Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Einleitung II
1. Schematheorie 01
1.1 Verstehen durch Schemata 01
1.2 Selektivität durch Schemata 02
1.3 Erweiterung des Schemabegriffs 03
2. Funktionsweise des Gehirns 04
2.1 Selektion aufgrund der physiologischen Gegebenheiten 04
2.2 Das Gedächtnis - Aufbau und Funktion 05
2.2.1 Das sensorische Gedächtnis 05
2.2.2 Das Kurzzeitgedächtnis 06
2.2.3 Das Langzeitgedächtnis 06
2.3 Selektionsleistung des Gedächtnisses 07
2.4 Rezeptionsprozess - Rezeption und Rekonstruktion 09
3. Relevanz als Regler der Selektivität 10
3.1 Relevanzprozesse der Rezeption 10
3.1.1 Erzwungene Aufmerksamkeit 10
3.1.2 „Freiwillige“ Aufmerksamkeit 10
3.1.3 Hypothetische Relevanz 11
3.1.4 Interpretationsrelevanz 11
3.1.5 Motivationsrelevanz 11
3.2 Persönliche und allgemeine Relevanz 12
4. Zusammenfassende Überlegungen aufgrund
der Rezeptionsleistung des Rezipienten 14
Literaturverzeichnis III
Einleitung II
Einleitung
In der heutigen „Informationsgesellschaft“ werden die Menschen mit Nachrichten überhäuft. Es gibt eine riesige Flut an Information, sei es durch Massenmedien wie Fernsehen oder Zeitung, oder durch die Nutzung der „Neuen Medien“. Diese Informationen werden von Menschen aufgenommen, sie werden rezipiert. Als Rezipient, also Empfänger, verarbeitet der Mensch diese Informationen.
In der vorliegenden Arbeit wird genauer auf den Prozess der Informationsverarbeitung eingegangen. Ausgehend von der Schematheorie werden die unterschiedlichen Prozesse, die beim Verstehen von Nachrichten eine Rolle spielen beleuchtet und am Beispiel der Rezeption wirtschaftlicher Nachrichten in Zusammenhang gebracht. Dabei sind die Selektion und die Relevanz die Kernelemente. Wie arbeitet das Gehirn? Welchen Einfluss haben die Schemata? Welche Rolle spielt die Relevanz bei der Selektion? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit näher erläutert werden.
Eingangs wird der Schemabegriff erklärt und die Rezeption, also die In-formationsaufnahme, erläutert. Im Anschluss daran wird der Aufbau und die Funktionsweise des Gedächtnisses näher betrachtet. Im dritten Teil werden dann Selektivität und Relevanz in Bezug gesetzt. Abschließend werden Überlegungen, anhand der zuvor ausgeführten Erläute- rungen über den Rezeptionsprozess, zusammen gefasst.
Schematheorie 1
1. Schematheorie
Zu Beginn soll geklärt werden, was ein Schema überhaupt bedeutet. Denn bevor auf die Funktionsweise eines Schemas eingegangen werden kann, muss erst einmal der Begriff spezifiziert sein. Nach Graber (1984: 23) ist ein Schema „eine kognitive Struktur, die aus organisiertem Wissen über Situationen und Individuen besteht, welche aus früheren Erfahrungen zusammengefasst wurde.“
1.1 Verstehen durch Schemata
Darunter kann ein Interpretationsmuster (ähnlich den „Frames“ in der Framingtheorie, hier allerdings als Bezugsrahmen des Rezipienten und nicht als Auswahlkonzept des Journalisten bei der Nachrichtenproduktion (vgl. Brosius; Eps, 1995: 169ff, 181f; Schulz, 2000: 155)) verstanden werden, das dazu dient, die Umwelt zu strukturieren und zu verstehen. Ein Schema ist somit eine Ansammlung von Assoziationen und kognitiven Verbindungen hinsichtlich bestimmter Situationen, Ereignisse oder Begriffe. Bezogen auf die Wirtschaft könnte solch ein Schema folgendermaßen aussehen. Abbildung1: Schema für DAX
Schematheorie 2
In diesem Beispiel bezieht sich das Schema auf den Begriff „Deutscher Aktienindex“ (DAX). Davon ausgehend lässt sich ein ganzes Feld an anderen Begriffen assoziieren, die mit dem DAX irgendwie in Verbindung stehen. Dieses Schema hilft also, dem Begriff eine Bedeutung und eine bestimmte Stellung zu zuordnen. Es hilft, die Umwelt zu verstehen und Informationen zu strukturieren. Ein Schema beinhaltet die wichtigsten grundlegenden Merkmale von Situationen oder Personen und die Verbindungen zwischen diesen Merkmalen (vgl. Graber, 1984: 23f). Durch Erfahrungen wird das Schema hierarchisch ergänzt. Es werden aufgrund der aktuellen Situation Merkmale hinzu gefügt, ver-worfen oder verändert, so dass die Situation besser in das bestehende Denken passt. D.h. komplexere Ereignisse führen zu Erfahrungen, die das bestehende Schema ergänzen. Letztendlich entsteht ein komplexes Schema, das durch die Kombination unterschiedlicher Schematypen zum Erfassen und Verstehen eines Ereignisses, einer Situation heran gezogen wird (vgl. Gr aber, 1984: 23f). Menschen konstruieren sich also ihre Umwelt, damit sie in ihr „Denkschema“ passt.
