Inhaltsverzeichnis
I. Hinführung zur Thematik:
Eigene Erfahrungen mit Religionsbüchern 03
II. Untersuchung von Religionsbüchern:
Das Religionsbuch - Verlierer im medialen Konkurrenzkampf ?
1. Historische Aspekte 04
2. Grundformen von Buchtypen 05
3. Funktionen von Religionsbüchern. 07
4. Pragmatische Schulbuchanalyse: Kriterien einer Untersuchung
08
III. Beschreibung, Erläuterung und Lernziele der Gruppenarbeit 11
IV. Gesamtreflexion. 12
Literaturverzeichnis. 13
Anhang 14
2
Ø „Unser Religionsbuch haben wir am Anfang des Jahres ausgeteilt bekommen,
ja …, aber reingeschaut haben wir eigentlich nie!“
Ø „Religionsbücher?! - Da sind doch nur alte Geschichten drin , da gibt es gar
nichts Aktuelles…“
Ø „Manchmal haben wir mal einen Text gelesen, aber insgesamt haben wir das
Buch kaum benutzt.“
Ø „Wir hatten zwar ein Religionsbuch, aber die Themen und die Aufmachung
waren so was von langweilig, da waren nicht mal Bilder drin!“
So oder so ähnlich können Erfahrungen von SchülerInnen unterschiedlicher Jahrgangsstufen und Schulformen klingen, wenn man sie nach der Nutzung ihrer Religionsbücher im schulischen Unterricht fragt. Fehlende Aktualität, ‚blasse’ Methodik, absente Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen und religiösen Erfahrungen von Jugendlichen lassen scheinbar eine direkte Nutzung im
Religionsunterricht nur noch bedingt oder sogar überhaupt nicht mehr zu.
Um mein Referat zu diesem Thema einzuleiten, fragte ich die SeminarteilnehmerInnen über ihre Erfahrungen mit dem
Unterrichtsmedium. In Form eines kurzen Brainstormings sammelten wir Erfahrungen und Erinnerungen aus der eigenen Schulzeit. Die oben dargestellten, meist negativen Aussagemotive waren auch in diese r Runde zu vernehmen, obwohl es auch vereinzelte positive Bezüge zu Religionsbüchern und deren Nutzung gab. Um nach kurzer Diskussion auf meinen Vortrag zu lenken, sollten die einzelnen Kapitel immer den sich daraus ergebenden Thesen nachgehen: Sieht es um die Nutzbarkeit des Printmediums auf dem medialen Konkurrenzmarkt wirklich so bescheiden aus, wenn es doch
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immer noch das am weitesten verbreitete Unterrichtsmedium ist? 1 Woher stammen diese negativen Bilder vom Religionsbuch? Welche Chancen und Möglichkeiten ergeben sich trotz allem?
Das Religionsbuch findet sich als ältestes Unterrichtsmedium neben der Heiligen Schrift schon in der Zeit Martin Luthers. Mit seinem „Kleinen Katechismus“ wurden Schüler schon in der damaligen Zeit unterrichtet. 2 In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten waren diese Formen der Katechismen, die allgemein die Funktion des Wegweisers zum Glauben übernahmen, dominantes Medium in der religiösen Erziehung bzw. Unterweisung. Bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts existierten vor allem in den Volksschulen unterschiedliche Formen des Schulkatechismus für bestimmte Altersklassen, die meist mit dem Pfarrer bzw. Pastor der Gemeinde (Lehr- und Autoritätsperson) behandelt wurden. Der Unterricht bestand hier im Wesentlichen aus einem Vortragen und Auswendiglernen von Geschichten und Versen, wodurch individuelle persönliche Bezüge und praktische L ebensrelevanzen beinahe ausgeschlossen wurden. Der Katechismus - und Bibelunterricht bildete somit eine reine Glaubensunterweisung, die den Religionsunterricht uniform machte. 3
1 Vgl. Lachmann, Rainer: Religionsbuch, in: G. Adam/R. Lachmann (Hg.): Methodisches Kompendium für den Religionsunterricht 2, Aufbaukurs. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2002. 269.
2 Vgl. Ebd., 270.
3 Vgl. Weidmann, Fritz: Das Religionsbuch, in: Ders. (Hg.): Didaktik des Religionsunterrichtes, Ein Leitfaden. Donauwörth: Auer Verlag 2002. 340f.
