Gliederung
Seite
1. Einleitung 2
2. Pubertär-Adoleszenz 3
3. Phasen der Adoleszenz 3
3.1 Abhängigkeitsphase 4
3.2 Halbabhängigkeitsphase 4
3.3 Unabhängigkeitsphase 5
3.4 Wandel der Adoleszenztheorie 5
4. Lebensumstände 5
4.1 Fruchtbarkeit und Sterberate 6
4.2 Erbe 6
4.3 Überbevölkerung und Hungersnot 7
4.4 Brautsuche und Heirat 7
4.5 Leben in der Familie 8
5. Wanderjugend 9
5.1 Verlauf der Wanderjugend 9
5.2 Wanderjugend-Wandervogel 9
5.3 Ende der Wanderjugend 10
6. Brüderschaften 10
6.1 Aufnahme-Regeln und Ziele 11
6.2 Auflösung der Brüderschaften 11
6.3 Freimaurer 12
7. Fazit 13
8. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Diese Arbeit soll die Geschichte der Jugend im geschichtlichen Zusammenhang betrachten. Jugend vom Mittelalter bis zu den Anfängen der Industrialisierung. Historisch gesehen heißt das, dass fünf Jahrhunderte Gegenstand dieser Arbeit sind. Im Verlauf der Arbeit werden Daten aus dem 15.-19. Jahrhundert genannt und analysiert.
Über die Qualität und Quantität frührer Daten, aus dem 15.und 16. Jahrhundert, lässt sich nur sehr wenig sagen. Vieles stammt aus Weitererzählungen, wurde jedoch nie richtig dokumentiert. Deshalb wird der Schwerpunkt der Arbeit in der Mitte bis Ende des Spätmittelalter (Beginn des Spätmittelalters 12.-13. Jahrhundert) liegen. Für diesen Zeitraum gibt es verschiedene verlässliche Aufzeichnungen.
Der Begriff des Mittelalters kann nur sinnvoll für das westliche Europa angewandt werden. Für andere Kontinente oder Teile Osteuropas müssen andere Einteilungen vorgenommen werden.
Um die Geschichte der Jugend verstehen zu können, muss man sich von heutigen Vorstellungen des Aufwachsens und Erwachsenwerdens distanzieren. Viele Bräuche erscheinen uns heutzutage als unmenschlich und viel zu hart, gehörten jedoch in die damalige Zeit.
In dieser Arbeit beschreibe ich das Aufwachsen und das spätere Leben, mit all seinen damaligen Problemen und Bräuchen der Jugend vom Mittelalter bis zum vorindustriellen Zeitalter in Europa.
2. Pubertär-Adoleszenz
Die Adoleszenzphase der Kinder und Jugendlichen ist mit der heutigen Auffassung vom Aufwachsen nicht zu vergleichen. Die körperliche Entwicklung, Kindheitsvorstellungen sowie klare Grenzen zwischen Kindheit, Pubertät und Erwachsenen sind stark abweichend von heutigen Vorstellungen. Eine grobe Einteilung, wie wir sie kennen, gab es nicht.
„Man wäre nie auf die Idee gekommen, zwischen Kindheit und Pubertät eine
Grenze zu ziehen.“ 1
Die körperliche Entwicklung der heranwachsenden Kinder und Jugendlichen begann verhältnismäßig spät. Diese verspätete Entwicklung war auch abhängig von den einzelnen Bevölkerungsschichten. Bauernmädchen wurden z.B. schneller geschlechtsreif als Töchter der Bürger oder Adelsschicht. Über die Geschlechtsreife junger Männer gibt es keine so weit reichenden Aufzeichnungen. Gründe für die Pubertätsverschiebung könnten die verschiedenen Ernährungsformen gewesen sein. Für die Beschleunigung des körperlichen Wachstums scheint vor allem der Konsum von Fleisch, Fett, Zucker, Obst und Gemüse wichtig zu sein. Gerade der Fleischkonsum war in Städten höher als auf dem Land. Ein weiterer Grund, der auch wieder abhängig von Stadt- und Landjugend war, ist der Anteil schwer arbeitender Kinder. Die Kinder, die auf dem Land aufwuchsen, halfen schon sehr früh im Haushalt oder beim Bestellen des Landes mit. Der Einfluss der schweren Arbeit auf die Pubertät wurde bereits im 19. Jahrhundert festgestellt. 2
„Erwachsen, im biologischen Sinne ist man also heute um viele Jahre früher.“ 3
3. Phasen der Adoleszenz
Wie schon erwähnt, gab es im Mittelalter keine genaue Abgrenzung zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Die unterschiedlichen Phasen werden von John R. Gillis und Michael Mitterauer unterschiedlich aufgefasst und beschrieben. Zwischen den beiden Autoren gibt es
1 Vgl. Gillis, John R.: Geschichte der Jugend. Weinheim/Basel. 1984. S. 17
2 Vgl. Mitterauer, Michael: Sozialgeschichte der Jugend, Frankfurt/Main. 1986. S. 14
3 Ebd. S. 13
3
unterschiedliche Angaben von Eintritt bzw. Austritt der Phasen. Ich verfolge in meiner Arbeit die Auffassung von John R. Gillis.
John R. Gillis nimmt folgende Unterscheidung vor. Die Phase der Abhängigkeit, der Halbabhängigkeit und der Zurückgezogenheit, oder wie Gillis sie später auch nennt, Unabhängigkeit .
,,Wie wir sehen werden, ist die Altershierarchie - in der Kindheit, Jugend und
Alter in verschiedenen Arten der Abhängigkeit vom jungen Erwachsenen stehen -tatsächlich das genaue Abbild der wirtschaftlichen, sozialen und politischen
Altersstruktur, und dieses Abbild entsprach dem Bild von der altersstrukturellen
Gliederung der Gesellschaft, das jene hatten, die die soziale und wirtschaftliche Macht
besaßen. Sie schrieben der Kindheit die Abhängigkeit zu, der Jugend die
Halbabhängigkeit und dem Alter die Zurückgezogenheit, (...)" 4
Man unterschied also grob drei Stufen.
3.1 Abhängigkeitsphase
In die Abhängigkeitsphase wurde man hineingeboren und sie wurde definiert über Kindheitsvorstellungen. Gillis gibt für die Abhängigkeitsphase einen Altersrahmen von 0 - max. 15 Jahren an. Um aus der Abhängigkeit bzw. den Abhängigkeitsverhältnissen auszutreten, musste man diese Verhältnisse verlassen. Dies geschah, wenn man, wie es damals üblich war, in einem jungen Alter von zu Hause weg ging um in einer anderen Familie erzogen zu werden bzw. dort ausgebildet zu werden. Der genaue Eintritt in die Halbabhängigkeit war abhängig vom Vermögen der Familie, der Anzahlt der Kinder im Haushalt und der sozialen Schicht der man angehörte. 5
3.2 Halbabhängigkeitsphase
Sobald man das Elternhaus verlassen hatte um in andere Familien zu ziehen, trat man in die Halbabhängigkeit ein. In dieser Phase blieb man bis zur Heirat. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde man wie ein Erwachsener gekleidet, man wurde an die Erwachsenenwelt, sowie an deren Sprache gewöhnt. Jedoch hatte man nicht die gleichen Rechte wie Erwachsene. 6
4 Gillis, John R.: Geschichte der Jugend. Weinheim/Basel. 1984. S. 21
5 Ebd. S. 24
6 Ebd. S. 24
4
Arbeit zitieren:
Marcus Sommerey, 2005, Die Jugend vom Mittelalter bis zur vorindustriellen Zeit Europas, München, GRIN Verlag GmbH
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