Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Zum Terminus „Präposition“ 3
2. Der Grammatikalisierungsprozess 6
3. Was versteht man unter Grammatik? 7
3.1. Die traditionelle und die moderne Definition von Grammatik
im Vergleich zur Wortbildung 7
3.2. Die Merkmale von grammatischen Morphemen
nach traditioneller Auffassung 9
3.2.1. Frequenz 9
3.2.2. Lautvolumen 9
3.2.3. Spezifischer Charakter 9
3.2.4. Schlussfolgerung zu den aufgeführten Merkmalen 10
3.3. Semantische Bedeutungsleere als Merkmal
von grammatischen Morphemen 10
4. Die Zuordnung von Präpositionen zu Grammatik bzw. Lexik 11
4.1. Grammatische Präpositionen 11
4.1.1. Präpositionen mit Redundanzcharakter 11
4.1.2. Pleonastische Intensivierungen durch Präpositionen 12
4.1.3. Präpositionen mit Verlust der ursprünglichen Bedeutung 12
4.2. Lexikalische Präpositionen 13
4.2.1. Präpositionen in ihrer ursprünglichen Bedeutung 13
4.2.2. Präpositionen als Verursacher von Bedeutungsveränderungen
anderer Wortarten 14
5. Indizien für semantische Bedeutungsleere bei Präpositionen 14
5.1. Austauschbarkeit innerhalb einer Sprache 14
5.2. Übersetzbarkeit von Präpositionen in andere Sprachen 16
Schlusswort 16
Literaturhinweise 17
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Einleitung
In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, wann Präpositionen eher der Grammatik bzw. der Lexik zuzurechnen sind. Um auf diese Fragestellung eine befriedigende Antwort zu erhalten, möchte ich zunächst auf Präpositionen und ihre Merkmale im Allgemeinen und den Grammatikalisierungsprozess eingehen. Im weiteren Verlauf wird zu erörtern sein, wie sich Grammatik überhaupt definieren lässt und welche Merkmale grammatische Morpheme haben. Anhand dieser Überlegungen soll gegliedert werden, nach welchen Gesichtspunkten Präpositionen kategorisiert werden können hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur Grammatik bzw. zur Lexik.
1. Zum Terminus „Präposition“
Die Bezeichnung „Präposition“ stammt ab von dem lateinischen Begriff „praepositio“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt „das Vorangestellte“ oder auch „die Stellung vor etwas“ 1 . Diese wörtliche Bedeutung trifft jedoch nur bedingt zu, denn nach syntaktischer Stellung unterscheidet man - im Deutschen - folgende Adpositionen:
- Präposition (z.B. in der Stadt)
- Postposition (z.B. der Ehre halber)
- Zirkumposition (z.B. um der Ehre willen)
- Ambiposition (z.B. der Ehre wegen vs. wegen der Ehre)
Weitaus treffender hinsichtlich ihrer Funktion lassen sich Präpositionen wie folgt definieren: Präpositionen werden „im Rahmen der traditionellen Grammatik als Beziehungs- oder Verhältniswörter klassifiziert, die Relationen etwa zwischen Verben und Substantiven untereinander beschreiben.“ 2
Auch Jürgen Lang beschreibt diese Wortart in ähnlicher Weise: „Präpositionen sind alle diejenigen Morpheme einer Sprache“, die „einen Vorstellungsinhalt A in bezug auf einen Vorstellungsinhalt B […] situieren.“ 3
1 Lang, Jürgen: Die französischen Präpositionen; S. 18. (dieser und alle folgenden detaillierten Quellennachweise s. S. 18)
2 Heinemann, Sabine: Bedeutungswandel bei italienischen Präpositionen; S. 9.
3 Lang, Jürgen: Die französischen Präpositionen, Funktion und Bedeutung, Heidelberg: Winter, 1991; S. 28.
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Präpositionen stehen frei im Satz und „kommen nicht alleine vor, sondern verbinden sich mit einem Substantiv oder Pronomen zu einer Wortgruppe“ 4 , und setzen dabei Subjekt und Objekt in ein Verhältnis zueinander.
z.B. Maria scrive una lettera -> an wen? -> a sua madre.
