Sportrechtevermarkter
von: Jan Streckfuß
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Agenturen 4
2.1 ISPR 4
2.2 Sport A 5
2.3 Die UFA Sports GmbH 7
2.3.1 Allgemeines 7
2.3.2 UFA Sports und die Fußball Bundesliga 10
3. Einflußnahme der Sportrechtevermarkter 13
4. Fazit 16
5. Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Mit Hilfe des Sport wurde das Fernsehen im Laufe des letzten Jahrhundert zum Massenmedium. So stieg zum Beispiel zu Beginn der Fußball Weltmeisterschaft im Jahre 1954 die Anzahl der Fernsehgeräte in Deutschland von 11.658 auf 84.278. Vereine und Sportveranstalter erkannten das Potential im Medium Fernsehen und wie begehrt die Übertragungsrechte sind. Somit stieg mit der Nachfrage auch der Preis für die beliebte Ware Sport. 1965 zahlten ARD und ZDF beispielsweise noch 640 000 DM an den Deutschen Fußball Bund (DFB) für die Übertragungsrechte an der Fußballbundesliga.
Mit dem Beginn des privaten Fernsehens in Deutschland stieg der Preis 1985 bereits auf 12 Millionen DM. Die harten Verhandlungen um die Übertragungsrechte wurden von den Sendeanstalten schon bald an externe Agenturen ausgegliedert. Diese so entstehenden unabhängigen Händler können im Gegensatz zu den Fernsehsendern die Rechte im großen Stil ein – und überschüssige Rechte wieder verkaufen. Diese Agenturen zur Vermarktung der Sportrechte arbeiten sehr eng mit bestimmten Sendeanstalten zusammen, die zum Teil auch als Gesellschafter der Agenturen auftreten. Sie sind somit vielmehr die verlängerten Arme der Medienkonzerne. Die drei größten auf dem deutschen und europäischen Markt tätigen Agenturen sind: ISPR (Jahresumsatz 300 Mio. DM), UFA Sports (Jahresumsatz 400 Mio. DM) und Sport A (Jahresumsatz 100 – 150 Mio. DM). Sie kommen damit zusammen auf rund 850 Mio. Mark.
Dieser Betrag entspricht beispielsweise bereits einem Drittel des gesamten Etats von RTL.1 Bei den starken Konzentrationsbestrebungen auf dem europäischen Markt, entstehen durchaus Interessenkonflikte innerhalb der Agenturen. So besteht die Gefahr, dass die Agenturen im schlimmsten Fall eines Tages mit sich selbst um den Erwerb der Rechte verhandeln müssen. Dann wird sich die Frage stellen, was wichtiger ist: Der sportlich faire Wettkampf oder die Interessen des jeweiligen Senders an Reichweiten und den entsprechenden Werbeeinnahmen Doch dieser Konflikt wird bei den Verantwortlichen bisher abgestritten. Denn der Schaden wäre für den gesamten Sport und damit auch für die Unternehmen ungleich größer, als ein eventueller Nutzen.2 Für die Sportrechtehändler zeichnet sich eine neue Konkurrenz ab, da beispielsweise Filmrechtehändler wie „Kinowelt Medien“ planen ihre Produktpalette zu erweitern und zudem noch Sportrechte zu erwerben. So sieht z.B. Michael Kölmel, Vorstandschef von Kinowelt Medien, Fußball und Spielfilme als das Öl des nächsten Jahrhunderts. Ein so ausgelegtes Portfolio könnte dem jeweiligen Anbieter den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.3 Um Ihre Einnahmen auf lange Zeit zu sichern und um sich nicht nur allein vom Eigentum an den Rechten Abhängig zu machen, haben die Agenturen ihren Service erheblich ausgeweitet. So werden beispielsweise einzelne Vereine als Ganzes vermarktet. Also inklusive des Merchandisings, des Kartenverkaufs, des Sponsorings und vieles mehr.
Durch die Vergabe dieser Rechte an Dritte sind Abhängigkeiten vorprogrammiert. Ob diese strenge Abhängigkeit der Vereine und die damit verbundenen vertraglichen Bindungen eine Einflußnahme der Agenturen auf den Sport an sich darstellt, wird im Kapitel Einflußnahme noch näher untersucht. Derzeit vermarktet der DFB die Fernsehrechte an der Bundesliga und dem DFB Pokal noch pauschal für alle Vereine. Der Bundesgerichtshof hat jedoch die zentrale Vermarktung bei Europapokal – Heimspielen bereits für unzulässig erklärt. Sollte sich diese Rechtsprechung auch auf Bundesliga – Spiele übertragen, winken Clubs wie beispielsweise Dortmund, Bayern oder Leverkusen deutlich höhere Einnahmen. Sollte die Vergabe der Rechte in Zukunft komplett dezentralisiert werden, hätte diese Entwicklung einen großen Nachteil für die kleineren Vereine mit weniger attraktiven Spielen bzw. Mannschaften. Durch eine folglich geringere Nachfrage würden die Preise für ihre Rechte entsprechend niedrig ausfallen. Die daraus resultierende finanzielle Schwäche der Vereine hätte Einfluß auf die Leistungsfähigkeit der Vereine. Sie könnten sich dann keine teuren Spieler mehr leisten. Eine weitere Folge wäre, dass der Erfolg eines Vereins finanziell gesteuert werden kann. Mit Sport und sportlichem Wettkampf hätte das dann sicherlich nicht mehr viel zu tun.
Die Agenturen und die großen Vereine haben sich auf diese Entwicklung jedoch schon längst vorbereitet. Sie haben bereits schon im Vorfeld Vermarktungsverträge über unterschiedliche Leistungen abgeschlossen und warten nur auf den Startschuß um ihre umfassenden Leistungspakete für Rechtehändler und Vereine gewinnbringend auf dem Markt zu plazieren. 3
2. Die Agenturen
2.1 ISPR
[...]
1 Vgl. „Die heimlichen Herrscher des Fußballs“
2 Vgl. „Meine Kicker, meine Rendite“
3 ebd.
Arbeit zitieren:
Jan Streckfuß, 2001, Sportrechtevermarkter, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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