Michaela Grell
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 2
1. Einführung in die Thematik 3
2. Direktinvestitionen 3
2.1. Das 100 Tochterunternehmen das Sole Venture 4
2.2. Joint Venture als eine Form der Direktinvestition 4
3. Der lange Weg der Entstehung eines Joint Venture 5
3.1. Vom Letter of Intend bis zur Erteilung der Business Licence 5
4. Die Auswahl: Ein Joint-Venture oder eine 100 Tochtergesellschaft 9
5. Schlusswort 14
Literaturverzeichnis 15
Michaela Grell
Abkürzungsverzeichnis
am angegebenen Ort a.a.O.
bzw. beziehungsweise
d.h. das heißt
DIHK deutscher Industrie und Handelskammertag
f., ff. folgende Seite(n)
F&E Forschung und Entwicklung
gem. gemäß
ggfs. gegebenenfalls
i.d.R. in der Regel
JV Joint Venture(s)
sog. so genannte
SV Sole Venture(s)
u.a. unter anderem
z.B. zum Beispiel
2
Michaela Grell
1. Einführung in die Thematik
Die wachsende Globalisierung und ein immer größer werdender weltweiter Wettbewerb lassen die Zahl der Auslandsinvestitionen stetig ansteigen. Immer mehr Unternehmen versuchen, im Alleingang oder durch Joint Ventures mit ausländischen Partnern, neue, unbekannte Märkte für sich zu erschließen. Derlei Kooperationsmodelle bringen vielerlei Synergien mit sich, sie bergen aber auch Risiken und komplexe Zielkonflikte für beide Partner und auch für den Gaststaat in Hinsicht auf ihre Rechtsbeziehung zueinander oder möglichen Drittbeziehungen. 1 Die vorliegende Arbeit stellt zunächst die beiden Begriffe Joint Venture und Sole Venture vor und vergleicht diese beiden Formen der Direktinvestition im Ausland miteinander.
2. Direktinvestitionen
Wirtschaftliche Transaktionen zwischen Handelspartnern unterschiedlicher Länder können in Import oder Export von Gütern, Dienstleistungen oder Kapital bestehen oder eine Direktinvestition beinhalten. Bei einer Direktinvestition erfolgt eine Kapitalanlage im Ausland. Die Formen der Direktinvestition sind vielfältig. Zum Einen versteht man laut Jahrmann darunter die Errichtung oder den Kauf von Unternehmen, Niederlassungen und Betriebsstätten. Es gehört auch der Erwerb von Unternehmensbeteiligungen von mindestens 10 % dazu, inklusive Kreditgewährung an das Unternehmen, bei dem man beteiligt ist. Ebenso zählt die Ausstattung der Unternehmen mit Anlagegütern zum Bereich der Direktinvestition. Durch diese Form der Investition ist der Grundstein für eine erfolgreiche Marktposition im Ausland gelegt, weil dadurch die umfangreichste und intensivste Form der Marktdurchdringung jenseits der heimischen Grenzen möglich wird. 2 Ein Unternehmen verfolgt mit einer Direktinvestition im Ausland gem. LangefeldWirth folgende Strategien: Es kommt zu einer Sicherung von Auslandsmärkten mit einem besseren Zugang und damit einer größeren Marktnähe. Wechselkursrisiken können eingeschränkt werden und es können vielerlei Kosten u.a. in Folge des Wegfalls teurer Transportkosten gesenkt werden. Zudem lassen sich durch eine Direktin-vestition tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse überwinden und Zugänge zu Rohstoffen und günstigen lokalen Zulieferern aufbauen und sichern. 3 Die Produkti-
1 vgl.Langefeld-Wirth, K. (Hrsg.): Joint Ventures im internationalen Wirtschaftsverkehr, Heidelberg
1990, S.5
2 vgl. Jahrmann, F. U.: Außenhandel, Ludwigshafen(Rhein) 2001, S. 66f.
3 vgl. Langefeld-Wirth, a.a.O., S. 23
3
Michaela Grell onskosten, darunter u.a. die Lohn oder Energiekosten sind im Gastland oft geringer als auf dem heimischen Markt. Aber auch die örtlichen Subventionen und Steuervergünstigungen durch das Gastland veranlassen immer mehr Unternehmen, grenzüber-schreitende Investitionen zu tätigen. 4 Die strategische Entscheidung, ob ein Unternehmen im Alleingang, also in Form einer 100%-Tochtergesellschaft, einen ausländischen Markt betritt oder ob doch ein auf diesem Markt heimischer ausländischer Joint Venture Partner gesucht wird, um sich dort zu etablieren, sich Zugang zu Vertriebskanälen zu verschaffen und neue Produkte zu entwickeln 5 , hängt von vielen Faktoren ab, welche Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringen.
2.1. Das 100% -Tochterunternehmen – das Sole Venture
Wenn sich ein Unternehmen für das Sole Venture 6 entscheidet, wagt es den Alleingang auf einen möglicherweise ihm unbekannten Markt. Diese strategisch sehr wichtige Entscheidung hängt von der bisherigen Marktposition des Betriebes ab, von seiner Stärke auf dem internationalen Parkett, seinen Erfahrungen im Außenhandel und nicht zuletzt von seiner Risikobereitschaft und den verfügbaren Finanzmitteln, ein alleiniges Wagnis einzugehen. Die Direktinvestition im Alleingang erfolgt durch die Errichtung einer 100 %-Tochter.
2.2. Joint Venture als eine Form der Direktinvestition
Ein Joint Venture 7 kann wie folgt definiert werden: Es handelt sich um ein Gemeinschaftsunternehmen, oder auch „gemeinsames Wagnis“, von mindestens einem ausländischen und einem inländischen Partner. Beide Unternehmen sind rechtlich und wirtschaftlich selbständig. Sie übernehmen beide gemeinsam die Führungsverant-wortung sowie das finanzielle Risiko ihres Vorhabens. Gekennzeichnet ist das JV durch Leistung und Gegenleistung beider Partner 8 , es kommt zu einer Kapitalverflechtung aller beteiligten Partnerunternehmen. 9 Ein JV ist eine alternative Form zum Import oder Export von Gütern und Dienstleistungen einerseits, und zum alleinigen Wagnis, also zur Gründung einer 100%-Tochtergesellschaft, andererseits. 10 Bei ei-
4 vgl.Altmann, J.: Außenwirtschaft für Unternehmen, Stuttgart 2001, S. 44
5 vgl. Olie, René: Interkulturelle Zusammenarbeit in internationalen JointVentures, aus: Chung, Tzöl Zae/Sievert, Hans Wolf (Hrsg.): Joint-ventures im chinesischen Kulturkreis: Eintrittsbarrieren über-winden, Marktchancen nutzen, Wiesbaden 1995, S. 33 6 im weiteren Textverlauf mit SV abgekürzt 7 im weiteren Verlauf mit JV abgekürzt 8 vgl. exemplarisch Weder, R.: Joint Venture, Grüsch (CH) 1989, S.32ff.
9 vgl. Langefeld-Wirth, a.a.O., S. 38 10 vgl. Weder, R.: Joint Venture, Grüsch (CH) 1989, S.119f.
4
Quote paper:
Dipl.-Kff. (FH) Michaela Grell, 2005, Joint Ventures contra Sole Ventures, Munich, GRIN Publishing GmbH
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