findet. Anhand dieser beiden Begriffe sollen sowohl die Kontinuität als auch die Brüche in der amerikanischen Geschichte herausgearbeitet werden.
Als „Mission“ Amerikas sieht Detlef Junker die Verbreitung von Freiheit und Demokratie. Diese „zivilreligiöse Sendungsidee“ gehört zu den Kernelementen des amerikanischen Selbstverständnisses. In diesem verschmelzen Christentum und Aufklärung. Junker sieht diese Verbindung als den wesentlichen Impulsgeber für die amerikanische Außenpolitik: „Wenn George W. Bush sich als Gotteskrieger im Namen der Freiheit versteht, steht er damit in einer amerikanischen Tradition, die bis in das 18. Jahrhundert zurück reicht.“ Dieses Sendungsbewusstsein ist laut Junker allerdings immer verknüpft mit strategischer Macht und wirtschaftlichen Interessen. Das amerikanische Handeln lässt sich erst durch diese Trias verstehen. Die Ideologie folgt dabei immer den realen Bedingungen, d.h. die amerikanische Sendungsidee beschränkte sich zunächst auf den nordamerikanischen Kontinent, dann auf die westliche Hemisphäre und durch den Aufstieg der USA zur Supermacht nahm sie eine globale Dimension an. Die Machtausdehnung Amerikas und der selbstgewählte Auftrag, amerikanische Normen und Institutionen zu verbreiten, bedingen sich dabei gegenseitig. Diese „Mission“ wird zum einen als Triebfeder der Expansionsbestrebungen angesehen; zum anderen dient sie auch zu deren Rechtfertigung.
Flankiert wird dieses Sendungsbewusstsein noch in die Aufteilung der Welt in „gut“ und „böse“. Diese Weltsicht hat immer wieder in eine so genannte „manichäische Falle“ geführt, in die zuerst die Indianer, später vor allem die Deutschen, Japaner, Russen und zuletzt die Iraker geraten sind.
Als Entwicklung des 20. Jahrhunderts sieht Detlef Junker die „Power“ der USA. Das Ende des europäischen Einflusses auf den amerikanischen Kontinent im Jahr 1898 sei der Auftakt für den Aufstieg der Vereinigten Staaten zur Weltmacht gewesen. Beschleunigt wurde er durch die Siege im Ersten und Zweiten Weltkrieg und erreichte seinen Höhepunkt mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Krieges. Junker definiert mit „Power“ also die Macht, die die USA auf den Rest der Welt ausübt.
Das Buch „Power and Mission“ hat der Autor in acht Kapitel eingeteilt, die den weltgeschichtlichen Ereignissen folgen. Der Aufbau folgt einer strengen Chronologie.
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Catrin Knußmann, 2004, Zu: 'Power and Mission' von Detlef Junker, Munich, GRIN Publishing GmbH
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