Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG. 4
2. AUSLÄNDISCHER BANKEN AUF DEM BANKENSEKTOR OSTEUROPAS 5
2.1. MARKTEINTRITTSFORMEN 5
2.2. MOTIVE DES MARKTEINT RITTS IN DEN TRANSFORMATIONSSTAATEN. 6
2.3. REGIONALE KONZENTRATIONEN 7
3. SCHLUSSBETRACHTUNG 10
LITERATURVERZEICHNIS 12
ANHANG. 13
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1. Einleitung
Seit dem 1.5.2004 hat sich der Kreis der EU-Mitgliedsstaaten neben anderen um acht Staaten aus Zentral- und Osteuropa erweitert. Im Transformationsprozess öffneten diese Staaten ihre Märkte für ausländische Investoren. Auch der Bankensektor wurde von diesen Staaten unter unterschiedlichen Bedingungen für ausländische Banken und Investoren geöffnet. Im Bankensektor führte die Öffnung zu einer außergewöhnlichen Entwicklung. Es gelang ausländischen Banken einen überdurchschnittlichen Marktanteil zu erreichen. Diese Arbeit versucht dazu beizutragen diese Eigenschaft des Bankensektors der neuen Mitgliedsstaaten in Zentral- u nd Osteuropa (namentlich: Polen, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ungarn, Slowenien, Lettland, Litauen und Estland) besser zu verstehen. Dabei konzentriert sich diese Arbeit auf den Markteintritt der ausländischen Banken. Dabei soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Welche Markteintrittsformen wählten die Banken? Welche Motive bewegten die Banken zum Markteintritt? Woher stammen die größten ausländischen Banken in Zentral- und Osteuropa? Es liegt nahe zu behaupten, dass die großen ausländischen Banken aus geografisch nahe gelegenen alten EU-Staaten stammen. Diese These wird von der Betrachtung der Eigentumsverhältnisse der größten Banken bestätigt. Eine Karte der Herkunftsländer ausländischer Banken visualisiert die Eigentumsverhältnisse.
Bei der Mehrheit der bisher zu dem Thema ausländischer Banken in Zentral- und Osteuropa veröffentlichten Literatur liegt der Schwerpunkt auf den Effekten des hohen Marktanteils ausländischer für den Bankensektor und den Gesamtmarkt und die Rolle der ausländischen Banken bei der Transformation (Engerer, Hella and Mechthild Schrooten 2004; Majnoni, Giovanni, et al. 2003; Mérdö, Katalin and Marianna Endrész Valentinyi 2003; Naaborg, Ilko, et al. 2003). Der Effekt für den Bankensektor wird durchweg als positiv bewertet, da die ausländischen Banken stark zur Konsolidierung und Stabilisierung des Bankensektors beigetragen haben. Mögliche negative Effekte wie schlechtere Kreditverfügbarkeit für kleine und mittelständische Unternehmen konnten empirisch noch nicht bestätigt werden (Volz, Ulrich 2004).
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2. Ausländischer Banken auf dem Bankensektor Osteuropas
Der Transformationsprozess führte in den neuen Mitgliedsländern Mitte der Neunziger Jahre im Bankensektor zu strukturellen Krisen. Die neu entstandenen meist mehrheitlich in Staatseigentum befindlichen Banken waren durch uneinbringliche Kredite gebeutelt und das Kapital fehlte, um neue für den Transformationsprozess nötige Kredite bereitzustellen. Hinzu kam ein Mangel an Management Kow-how und unterentwickelte Regulierung. In einer solchen Situation war es unmöglich die Transformation im Bankensektor weiter voranzutreiben ohne die Hilfe strategischer Investoren (Kager, Marianne 2002: S.105). Die Mehrheit dieser Länder entschied sich daher für die Öffnung des Bankensektors für ausländische Eigentümer. Als ausländische Bank werden im folgenden solche Banken angesehen, bei denen ein ausländische Anteilseigner einen Anteil von über 50% besitzt. Die Öffnung geschah auf unterschiedliche Weise und zu verschiedenen Zeitpunkten. Zum Teil wurde den Banken ermöglicht eigene Lizenzen zu erwerben, um Niederlassungen zu gründen, oder sie konnten wie in Polen nur durch Übernahme oder Fusion mit einer bestehenden Bank auf dem Markt aktiv werden. Als Ergebnis der Öffnung haben es westeuropäische Banken geschafft eine starke Stellung in den neuen Mitgliedsstaaten einzunehmen. In nahezu allen Ländern beträgt ihr Marktanteil mehr als 60% gemessen am Gesamtkapital des Bankensektors. (Kager, Marianne 2002: S. 105). An der Spitze steht dabei Estland mit einem Anteil von 87% ausländischer Eigentümer (Hild, Thorsten 2003: S. 4). Den einzigen Ausreißer nach unten bildet Slowenien, wo 2002 nur ein vergleichsweise geringer Anteil von 32,5% am Kapital in ausländischer Hand waren, was aber trotzdem im Vergleich zu den alten EU-Mitgliedsstaaten noch hoch ist (Mérdö, Katalin and Marianna Endrész Valentinyi 2003: S. 24).
