Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
I Balthilde als Ideal der königlichen Gattin 4
I 1 Die Vita Sanctae Balthildis 4
I 2 Die Darstellung ihres Charakters 4
II Die politischen Tätigkeiten der Regentin 5
II 1 Balthilde als Regentin 6
II 2 Balthilde als Förderin des irofränkischen Mönchtums 7
III Das Klosterleben der Königin Balthilde 8
III 1 Der Klostereintritt 8
III 2 Die Königin als vorbildliche Nonne 8
IV Balthilde zwischen Heiligenverehrung und barbarischer Maßlosigkeit 10
V Resümee 11
Literaturverzeichnis 12
Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Person der merowingischen Königin Balthilde aus
7. Jahrhundert und ihrer späteren Idealisierung als Heilige. Im Zentrum der Betrachtungen stehen
ihre Tätigkeiten als Gattin des Königs Chlodwig II., weiters ihre Regentschaft nach dessen Tod und schließlich ihr Leben im Frauenkloster Chelles. Als Quelle meiner Ausführungen nutze ich die Vita Sanctae Balthildis und ihre deutsche Übersetzung. Es soll gezeigt werden, mit welchen weiblichen und christlichen Idealvorstellungen die Figur der Königin beschrieben wird und welche Tätigkeitsbereiche und Handlungsmöglichkeiten ihr zugeschrieben werden. Diese Darstellungen sollen dabei an der Wirklichkeit des Lebens der Königin gemessen werden, das heißt inwieweit sind die historischen Fakten in Einklang mit den Darstellungen Balthildes als gottesfürchtige Christin zu vereinbaren.
Einleitend folgen nun einige wichtige biographische Eckdaten zur Übersicht. Balthilde war geborene Angelsächsin und kam in den 630er Jahren als Sklavin ins Merowingerreich. Dort diente sie dem Hausmeier Erchinoald am neustroburgundischen Hof, bis sie 648 König Chlodwig II. heiratete. Sie hatten drei Söhne, Chlotar III., Theuderich III. und Childerich II. 657 starb der König und Balthilde übernahm die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn Chlotar. 665 zog sie sich in das Frauenkloster Chelles zurück, das sie selbst 657/58 gegründet hatte. Sie lebte dort bis zu ihrem Tod um 680. Ihre Vita (Fassung A) wurde kurz danach verfasst, wahrscheinlich von einer Nonne dieses Klosters.
I. Balthilde als Ideal der königlichen Gattin I.1 Die Vita Sanctae Balthildis
Der Autor bzw. die Autorin der Vita ist nicht bekannt, es wird aber vermutet, dass eine Nonne des Klosters Chelles die Lebensbeschreibung der Klostergründerin verfasst hat.
Als hagiographische Quelle ist diese Schrift in Zusammenhang mit den Heiligkeitsvorstellungen der Merowingerzeit zu sehen. Zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert ist ein Wandel in der merowingischen Hagiographie zu beobachten. Der Topos der Askese und des Weltrückzuges wird abgelöst von einer Beschreibung des christlichen Handelns und der Würdigung der weltlichen Stellung der Agierenden. Es gilt nicht mehr nur als höchste Tugend, sich der Welt zu verschließen und sein Leben gänzlich dem Gebet zu widmen, das Handeln in der Welt im Sinne christlicher Ideale wird ebenso als Dienst an Gott angesehen.
In diesem Sinn ist die Vita der Balthildis als Quelle auszuwerten. Sie enthält das Ideal einer christlichen Königin, die als Ehefrau ihrem Mann und Gott dient und gute Taten vollbringt. Trotz stilisierter Darstellungen können so gewisse Handlungsmöglichkeiten der Königi n ausgemacht werden, sowohl als Ehefrau des Königs als auch als Regentin. Im folgenden werde ich anhand ausgewählter Stellen aus der Vita einzelne Topoi und Motive darstellen, die auf das Ideal der christlichen Königin und ihrer Taten schließen lassen.
I.2 Die Darstellung ihres Charakters
Der erste Teil der Vita ist der Darstellung Balthildes Charakters im Sinne christlicher Weiblichkeitsvorstellungen gewidmet. Gleich zu Beginn erscheint das Keuschheitsmotiv, das die Heilige als tadellose Frau mit reinen Gedanken darstellen soll.
Balthilde dient dem Hausmeier Erchinoald als Magd am neustroburgundischen Hof. Als er sie in sein Schlafgemach rufen will, versteckt sie sich vor ihm. Balthilde wird dabei bezeichnet als „prudens et astuta virgo“, die die Einfachheit vorzog und vergängliche Ehren mied. Sie wird also als „klug und erfinderisch“ bzw. „listig“ (astuta) beschrieben, wobei diese Schläue mit dem Ziel der Bescheidenheit sie wiederum zu einem weiblichen Idealbild macht. Es werden ihr also Eigenschaften zugestanden, die einen regen Geist bescheinigen. Diese Klugheit nutzt sie aber
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Mag.phil. Verena Brunner, 2003, Die heilige Merowingerkönigin Balthilde, Munich, GRIN Publishing GmbH
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