Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert 2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. 3
1 Einleitung 4
2 Die Anfänge der Oper - ein kurzer Überblick 4
3 Das Venedig im 17. Jhrd. 5
4 Die ersten kommerziellen Opernhäuser 5
4.1 Teatro San Cassiano. 6
4.2 Teatro SS Giovanni e Paolo 6
4.3 Teatro San Moisé 7
4.4 Teatro Novissimo 8
4.5 Sonstige Theater. 8
5 Die Opernschaffenden. 9
5.1 Komponisten 9
5.2 Librettisten 11
5.3 SängerInnen 11
5.4 Bühnenbildner 12
6 Entwicklung und zukunftsweisende Neuerungen der venezianischen
Oper bis 1700 13
7 Schlußbetrachtung. 16
Bibliographie 17
Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Grundriss des Teatro Giovanni e Paolo (um 1655)
Abbildung 2: Monteverdi.
Abbildung 3: Anna Renzi
Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert 4
1 Einleitung
Ab 1640 wird Venedig zum Zentrum der damals noch kleinen Opernwelt und überflügelt damit gleichzeitig in musikalisch-künstlerischer Hinsicht die bis dahin dominierenden Städte Florenz und Mantua. Grund dafür die zu jener Zeit entstehenden kommerziellen Opernaufführungen. Venedig ist im 17. Jhrd. der erste Ort, an dem sich der Wandel von höfischer zu öffentlich zugänglicher Oper vollzieht.
Nach einer kurzen Einführung in die Frühgeschichte der Oper werden in dieser Arbeit die ersten Theaterhäuser, in denen kommerzielle Opernaufführungen stattfanden, näher untersucht, sowie ein Überblick über maßgebende künstlerische Persönlichkeiten und deren Auswirkungen auf die weitere Operngeschichte gegeben, um einen umfassenden Einblick in das venezianische Musiktheater des 17. Jahrhunderts und dessen zukunftsweisende Neuerungen zu ermöglichen.
2 Die Anfänge der Oper - ein kurzer Überblick
Als das älteste erhaltene Opernwerk in unserem Sinne gilt „Euridice“ von Peri (Libretto: Rinuccini). Es wurde im Jahr 1600 im Palazzo Pitti 1 des Grafen Bardi zu Florenz uraufgeführt. 2 Diesem Werk folgten in den kommenden Jahren etliche weitere an italienischen Adelshöfen, vor allem in Florenz und Mantua. Die Oper entstand am Ende der Renaissance, in einer Zeit, in der vor allem klassische, mythologische Stoffe behandelt wurden. Nachdem 1637 im venezianischen Teatro San Cassiano erstmals ein Opernwerk öffentlich aufgeführt worden war, öffneten in Venedig der Reihe nach weitere Theaterhäuser ihre Pforten für das Musiktheater. Werke waren rar und wurden daher oft schnell geschrieben, worunter nicht selten sowohl Qualität als auch Originalität leideten. Pahlen vergleicht die Situation zu Beginn des 17. Jhrds. mit der drei Jahrhunderten später aufkommenden Massenproduktion von Filmen in der Pionierzeit des Kinos. 3
1 Vgl. Pahlen, Kurt: Das neue Opern-Lexikon. - Weyarn: Seehamer 1995, S. 512.
2 Vgl. ebenda, S. 14.
3 Vgl. ebenda, S. 15.
Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert 5
3 Das Venedig im 17. Jahrhundert
Venedig war in der Spätrenaissance vor allem durch seine politische Stabilität geprägt. Das lag nicht zuletzt daran, dass Venedig zu jener Zeit im Gegensatz zu anderen italienischen Stadtstaaten kein Fürstentum war, sondern eine Republik, in der Adelige und Händler gleichermaßen Einfluss ausübten. Venedigs wirtschaftliche Macht begründete sich auf die im 16. Jhrd. eroberten Kolonien in der heutigen Türkei und Griechenland, darunter auch Kreta. Die venezianischen Bürger sahen ihre Stadt gerne als „neues Rom“, was auch in der einen oder anderen venezianischen Oper ihren Niederschlag fand. 4 Nicht einmal die Exkommunizierung durch den Vatikan nach der Verbannung der Jesuiten aus Venedig konnte daran viel ändern. Selbst Kriege gegen das Osmanische Reich und eine Pestepidemie im Jahr 1630, die einem Drittel der Bevölkerung (50.000 Einwohner) das Leben kostete, konnten nicht verhindern, dass Venedig zu einer der größten Touristenattraktionen in Europa aufstieg. So verdoppelte sich Venedigs Einwohnerzahl während der sechs- bis achtwöchigen Karnevalszeit. 5
4 Die ersten kommerziellen Opernhäuser
Aufgrund der oben bereits angesprochenen wirtschaftlichen Orientierung der Stadt ist die Tatsache, dass wohlhabende venezianische Patrizierfamilien schließlich begannen, die ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln zum Teil auch in Opernaufführungen zu investieren, nicht verwunderlich. Die ersten, die das Potential der „Dramma per Musica“ erkannten, war die Familie Tron, denen das Teatro San Cassiano gehörte. Benannt wurde das Theater, so wie die meisten in dieser Zeit, nach der nächstgelegenen Kirche. Die Besitzer beauftragten entweder eine Schauspielertruppe, Künstlergemeinschaft oder einen Impressario mit der künstlerischen Umsetzung. Schauspielertruppen und Künstlergemeinschaften brachten sich künstlerisch selbst ein, während Impressarios auf eigene Kosten Künstler anheuerte. 6
4 Vgl. Somerset-Ward, Richard: Oper. Ein Streifzug durch 400 Jahre Musiktheater, München: Knesebeck 1999, S. 20.
5 Vgl. ebenda, S. 21.
6 Vgl. Rosand, Ellen: Opera in Seventeenth-Century Venice. The Creation of a Genre. - Berkeley,
Los Angeles, Oxford: University of California 1991, S. 79f.
Arbeit zitieren:
Mag. Stephan Burianek, 2004, Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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