1.2 Selektivität durch Schemata
Dadurch ergibt sich bereits eine selektive Wahrnehmung. Denn ein Schema erfüllt nach Graber vier Hauptaufgaben. Zu aller erst bestimmen Schemata, „welche Informationen überhaupt wahrgenommen, verarbeitet und behalten werden“ (Graber, 1984: 24). Außerdem „helfen sie dem einzelnen, neue Informationen zu organisieren und zu bewerten“ (Graber, 1984: 24). Daraus folgt, dass es unumgänglich ist, vor-handene Auffassungen über Ereignisse immer weiter zu erweitern. Somit also „neue Konzepte zu konstruieren“ (Graber, 1984: 24), welche die aufgenommenen Informationen in die vorhandenen Vorstellungen einfügen. Bei der Rezeption von vertrauten Informationen werden dabei bestehende Konstrukte erweitert und zu neuen Konzepten umgeformt.
Am Beispiel DAX würde dies bedeuten, dass ein Rezipient von Wirt- schaftsnachrichten, anhand der Fülle der dargebotenen Informationen,
Schematheorie 3
immer mehr mit diesem Begriff assoziiert und somit die Maßzahl „DAX“ besser versteht. Darauf aufbauend kann er weitere Informationen, die den DAX beinhalten oder mit diesem in Verbindung stehen, schneller rezipieren und verstehen. Als drittes erlaubt ein Schema nämlich die Möglichkeit, „über die direkt angebotenen Informationen hinaus zu gehen und sie mit fehlenden Informationen zu ergänzen“ (Graber, 1984: 24). Dies verhilft zu einer knappen Kommunikation. Zuletzt „helfen Schemata Menschen, Probleme zu lösen“ (Graber, 1984: 24), da sie I n-formationen vergleichbarer Ereignisse und mögliche Lösungsmuster beinhalten. Somit sind Schemata ein wichtiger Bestandteil bei der Entscheidung wie und warum jemand handelt.
1.3 Erweiterung des Schemabegriffs
Wird der Begriff des Schemas im vorher angesprochenen Sinn noch etwas weiter gefasst, dann ist unter einem Schema, neben der kognitiven Struktur, gleichzeitig auch ein Prozessor und ein Steuerungsel ement zu verstehen (vgl. Schulz, 2000: 155f). Als kognitive Struktur repräsentiert es das Wissen und die Erfahrungen einer Person. Es stellt somit einen Teil des Gedächtnisses dar. Als Steuerungselement leitet es das „Explorationsverhalten“ (Schulz, 2000: 155f), also die Aufmerksamkeit sowie die Wahrnehmung von Information. Im vorangegangenen Beispiel DAX würde das heißen, dass das „DAX-Schema“ einen Rezipienten dazu animiert aufmerksamer zu sein, wenn Informationen über den DAX angeboten werden und, dass er gleichzeitig diese Informationen auch wahrscheinlich besser wahr nimmt. In der Funktion des Prozessors wertet ein Schema Umweltreize und Mitteilungen aus. Es hilft bei der Interpretation von Informationen. Dabei werden drei Verarbeitungsprozesse bei der Aufnahme von Information unterschieden.
Zum einen die Inferenz, also eine Schlussfolgerung, aufgrund der in der Information vorhandenen Proposition, eine „semantische Bedeutungseinheit“ (Ballstaedt u.a., 1981: 57), die zu einer neuen Proposition führt (vgl. Ballstaedt, 1981: 57ff). Durch diese Elaboration werden existente
Arbeit zitieren:
Matthias Istel, 2002, Selektivität und Relevanz bei der Rezeption von Wirtschaftsnachrichten, München, GRIN Verlag GmbH
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