I
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
1. Problemstellung 1
2. Grundsätze ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung 1
3. Einordnung der Multiplikatormethode 2
4. Wertermittlung 4
4.1. Prämissen 4
4.2. Vorgehensweise 5
4.2.1. Ermittlung von Vergleichsunternehmen 5
4.2.2. Ermittlung des Multiplikators 6
5. Probleme bei der Wertermittlung 8
5.1. Zukunftsbezogenheit 8
5.2. Homogenität von Unternehmen 9
5.3. Bandbreitenproblematik 10
5.4. Gleichsetzung von Wert und Preis 11
5.5. Effizienter Markt 11
6. Thesenförmige Zusammenfassung 12
Literaturverzeichnis 13
Ehrenw örtliche Erklärung 15
Aufl. Auflage bzw. beziehungsweise d.h. das heißt DB Der Betrieb EBIT Earnings Before Interest and Taxes EBITDA Earnings Before Interest Taxes Depreciation and Amortisation EU Europäische Union f. fortfolgend FB Finanz Betrieb HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel IFRS International Financial Reporting Standards Jg. Jahrgang NACE Nomenclature génerale des activités economiques dans la Communanté Européenne NAICS Northern American Indus try Classification System S. Seite Sp. Spalte u.a. unter anderem USA United States of America US-GAAP United States-Generally Accepted Accounting Principles Vgl. Vergleiche z.B. zum Beispiel z.T. zum Teil
1
1. Problemstellung
Die Unternehmensbewertung mittels Multiplikatoren erfreut sich in der Bewertungspraxis zunehmender Beliebtheit. Die besonders in angelsächsischen Ländern bereits weit verbreitete Methode gilt schlechthin als das Praktikerverfahren, welches eine vereinfachte Wertfindung ermöglicht. Der Methode werden gegenüber den klassischen Gesamtbewertungsverfahren nicht nur Vorteile bei der Bewertung neu gegründeter Unternehmen und bei der Bestimmung von Emissionspreisen bei Bö rsengängen zugeschrieben. 1 Allgemein sieht man in der Methode Vorteile wegen ihrer vermeintlich geringen Notwendigkeit an Detailkenntnissen über das Bewertungsobjekt und somit einer schnellen und einfachen Wertermittlung, ihrer leichten Nachvollziehbarkeit und der daraus resultierenden guten Kommunizierbarkeit. 2 Im folgenden wird erörtert, inwieweit die Multiplikatormethode eine adäquate Methode zur Wertermittlung von Unternehmen darstellt und inwiefern sie eine Ergä nzung oder gar Alternative zu den Gesamtbewertungsverfahren darstellen kann. Zu diesem Zweck wird die Methode auf Basis allgemein anerkannter Bewertungsgrundsätze und den impliziten Prämissen der Multiplikatormethode auf ihre theoretische Fundierung geprüft.
2. Grundsätze ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung
Die in diesem Abschnitt erläuterten Grundsätze ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung 3 stellen Rahmenbedingungen für die Ermittlung von Entscheidungswerten bzw. Grenzpreisen, welchen in der Unternehmensbewertung eine zentrale Rolle zukommt, dar. 4
Als erstes ist das Zweckadäquanzprinzip zu ne nnen. Dieses sagt aus, daß unterschiedliche Bewertungszwecke 5 unterschiedliche Bewertungsverfahren erfordern, welche wiederum den Unternehmenswert beeinflussen. Der Bewerter muß sich also zu Beginn des Bewertungsprozesses darüber im Klaren sein, welche Art von Unternehmenswert er bestimmen will: Grenzpreise oder Schiedspreise, abhängig vom jeweiligen Zweck der Bewertung. 6
1 Vgl. Ballwieser (2001a), S. 17
2 Vgl. Ballwieser (2003), S. 14-15
3 Die Literatur unterscheidet sich bezüglich Umfang und Art der Grundsätze. Moxter (1983) nennt
z.B. 24 Grundsätze.
4 Vgl. Hinz/Behringer (2000), S. 23
5 zu den unterschiedlichen Bewertungszwecken siehe Abschnitt 3
6 Vgl. Moxter (1983), S. 5-8
2
"Für das Gewesene gibt der Kaufmann nichts". 7 Diese These bringt das Zukunftsbezogenheitsprinzip auf den Punkt, welches ausdrückt, daß für die Unternehmensbewertung nur künftige Erfolge für den Unternehmenswert relevant sind. Es sind also nur solche Erträge relevant, die dem Unternehmenseigentümer ab dem Bewertungszeitpunkt aus dem Unternehmen erwachsen, Vergangenheitsdaten dienen dabei allenfalls als Indikatoren zukünftiger Ertragsursachen. 8 Eng mit diesem Gedanken verbunden ist das Subjektivitätsprinzip welches besagt, daß der Unternehmenswert als ein subjektiver Wert des Nutzens zu verstehen ist, den der Eigentümer, nicht der Bewerter, in Zukunft von seinem Unternehmen erwartet. 9
Schließlich gilt noch das Gesamtbewertungsprinzip. Der Unternehmenswert stellt nach diesem Prinzip nicht nur die Summe seiner einzeln veräußerbaren Vermögensteile dar, sondern Kombinationseffekte zwischen den einzelnen Teilen sind in das Bewertungskalkül mit einzubeziehen. 10 Bei isoliert ermittelten Werten der Unternehmensteile würden im Vergleich zur Bewertung des Unternehmens als wirtschaftliche Einheit positive oder negative Geschäftswerte unberücksichtigt bleiben. 11
3. Einordnung der Multiplikatormethode
Wie bereits in Abschnitt 2 kurz erwähnt, gibt es zur Bewertung von Unternehmen eine Vielzahl von Verfahren, die an dieser Stelle systematisch dargestellt werden sollen. Ihre Auswahl richtet sich nach dem jeweiligen Bewertungszweck. 12 So ermittelt der Unternehmensbewerter im Rahmen der Beratungsfunktion den Entsche idungswert bzw. Grenzpreis einer Partei, im Rahmen der Schiedsfunktion den Schiedswert und als Parteigutachter im Rahmen der Argumentationsfunktion den Argumentationswert. 13
Die Bewertungsverfahren lassen sich in vier Hauptgruppen unterteilen 14 : Das Gesamtbewertungsverfahren, welches in den Ausprägungen des Ertragswertverfahrens und des Discounted Cash Flow-Verfahrens bekannt ist, ist in Deutschland am weitesten verbreitete Verfahren. Das Ertragswertverfahren beruht auf dem Konzept der Kapitalwertmethode aus der Investitionsrechnung. Dabei sind die Zahlungsströ- 7 Münstermann(1966), S. 21
8 Vgl. Moxter (1983), S. 97-101
9 Vgl. Münstermann (1966), S. 21-22
10 Vgl. Münstermann (1966) , S. 18-20
11 Vgl. Moxter, S. 36-37
12 Vgl. Coenenberg/Schultze (2003), S. 697
13 Vgl. Hinz/Behringer (2000), S. 22-23
14 Vgl. Ballwieser (2001c), Spalte 2083
Arbeit zitieren:
Markus Gaal, 2003, Unternehmensbewertung mit Multiplikatoren, München, GRIN Verlag GmbH
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