1. Einleitung
In dieser Arbeit werde ich ein Essay über den Aufsatz „Einführung in die Biblische Didaktik“ von Ingo Baldermann verfassen. Ich habe seine Gliederung komplett übernommen, da sie für mich schlüssig und nachvollziehbar ist. Ich werde jetzt nachfolgend versuchen den Text zusammenzufassen und im Schlusswort werde ich noch einige Worte und Stichpunkte festhalten, die mir persönlich wichtig erscheinen.
2. Die Bibel - Ein Buch des Lernens
2.1 Der Schlüssel: Eine ganz einfache Einsicht
Baldermann versucht am Anfang seines Aufsatzes eine Charakteristik der Bibel zu erstellen. Er schildert die vielen verschiedenen Eindrücke , die dem Leser geboten werden. Es ist die Rede von einem sehr leidenschaftlichen, manchmal auch verzweifelten, aber auch sehr spannenden Buch in dem sich alle Facetten des Lebens wiederspiegeln. Die Bibel wird als ein einmaliges Buch in der Weltgeschichte beschieben. Doch gleich an diese sehr positive Einführung in den Text schließt sich eine erste Kritik des Autors an. Er spricht davon, dass gerade heute von vielen professionellen Interpreten (z.B. Theologen) die Bibel als ein Buch dargestellt wird, das nur noch sehr schwer verstanden werden kann. Daraus ergibt sich nun die Frage, ob denn dann in der Schule überhaupt noch mit Texten gearbeitet werden darf, welche ja scheinbar sowieso nicht nachvollziehbar sind. Aber gerade diese Frage wiederlegt er, indem z.B. die Frie densbewegung in den achtziger Jahren biblische Texte nutzte, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen. „Sie werden ihre Schwerter umschmieden zu Pflugscharen“ 1 Baldermann behauptet nun, dass die Bibel nicht darauf angewiesen ist, dass man sie vergegenwärtigt, sondern im Gegenteil, dass die biblischen Inhalte schon längst in unseren heutigen Diskussion vorhanden sind. Was nun folgt ist eine Kritik an den Methoden, welche die Bibel uns verständlich machen sollen. Gerade dieses, wie er meint krampfartige Suchen nach z.B. dem Sinn eines Textes im heutigen Leben ist eine sehr abstrakte Angelegenheit. Er bevorzugt und fordert den natürlichen Umgang mit Texten (gerade biblischen). Der Leser soll sich über seinen persönlichen Leseeindruck dem Text annähern. Er wird Stellen interessant finden und dort möglicherweise genauer betrachten, andererseits manche Sachen überlesen. So meint Baldermann, nähert sich auch der nicht professionelle Leser erfolgreich an einen
1 Jes 2,2-4
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Text an. Eine wie ich finde wichtige Feststellung, ist seine Kritik an der historisch-kritischen Exegese welches den Text nur als in Objekt sieht.
Nachfolgend versucht der Autor nun darzustellen, wie ich einen biblischen Text „natürlich“ auswerten und verstehen kann. Der Text sollte als Subjekt gesehen werden und ich soll lernen mich von ihm „führen“ zu lassen. Dann komme i ch zu dem Ergebnis, dass die biblischen
Texte nur aufgeschrieben wurden sind, um die später Lesenden an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Dies gilt, so sagt Baldermann für alle Textformen in der Bibel also auch für Briefe und Psalme. Jede Textgattung geht mit dem Leser einen anderen Weg des Lernens von überlieferten Erfahrungen. Im Gegensatz dazu steht die im ersten Kapitel mehrfach kritisierte „Container-Methode“ welche Wissen nur anhäuft, aber kein selbsttätiges Lernen erlaubt.
