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Inhalt:
Inhaltsverzeichnis -01-
0. Vorwort -02-
1.1 Historische Grunddaten -03-
1.2 Grunddaten Großbritanniens -04-
2. Die Außenpolitik Großbritanniens zwischen 1917 und 1939 -04-
2.1 Das Ende des 1. Weltkrieges -04-
2.2 Die Washingtoner Konferenz und die „special relationship“ -05-
2.3 Die Verträge von Locarno -06-
2.4 „Statute of Westminster“ -06-
2.5 Die Konferenz von Stresa -07-
2.6 Das Münchener Abkommen -08-
3. Die Außenpolitik Großbritanniens zwischen 1945 und 1956 -09-
3.1 Das Ende des Zweiten Weltkrieges -09-
3.2 Die Unabhängigkeit Indiens -10-
3.3 Die Suez-Krise -11-
4. Großbritanniens verstärktes Engagement in Europa -12-
4.1 Großbritanniens erster Aufnahmeantrag zur EG -12-
4.2 Rückzug „East of Suez“ -12-
4.3 Großbritannien wird Mitglied der EG -13-
4.4 Die Falkland-Kriege -14-
4.5 Die Wiedervereinigung Deutschlands -15-
4.6 Die Rückgabe Hongkongs an China -16-
5. Nachwort -17-
6. Literaturverzeichnis -20-
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0. Vorwort:
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Analyse der Außenpolitik von Großbritannien seit dem Ende des 1. Weltkrieges. Ich werde versuchen einen historischen Bogen zu spannen, beginnend bei dem 1. Weltkrieg, über den 2. Weltkrieg bis hin zur Rückgabe Hongkongs an China im Jahre 1997.
Wenn man an Großbritannien denkt, so denkt man vermutlich primär an eine Kolonialmacht, die sich in vielen Teilen der Erde mit Kolonien und zahlreichen Protektoraten imperialistisch profiliert hat.
Bei den Vorbereitungen zum Referat über die Außenpolitik von Großbritannien über den oben genannten Zeitraum, musste ich allerdings feststellen, dass in der Außenpolitik die Töne des Imperialismus leise geworden sind. Die Schlüsselfunktion zum Verständnis der Außenpolitik liegt eher in den Begriffen des „Containment“, des „Appeseament“ und der Wirtschaft. Was bedeuten diese Begriffe und was vor allen Dingen bedeuten sie in der Außenpolitik? Gibt es einen „roten Faden“ der sich als Richtschnur durch die Zeit der Außenpolitik als ein konstantes Handlungsmuster zieht?
Die folgende Hausarbeit befasst sich mit den Begriffen von Containment und Appeasement im historischen Kontext. Ich werde versuchen in dieser Hausarbeit zu zeigen, wie sich Appeasement und Containment in der Zeit seit dem 1. Weltkrieg entwickelt haben und welche weiteren Einflüsse die Außenpolitik prägten. Die Vorgehensweise bei dieser Ausarbeitung der Begriffe und Einflüsse wird chronologisch und nicht nach Themengebieten erfolgen, um besser verdeutlichen zu können, welche Ursachen und welche Folgen bestimmte Entscheidungen und Handlungen in der Außenpolitik hatten.
Zu einer besseren Übersicht habe ich die chronologischen Entwicklungen in drei Teile aufgespalten: der erste Teil beschreibt die Zeit nach dem 1. Weltkrieg, der zweite Teil die Zeit nach dem 2. Weltkrieg und der dritte und letzte Teil soll die Ereignisse seit der Aufnahme Großbritanniens in die EG bis zur Rückgabe Hongkongs an China untersuchen. Zu Beginn jedoch erfolgt eine Auflistung der wichtigsten historischen Ereignisse, die Jürgen Bellers seinem Kapitel über die Außenpolitik Großbritanniens voranstellt. 1 Anhand dieser erfolgt die chronologische Bearbeitung des Themas.
1 Vgl. Bellers, Jürgen „Handbuch der Außenpolitik. Von Afghanistan bis Zypern“, Oldenbourg
Wissenschaftsverlag GmbH 2001, München, Wien Oldenbourg, S.96.
3
1.1 Historische Grunddaten
1914-1918 Erster Weltkrieg
1921/22 Washingtoner Konferenz 1925 Verträge von Locarno 1931 Statute of Westminster 1935 Konferenz von Stresa 1938 Münchener Abkommen
1939-1945 Zweiter Weltkrieg
1947 Unabhängigkeit Indiens 1948 Gründung der Westunion 1949 Gründung der NATO 1956 Suez-Krise
1961 1. Aufnahmeantrag zur EG 1968 Rückzug “East of Suez” 1973 Großbritannien wird Mitglied der EG 1982 Falkland-Krieg 1990 Wiedervereinigung Deutschlands
Rückgabe Hongkongs an China 2 1997
Magna Charta Libertatum (1215) Petition of Rights (1627) Habeas Corpus Akte (1679) Bill of Rights (1689) Act of Settlement (1701) Parlamentsgesetz (Veto-Bill) (1911) (1949) 3 Parlamentsgesetz
2 Vgl. Bellers, Jürgen, a.a.O., S.96.
3 Kimmel, Adolf „Die Verfassungen der EG-Mitgliedstaaten“, DTV Würzburg, 3.Auflage
1993, S.416 ff.
