphie und Grammatik von großer Bedeutung, ist diese Begabung seit der Verbreitung von Computern und Textverarbeitungsprogrammen mit Autokorrekturen nebensächlich geworden. Ein weiterer Faktor für die Veränderung des Berufsfeldes Journalismus lässt sich in der Ausweitung der Medienlandschaft Ende des 20. Jahrhunderts erkennen. Durch Etablierung der privaten Medienanstalten und des Internets entstanden so neue Nischen für journalistische Arbeitsfelder, z.B. im Bereich des Online-Journalismus.
Durch die Technisierung werden den Journalisten neue Werkzeuge gegeben, die es zu beherrschen gilt. So müssen Moderatoren und Nachrichtensprecher im Fernsehen mit einem Teleprompter umgehen könne n und Redakteure sich mit dem Internet, Computerprogrammen und Equipment, wie z.B. digitalen Kameras etc., auskennen. Es gilt möglichst viele Arbeits- weisen Rund um den Journalismus zu beherrschen, um beispielsweise einen Beitrag fürs Fernsehen oder für eine Redaktion möglichst bis zum Endprodukt bearbeiten zu können. Aber es genügt eben, den Umgang mit diesen Mitteln zu beherrschen und nicht deren Funktions- weisen oder Auswirkungen auf den Beruf zu verstehen.
So ist es für einen Sportjournalisten von Vorteil, wenn er nicht nur gute Texte verfassen kann, sondern dass er gleichzeitig im Umgang mit der Fototechnik und der Produktion guter Sportbilder befähigt ist.
Als Begleiterscheinung der Entwicklung Ende des 20. Jahrhunderts fand in diesem Zeitraum unspezialisiertes, d.h. journalistisch schlecht ausgebildetes Personal Zugang in die Branche, doch waren es andererseits Spezialisten in ihrer Disziplin, wie z.B. Web-Designer. Und während in den letzten Jahren wieder eher Fachspezialisten (z.B. Mediziner, Juristen, Wirtschaftler) begehrt waren, scheinen momentan die „Allrounder“ gefragt zu sein, die sich mit allen Medienformen (Printmedien, Hörfunk, Audiovisuelle Medien) auskennen und viel- fältiges Wissen aus den verschiedensten Bereichen mitbringen. „Ein Fachstudium in Kombi- nation mit einer journalistischen Ausbildung ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit
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Nils Priewe, 2005, Der Beruf des Sportjournalisten - ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Publishing GmbH
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