2.2 Das „Schriftenprinzip“ - Lernziel: Mündigkeit
Am Anfang dieses Kapitels steht die Kritik an den autoritären Strukturen im theologischen Lernen. Wissen wird per „Container-Methode“ in die Köpfe eingetrichtert, ohne das dem Lernenden die Chance gegeben wird selbsttätig zu wirken. Hier gibt der Autor nun eine Hilfestellung. Der Schüler soll nicht mehr als Objekt sondern als Subjekt gesehen werden. Nur mit der selbsttätigen Beschäftigung mit einem Text und nicht mit der Übernahme von vorgefertigten Meinungen kann ich den Sinn natürlich erschließen. Dies wird im Text nun am Beispiel der Reformation und Luther erläutert. Luther vertritt die Ansicht, dass die Bibel in alle m Notwendigem eindeutig ist und das diese, er nennt es auch Klarheit, jeder erkennen kann. Das ist selbst bis heute ein revolutionärer Ansatz. Denn das jeder Glaubende im eigenen Umgang mit der Bibel seines Glaubens gewiss werden kann, ist selbst heute noch nach Meinung des Autors Utopie. Seit der Aufklärung hat sich die Tendenz entwickelt alles zu hinterfragen. Und dieses Hinterfragen wurde den Fachleuten überlassen. So das sich eine Abhängigkeit der Laien von den Fachleuten ergeben hat. Selbst wenn diese Fachleute auch nicht völlig unabhängig sind, sondern von ihren hausgemachten Systemzwängen abhängig sind. Der Autor meint nun, dass gerade dies der kommenden Generation erspart bleiben soll. Die Kinder sollen durch eigene Erfahrung mit der Bibel ihre Urteilsfähigkeit stärken und die Akzeptanz des Fremden üben. Aber nicht nur einzelne Texte, sondern die ganze Bibel ist auf ein solch selbsttätiges Lernen aus ihr angelegt. Wichtig ist nur, dass man die Bibel nicht als ein autoritäres Lehrbuch ansieht, sondern als ein Buch beständig neuen Lernens. Damit umgeht man auch die große Gefahr, dass einzelne Sätze aus dem Kontext genommen werden
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und als unanfechtbar richtig für falsche Zwecke eingesetzt werden. Am Ende des 2. Kapitels fasst Baldermann das Schriftenprinzip nochmals zusammen. Die Bibel soll als Partner und Impulsgeber des selbsttätigen Lernens angesehen werden. D ies ist für den Autor ein grundlegendes didaktisches Prinzip in der Arbeit mit der Bibel.
2.3. Biblische Didaktik: Ein Entwurf der Hoffnung
Das Kapitel beginnt damit , dass der Autor versucht eine Definition von Didaktik zu geben. Er sieht in ihr nicht nur eine Art Kunstlehre der Vermittlung, dass Wichtigste ist und war, dass sie versucht auf die wichtigsten Herausforderungen und Probleme einer Generation eine Antwort und Hilfestellung zu geben. Die nun folgenden Zeilen sind in einer pessimistischen Grundstimmung gehalten. Die kleiner werdende Bedeutung des Elternhauses, steigender Fernsehkonsum, globale und politische Spannungen, Hoffnungslosigkeit und vieles mehr. Die biblische Didaktik muss zumindest versuchen, für all dies eine Antwort zu finden. Baldermann meint, dass nur eine Antwort die von Hoffnung geprägt ist uns den Weg weisen kann. Und gerade die Bibel ist für ihn der Inbegriff der Hoffnung. Im Aufsatz wird nun geschildert, wo und in welcher Form in der Bibel das Thema zum Tragen kommt. Von der Schöpfungsgeschichte an, bis zu den Psalmen und prophetischen Visionen, überall ist die Verlässlichkeit des Schöpfers zu erkennen. Selbst die Sinnflutgeschichte endet damit, „dass auf dieser Erde nicht aufhören soll Saat und Ernte, Sommer und Winter, Frost und Hitze, Tag und Nacht“ 2 . Und auch die Thora, die laut Autor immer wieder als Gesetz missverstanden wird, kann als Entwurf der Hoffnung gesehen werden. Das erste Gebot: “Ich bin Jahwe dein Gott“ 3 kann nicht nur als autoritärer Herrschaftsanspruch gesehen werden, sonder auch als ein Wort der Verheißung. Wenn also die biblische Didaktik der neuen Generation Hilfestellung geben soll, dann kann dies laut Autor nur mit einer glaubwürdigen und tragefähigen Hoffnung geschehen. Und über das selbsttätige Beschäftigen mit der Bibel und ihren Inhalten kann der Lernende diese Hoffnung finden und nutzen. Ein wichtiger Punkt ist ebenso, dass der Autor, diesen wichtigen Inhalt nicht nur von der Kirche vermittelt sehen will, sondern auch von der Schule.
Globale Probleme sollen also weder Rahmen der Kirche, noch im Rahmen Schule schöngeredet werden. Sondern beide müssen Rede und Antwort stehen und Hoffnung
2 Baldermann,Ingo; Einführung in die Biblische Didaktik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1996,
S.12.
3 2. Mose 20,2; 5. Mose 5,5
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Arbeit zitieren:
Kay Pilkenroth, 2002, Über den Text 'Einführung in die Biblische Didaktik' von Ingo Baldermann, München, GRIN Verlag GmbH
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