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1.2 Grunddaten Großbritanniens
Großbritannien zählt im internationalen Vergleich zu den eher kleinen Staaten, was aber in keiner Weise darüber hinwegtäuschen kann, dass es zu den ehemals mächtigsten Nationen der Welt gehörte. Derzeit umfasst Großbritannien im engeren Sinne (England, Schottland und Wales) eine Fläche von 243,307 km 2 und 59,3 Mio. Einwohner, die Hauptstadt ist London. Das politische System ist eine parlamentarische Monarchie, deren Staatsoberhaupt seit 1952 Königin Elizabeth II. ist und dessen Regierungschef seit 1997 Anthony Charles Lynton („Tony“) Blair ist. Zu den Nachbarstaaten gehören Frankreich, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Dänemark, Island und Norwegen. Die größten Handelspartner für Großbritannien sind die USA, Deutschland und Frankreich. 4
Großbritannien gehörte bis 1945 zu den Nationen mit den größten und zahlreichsten Kolonien und galt somit als das Musterbeispiel des Imperialismus.
2. Die Außenpolitik Großbritanniens zwischen 1917 und 1939
2.1 Das Ende des 1. Weltkrieges
Der erste Weltkrieg erschütterte die Welt zutiefst. Acht Millionen Tote und zwanzig Millionen Verletze 5 zeigten eine neue Art von Vernichtung auf, wie sie bisher unbekannt war. Großbritannien hatte hiervon selbst eine Million Tote und zwei Millionen Verletzte zu beklagen. 6
Eine Eigenheit Großbritanniens war es, dass es trotz seiner verhältnismäßig kleinen Fläche (wenn man Großbritannien im engeren Sinne, s.o. betrachtet) bis zum ersten Weltkrieg „¼ der Erdoberfläche“ 7 unter seinem Einfluss verzeichnen konnte. Die Inseln Englands mit Schottland und Nordirland weisen sehr wenig eigene Ressourcen auf, was den internationalen Handel für die eigene Wirtschaft erforderlich macht. Durch die Kolonien, Protektorate und späteren Dominions formte sich unter Einfluss der anderen international großen Mächten wie Frankreich, den USA, Deutschland usw., Großbritannien zu einer Wirtschaftsmacht und einer Handelsnation. Die international etablierten Handelsverflechtungen waren allerdings nach dem ersten Weltkrieg völlig zusammengebrochen, der Gewinn des nach dem
4 Vgl. Handelskammer Hamburg, Link:
http://www.hk24.de/HK24/HK24/produktmarken/index.jsp?url=http%3A//www.hk24.de/HK24/HK24/produktm
arken/international/investitionen_im_ausland/laenderinformationen/grossbritannien-hk24.jsp , 11.01.2003.
5 www.wissen.de
6 Vgl. Bellers, Jürgen, a.a.O., S.96.
7 Bellers, Jürgen, a.a.O., S.102.
5
Krieg geführten Handels wurde von Wiederaufbau und Reparationszahlungen verzehrt und erschwert; ehemals große Staaten zerbarsten nach dem Weltkrieg, während andere ihren Platz einnahmen. 8
Die Grundtendenz der britischen Außenpolitik bezüglich Europa lässt sich als reserviert betrachten. Das Hauptinteresse galt schließlich nicht dem Kontinent und der politischen und wirtschaftlichen Lage, wie sie sich nach dem ersten Weltkrieg entfaltete, sondern vielmehr den Kolonien, Protektoraten und Dominions, die mehr und mehr nach Autonomie strebten 9 .
Besondere Probleme dieser Art bereitete Irland. Irland strebte nach Unabhängigkeit von ihren Besatzern den Briten. Bereits während es ersten Weltkrieges tobten blutige Auseinandersetzungen (z.B. Osteraufstand, 1916) die erst 1921 durch einen Vertrag zwischen Großbritannien und Irland entschärft werden konnten. Dieser Vertrag sicherte dem Süden (bis auf Nord-Irland, auch: Ulster) dominion-ähnlichen Status zu, d.h. eine relativ autonome Regierung, die allerdings auf den König vereidigt wird. 10 Neben Irland strebten aber auch andere ehemalige Kolonien und „Protektorate“ nach mehr Autonomie und so erhielten beispielsweise Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika einen Dominionstatus. Nach dem Balfour-Bericht 1926 sind die Dominions und das Mutterland Großbritannien im engeren Sinne...
„…autonomous communities within the British Empire, equal in status, in no way subordinate to one another ther in any aspect of their domestic or external affairs, though united by a common allegiance to the Crown and freely associated as members of the British
11 Commonwealth.”
Fünf Jahre später schließlich wurde diese Definition verfassungsrechtlich verankert (siehe weiter unten: 2.4 „Statute of Westminster“).
2.2 Die Washingtoner Konferenz und die „special relationship“
Einen besonderen Meilenstein ihrer „special relationship“ haben die USA und Großbritannien auf der Washingtoner Konferenz (12.11.1921 - 06.02.1922) gelegt. Ohne das Eingreifen der USA, dass zwar spät geschah, aber dennoch weitere Verluste und Schäden in großer Höhe verhinderte, wäre Großbritannien wesentlich schlechter aus dem 1. Weltkrieg hervorgegangen. Zum einen aus diesem Grund, zum anderen aber weil Großbritannien hohe Kriegsanleihen von den USA bezogen
8 Vgl. Bellers, Jürgen, a.a.O., S.96.
9 Vgl. DTV-Atlas Weltgeschichte, Band 2 „Von der frz. Revolution bis zur Gegenwart“, DTV-
GmbH, 31. Auflage Mai 1997, S.424.
10 Vgl. DTV-Atlas, a.a.O., S.448.
11 Bellers, Jürgen, a.a.O., S.96.
Arbeit zitieren:
Oliver Krüger, 2004, Die Außenpolitik Großbritanniens zwischen 1917 und 1997, München, GRIN Verlag GmbH
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