Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der arabische Einfluss in der spanischen Sprache
2.1. Spanien unter den Mauren 4
2.2. Der Sprachkontakt zwischen Arabern und Spaniern 6
2.3. Die arabische Sprache 8
2.4. Das Mozarabische 9
2.5. Arabismen 11
2.6. Die Wissenschaft und die Dichtkunst im
arabischen Spanien 15
3. Schlussbemerkungen 18
Quellen 20
2
1. Einleitung
Das Abendland ist eine sehr vielschichtige Kultur. Sie entstand nicht nur durch sich selbst, sondern auch durch den Einfluss außereuropäischer Kulturen. Das christlich geprägte Europa ist so gesehen ein Kind der semitischen und auch israelitischen Kultur. Von den Wechselbeziehungen der verschiedenen Völker untereinander konnte das Abendland nur profitieren. Gleichgültig, ob der Kontakt zueinander erzwungen, womöglich durch einen Krieg oder freiwillig z. B. durch Handel entstanden war.
Das Zusammentreffen verschiedenartiger Länder brachte eine Menge Veränderungen auf der kulturellen Ebene mit sich. Diese Hausarbeit wird sich mit den Veränderungen in Spanien durch die Eroberung der Araber beschäftigen.
Ein besonderes Indiz für die einstige Herrschaft der Araber in Spanien sind die Arabismen, spanische Wörter die auf einen arabischen Ursprung zurückzuführen sind. Sie werden der Gegenstand der Ausarbeitung werden. So wird als erstes auf die geschichtlichen Hintergründe eingegangen, die die sprachliche Entwicklung in Spanien herausforderte. Des weiteren sollen die sprachlichen Gegebenheiten näher beleuchtet werden, die sich durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Bevölkerungsteile ergaben. Um die Sprachkontakte zu verdeutlichen werden mehrere Beispiele wiedergegeben.
Am Ende soll noch die heutige Arabismussituation betrachtet werden. Besondere Beachtung findet in der Hausarbeit die Literatur der Autoren Reinhold Kontzi, Gustav Ineichen, Reinhard Kiesler und Jens Lüdtke.
3
2. Der arabische Einfluss in der spanischen Sprache
2.1. Spanien unter den Mauren
Der zukünftige Sprachkontakt zwischen den Arabern und den Spaniern wurde im Juli 710 eingeleitet. 1
Spanien stand unter der Herrschaft der Westgoten. Allerdings war das Westgotenreich gerade in dieser Zeit politisch sehr zerrüttet. Es gab einen erbitterten Streit um die Thronnachfolge, welcher die Abwehrkraft des ganzen Landes erheblich schwächte. Dies machten sich die Araber zu Nutze. So schickte ein arabischer Vorgesetzter, Musa b. Nusayr 710 unter der Führung des Berbers Tarif b. Mallūk einen ersten Vorstoßtrupp 2 . 711 brachen dann unter dem Berber Tariq ibn Ziyad ein 7000 Mann starkes Heer von Nordafrika über die Straße von Gibraltar in Spanien ein. 3 So entstand auch, abgeleitet von Gabal Tariq (Berg des Tariq) der spätere Stadtname Gibraltars.
Ohne großen Widerstand eroberten die Araber bis 716 Schritt für Schritt fast ganz Spanien von Andalusien bis zu den Pyrenäen. Die einzige erwähnenswerte Schlacht ereignete sich im Juli 711 „höchstwahrscheinlich südöstlich von Arcos de la Frontera (Prov. Cádiz) am Fluss Guadalete...“ 4 , in der der letzte Westgotenkönig Roderich geschlagen wurde. Im gleichen Jahr noch wurde Toledo eingenommen.
Erst die kriegerische Auseinandersetzung 732 bei Tours und Poitiers, bereits auf französischem Gebiet, konnte der arabischen Ausbreitung ein Ende setzen. 5
Unter der Herrschaft der Mauren 6 kam es zu zahlreichen Veränderungen auf den unterschiedlichsten Ebenen.
1 Vgl. Vones, Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter (711 - 1480).
Reiche, Kronen, Regionen. Sigmaringen, 1993. S. 24.
2 Vgl. Schmidt, Peer (Hrsg.): Kleine Geschichte Spaniens. Stuttgart, 2002. S. 78.
3 Vgl. Vones, S. 24.
4 Vones, S. 25.
5 Vgl. Schmidt, S. 79.
6 Bezeichnung für die arabisch-berberische Mischbevölkerung Nordafrikas.
4
Al-Andalus, wie man das Machtgebiet der Araber auf der Iberischen Halbinsel bezeichnet, wurde seit 717 in Emirate 7 geteilt. Da sich aber die Omaijaden 8 und die Abbasiden 9 Machtkämpfe darum lieferten, wurde 756 ein politisch unabhängiges Kalifat 10 von Córdoba unter den Omaijaden errichtet. 11 Das Kalifat erreichte seine größte Blütezeit im 10. Jahrhundert. 12 Einzig und allein das neu gegründete Asturien und das Baskenland konnte sich noch durch die christliche Besetzung behaupten. 13 Asturien breitete sich allmählich aus und die Gebiete León und Kastilien kamen noch hinzu. Das Territorium schaffte es zu einem unabhängigen Königreich zu werden und 1056 ernannte sich Ferdinand zum Kaiser.
Das waren die ersten großen Schritte von der Conquista, wie auch die Eroberung Spaniens durch die Araber bezeichnet wird, zur Reconquista, der Wiedereroberung Spaniens. Die Reconquista endete erst 1492 in Granada. „So steht einer nur wenige Jahre dauernden linearen Conquista eine sich
7 Entspricht einem Fürstentum.
8 Muslimische Dynastie (661-749).
9 Herrscherdynastie im Kalifat von Bagdad (750-1258).
10 Amt und Machtbereich des Kalifen als oberstem Leiter der muslimischen Gemeinde.
11 Vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001. Spanien.
12 Vgl. http://www.uni-mainz.de/~barkp005/Arabismen/htm.
13 Vgl. Vones, S. 47.
5
letztlich über fast 8 Jahrhunderte erstreckende peripetienreiche Reconquista gegenüber.“ 14 .
Da 1036 die Omaijaden-Dynastie mit dem Tod des Kalifen Hisham III. zusammenbrach, hatten die Christen leichtes Spiel ihr eigentliches Gebiet wieder zurückzuerobern. Nun teilten sich die Mauren in unabhängige und verfeindete Königreiche. Die nordspanischen Königreiche arbeiteten sich Stück für Stück nach Süden aus. Die Almoraviden aus Nordafrika wurden Anfang des 12. Jahrhunderts zur Hilfe gerufen, ihre Macht wurde wiederum von den nordafrikanischen Almohaden übernommen. Doch auch diese beiden Dynastien konnten die kreuzzugartige Rückeroberung Spaniens nicht mehr aufhalten. Die letzte Vertreibung der Muslime erfolgte 1492 aus Granada.
Die Zeiten der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die Christen.
2.2. Der Sprachkontakt zwischen Arabern und Spaniern
Während der Eroberung der Iberischen Halbinsel kam es regelrecht zu einer Arabisierungswelle.
Man konnte bald von einem „arabischen Spanien“ 15 sprechen.
14 Dietrich, Wolf; Geckeler, Horst: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. Ein Lehr-
und Arbeitsbuch. Berlin, 2000. S. 160.
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Arbeit zitieren:
Anne-Marie Schulze, 2004, Arabismen - Der arabische Einfluss in der spanischen Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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