Weitere typische Eigenschaften von Präpositione n sind Unveränderlichkeit (sie sind nichtflektierend) und Kasuszuweisung, das heißt, sie bestimmen („regieren“) den Kasus des nachfolgenden Substantivs.
z.B. Ich gehe aus dem Haus. -> Präposition + Dativ Ich gehe in den Garten. -> Präposition + Akkusativ
Viele Präpositionen können auch zwei Kasus regieren:
z.B.
an der Unfallstelle vorbeifahren
->
an die Unfallstelle heranfahren ->
Die alten, von Claudio DiMeola als „primär“ bezeichneten Präpositionen 5 gehen zum größten Teil auf Ortsadverbien zurück:
z.B. Präposition Adverb
vor vorn(e) hinter hinten in innen
Neben den „primären“ Präpositionen werden auch die „sekundären“ Präpositionen (z.B. hinsichtlich, dank, oberhalb, angesichts) und so genannte „präpositionsartige Präpositionalphrasen“ (z.B. an Stelle, mit Hilfe, auf Grund) in DiMeolas Verzeichnis
4 Hoberg, Rudolf: Deutsche Grammatik / Der kleine Duden; S. 83.
5 Vgl. hierzu: DiMeola, Claudio: Die Grammatikalisierung deutscher Präpositionen; S. 27.
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der Präpositionen aufgeführt 6 . Diese neueren Präpositionen wurden im Verlauf eines Sprachwandels aus Wörtern anderer Wortgruppen gebildet. Demzufolge können Präpositione n im weiteren Sinne auch nicht als geschlossene Klasse betrachtet werden, obwohl sich nach der traditionellen Grammatik die Wortart der Präposition unter anderem auch durch ihren geschlossen Charakter definiert 7 . „Während die primären Präpositionen durchaus eine geschlossene Gruppe bilden, gilt dies keineswegs für die sekundären oder abgeleiteten Präpositionen. Deren Inventar wird durch komplexe Präpositionen ergänzt, die durch den Grammatikalisierungsprozess (siehe Punkt 2.) bedingt durch eine partielle Desemantisierung des enthaltenen nominalen Elementes (vgl. di faccia a, intorno a etc.) zeigen.“ 8
Festhalten lässt sich also zunächst, dass Präpositionen nichtflektierende Verhältniswörter sind, die einen oder mehrere Kasus regieren und relativ frequent sind.
De Weiteren ist noch zu erwähnen, dass Präpositionen zu den Funktionswörtern (Strukturwörter, Synsemantika) zählen, die traditionell den Inhaltswörtern (Vollsemantika, Autosemantika) gegenübergestellt werden. Dabei wird den Funktionswörtern im Gegensatz zu den Inhaltswörtern dabei eine geringe semantische Bedeutung zugeschrieben, wobei dies im Verlauf der Arbeit näher zu erörtern sein wird.
Oben wurde erläutert, dass Präpositionen - mit Ausnahme der primären Präpositionen - keine geschlossene Gruppe sind. Bezüglich Geschlossen- und Offenheit von Wortklassen sei hier allerdings noch zu erwähnen, dass Lexeme typischerweise eine offene Klasse darstellen, wobei es auch hier Grenzen gibt z.B. bei „Adverbien, die durch Wortbildung nur in Teilbereichen ausbaufä hig sind (z.B. die Bildungen mit -maßen oder - weise)“ 9 . Bei Präpositionen ist die Barriere zur Erweiterung ihrer Liste jedoch stärker, wobei eben durch Umwandlung von Lexemen aber noch immer Möglichkeiten gegeben sind. Auf diese Möglichkeiten, also die Entstehung von neuen Präpositionen durch Grammatikalisierung möchte ich nun näher eingehen.
6 Vg l. hierzu: DiMeola, Claudio: Die Grammatikalisierung deutscher Präpositionen; S. 257-269.
7 Vgl. hierzu: Heinemann, Sabine: Bedeutungswandel bei italienischen Präpositionen; S. 11.
8 Heinemann, Sabine: Bedeutungswandel bei italienischen Präpositionen; S. 9.
9 DiMeola, Claudio: Die Grammatikalisierung deutscher Präpositionen; S. 34.
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Quote paper:
Stefanie Rustler, 2005, Präpositionen und ihre Zugehörigkeit zur Grammatik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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