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Mit Einzug der Curriculumsreformen in den 1960er Jahren hielten produktive Unterrichtsmodelle und Arbeitsmaterialien Einzug, doch auch in dieser Zeit gibt es noch keine uns vertrauten Formen von Religionsbüchern. Erst in der Mitte der 1970er Jahre kann man von der ‚Renaissance’ des Religionsbuches sprechen. Durch die neue Korrelationsdidaktik in den Lehrplänen, die eine Verknüpfung von Glaubens- und Lebenswelt der SchülerInnen vorsieht, ziehen neben theologischen vor allem humanwissenschaftliche und gesellschaftliche Themenfelder in den Religionsunterricht ein, die natürlich auch die neu entdeckten Bücher beeinflussen. Alle aufgeführten theologischen, anthropologischen sowie schulorganisatorischen Aspekte haben Einwirkungen auf das Unterrichtsmedium und beeinflussen seine Themen. Es bleibt festzuhalten, dass a uf dieser Grundlage ein Großteil heutiger Religionsbücher organisiert ist. Im folgenden Kapitel sollen verschiedene Formen genauer differenziert bzw. klassifiziert werden.
• Das thematisch-strukturierte Religionsbuch
Diese erste Kategorie zeichnet sich durch eine klare Struktur aus, die nach Eckpunkten und Grunderfahrungen des menschlichen Lebens ausgerichtet ist. Vor allem die gesellschaftliche Bedeutung des Religionsunterrichtes und damit die christliche Verantwortung werden hier fokussiert. Ein Beispiel für diese Buchform ist das evangelische Religionsbuch „Kursbuch Religion“. 5
• Das lehrgangsartig strukturierte Religionsbuch Diese Form kann gut mit einem herkömmlichen Englisch- oder Französischbuch verglichen werden, denn es ist in konkrete Lerneinheiten unterteilt und verlangt teilweise ein fundiertes Vorwissen,
Vgl. Weidmann, Fritz: Das Religionsbuch. 342f. 4
Kern, Wolfgang (Hg.): Kursbuch Religion 9/10. Stuttgart: Calwer Verlag 1979. 5
5
um neuen Stoff zu verstehen. Gerade bei bibeltheologischen Themen benötigen die SchülerInnen hier viel ‚prior knowledge’, wie beispielsweise im Buch „Zeichen der Hoffnung“. 6
• Das orientierende Religionsbuch
Diese stellen eine Vermischung aus thematischen und
lehrgangsartigen Religionsbüchern dar. Sie legen ihr Augenmerk vor allem auf verschiedene Ansätze, d.h. viele Deutungsmöglichkeiten und Nuancen werden aufgeführt und re gen die SchülerInnen verstärkt zu kritischem Umgang mit Quellen und Ansichten an. Ein Beispiel hier ist das katholische Religionsbuch „Suchen - Wagen - Handeln“. 7
• Das Lesebuch
Wie der Name schon sagt, stellt das Lesebuch in erster Linie eine Sammlung von Texten unterschiedlicher Gattungen zu bestimmten Themeneinheiten bereit. Meist werden zudem noch hilfreiche Erklärungen, Definitionen und Interpretationsansätze geliefert. Die sehr bekannten „Zielfelder“ sind hier als Beispiel zu nennen. 8
Da in den vorangegangen Kapiteln bereits etliche Funktionen von Religionsbüchern benannt worden sind, erfolgt hier nur eine sehr knappe Zusammenfassung, die nach meiner Ansicht die wichtigsten Aufgaben skizziert.
Trutwin, Werner u.a. (Hg.): Zeichen der Hoffnung. Düsseldorf: Patmos Verlag 1989. 6
7 Gahlmann, Alfred J. (Hg.): Suchen-Wagen-Handeln, Katholische Religion Sek. II, 11. Jahrgangsstufe. Limburg: Lahn-Verlag 1994.
Deutscher Katecheten-Verein (Hg.): Zielfelder RU 9/10. München: Kösel Verlag 8 1980.
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Arbeit zitieren:
Tobias Kollmann, 2004, Das Religionsbuch - Verlierer im medialen Konkurrenzkampf?!, München, GRIN Verlag GmbH
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