2.1. Markteintrittsformen
Zum Markteintritt stehen den ausländischen Banken zunächst zwei Möglichkeiten offen: die Eröffnung einer Niederlassung oder die Gründung einer Tochtergesellschaft. Eine Niederlassung ist keine eigenständige rechtliche Person und ist vollständig in die Organisation der Bank eingebunden. Sie bietet meist die gleichen Dienstleistungen wie im Heimatland an und kann direkt auf das Kapital der Bank zurückgreifen. Die Gründung einer Tochtergesellschaft bedeutet die Aufstellung einer neuen Bank, die eine eigene rechtliche
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Entität bildet und auf ihr eigenes Kapital zurückgreifen muss. Dabei steht die Möglichkeit durch Übernahme oder Fusion einer auf dem Zielmarkt bestehenden Bank in den Markt einzusteigen. Das Zielland kann die Wahl der Form durch regulierende Maßnahmen stark beeinflussen (Clarke, George, et al. 2001: S. 29-31). Zu Beginn der Transformation bevorzugten ausländischen Banken neu gegründete Tochtergesellschaften. Mit Vollzug der Privatisierung der inländischen Banken kam es dann in den betrachteten Staaten vermehrt zur Überna hme von bereits bestehenden Banken (Kager, Marianne 2002). Häufig war die Übernahme ein gradueller Prozess, der mit einer Minderheitenbeteiligung begann, dann über den Zeitablauf in eine Mehrheitsbeteiligung und schlussendlich in die vollständige Übernahme mündete. Vermehrt kam es auch zur Fusion von neu gegründeten Tochtergesellschaften ausländischer Banken und inländischen Banken. Dieser Prozess führte dazu, dass in fast allen betrachteten Ländern mindestens zwei der fünf größten Banken im Land mehrheitlich ausländischen Banken gehören. Die einzig Ausnahme hier bildet wieder Slowenien (Naaborg, Ilko, et al. 2003: S. 13).
2.2. Motive des Markteintritts in den Transformationsstaaten
Neben den Markteintrittsformen ist auch die Motivation der Banken für den Markteintritt zu klären. Die Literatur hält hierfür mehrere Erklärungsversuche bereit. Die einfachste Erklärung ist das Nachfolgen auf Kunden. Um Kunden b ei ihren Aktivitäten im Ausland besser unterstützten zu können, engagieren sich Banken in den Ländern, wo auch vermehrt Kunden aus dem Heimatland aktiv sind (Clarke, George, et al. 2001: S. 4/5). Dieser Pull-Effekt war insbesondere in der Anfangsphase von Markteintritten in die neuen Mitgliedsländer zu beobachten. (Mérdö, Katalin and Marianna Endrész Valentinyi 2003: S. 16). In Folge der Markteintritte große Indutrie- und Dienstleitungskonzerne, sollten die Kunden auch in diesen Ländern den Service ihrer Bank im Heimatland nutzen können.
Daneben steht natürlich für Banken wie für alle Unternehmen die Möglichkeit den Profit zu steigern im Vordergrund. Da ein Engagement auf einem ausländischen Markt mit einem höheren Risiko verbunden ist, erwartet man, dass ein solches Risiko nur dann eingegangen wird, wenn sich eine Bank davon auch eine überdurchschnittliche Rendite verspricht. (Clarke, George, et al. 2001: S.6/7). Für die betrachteten Länder trifft dies wohl durchaus zu. Denn hohes Wirtschaftswachstum und ein unterentwickelter Bankensektor, gemessen an dem Verhältnis vom Kreditvolumen zum Bruttoinlandsprodukt, bieten genug Potential für weiteres Wachstum und hohe Margen. Hinzu kommt, dass ausländische Banken durch ihr hohes Know-How und ihre breites Produktspektrum eine komparativen Vorteil gegenüber den
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm. Benjamin Brauer, 2005, Ausländische Banken in den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Zentral- und Osteuropa - Markteintritt und regionale Konzentration, München, GRIN Verlag GmbH
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