Friedrich-Schiller-Universität Jena
Historisches Institut
WS 2003/2004
PS: Die Bibel im 12. und 13. Jahrhundert
Leben und Handeln im Zeichen des Evangeliums:
Biblisch motiviertes Handeln
und Umgang mit der Heiligen Schrift in der
Franziskus-Vita der so genannten Drei Gefährten
Autor: Tino Stach
Inhalt
1. Einführung S. 3
2. Hauptteil S. 4
2.1 Franziskus von Assisi S. 4
2.2 Die Dreigefährtenlegende S. 6
2.3 Umgang mit der Heiligen Schrift in der Dreigefährtenlegende S. 8
3. Zusammenfassung S. 13
4. Literaturverzeichnis S. 14
5. Quellenverzeichnis S. 14
1. Einführung
Drei Weggefährten des Heiligen Franziskus von Assisi machten es sich zur Aufgabe sein Leben und seinen Lebenswandel in Dokumenten festzuhalten. Die Aufzeichnungen, welche hieraus resultierten, sind heute im Allgemeinen unter der Bezeichnung „Dreigefährtenlegende“ oder auch „Legenda trium sociorum“ bekannt. Der Schwerpunkt der Aufzeichnungen liegt hierbei auf der Darstellung seines Lebenswandels hin zu einem Leben nach dem Evangelium. Dieser Lebenswandel hin zum Evangelium, das daraus resultierende Biblisch motivierte Handeln und der Umgang mit der Heiligen Schrift im Allgemeinen soll im weiteren Verlauf Thema dieser Arbeit sein.
Beginnen möchte ich den Hauptteil der Arbeit hierbei mit einer allgemeinen Darstellung des Lebens des Heiligen Franziskus von Assisi, sowie einer kurzen Einführung in die Entstehung und den Inhalt der Dreigefährtenlegende. Da das Thema dieser Arbeit ja „Biblisch motiviertes Handeln und Umgang mit der Heiligen Schrift in der Franziskus-Vita“ lautet, werde ich im Punkt 2.3 von mir ausgewählte Ausschnitte aus der Dreigefährtenlegende hinsichtlich ihrer Parallelen zur Heiligen Schrift und deren Umgang damit untersuchen. Die hierbei gemachten Beobachtungen und Feststellungen werde ich dann unter Punkt 3 noch einmal zusammentragen und ein finalisierendes Resümee unter Betrachtung der Aufgabenstellung ziehen.
2. Hauptteil
2.1 Franziskus von Assisi
Franziskus, oder auch Franz, wurde im Jahre 1182 unter dem eigentlichen Namen Giovanni Francesco Bernardone in Assisi als Sohn wohlhabender Eltern geboren.1 Der Vater hieß Pietro di Bernardone und war ein Tuchhändler die Mutter hieß Giovanna.
Das Lesen und Schreiben erlernte Franziskus an der Schule von S. Giorgio mit der Absicht es seinem Vater gleich zu tun und den Beruf des Fernhändlers zu ergreifen. In seiner Jugend führte Franziskus somit ein weitgehend sorgloses und vollkommen weltliches Leben. Nach einer Schlacht zwischen Assisi und Perugia wurde er allerdings über ein Jahr in Perugia festgehalten und litt während seiner Gefangenschaft an einer schweren Krankheit. Im Jahre 1204 brach er dann nach Apulien auf und verdiente sich dort seinen Ritterschlag im Heer von Walter von Brienne.2 Doch bereits 1205 kehrte er nach Assisi zurück, wo er dann begann Leprakranke zu pflegen, was auch den Beginn seines Bekehrungsprozesses darstellt.3
In der Folgezeit äußerte sich dieser Bekehrungsprozess in Form von Buße, Zurückgezogenheit, Aussätzigenpflege, Schenkungen an die Armen und nicht zuletzt durch die Wiederherstellung verfallener Kirchen. Gipfeln tat dieser Prozess in der Anfangszeit in der freiwilligen Enterbung und Lösung von der bisherigen Umwelt in Gegenwart von Bischof Guidos II. von Assisi Anfang 1206. 4 Den endgültigen Entschluss zu seiner Bekehrung fasste Franziskus, laut der Überlieferung, erst im Jahre 1208 während einer Messe.5
Gemeinsam mit den Brüdern Petrus Catanii, Bernhard von Quintavalle und Egidius von Assisi erhielt Franziskus auf Vermittlung von Bischof Guidos von Assisi und Kardinal von St. Paul im Jahre 1209 eine mündliche Anerkennung ihrer am Evangelium ausgerichteten Lebensform durch Innozenz III..6
1212 nahm er Klara, eine junge Nonne adliger Abstammung aus Assisi, in die Gemeinschaft der Franziskaner auf. Durch ihre Bekehrung wurde die Schwesterngemeinschaft der Klarissinen gegründet, der spätere Zweite Orden der Franziskaner. Gegen Ende des Jahres 1212 machte sich Franz auf den Weg ins Heilige Land, erlitt bei diesem Vorhaben jedoch Schiffbruch und sah sich somit zur Rückreise gezwungen. Bei den folgenden Reisen gelang es ihm zwar 1219 in Ägypten zu predigen, jedoch schaffte er es nicht den Sultan zu bekehren. Von dort aus zog Franz weiter in das Heilige Land, wo er bis 1220 blieb.7 Nach seiner Rückkehr fand er seine Ordensbrüder in Uneinigkeit vor und entsch loss sich daher von der Leitung des Ordens zurückzutreten. Die nächsten Jahre verbrachte er mit der Planung eines neuen Ordens, des späteren Dritten Ordens der Franziskaner.
Im September 1224 fastete Franz von Assisi der Legende nach 40 Tage lang und predigte anschließend auf dem Berg Alverno, wo die Kreuzigungsmale Christi an seinem Körper sichtbar geworden sein sollen. Franziskus verstarb 1226, von fast völliger Blindheit gezeichnet, in einer Hütte bei Portiuncula. Erst zwei Jahre später, im Jahre 1228 wurde Franziskus dann heilig gesprochen und im Jahre 1980 erklärte ihn Papst Johannes Paul II. zum Schutzpatron der Ökologen. Sein Festtag ist der 4. Oktober.8
2.2 Die Dreigefährtenlegende
Die „Legende der drei Gefährten des heiligen Franziskus“ ist weitestgehend unter der verkürzten Form „Dreigefährtenlegende“ bekannt. Ihren Namen erhielt diese Legende von den drei Gefährten des Franziskus von Assisi, welche Aufzeichnungen über das Leben des Heiligen von Assisi anfertigten um die Erinnerungen an sein Leben und Werk zu wahren.
[...]
1 - 5 Elm, K., Art. „Franziskus von Assisi“, LexMA 9, München [u.a.] 1998, S. 830 – 831. In eben dieser Messe soll er eine Stimme vernommen haben, welche ihm im Wortlaut des Matthäusevangeliums 10,5-14 hieß, dass er in die Welt hinausgehen, allen Besitzes entsagen und Gutes tun solle (? Vgl. Dreigefährtenlegende: Kapitel VIII, nr. 25).
6 - 8 Elm, K., Art. „Franziskus von Assisi“, LexMA 9, München [u.a.] 1998, S. 830 – 831.
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Tino Stach, 2004, Leben und Handeln im Zeichen des Evangeliums: Biblisch motiviertes Handeln und Umgang mit der Heiligen Schrift in der Franziskus-Vita der so genannten Drei Gefährten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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